Versuch die Stimmungslage zu ergründen

Weil man damit noch mehr Ärger und noch weniger Zeit hat, jedenfalls wenn man's richtig machen will. Kohle gleicht das nicht aus, wenn 60-80 Wochenstunden normal sind, Wochenenden inklusive. Mal davon abgesehen, dass man sich mit teils irrwitzigem Zeug herumschlagen muss, grade wenn man mit staatlichen Institutionen zu tun hat.
 
Eben das ist der Punkt. Klar mag es auch Spaß machen was neues aufzubauen. Gerade wenn man damit auch Erfolg hat. Wenn man dafür aber seine 15 Stunden am Tag mit Arbeiten verbringt ist das auf Dauer "naja". In abgeschwächter Form ist das als AN doch auch so. Ich verdiene viel Geld kann damit aber fast nie was anfangen da ich keine Zeit dafür hab :rolleyes: Gibt hier z.B. ein ultra gemütliches Kaffee, war ich aber noch nie drin da die um 17 Uhr schließen. Am Wochenende ist man dann so damit beschäftigt in den Supermarkt zu rennen, zur Post, sonst wo hin. Wie gerne hätte ich mal wider eine Zeit wo ich in den Tag rein leben könnte. Auf den Markt gehen und schlendern... das meine ich anfangs mit Muße. Fehlt mir wirklich am meisten!

Zumindest ICH kann mich nach 12 Stunden nicht mehr vom Sofa los reißen und groß was unternehmen. Klar, ab und an in ne Kneipe geht schon. Um 10 schläft dir aber das Gesicht ein. Am Wochenende will man das dann kompensieren, geht ordentlich weg, feiern, davor was essen. Lässt dick Geld liegen, kommt um 9 Uhr morgens heim. Ich wäre da lieber freier.

Wenn ich da an Selbständige denke von denen ich einige im Freundeskreis hab. Die dürfen sogar Sonntags arbeiten :coffee: :cool:
 
Dito, Außenstehende sehen immer nur das neue Auto, den neuen Hausanstrich und was weiß ich alles noch. Was dort aber eigentlich dahinter steht, das sieht niemand und will auch keiner wissen.
 
Ihr habt schon Probleme, wie ich sehe. Da wird's mir ja schon beim Lesen melancholisch.
 
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  • #25


Komm, Nero. Zieh mal den weißen Laborkittel aus und sei Mensch! Mach mal den Anfang. Die Thread-Idee gefällt mir.

Bosbach hat heute im DLF-Interview einen guten Spruch gebracht im Zusammenhang mit der Lügerei in der Edati-Affaire. Die Bürger, hat er gesagt, müssen den Eindruck gewinnen, dass man alle Politiker in einen Sack stecken und draufhauen kann. Egal, wen es trifft, und von welcher Partei er ist, es trifft immer den Richtigen. Bosbach sprach mir aus der Seele, leider.

Und wenn diese Gefühl mal nur auf die Politiker beschränkt wäre!

Aber mit den Religionen geht es mir auch nicht anders. Ich kann sie alle, einschließlich der Atheisten (sie sind so verbohrt und gläubig wie alle anderen, sie wissen es nur nicht, das macht sie noch schlimmer als Moslems oder Christen) nicht mehr riechen. Und es ist mir eigentlich egal, wer gerade wen massakriert. Ich muss mich selber treten, um Partei zu ergreifen, von alleine kommt das nicht mehr.

Der Grund ist, dass ich für keinen mehr Sympathie empfinde.

Aber es kommt noch schlimmer. Nicht mal die im Mittelmeer ersoffenen Flüchtlinge rühren mich so richtig. Das sind doch dieselben Leute, vor denen sie abhauen müssen. Wo ist der Unterschied? Er besteht doch nur darin, dass die Flüchtlinge robuster, cleverer und unternehmungslustiger als die Daheimgebliebenen waren. Soll ich sie deshalb mögen? Kann ich nicht.

Die Verhältnisse in Mexiko, gerade wurden 40 Studenten von Polizei und Verbrecherbanden ermordet – ein Alptraum. Keine Wilden Taliban im fernen Afghanistan, sondern fromme Katholiken direkt vor Amerikas Haustür, sind die Täter gewesen. Und jetzt? Man muss das einfach schlucken und verdrängen. Gegen wen soll man protestieren? Gegen die mexikanische Regierung? Aber die wurde von der Bevölkerung doch gewählt, und die Bevölkerung schützt die Mörderbanden, weil eigentlich die ganze Bevölkerung ins organisierte Verbrechen verwickelt ist. Aus Gründen der moralischen Selbsterhaltung kann man sich nur abwenden von der ganzen Angelegenheit.

