[Netzwelt] WhatsApp - Nach Urteil drohen Abmahnungen

Nach einem Urteil des Amtsgerichts Bad Hersfeld, könnte WhatsApp-Nutzern eine Abmahnwelle drohen.
Das Gericht hat entschieden, dass die automatische Übermittlung von persönlichen Daten (insbesondere der Telefonnummer und Namen) der ausdrücklichen Genehmigung bedarf.
Nach der Installation von WhatApp werden alle im Telefonbuch befindlichen Nummern und Namen an den Dienst übermittelt und abgeglichen.
Dadurch, so das Gericht, verletze ein Nutzer von WhatsApp das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der betroffenen Kontakte.
Das Gericht sieht hier eine "Zwangsvernetzung" mit Klardaten wie der Telefonnummer und dem realen Namen. Jeder Nutzer begeht laut dem Urteil daher bei der Nutzung von WhatsApp eine Rechtsverletzung von "§ 28 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) in mehreren möglichen Tatbeständen..., wobei diese Vorschrift als Schutzgesetz im Rahmen von § 823 Abs. 2 BGB Anwendung finden kann."

Dieser Tatbestand ist prinzipiell abmahnfähig, sowohl bei privater als auch bei gewerblicher Nutzung von WhatsApp.

Das Gericht verlangt in seinem Urteil von Eltern außerdem, dass diese sich ausreichende Kenntnisse über Geräte wie Smartphones und digitale Medien zulegen müssen, damit sie ihre Aufsichtspflicht gegenüber Kindern erfüllen können, denen sie beispielsweise ein Smartphone überlassen.

Quelle:
 
Hmm, kommt ja sehr früh...

Wie soll man denn nachweisen, wer, wann, wo, welche Daten übermittelt hat?
Kann man einfach bei denen Nachfragen? Klar, wahrscheinlich müsste man eine Kopie seines Personalausweises zusenden ;)
Wäre eine gute Einnahmequelle für den ADAC, ist dessen Nummer doch per se auf jeder Sim-Karte gespeichert.
 
Da man vermutlich eher nicht seinen Freundeskreis verklagt, müsste man wissen, wer von den anderen Menschen, die die eigene Nummer haben, diese Software benutzt. Das stelle ich mir eher schwierig vor. Würde ich aber gern bei manchen machen.
 
Man nutzt ja selbst WA um zu sehen, wer WA hat und wen man deswegen abmahnen könnte.

Mal wieder total absurde Scheiße.
 
Muss da Facebook nicht einfach die AGB anpassen und gut ist? Wenn da jeder gesondert drauf hingewiesen wird und die Nutzungsbestimmungen entsprechend akzeptiert, ist doch wieder alles im Lack?
 
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  • #7

Nee...das Problem sind nach meinem Verständnis primär die Leute, die zwar in deinem Telefonbuch stehen, aber selber kein WhatsApp nutzen.
Auch deren Daten werden ja übermittelt und abgeglichen.
 
Wenn da jeder gesondert drauf hingewiesen wird und die Nutzungsbestimmungen entsprechend akzeptiert, ist doch wieder alles im Lack?

wenn jemand meine daten ohne mein wissen an eine firma schickt, wurde ich auf nichts hingewiesen und habe auch nichts akzeptiert.. etwas anderes wäre es, wenn jeder der kontakte z.b. per SMS gefragt wird, ob er in eine datenbank aufgenommen werden möchte.. warum sie für ihren dienst überhaupt daten unbeteiligter "brauchen", war mir auch nie ganz klar..

richtige entscheidung, aber ebensowenig erzwingbar wie das "verbot", raubmordkopien runterzuladen..
 
Wieso betrifft das über mehrere Ecken dann eigentlich nicht auch Webseiten mit Google Analytics und Facebook tracking usw?
Ich finde das Urteil an sich richtig, aber praktisch anwendbar ist das in meinen Augen nicht. Gerade mit den schon oben genannten Argumenten.
 
auf tracking-cookies muss ja neuerdings hingewiesen werden und davon abgesehen sendest du bei einem webseitenbesuch ja nicht die persönlichen daten deines nachbars, sondern nur deine eigenen und das (fast) freiwillig..
 
