Trocknet ein nasses Handtuch im Weltall?

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Hey liebe Community,

auf diese philosophische Frage bin ich dank eines "Explain like im 5" in gestoßen und da mein Englisch nicht sooo gut ist, hätte ich eine solche Diskussion auch gern in Deutsch ;)

Dort gibt es derzeit nur zwei Antworten und diese unterscheiden sich enorm:
1. Nein, es trocknet nicht, da die Temperatur im All so gering ist, dass das Wasser instant gefriert und sich somit das Handtuch nicht vom Wasser trennt.
2. Ja, da das All ein nahezu perfektes Vakuum ist und der Siedepunkt vom Wasser dann so niedrig ist, dass es bereits bei diesen niedrigen Temperaturen kocht.

Therorie 1 hört sich für mich plausibler an, da ich mir nicht vorstellen kann, dass Wasser, einen solch geringen Siedepunkt durch Vakuum erreichen kann. Ich meine, es gibt ja auch Eiskometen und Co., diese müssten ja laut Theorie 2 auch sofort kochen.

Was sagt ihr dazu, gibt es jemanden, der/die das leicht verständlich erklären kann?
 
sag uns einfach die genaue Temperatur und den genauen Druck der in deiner angenommenen Umgebung herrscht dann kann man das berechnen.
 
Im Vakuum sind doch keine Teilchen, an den die Wärme abgegeben werden kann. Also würde es schnell trocknen
 
@keinbenutzername:

Kann man nicht pauschal sagen. Hängt sehr stark vom Ort ab, sprich Interplanetar, Interstellar oder Intergalaktisch. Selbst dann gibt es noch massig variablen, wie die an dem bestimmten Ort gemessene Teilchendichte pro Kubikmeter und die Vorhandene Strahlung, die örtlich die Temperatur wiedergibt.

Prinzipiell würde ich sagen ja, hängt aber von der Umgebung ab. Ein nasses Handtuch trocknet z.B. auf der Erde bei 100% Luftfeuchtigkeit auch nicht.
 
klar es hängt alles von den Umgebungsvariablen ab.
Aber prinzipiell ist der erste Ansatz doch mal zu klären ob es sich um ein perfektes Vakuum handelt und welche Temperatur herrscht.
Dann schaut man nach den weiteren Variablen.

Vielleicht wäre ein threadtitel besser aus dem zu erkennen ist das es sich hier nicht um eine Ja/Nein Frage handelt, sondern das jemand wissenschaftlich unter Einbeziehung aller Variablen wissen möchte wann ein Handtuch trocknet und wann nicht.

Denn wie du schon sagst, Weltall ist nicht gleich Weltall.
Ob der TS so tief in die Materie gehen will?

Ganz klar spricht der TS aber übrigens von einem Vakuum und einer angenommenen extrem tiefen Temperatur. Und das beantwortet ja schon viele deiner Fragen bezüglich Teilchendichte etc.
 
@keinbenutzername:


Also gut. Das Handtuch befindet sich hinter dem Mond, im Orbit ca. 30 Km über der Mondoberfläche. Angenommene Temperatur: ca. -240 °C
Wird das Handtuch nun trocken, bevor es aus dem Mondschatten austritt?
 
Es kommt möglicherweise darauf an, wie "nass" das Handtuch ist. Ansonsten wird das Wasser kochen, verdampfen und wenn die Energie verbraucht ist schließlich gefrieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach dem Phasendiagramm des Wassers, dürfte es bei negativen Temperaturen fest sein.

Aber selbst wen Wasser verdampfen würde, würde es danach , bei den Temperaturen, unmittelbar wieder gefrieren.
 
Wie unmittelbar ist unmittelbar? Könnten sich einzelne Wassermolekühle nicht zwischenzeitlich vom Handtuch getrennt haben? Würde ein Pestemal "trockener" werden als ein Frottee-tuch und spielt die Menge des Wassers nicht doch eine Rolle? Klar scheint aber, das Handtuch würde nicht trocknen.
 
Völlig unklar ist auch, wie der Zustand des Handtuches war, bevor es im All ausgesetzt wurde. Kam es aus einer Sauna oder aus dem Kühlschrank?
 
Wie war das noch mit dem Gefriertrocknen?
Hab meinen Katzen eben noch gefriergetrocknete kleine Brocken Hähnchenbrustfilet gefüttert:D

Kann man die Leute von der Nasa nicht einfach mal dazu überreden mal ein nasses Handtuch draußen an der ISS zu hängen?:unknown:
 
Man kann doch bestimmt mal die leute auf der ISS fragen, ob die bei der nächsten Außenmission einfach mal ein nasses Handtuch aus der Luke halten.
Die haben da oben schon witzigere/dämlichere Sachen gemacht.

Das problem bei Vakuum ist, dass da nicht immer das passiert, was einem die Logik vordergründig prophezeit - ähnlich wie bei Hochfrequenztechnik.
 
@keinbenutzername:
technisch gesehen hast du recht, ich glaube aber das es für das Experiment des TS schon ausreichen müsste)

Wenn man von der Kälte absieht könnte man auch einfach mal schauen ob nicht sogar ne vakuumglocke ausreicht. :unknown:
 
Aber selbst wen Wasser verdampfen würde, würde es danach , bei den Temperaturen, unmittelbar wieder gefrieren.
Deswegen dürfte- siehe Kometenschweif- auch die Anfangsgeschwindigkeit von Bedeutung sein, also die Höhe des Orbits, und ob es durch die Verdunstung des Wassers ins All den Orbit überhaupt halten kann oder eventuell beschleunigt. Damit wären wir wieder bei der Menge und Temperatur des Wassers.
 
Die Frage müsste sich darauf reduzieren lassen, was "nass" überhaupt bedeutet.
Nass ist für mich das Vorhandensein eines flüssigen Materials, z.B. Wasser. Gefrorenes Wasser, Eis, ist nicht nass.
Ein nasses Handtuch sollte im offenen Raum im All recht schnell gefrieren.
Unabhängig davon, ob restliches H[SUB]2[/SUB]O[SUB](s)[/SUB] in der Handtuch-Struktur zu finden ist, sollte es dann auch trocken sein.

Oder nicht?
 
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