Warum werden AKW nicht unter Wasser gebaut? (6 Jahre alt)

Logma

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Habe mit meinem Sohn (6) heute eine Reportage über AKW geschaut.
Da wurde dann in einem Abschnitt eben auch erläutert das 1-2m Wasserstand über den Brennstäben über der Druckkammer sowie im Austauschbecken sowie Lagerbecken für alte Stäbe ausreichen um die schädliche Radioaktivität sowie die Strahlung einzudämmen oder eben nicht entweichen zu lassen.

Keine halbe Stunde nach der Doku kommt mein Sohn an und fragt sich warum man dann AKW nicht einfach unter Wasser baut, weil dann ja nix passieren kann.

Wenn ich so drüber nachdenke... recht hat er ja. Aber einen Grund dagegen wird es sicherlich geben. Nur fällt selbst mir nach ersten Abwägungen nix ein was dagegen spricht.

Da hier durchaus Technik begeisterte Menschen unterwegs sind, bin ich auf Meinungen und vielleicht eine kleine Diskussionsrunde hier dazu gespannt.
 
@Logma:

Bei einer Havarie wie in Fukushima wäre eine dauerhafte Verstrahlung nicht oder nur sehr schwer einzudämmen, da das strahlende Medium dauerhaft von Wasser umgeben ist und dies die Strahlung ständig weiter trägt. Überirdisch wird die Strahlung nur durch Wind (Partikel die vom Wind fort getragen werden) oder von Regen (spült die Strahlung ins Grundwasser oder Meer/Fluss) weitergegeben. Dies lässt sich aber mit vergleichsweise einfacherem Aufwand verhindern.

Letztendlich würde aber ein AKW-Bau unter Wasser sicher ein vielfaches von dem kosten, was es ein Bau auf dem Festland kosten würde.
 
Naja, was du beschreibst könnte man ja durch getrennte Kühlkreisläufe eindämmen macht man ja jetzt auch schon.

Läuft aber vermutlich wirklich hauptsächlich auf den Kostenfaktor und den offenbar notwendigen allgemeinen Schwachsinn heraus.
 
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  • #4
@Logma:
Bei einer Havarie wie in Fukushima wäre eine dauerhafte Verstrahlung nicht oder nur sehr schwer einzudämmen, da das strahlende Medium dauerhaft von Wasser umgeben ist und dies die Strahlung ständig weiter trägt.

Wenn man es aber z.B. in einem Stausee realisiert oder Tagebaugebiete "unter Wasser setzt" dann wird es ja nicht wirklich weiter getragen.

Überirdisch wird die Strahlung nur durch Wind (Partikel die vom Wind fort getragen werden) oder von Regen (spült die Strahlung ins Grundwasser oder Meer/Fluss) weitergegeben. Dies lässt sich aber mit vergleichsweise einfacherem Aufwand verhindern.

Genau.

Letztendlich würde aber ein AKW-Bau unter Wasser sicher ein vielfaches von dem kosten, was es ein Bau auf dem Festland kosten würde.

Teurer als der BER kann es ja kaum sein ;)
Aber was sind schon Kosten im Bezug auf Sicherheit?

Läuft aber vermutlich wirklich hauptsächlich auf den Kostenfaktor und den offenbar notwendigen allgemeinen Schwachsinn heraus.

Habe Ausbildungen als Technischer Zeichner (Maschinenbau), Elektroniker (für Geräte und Systeme) und bin seit ca. 7 Jahren als Fachinformatiker tätig. Wenn ich mit dieser wenigen Erfahrung in technischen Bereichen mal einen Moment drüber nachdenke, wird das gar nicht soooo teuer da man ja auch die ganze Bauweise durchaus anpassen kann, an die neuen Möglichkeiten.
 
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  • #6
Könntest du das "unsinn" konkretisieren? Wenn nicht wäre die Antwort ja unsinnig...
 
Weil das zur "Eindämmung" verwendete Wasser kontaminiert wird.
 
Warum wird der Atommüll nicht auf dem Mond gelagert?
 
@Logma:

Wie viel fasst ein Stausee? Gelangt kein Wasser eines Stausees ins Grundwasser (gleiche Problematik beim Tagesbau)?
Wie schützt man den See vor Überfüllung (Regen) und somit vorm Überlaufen. Wie schützt man die Staumauer vor Verstrahlung und dass die Strahlung durch Regen nicht weiter getragen wird?