Es ist momentan immer das gleiche Problem. Man hat niemand mehr, für den man Sympathie empfinden kann. Keine Figuren wie es Willy Brandt oder Che Guevara für die Protestbewegung gewesen sind, keine Gruppen wie den Vietkong, den ANC in Südafrika, Black Power in Amerika.

Unter diesen Bedingungen entwickelt man eine gewisse Menschenfeindschaft. Und neulich habe ich den Beleg bekommen, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass ich eher Manfred Mustermann ähnele: Das Gesamtspendenaufkommen der Bundesbürger hat einen neuen Tiefststand erreicht.
 
Ich bitte dich Endor, genau darum gehts hier doch? Wo ist eigentlich dein Problem? Wenn du davon nicht betroffen bist dann geh raus spielen oder sonst was. Mich stören diese Dinge. Die Miete und der andere Mist zahlt sich nun mal nicht von alleine. Hör doch bitte mal auf den Thread mit deinen Kommentaren ins OT zu zerren...

Ach so, ich will hier auf keinen Fall den Eindruck erwecken das ALLES scheiße ist! :D Natürlich gibt es auch mal Zeiten wo man mehr Zeit hat. Klaro. Dann gehe ich auch mal gemütlich raus. Muss aber auch erst mal wieder lernen runter zu kommen. Ist manchmal erstaunlich das man vergessen kann wie es ist barfuß zu laufen oder wie ein Wald riecht.

Misanthropie konnte ich noch keine feststellen. Ist es nicht normal das man eine kleine Mauer um sich errichtet? Wer da alles ungefiltert durch lässt geht doch nach drei Wochen am Stock.
 
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Spinnst du? Schlecht geschlafen? Ich habe halt nicht das geringste Verständnis für diese depressive Attitüde, das ist nicht nur ein Luxusproblem, sondern ein besonders luxuriöses Luxusproblem :p
 
Sprach der, der vielleicht noch bei Mutti und Vati die Füße untern Frühstückstisch steckt und noch nie in seinem Leben was auszustehen hatte. :m
 
Stimmt Endor. Wir hier in Deutschland dürfen etwas erst als Problem sehen wenn es in der dritten Welt auch eines ist :T Darum hab ich auf dem Frühstückstisch auch immer dieses Bild vom verhungernden schwarzen Säugling. Da schmeckt die Grütze dann doch gleich viel besser :coffee:
 
Ich bin sicher nicht der, wofür du mich hältst. Ich wüsste auch nicht, was das bei der Beurteilung der Sachlage für eine Rolle spielt ? :unknown:


Du stänkerst :rolleyes:
 
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  • #31
Spinnst du? Schlecht geschlafen? Ich habe halt nicht das geringste Verständnis für diese depressive Attitüde, das ist nicht nur ein Luxusproblem, sondern ein besonders luxuriöses Luxusproblem :p

Dein Verständnis kann absolut kein Maßstab für Beiträge sein. Sonst wären wir arm dran.
 
Wohl um den Sarkasmus deines Beitags wissend und das ich das hier lieber an andere Richte:

Man darf sich nicht an den schwächeren Messen.
Wenn ein Weltfußballer aufhört zu trainieren, weil er einen 3. Ligisten schlägt....

Man muss sich an den gleichen und besseren messen, damit man nach vorne kommt.

Somit können wir zwar sagen, wir haben es gut und dürfen nicht meckern, aber dann kämen wir zum Stillstand, was wiederum einem Verfall gleicht.
Somit haben wir jedes Recht zu meckern, ebenso aber auch als Trainingspartner oder Trainer für die zu Arbeiten, die zu uns wollen und uns nicht an deren minder vermögen aufzugeilen.
 
Was auch immer. Für mich ist es in der Tat wichtig, was mein Gegenüber so tut / nicht tut. Hilft mir ungemein Aussagen einzuschätzen. Lernt man bei der Selbstständigkeit um schnell Gespräche, die sich nur um heiße Luft drehen, abzuwürgen. Spart Zeit und die ist mir mittlerweile mehr wert als der Euro mehr.
 
