Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung befürwortet stärkere Videoüberwachung



Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin befürwortet die Mehrheit der Deutschen eine stärkere Videoüberwachung öffentlicher Räume. Zudem stimmten die Probanden für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Der Weihnachtsmarkt wurde zum Zeitpunkt des Angriffes nicht von der Polizei mit Kameras überwacht.



Aus diesem aktuellem Anlass beschäftigt sich eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit der Frage nach erweiterter Videoüberwachung. Eine große Mehrheit von 60 Prozent ist für eine stärkere Videoüberwachung öffentlicher Räume. Zusätzlich sprechen sich 73 Prozent für eine Aufstockung der Polizeikräfte und 61 Prozent für eine bessere Ausrüstung der Polizei aus. An der Befragung zwischen dem 21. und dem 23. Dezember nahmen 2083 Personen teil.

In der YouGov-Umfrage fordert jeder zweite Befragte auch mehr Kompetenzen für die Bundeswehr bei Terroranschlägen. Soldaten dürfen bereits jetzt bei großen Anschlägen zum Einsatz kommen, wenn die Polizei um Hilfe bittet. Allerdings müssten Fragen der Koordination noch geklärt werden.

Trotz beschlossenem Gesetzesentwurf soll die Videoüberwachung nicht ausgeweitet werden. Der Senat in Berlin hält die Pläne von de Maizière für verfrüht. Der Berliner Senat hat sich auch nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz gegen mehr Überwachungskameras in der Stadt gestellt. Mehr Überwachungskameras seien im Koalitionsvertrag nicht vorgesehen, sagte die Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters, Ramona Pop (Grüne) dem . Stattdessen habe sich die neue Landesregierung vorgenommen, die Ausrüstung der Berliner Polizei zu verbessern, sagte Pop. Dies unterstützt auch Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte den Berliner Senat auf, seine Haltung „dringend“ zu überdenken. De Maizière wies in einem Interview in „ “ deutlich auf die Linie der Bundesregierung hin: „Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Gesetz beschlossen, das die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen erleichtert und damit einen wichtigen Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung leisten wird.“

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (21.12.2016) einem zugestimmt, mit dem an öffentlichen Orten, wie Sportstätten oder Einkaufszentren, eine verstärkte Videoüberwachung erlaubt werden soll. Dafür will de Maizière das Datenschutzgesetz so verändern, dass Sicherheitsbelange künftig stärker bei Entscheidungen über Videoüberwachung berücksichtigt werden.

Zusätzlich arbeite man daran, Gesichtserkennungs-Software einsetzen zu können, so der Minister. „Dann könnte man zur Fahndung ausgeschriebene Personen leichter entdecken, immer wenn sie an einer Videokamera vorbeikommen.“ Neben dieser sogenannten „intelligenten“ Überwachung seien auch Lesesysteme für Kfz-Kennzeichen vorgesehen.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Jeder, der mehr Überwachung geil findet, dem wünsche ich folgende Situation:

Morgens um 5 klingelt die Polizei. Man wird aus dem Schlaf gerissen und die Bude durchsucht. Alternativ direkt mitgenommen. Weil man auf einem Kamerabild in der Nähe eines Verbrechens war. Falsche Zeit, falscher Ort. Man muss den Chef anrufen, der Partner kriegt es mit usw... die Nachbarn reden. Der PC und alles ist erst mal weg. Vielleicht schlägt auch nur die in Zukunft integrierte Gesichtserkennung falsch an.

Oder man muss eine Speichelprobe abgeben, weil man zu Zeit X an Ort Y auf der Kamera war.
Der gegangene Weg kann durch die Kameras natürlich auch (fast) lückenlos nachvollzogen werden. Aber ist ja egal, weil man nix zu verbergen hat. Oder weil sich die Kamera todesmutig vor einen Verbrecher wirft, bevor es etwas schlimmes machen kann.

Die Kameradiskussion ist einfach schon ewig durchgekaut. Nicht nur bei uns, siehe auch UK etc.
 