Die Kosten für ein AKW fangen irgendwo bei 3-5 Milliarden (ohne Rückbau) an. Wie viel mehr kostet dann ein Projekt unter Wasser (und dessen Rückbau)?

3x 5x 10x 100x ? Ist für einen Betreiber nicht rentabel, geschweige den ohne riesigen Aufwand realisierbar.

Wenn du mich vom Gegenteil überzeugen möchtest, wäre ich an ein paar Ideen und deren Kosten durchaus interessiert. Gerne auch untermauert mit harten Fakten.
 
Sinn und Zweck eines AKWs ist es doch Wasserdampf (250°C / 70bar) zum Antrieb der Turbinen zu erzeugen. Wenn ich diese unter Wasserdampf Leitungen im kalten Wasser verlegen würde, wäre das wohl bezgl. der Effektivität am Ziel vorbei. Irgendwie
 
Ich bin kein Atomphysiker, aber könnte es evntl. daran liegen das in diesen Reaktoren "schweres Wasser" ( ) eingesetzt wird ?
 
Gerade wurde was offensichtlicheres genannt, man muss dann bestimmte Bereiche stärker gegen Wärmetausch isolieren.

Komplett fluten ist also nicht. Egal in welcher Form. Es sei denn es gibt vergleichbar schlecht leitende Stoffe die nicht Irrsinnig teuer sind + die Wartung nicht behindern.
 
Wasser wird doch als Moderator benutzt und bremst die schnellen Neutronen. Erst bei auf thermische Energie abgebremste Geschwindigkeit ist die Wahrscheinlichkeit ausreichend, daß das Neuron von einem spaltbaren Kern absorbiert wird und dieser sich wiederum spaltet.

Kurz: Wasser weg - > keine Kettenreaktion

Aber auch ohne das habe ich nicht verstanden, wieso man die AKWs unter Wasser bauen soll.
 
es geht doch hier darum auf was für tolle und außergewöhnliche Einfälle der 6-jährige Sohn kam.
Fleißbienchen.
Trotzdem, auch wenn der 6 jährige einen tollen Einfall hatte, er ist Unsinn da alleine schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar.
Dem Kind würde ich das so nicht sagen.
Dem stolzen Elternteil aber schon.
 
Ich denke, es ging hier eher um Wissensvermittlung. Du hast dabei auf ganzer Linie versagt.

Zement funktioniert auch unter Wasser. Die Idee mit dem Stausee ist gar nicht mal so dumm, nur dass das Wasser bei einer unkontrollierten Kettenreaktion vermutlich anfangen würde, zu kochen. Bin leider auch kein Nuklearphysiker, aber ich denke dass solche relativ zugänglich für interessante Fragen sind. Man könnte theoretisch einfach einen Wissenschaftler fragen, z.B. .

Aber letztlich bringt es wohl weniger Vorteile, als es Nachteile bringt – bei sauberer Nutzung kommt ein GAU eigentlich nie vor.
 
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  • #18
Ich versuch es anders, wir sitzen ja eh in Karlsruhe. Ich versuch mal beim KIT jemand in dem passenden Forschungsbereich zu bekommen, mit anderen Forschungsbereichen am KIT hatte ich schon zu tun vielleicht komme ich darüber an jemanden ran der es vielleicht genauer sagen kann. Würde mich wundern wenn in die Richtung noch nie was ausprobiert worden wäre zumindest in der Theorie.

Immerhin hat das KIT mehr als nur 1 Nuklear Programm.
 
@Logma:


Würde mich wundern wenn in die Richtung noch nie was ausprobiert worden wäre zumindest in der Theorie.

Schon überall nachgeschaut?

Wäre es praktisch, sinnvoll und ökonomisch gäbe es es AKWs unter Wasser. So zumindest meine Theorie. Bin gespannt auf die Antwort vom KIT.
 
...warum man dann AKW nicht einfach unter Wasser baut, weil dann ja nix passieren kann...

Weil ein Brennstab über 1.000 Grad heiß wird und durch den Einsatz verschiedener Metalle in Reaktor und Brennstab reaktionsfreudiges Zeugs wie Wasserstoff entsteht. Was dabei passieren kann sieht man heute an der Ostküste von Japan.
 
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