Hm, Problem ist nur dass niemand sein Auto einfach so abgeben wird, weil das besser fürs Klima ist. Absolut Niemand.
Da braucht es, wie KaPiTN schon schreibt massive Maßnahmen um das Auto überflüssig zu machen.
Sehe ich bei Freunden und Verwandten die in Großstädte wie Berlin und Hamburg ziehen. Da endet einfach jeglicher Bedarf für ein eigenes Auto, im Zuge dessen wird es abgeschafft.
Niemand wird sein Auto abgeben, solange er darauf angewiesen ist. Die Kosten dafür müssten schon erheblich höher werden, damit die Bürger überhaupt erst über Alternativen überlegen werden. Gerade hier bei uns auf dem Land ist man ohne Auto aktuell immer noch komplett aufgeschmissen. Aber das ist auch irgendwo ein wenig ein Henne-Ei-Problem: Solange hier kein Bus fährt, ist man auf das Auto angewiesen - solange aber jeder ein Auto hat, wird mangels Rentabilität kein Busunternehmen hier eine neue Buslinie aufmachen.
Verglichen mit der restlichen Welt dürfte der deutsche Autoverkehr nicht so stark ausschlaggebend sein, was das Klima betrifft. Das Schwarz-Weiß-Denken wie z. B. "Wir schaffen alle Autos ab, dann ist das Klima gerettet", wird genausowenig etwas bringen, wie z. B. eine CO2-Steuer alleine. Wir brauchen ein komplettes umfangreiches Maßnahmenpaket um die Problematik nun endlich richtig anzugehen und die restliche Welt muss möglichst mitziehen - tut sie das nicht, ist aber ein "Keiner macht mit, dann machen wir auch nix." genauso falsch.
Anbei, weil das hier halbwegs passend ist, möchte ich noch ein kleines Video zum Thema verlinken. Ursprünglich hätte ich das Thema gerne als eigenständige News zu den Klimaprotesten am 20.09. im Board gehabt, aber fand nicht die Zeit, eine zu schreiben.
tl;dw
In dem Video geht es vor allem darum, ob eine CO2-Steuer realistisch ist, sich umsetzen lässt und wie sie sozialverträglich gestaltet werden kann. Ob die Abgabe nun in Form von CO2-Ausstoß-Lizenzen geschieht oder als direkte Steuer, ist eher nicht relevant. Fakt ist aber, dass Unternehmen eine solche Abgabe natürlich auf den Endverbraucher umlegen werden, was im Grunde dann sätmliche Produkte, vor allem aber die mit hohem CO2-Ausstoß, teurer werden lassen würde. Gerade für Haushalte, die sowieso bereits nahe dem Existenzminimum sind, wäre das ein großes Problem. Um die Abgabe also sozialverträglicher zu machen, könnte man den Erlös der Steuer durch die Anzahl der Bürger/Haushalte teilen und jedem einen Pauschalbetrag zurückzahlen.
Ärmere Haushalte leben für gewöhnlich in kleinen Wohnungen (wenig Heizkosten/CO2), fahren kleine Autos (wenig Treibstoffkosten/CO2), etc. würden aber die CO2-Steuer eines durchschnittlichen deutschen Haushalts zurückerstattet bekommen - sprich durch ihr sparsames Verhalten profitieren. Der normale deutsche Haushalt und alle stärkeren CO2-Konsumenten wären dagegen angehalten, durch die höheren Kosten ihr Verhalten zu "verbessern", da ihnen eben dadurch nun Mehrkosten entstehen.