Obwohl mir ein mehr und mehr an zielloser Überwachung gegen den Strich geht, kann es nicht sein, dass Hooligans, Gewalttäter, osteuropäische Einbrecherbanden und Religionsfanatiker immer mehr Gewalt ausüben bzw. Hass predigen, ohne dass unser Staat da adäquat handelt.

jo, und mit kameras auf dem weihnachtsmarkt hätte er bestimmt in letzter sekunde noch gebremst - "oh shit, da sind ja kameras, das wird voll peinlich wenn alle sehen, wie schlecht ich einparken kann" :confused:..
 
Obwohl mir ein mehr und mehr an zielloser Überwachung gegen den Strich geht, kann es nicht sein, dass Hooligans, Gewalttäter, osteuropäische Einbrecherbanden und Religionsfanatiker immer mehr Gewalt ausüben bzw. Hass predigen, ohne dass unser Staat da adäquat handelt.
Seit 2007 gehen Gewalttaten zurück. Der Staat handelt also richtig. Deutschland gehört global gesehen zu den sichersten Ländern der Welt, das sollte man nicht vergessen.

Ob Videoüberwachung etwas bringt, ist umstritten. Sowohl präventiv als auch bei der Fahndung später. Bei Diebstählen, also geplanten Taten, soll es ganz gut wirken, z.B. Kameras in Parkhäusern. Allerdings kann auch eine Verdrängung stattfinden, die Straftaten werden einfach woanders begangen. Betrunkene werden aber trotz Kameras auf den Obdachlosen einhauen.

Natürlich kann man immer mit einem Einzelfall kommen, der die Wirksamkeit be- oder widerlegt. Aber insgesamt: :unknown:
Es ist nur klar, dass Videoüberwachung sehr viele Unschuldige betrifft, das liegt in der Natur der Sache.
 


Mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen UND mehr Polizeipräsenz.

Und wie man bei der Sache mit dem "U-Bahn-Treter" und den Typen, die den Obdachlosen angezündet haben, gezeigt hat, bringt die Fahndung mit den Videokamera-Bildern mehr Erfolg als die Fahndung ohne (bei dem U-Bahn Treter hat man fast 2 Monate verschenkt).

Im Fall Elias und Mohammed hat es ebenfalls gebracht, dass es Kamerabilder aus der Gegend gab, nachdem das Dreckschwein sich den Mohammed geschnappt hat, denn die Fahndung nach dem Entführer von Elias verlief vorher erfolglos.
 
Einzelfälle zu bringen ist sinnlos.

Die Aufklärungsquote von Gewaltverbrechen ist in den letzten 20 Jahren etwa gleich geblieben. Von 1987 bis 2000 pendelte sie zwischen 65 und 73 Prozent, seitdem ist sie konstant bei etwa 74 bis 75 Prozent
 


Genau denn die Polizei kriegt alles mit!

Wer sagt dass man mit Kameras/Videoüberwachung einen Terroranschlag verhindern würde? Niemand, allerdings deine Theorie das Kameras nichts bringen, nehme ich nicht so ab -> Bsp. Louvre, dort sind es halt nur Attrappen von Kameras da man die Anzahl von Gegenständen nicht damit überwachen könnte.

Sicherlich für jedes Verbrechen hilft es nicht allerdings könnte es Kosten/Leistung als Abschreckung bei mancher Sache dienen.
 
Sicherlich für jedes Verbrechen hilft es nicht allerdings könnte es Kosten/Leistung als Abschreckung bei mancher Sache dienen.
Hilft sicherlich nicht in allen Fällen, aber es könnte dort und da helfen.
Bei so einem Werbeversprechen würde ich nicht mal ne kostenlose Probe von irgendwas testen. ;)
 

Ich will aber nicht mehr Polizeipräsenz. Da fühle ich mich nämlich unsicher und bedroht. Und jetzt?
 


Es hilft nicht in allen Fällen genauso wie erhöhte Polizeipräsenz oder oder oder 100% Sicherheit gibt es eben nicht, dennoch können Kameras nützlich sein. So zum Beispiel bei der Übersicht über öffentliche Plätze so ist es der Polizei so möglich Verstärkung frühzeitig anzufordern um der Situation Herr zu werden.
 
Ich habe vor einer knappen Stunde im Radio auf WDR 2 einen Bericht wegen der Kameraüberwachung und den Erfahrungen in London gehört.

