WhatsApp darf nicht an Schulen eingesetzt werden


Die Berliner Datenschutzbeauftragte hält den Einsatz des Messenger-Dienstes WhatsApp an Schulen für rechtswidrig. Ein Vater hatte sich über die Eröffnung einer WhatsApp-Gruppe eines Lehrers beschwert. Dadurch sollte der Informationsfluss erleichtert werden. Die zuständige Senatsverwaltung widerspricht aber ausdrücklich der Nutzung sozialer Netzwerke und Chatdienste für derartige Zwecke.
Ein Klassenlehrer eröffnete die Gruppe mit den Handynummern aller Schülerinnen und Schüler, um Informationen über Hausaufgaben, Übungen, Terminverschiebungen etc. leichter weitergeben zu können. Der Vater eines Schülers beschwerte sich über die Nutzung der privaten Mobilfunknummer seines Schützlings. Nach Meinung der Berliner Datenschutzbeauftragten handelt es bei den WhatsApp-Chatverläufen um eine Übermittlung von personenbezogenen Daten, die nur im Rahmen des Schulgesetzes Berlin zulässig sei. So wird im Gesetz festgeschrieben, dass vor der Übermittlung personenbezogener Daten sich alle Betroffenen damit einverstanden erklären müssen, was hier aber nicht der Fall war. Auch fand keine ausreichende Unterrichtung der Betroffenen statt.

Frau Smoltczyk bemängelt zudem in ihrem , dass WhatsApp dem US-amerikanischen Recht unterliege und seinen Nutzern somit kein angemessenes Datenschutzniveau anbiete. Das Unternehmen könne dazu gezwungen werden, Daten an US-Behörden und andere Einrichtungen zu übermitteln. Nach Eingang der Beschwerde wurde die Schulleitung in dieser Angelegenheit „entsprechend beraten“. Die WhatsApp-Gruppe der Klasse wurde zeitnah aufgelöst und eine Datenschutzschulung für alle Lehrkräfte angesetzt.

Hintergrund: Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hatte Anfang 2016 den Entwurf einer „Ausführungsvorschrift zur Nutzung sozialer Medien durch Dienstkräfte an Schulen“ vorgelegt, der allerdings wieder zurückgezogen wurde. Bedenken von Schulleitungen wurden laut, dass das Verbot die pädagogischen Freiräume der Lehrkräfte im Umgang mit sozialen Medien zu sehr einschränke. „Damit wurde eine Chance vertan, vor Ort in der Schulpraxis für rechtsklare Verhältnisse zu sorgen“, fasst Maja Smoltczyk die Situation in ihrem Jahresbericht .



Foto: , thx! (CC0 1.0)




Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
gut! schade nur, dass sowas bis auf ein wenig zeigefinger-wedeln keinerlei konsequenzen für niemanden hat...
 
Ist halt einfach-pragmatisch. Die Schüler haben sowieso alle Whatsapp, sone Gruppe ist schnell erstellt, etc..
Muss halt eine nahezu ebenso einfache Lösung her. Wenn sich die Länder gar dazu durchringen würden, einen Messenger zu empfehlen und eine Anleitung für Lehrer zu schreiben o.ä... man wird ja noch träumen dürfen.
Davon abgesehen diskriminiert sowas natürlich Kinder von Eltern die nur wenig Geld haben, daher muss eine in der Schule verwendete Platform mindestens auch den normalen Desktop-PC unterstützen.

Immerhin scheinen ja an manchen Stellen zumindest partiell vernünftige Menschen zu sitzen:
Bedenken von Schulleitungen wurden laut, dass das Verbot die pädagogischen Freiräume der Lehrkräfte im Umgang mit sozialen Medien zu sehr einschränke.
 
Ein bisschen mit der Realität und der Lebenswirklichkeit der Schüler mitzugehen, würde Schulen allerdings auch nicht schaden.
Sofern das Angebot freiwillig ist und alle Infos auch auf "regulärem" Weg angeboten werden, sehe ich da kein Problem drin.
 
Richtiger Schritt. Seit dem Verbot von Facebook-Gruppen an Schulen in manchen Bundesländern werden die schließlich auch nicht mehr eingesetzt. Stattdessen sollte der Austausch nur per Fax stattfinden. Alternativ können auch staatlich zugelassene Fernschreiber erlaubt werden.
 
