[Politik und Gesellschaft] Vorratsdatenspeicherung: Malmström ist für Abwarten

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström will in absehbarer Zeit die Vorratsdatenspeicherung in Europa nicht neu regeln. Der europäische Gerichtshof hatte die zu Grunde liegende EU-Direktive Anfang April aufgrund exzessiver Eingriffe in die Privatsphäre der EU-Bürger für ungültig erklärt. Malmström plädiert nun für Abwarten.

"Ich werde nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes keinen neuen Gesetzentwurf mehr zur Vorratsdatenspeicherung vorlegen", sagte die aus Schweden stammende Politikerin gegenüber der Zeitung "Die Welt". Die Kommission habe das Urteil genau analysiert. "Wenn es überhaupt noch irgendwann zu einer neuen EU-Richtlinie kommen sollte, dann erst, wenn die Gesetzgebung zum Datenschutz verabschiedet ist", erklärte Malmström. Die EU diskutiert derzeit über ein neues Datenschutz-Gesetzespaket, das allerdings unter heftigem Beschuss von Lobbyisten steht.

Malmström sagte, das EuGH-Urteil habe sie nicht überrascht. Schon vor zwei Jahren habe eine Analyse der EU-Kommission ergeben, dass das Gesetz Mängel habe. "Grundsätzlich kann Vorratsdatenspeicherung bei der Aufklärung schwerer Verbrechen natürlich helfen. Aber die Frage ist doch, wie man die Daten erhebt und wie weit man dabei geht." Die liberale Politikerin wies darauf hin, dass jedes EU-Land mit Ausnahme Deutschlands (das deutsche Gesetz wurde 2010 vom Bundesverfassungsgericht kassiert) sein eigenes Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung habe. Malmström sagte: "Das sorgt dafür, dass auch künftig ohne eine EU-Richtlinie Datenspeicherung zur Verbrechensaufklärung in den einzelnen Mitgliedsländern möglich ist. Deutschland muss jetzt allein entscheiden, ob man ein neues nationales Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung haben will, um künftig Verbrechen besser aufklären zu können." Dies sei "eine deutsche Angelegenheit".

Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, welche Konsequenzen sie aus dem EuGH-Urteil zieht. Insbesondere die Unionsparteien plädieren für eine rasche Wiedereinführung der umstrittenen Sicherheitsmaßnahme.

Quelle:
 
Die liberale Politikerin wies darauf hin, dass jedes EU-Land mit Ausnahme Deutschlands sein eigenes Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung habe.
Seltsam.. mir erscheint es nur logisch, dass man sich EU weit, mit Ausnahme Deutschlands, mit der VDS beschäftigen MUSS, denn diese nationalen Gesetze sind sehr wahrscheinlich ebenfalls nicht mit der Charta der Grundrechte vereinbar.
Wie schafft die Frau Kommissarin es zum gegenteiligen Ergebnis zu kommen und das als "deutsche Angelegenheit" zu bezeichnen?
 
In wie fern ist Censilia eine liberale Politikerin?

Und wenn das die Position einer Liberalen ist, wofür sind dann die anderen?
 
Malmström sagte, das EuGH-Urteil habe sie nicht überrascht. Schon vor zwei Jahren habe eine Analyse der EU-Kommission ergeben, dass das Gesetz Mängel habe.
Ja ja, alle habens gewusst, dass das Gesetz Kacke war, aber hey, man rührt doch keinen Finger deswegen.
Genau das ist das Problem, ist mal ein Gesetz auf dem Weg, dann wird es so belassen, egal WIE mies es auch ist.
 
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