Die Polizei sagt zu großen Teilen, dass weniger (kleinere) Straftaten verübt wurden.
(Allerdings scheint das europaweit eh der Fall zu sein)

Der Bezirk Westminster baut aber jetzt den Großteil der Kameras wieder ab, da Aufwand und Kosten in keinerlei Vergleich stehen.
Die horrenden Kosten für Installation, Wartung, Personal für die Dauerbeobachtung, etc. will man nicht mehr stemmen.

Was dort allerdings zu großem Erfolg geführt hat, ist die Kameraüberwachung in den Bussen.
Denn die Bilder werden für alle sichtbar auf Monitore übertragen :rolleyes:
 
Im Gegensatz zu Straftätern hat die Polizei mir einmal fast aus Inkompetenz, welche in absolut falschen Verdächtigungen resultierten, die Existenz zerstört. am Ende hat es mich nur einen Haufen Geld gekostet. Aber im Gegensatz zu anderen habe ich keine Angst vor EInbrechern, sondern fühlte mich eine ganze Zeit lang wegen der Polizei nicht mehr sicher in meiner eigenen Wohnung.

Davon ab: Überall Polize? Das ist quasi Totalüberwachung. Beim kleinsten Fehltritt, wirst von denen erstmal minutenlang belästig. Menschen werden sich nicht mehr "normal" Verhalten...

Vom Grundprinzip her ist es das:

Aber auch davor war es mir schon immer unangenehm. Auch im Straßenverkehr, vor einem Polizeiauto fahren. Werde ich hochnervös und baue nur Scheiße, weil ich mich in diesem Moment beobachtet fühle. Von Leuten, die nur darauf warten, dass du Mist baust. Aber ja, der Teil ist meiin eigenes Problem und mag nicht für alle gelten.

Und unterm Strich ist abseits davon die Antwort auf Terror/Verbrechen niemals "Noch mehr Überwachung."
 
Zuletzt bearbeitet:
Und weil du von einem Einzelfall nen psychischen Knacks behalten hast muss man jetzt die Polizei am besten abschaffen?
Irgendwie disqualifiziert dich das hier als ernstzunehmender Gesprächspartner.
 
Hat nie jemand von Abschaffen geredet. (Davon ab hat Ruby die gleiche Paranoia was Straftäter oder Flüchtlinge angeht, wenn ich das manchmal so lese ^^)
Und lies auch mal die anderen Sachen, die ich da oben geschrieben habe.
 
Davon ab hat Ruby die gleiche Paranoia was Straftäter oder Flüchtlinge angeht...

Ich mag vieles haben, Paranoia gehört da zum Glück noch nicht dazu. Eher Vorsicht bei der Porzellankiste.

Du hattest ein schlechtes Erlebnis mit Polizisten und kriegst jedes Mal Panik, wenn du welche siehst? Entschuldige bitte das jetzt, aber du solltest vielleicht über den Besuch bei einem Psychologen nachdenken. Vor allem, weil du ja am Straßenverkehr aktiv teilnimmst. Nicht, dass du wegen einem Polizeifahrzeug noch einen Unfall baust.

Schlechte Erlebnisse mit der Polizei hatten übrigens viele schon, ohne jetzt Einbrecher zu verharmlosen und die Polizei als das ultimative Böse darzustellen. Außer irgendwelche Linksradikalen und Autonomen und diese Spinnerbande Reichsbürger und irgendwelche Großclan-Mitglieder.

Über meine Erfahrung mit Straftätern (egal welcher Coleur) könnte ich Seitenweise schreiben. Mach ich jetzt aber nicht. Kann dir aber versichern, in Berlin ist es nicht mehr so sicher wie noch vor z.B. 10 Jahren. Das hat nicht (nur) mit dem Flüchtlingsansturm zu tun, sondern auch mit vielen anderen Faktoren.

Gibt aber genug Blauäugige (nicht Blaublütige), die das nicht so sehen, die sich sicher fühlen, welche Leute wie mich paranoid nennen... bis sie selbst Opfer von Straftaten werden oder Straftaten miterleben als Zeuge.
 
@Ruby:
Das ausgerechnet DU jemanden Überreaktion vorwirft fällt unter die Kategorie "Alle Wasserflächen abspeeren" sry, ich meine natürlich Ironie...
 
