Hab jetzt endlich mal Whispered World Silence nachgeholt. Da ich Teil 1 liebe, war ich damals erst sehr gehyped, aber als ich dann hörte, wie runtergebrochen das Gameplay ist, ist es in meiner To Do Liste immer weiter nach hinten gerutscht.
Und tatsächlich gefiel es mir sogar noch schlechter, als erwartet. Das Gameplay ist dermaßen vereinfacht, man hat noch nicht mal ein Inventar! Es läuft gefühlt mehr darauf hinaus, Hotspots in der richtigen Reihenfolge anzuklicken, eigene Denkleistung ist kaum von Nöten. Und teilweise hängt man eher daran fest, dass man nicht weiß, wie man im Spiel die Lösung triggert, die einem selbst schon klar ist. Wem selbst das noch zu schwer ist, der kann sich sogar noch diverse Hilfen dazu aktivieren.
Auf das ganze "Maus mitbewegen" hätte ich auch verzichten können; mal muss man der Figur beim balancieren helfen oder auch mal im Flug durch Wolken steuern. Fand ich wirklich mehr störend als auflockernd.
Sämtliche Entscheidungen, die einem in den Dialogen vorgegaukelt werden, sind absolut nicht vorhanden. Es ist egal was man sagt oder tut, es endet immer so gut wie identisch. (Abgesehen von den zwei Enden am Schluss, versteht sich.)
Die Geschichte kann das leider auch nicht auffangen. Das als Sequel zum ersten zu akzeptieren, hängt an allen Ecken und Enden. Warum hat der Junge jetzt eine andere Haarfarbe? Wo ist der Vater hin? Wo kommt plötzlich die Schwester her? Warum herrscht plötzlich Krieg? Und überhaupt. Im Verlauf werden neue Fässer aufgemacht, die ebenfalls offen bleiben. Was soll das zB mit Kyras weiß werdenden Haaren?
Direkt davor habe ich extra nochmal Teil 1 gespielt, das hätte ich mir aber sparen können, denn an Schauplätzen etc gibt es hier kaum Wiedererkennungswert. Was aus dem Vorgänger rübergeholt wurde, ist extrem überschaubar.
Optisch ist das Spiel wiederum über jeden Zweifel erhaben; wahrlich eine Augenweide! Die Charaktere haben etwas komisch verschobene Proportionen, aber Spot ist das niedlichste, was ich seit langem gesehen habe! Verwunderlich nur, dass die Introcutscene laggt, und leider sind die Ladezeiten einen Hauch zu lang. Das Spiel selbst ist recht kurz, um die 4 Stunden Spielzeit, mehr steckt da nicht drin.
Etwas blöd auch, dass man nicht manuell speichern kann, aber auch nicht sieht, wann ein Checkpoint erreicht ist. So musste ich beim weiterspielen eine komplette Cutscene nochmal sehen, die man auch nicht überspringen oder wenigstens die Dialoge wegklicken kann. Ich habe dann die Chance genutzt, bei allen Antwortmöglichkeiten die jeweils andere zu nehmen, als beim letzten Mal, aber (oh Wunder) keinen einzigen neuen Satz zu hören bekommen.
Schade, ihre klassischen Adventure sind mir sehr viel lieber. Diese Anbiederung an Telltale hätte es für mich nicht gebraucht.