Schön wäre sowas wie Moodle. Ka wie weit die im mobile Bereich sind, glaube der Chat ist ziemlich gut eingegraben.
 
Ich kenn die Diskussion, und sie ist eigentlich ganz einfach gelöst: Es gibt E-Mail. Jeder hat den Provider, dem er soweit vertraut, und es gibt niemanden, der keine hat. Wozu also dienstliche/schulische Informationen über eine Datenkrake weitergeben, weil es "praktischer" ist. Ist es nicht. Die Leute sind nur zu blöd/faul, eine E-Mail zu verfassen. Es geht hier schließlich in der Hauptsache um einseitige Datenübermittlung, nicht um einen Picdump.
 
Solange es wirklich nicht nur neues in der Whatsapp Gruppe geben würde, würde ich auch kein Problem darin sehen. Aber weil hier ja einige von Realität reden, in Wirklichkeit würde wohl eher nur die halbe und per Mail oder so kommen... Das heißt wer nicht in der Gruppe ist - wird benachteiligt und das darf nicht sein... Und das geht es ja nicht mal ungedingt um Geld....
 
werbekacke, inkl. datensammeln für werbekacke, gehört einfach nicht an staatliche einrichtungen, fertig.. es macht schließlich wenig sinn, gesponsorte cola-banner zu verbieten, aber andere werbefirmen zu einem integralen teil des unterrichts zu machen.. falls diese art von kommunikation tatsächlich derart viele "chancen" bietet, dann müssen sich die schulen eben eine rudimentäre IT anschaffen, so wie die unis (natürlich in wesentlich kleinerem umfang, aber für eine reine "kommunikationsplattform" braucht man ja fast nix)..
 
Ein bisschen mit der Realität und der Lebenswirklichkeit der Schüler mitzugehen, würde Schulen allerdings auch nicht schaden.
Sofern das Angebot freiwillig ist und alle Infos auch auf "regulärem" Weg angeboten werden, sehe ich da kein Problem drin.

Das kann ich leider nicht unterschreiben. Da bin ich schon eher bei BurnerR.
Warum den Messenger nehmen der am Ende die Metadaten auswertet wenn es auch . Dafür gibt es übrigens auch einen Desktop Client.
 
@Novgorod:
Werbung an Schulen?
Ruft die Staatsicherheit, der Lehrer trägt nen Addidas T-shirt und im Computerraum wird google Chrome benutzt... Ein Kapitalverbrechen sowas
 
und statt milch gibts pepsi, ist auch viel gesünder :T..

aber es geht nicht einmal um werbung, sondern um die verpflichtende nutzung von produkten eines bestimmten unternehmens (und das darf soweit ich weiß nur die GEZ)...
 
Wäre das schon zu Schulzeiten meiner Kinder gewesen, ich wäre noch schneller da gewesen als dieser Vater.
Kinder verpflichtend die Datenkrake WhattsApp/Facebook aufs Auge drücken? Geht's noch?

(Wobei unsere eine Tochter dann vermutlich auch in Null-Komma-Josef ohne Hausaufgaben die Ausrede gehabt hätte: hatte Handyverbot :cool:)

Solche Lehrer sollten ihre monatelangen Ferien dazu nutzen, sich mit Datenschutz vertraut zu machen und Wege finden, wie man jedes Kind
auf Staatskosten -oder wie auch immer- halbwegs sicher an einen Rechner bekommt.
Und nicht wie man mit null Aufwand aus Faulheit die Blagen mit Nachrichten zudonnert.
Dann schreiben auch noch alle 31 übrigen Schüler was dazu und ratzfatz hängen die ohne Datenvolumen 3 Stunden am Handy?
 
Gab da auch mal ne Staatsalternative die heißt Moodle, beschissen programmiert und unbrauchbar.
 
Ein bisschen mit der Realität und der Lebenswirklichkeit der Schüler mitzugehen, würde Schulen allerdings auch nicht schaden.
Sofern das Angebot freiwillig ist und alle Infos auch auf "regulärem" Weg angeboten werden, sehe ich da kein Problem drin.

Dabei aber nicht die Realität und Lebenswirklichkeit von Lehrern vergessen. ;)

Die machen, daß, um es sich leichter zu machen, nicht um Arbeit in ein zusätzliches Angebot zu stecken.
 


Das hast Du

a) recht
b) dennoch etwas mißverstanden.

Es geht um den Kommunikationsaufwand.
 
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