Du hattest ein schlechtes Erlebnis mit Polizisten und kriegst jedes Mal Panik, wenn du welche siehst? Entschuldige bitte das jetzt, aber du solltest vielleicht über den Besuch bei einem Psychologen nachdenken.

er hat nicht von panik gesprochen, sondern von bedrohung.. das sind zwei paar schuhe - da kannst du jeden pegidioten fragen, der (postfaktisch oder real) ein "schlechtes erlebnis" mit einem ausländer hatte ;).. genau so funktioniert eben abstrakte angst: man vergisst alle regeln der statistik und des gesunden menschenverstands, weil man eine emotionale reaktion mit einem extrem unwahrscheinlichen ereignis verbindet (immerhin hat der von dir zitierte es tatsächlich erlebt im gegensatz zu den pegida- und afd-kaspern)..

wenn du also ausnahmsweise mal die emotionen abschaltest und die reinen wahrscheinlichkeiten anschaust, wirst du feststellen, dass "panik" (-> bedrohung) vor der polizei nicht weniger "berechtigt" (-> abstrakte angst) ist als vor terroristen, dschihadisten oder kinderschändern :rolleyes:.. wieviele menschen wurden zu unrecht von den behörden verfolgt und wieviele waren opfer von terroranschlägen? ja, mord ist schlimmer als eine hausdurchsuchung oder ein schlagstock aber auch um viele größenordnungen unwahrscheinlicher (die amis geben sich aber zumindest alle mühe, beides zu kombinieren :D).. könnte es dann nicht sein, dass die ängste mancher menschen auf ihren eigenen erfahrungen, also auf dem was sie wirklich betrifft, basieren statt auf den nachrichten? und könnte es dann nicht auch sein, dass die persönlichen erfahrungen, die diese abstrakten ängste lostreten, individuell total unterschiedlich sein können? manche fühlen sich von einbrechern oder dieben bedroht, andere von der polizei, der GEZ oder den zeugen jehovas.. in jedem fall ist aber eine irrationale angst (bzw. "bedrohung") nicht "vernünftiger" als irgendeine andere - du kannst nicht einerseits mehr überwachung aufgrund einer abstrakten angst vor verbrechern fordern, aber gleichzeitig jemanden auslachen, der eine abstrakte angst vor dem kleinen anteil an arschlöchern unter den polizisten hat.. das ist (um es noch milde auszudrücken) mindestens schizophren :confused:..
 


Was hast du denn jetzt mit der AfD und Pegida (kenne niemanden von Pegida und AfD Wähler kenn ich auch nicht) und warum ziehst du Vergleiche mit der Polizei in den USA?

Frag Leute in Berlin, wie sie zu dem Terroranschlag stehen, was sie zu den Vorfällen auf den Bahnhöfen sagen usw.

Wie viele Menschen haben wohl schlechte Erfahrungen mit Polizei wegen ungerechtfertigter HD... da mag es eine Menge geben, aber es gibt mehr Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Straftätern gemacht haben, sei es wegen Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung, Vergewaltigung...

Wie viele Opfer es von Terroristen gibt? In Berlin 12 neue Opfer nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz. (Bitte jetzt keine Vergleiche zu Unfällen aller Art.)

Vergleichsweise wenig zum Rest der Welt? Mag sein, aber ich lebe in Berlin, viele andere Menschen leben ebenfalls in Berlin und dann ist ihnen bei solch einer Sache wie dem Terroranschlag in ihrer Heimatstadt erst einmal egal, ob es woanders auch so scheiße ist, denn es betrifft in dem Augenblick sie, ihre Freunde, ihre Familie... Die Gefahr ist nicht mehr weit weit entfernt, sondern quasi direkt vor der Haustüre.

Es ist aber nicht so, dass man jetzt Angst vor jedem Ausländer, jedem Flüchtling hat, sondern dass es weitere Dschihadisten gibt und jederzeit wieder ein Terroranschlag erfolgen kann, ob nun erfolgreich oder nicht.

Die Täter in Ansbach, München, Würzburg, Hamburg (die 15jährige), Lugwengishafen (der 12jährige)... jetzt der - für den IS erfolgreiche - Terroranschlag in Berlin.

Wo bitte hab ich Hector wegen seiner Panik wegen Polizisten (kannst es auch gerne Bedrohung nennen) denn bitte schön ausgelacht? Ich habe ihm geraten, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das meinte ich übrigens ernst.
 
Zurück
Oben