Valide Kritik mit den Worten "du kannst es selbst nicht besser" abwiegeln?

hihihihihi Seedy ... Klassiger...

Aber zum Thema,
Ich habe da Div. Kurse gemacht (Nicht weil mich mein Chef dazu verdonnert hat sondern weil ich das Thema sehr Interessant finde und wir das in der Firma angeboten bekommen) - Dein Problem hat so ein wenig mit allen "Soften Arbeitsqualifikationen" und dessen Kursen zu tun.
Rhetorik, Kommunikation, Auftritt und Wirkung usw.

Was Sehr einfach umzusetzen ist sind 2 Punkte

a) Kritik persönlich machen, nicht auf den anderen sondern auf dich (Ich-Botschaften): Ich finde es besser, Ich würde es so machen, Ich denke....
b) Keine Schwarz / Weiß bzw. Totschlagkritik *Das sieht alles scheiße aus* *Das gefällt mir nicht* usw.

Das Buch und sein 2. ist evtl. etwas für dich:


und das
 
Falls du noch nach dem Ausdruck dafür suchst, wie man das aus nennen würde, lautet er "argumentum ad hominem"
:
Unter einem argumentum ad hominem (lateinisch „Beweisrede zum Menschen“) wird ein Argument verstanden, in dem die Position oder These eines Streitgegners durch einen Angriff auf persönliche Umstände oder Eigenschaften seiner Person angefochten wird.
 
Ich würde zunächst herausfinden, warum die Person deine Kritik als Angriff wahrnimmt, die Verteidigung erfordert. Vielleicht ist sie ein Angriff? Wer seine Kollegin vor dem Chef auf ihre Fehler festnagelt, führt eindeutig einen Angriff aus. Vielleicht ist deine Kritik nicht als Angriff gemeint, aber durch die Situation erscheint sie als Angriff. Vielleicht erscheint sie nicht als Angriff, doch sie anzuerkennen wäre mit Nachteilen verbunden. Leider ist Kritik häufig mit Nachteilen verbunden, so dass du die Situation gegen diese Normalität gestalten musst, um der Person die Angst davor zu nehmen.

Woran liegt es, dass die Person eher bereit ist, auch in Zukunft wieder denselben Fehler zu machen, als sich auf ein Gespräch einzulassen, in dem ihr den Fehler identifiziert und seinen Ursprung ausmacht, so dass die Person ihn abstellen kann? Vorausgesetzt, sie sieht selbst, dass sie einen Fehler gemacht hat: Die Prämisse, dass niemand gerne Fehler macht und deswegen eigentlich lieber erfahren will, wie man sie vermeiden kann, fordert dich auf, nach dem konkreten Grund dafür zu suchen, weshalb die Person ihr Interesse jetzt nicht verfolgt.

Wenn das z.B. die Angst ist, dass ihr Arbeitsvertrag nicht verlängert würde: "Es geht nicht darum, Ihnen irgendeine Schuld zuzuweisen, sondern darum, dass Sie es in Zukunft besser machen. Wenn überhaupt, dann ist es meine Schuld, Sie nicht entsprechend informiert zu haben."

Oder sie hat ein Problem mit ihrem Selbstbild, weil sie weiß, dass sie einen Fehler gemacht hat: "Es ist schlecht gelaufen, aber ich hätte denselben Fehler gemacht."

Oder: "Fehler passieren jedem. Ich habe erst gestern meine Katze in der Mikrowelle ..."

Sofern es für einen selbst nicht besonders wichtig ist, dass die Person ihren Fehler beheben kann: "Willst du meine Meinung dazu hören?" "Möglicherweise kenne ich das Problem. Soll ich mir das mal anschauen?"

Im Gegenzug musst du es eben hinnehmen, wenn Kritik nicht erwünscht ist. Noch besser: Vorher schon abschätzen, ob die Situation so geartet ist, dass Kritik überhaupt gelingen kann.
 
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