Ich war auch mal selbstständig. Viele in der Nicht-Dritten-Aber-Angeblich-Ersten-Welt-Menschen nähmen eure Probleme mit Kusshand. Okee, dann klagt euch hier mal alle schön eueren Weltenschmerz, ich gucke hier später wieder rein, ob's um wesentlicheres geht.
 
Aha, was hast denn gemacht, Bockwurst verkauft? Aber egal, heiße Luft, dessen bin mir jetzt sehr sicher. :D
 
Man darf sich nicht an den schwächeren Messen.
Man sollte sich, wenn man persönlich gefestigt ist, mit niemanden messen wollen. Das eigene Wohlbefinden entscheidet. Das kann mit weniger Kohle genauso erreicht werden. Ist halt eine Fall zu Fall Sache. Jeder ist anders. Mit dem Einkommen auskommen. Was quält mich, was der Nachbar macht. Mir vollkommen wurscht.
 
Kannst du nicht anders oder willst du nicht anders? Was sollen diese dämlichen Provokationen? Ich fasse es nicht :rolleyes:

Willst du wirklich auf igno ? :unknown:

Willst du, dass der Endor weint ? :m :D
 
So weit sind wir also: Nicht nur sollen wir nichts verbessern (dann wären wir Weltverbesserer oder Gutmenschen), wir sollen auch nichts kritisieren (dann wären wir Nestbeschmutzer oder Neider), wir sollen auch nicht unzufrieden sein (dann wären wir undankbar gegenüber "dem Erreichten" und arrogant gegenüber denen, die dazu "wirklichen Grund" haben).

Auf diese Weise wird auch das letzte Fünkchen Rebellion gelöscht. Menschen, die noch einen Bezug zu ihrem Leben haben, und die ihr Leben folglich gestalten wollen, sollen damit aufhören. Sie sind eine Bedrohung für die Ängstlichen, die lieber das bewahren wollen, was sie bereits haben, und dafür lieber aufgeben, was sie erreichen könnten. Ich denke, diese Stimmung ist in unserer Gesellschaft heute maßgeblich verbreitet: Individualität ja, aber nur in engen Grenzen. Die Grenzen bestehen in dem, was bereits vorhanden ist, und zwar heute ist und nicht früher war. Wir können ja nicht einmal mehr wirklich eine andere Art des Wirtschaftens wollen, obwohl das - vernünftig betrachtet - zumindest keine abwegige Überlegung für den Anfang wäre. An vielen Beispielen zeigt sich, wie wenig das Thema gesellschaftlicher Veränderung mit Vernunft zusammenhängt, stattdessen nur mit Emotionen; die Vernunft kommt danach als Rechtfertigung oder Hilfe. Das muss man erst mal verstehen. Deswegen bringt auch noch so viel Erkenntnis keine Rebellion hervor, außer sie setzt Emotionen frei. Nur ist das mit den Emotionen und dem Charakter so eine Sache, wie sich gerade bei PEGIDA zeigt: Der Mensch weiß nicht, wie er konstruktiv mit ihnen umgehen soll.

In einer Zeit, in der es eher aus der Mode gekommen ist, Emotionen überhaupt zuzulassen, ist Getrenntsein von sich selbst, anderen Menschen und der Welt prägend für die Gesellschaft. Wenn ohne starke Emotionen kein Aufbegehren, Widerstand, Wille zum Handeln vorhanden ist, dann ist der allgemeine Zustand der Lethargie kein Zufall.

PS: Lasst die persönlichen Angriffe bitte sein...
 

Das geht vllt für allgemeines Wohlbefinden.
Aber nicht für Progression.
Und Progression ist Problemlösung.

Man kann es auf weniger Kämpferisch sehen.
Wenn ich Buch gut finde und jemand zeigt mir Aspekte auf, welche ich noch nicht sah.
Dann habe ich den Ansporn, noch mehr unbeleuchtet Aspekte in dem Buch zu suchen.

Es geht mir nicht darum, denn anderen zu schlagen.
Es geht darum mich selber zu verbessern.

Hätte der erste Mensch gesagt, ich bin zu frieden, weil es in der Höhle schön warm ist.
Wären wir beim Feuer geblieben.
 
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