@TheOnly1: Aber diejenigen können das ja gar nicht wissen. Also eine Abmahnwelle seh ich da nirgends, zudem ich einen Teufel tun würde meine Freunde zu verklagen :D
 
Aus meiner Sicht hat das Gericht ja nicht entschieden, daß man bei Weitergabe der Daten gegen das Gesetz verstößt, was afaik vorher schon bekannt war, sondern daß die Eltern im rahmen ihrer Aufsichtspflicht dafür verantwortlich sind, daß ein Kind diese Rechtsverstöße nicht begehen kann.
Das Gericht äußert sich sogar dermaßen, daß Whats App Inc gegen die Eltern zivilrechtlich vorgehen könnte, wenn sie sich daran stören, daß das Kind entgegen der AGB nicht 13 war.

Es handelt sich i.ü. um das Urteil eines Familiengerichtes. Abmahnwelle ist jetzt, was Teile der Presse in ihre Schlagzeilen hauen. Darum geht es bei der Sache gar nicht.

Wobei der Nachweis ja je schwierig sei dürfte. Es muß ja die Übertragung nachgewiesen werden. Daß man dies bei WhatsApp unterbinden kann, wird auch im Urteil erwähnt.
 
Dann sehe ich das Problem dennoch bei Facebook. Es müsste meiner Meinung nach softwareseitig eingegriffen werden. Ein durchschnittlicher Nutzer verwendet Whatsapp wohl nach bestem Wissen und Gewissen, um bewusst mit Leuten zu kommunizieren und nicht um unbewusst Daten seiner Kontakte zu übermitteln, die Whatsapp nicht nutzen. Ohne Affinität zum Thema wird das Verständnis dahingehend einfach mangelhaft sein. Das wird auch so ein Urteil nicht ändern.
 
Das war eher auf die Webseiten Betreiber bezogen. Die schicken ja fremde Daten rum.
Was ist eigentlich mit fremden PCs die ich nutze, wenn da der Besitzer die Cookie Warnung schon weg geklickt hat? Müsste der mich dann nicht pro Seite drauf hinweisen, das mein Surfverhalten in dem Moment nach sonst wo hin gefunkt wird?
 

Das ging an sich schon relativ oft durch alle Medien-Arten das Whatsapp *alles* überträgt...
Ich habe z.B. damals als Whatsapp aufgekauft wurde und das Thema anstand das die Daten auch noch mit FB zusammengeführt werden alles davon deinstalliert und meine Daten löschen lassen.
Habe das und den detailierten Grund auch allen in meiner Kontaktliste mitgeteilt... gestört hat es keinen dahingehend das jemand anderst die Software auch nicht mehr nutzt.
Im Prinzip müsste man alle noch dazu zwingen die eigene Nummer zu löschen :/ somit ist das vorgehen ziemlich dämlich.
Man kann Whatsapp noch nicht mal ohne recht auf die Kontakte betreiben - die löschen dann schlicht die Namen aus der Anzeige - oder je nach Version verhindert das sogar den Start.

Der gesunde Menschenverstand sollte sich fragen wie eine Software für Milliarden User betrieben werden kann ohne Werbung ....Aber Geiz ist ja geil ...
 
Nee noch nicht mal Geiz! Faulheit/Mentale Blockaden! Telegram und Signal kosten z.B. nix.
Die Jabber Server (ok macht auf Handys spätestens mit iPhone Kontakten keinen Spaß) die ich kenne kosten auch nix.

Aber 10 - 15 Minuten Zeit zu investieren für etwas täglich genutztes das ist irgendwie too much.
 
Ja gut Signal ist OpenSource und ein "Community" Projekt - und Telegram wird ja vom Erfinder selber finanziert.
Bei beiden dürfte aber die Finanzierung immer schwieriger werden umso mehr das nutzen - aktuell ist die Nutzerbasis ja relativ gering.
Wenn der eine Erfinder keine *lust* mehr hat - wars das erstmal... außerdem steht dort ja die E2E Verschlüsselung ein wenig in der Kritik.
Signal ist sicher keine schlechte Alternative.

Ja gut und Jabber ist ja extrem verteilt und finde ich nicht zu vergleichen.
Whatsapp möchte aber defintiv Geld verdienen - und Werbeeinnahmen oder Verkaufseinnahmen haben sie bei der App nicht... also?
 
Ja eben.
Ich wollte nur das Argument ändern, am Geiz scheiterts zumindest momentan ja nicht.
 
Ich warte mal darauf das jemand das Entscheidet und nicht so nen popliger Provinzrichter aus Hintertupfingen.
 
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