[Politik und Gesellschaft] TiSA-Leak: Datenschutzbestimmungen nationaler Ebenen könnten hinfällig werden

Das Agreement on Trade in Services, kurz TiSA, könnte nach einem kürzlich veröffentlichten , schwerwiegende Auswirkungen auf nationale Datenschutzbestimmungen haben.

Im Gegensatz zu TTIP und CETA, den anderen Freihandelsabkommen welche zurzeit zur Debatte stehen und sich hauptsächlich mit materiellen Gütern beschäftigen, befasst sich TiSA ausschließlich mit der Liberalisierung und dem Austausch von Dienstleistungen.

Die Zielsetzung von TiSA lautet, sämtliche Dienstleistungen, dem internationalen Wettbewerb auszusetzen. Davon sollen auch öffentliche Güter, wie beispielsweise die Versorgung von Wasser, Strom, Gesundheit und Bildung, betroffen sein.

Bereits im vergangenen Juni veröffentlichte die Internetplattform ein Kapitel mit Entwürfen des TiSA-Abkommens. Dadurch wurde bekannt, dass sich TiSA primär um Finanzdienstleistungen drehen soll, der aktuelle Leak zeigt jedoch, dass dies wohl nur die Spitze des Eisbergs sei.

Der Geltungsbereich von TiSA, weitet sich neben dem Finanzsektor, demnach zusätzlich auf folgende Bereiche aus:

  • Juristische Dienstleistungen
  • Technische Dienste z.B. Internetversorgung
  • Elektronische Transaktionen
  • Digitale Signaturen
  • Buchhaltungs- und Auditierungsleistungen
  • Städtebauliche Leistungen
  • Technische und wissenschaftliche Prüfungen
  • Veterinärleistungen
  • Bildungsleistungen

Dadurch könnte sich die Möglichkeit darbieten, dass Daten von Kommunikationsanbietern ungehindert zwischen verschiedenen Ländern ausgetauscht werden. Die Gefahr besteht dabei in einer gesetzlichen Legitimierung von Zugriffen auf globale Kommunikationsschnittstellen.

Die Generealsekretärin der Gewerkschaft Public Services International, Rosa Pavanelli, äußert dahingehend sehr kritische Bedenken. Sie rechne damit, dass die USA die Handelspläne dazu nutzen werde, um Beschränkungen auf Daten abzuschaffen, die in fremden Ländern verarbeitet oder gespeichert werden. Sie spricht von einem Skandal, da Datenschutzgesetze aufgrund von Unternehmensinteressen umgangen werden würden.

Aussagen des darüber, dass das medial deutlich präsentere TTIP keine Auswirkungen auf bestehende Datenschutzbestimmungen haben werde, scheinen anhand des neuesten Leaks durchaus ehrlich zu sein. Scheint für Veränderungen und Neuregelungen des Datenschutzes, mit TiSA bereits ein weiteres Abkommen in den Startlöchern zu stehen, fernab der öffentlichen Präsenz.

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Die Zielsetzung von TiSA lautet, sämtliche Dienstleistungen, dem internationalen Wettbewerb auszusetzen. Davon sollen auch öffentliche Güter, wie beispielsweise die Versorgung von Wasser, Strom, Gesundheit und Bildung, betroffen sein.

Dann beziehe ich in Zukunft meinen Strom aus Australien und Wasser aus Brasilien. Das soll da so gut sein:D

Nur ne Krankenversicherung aus den USA möchte ich lieber nicht haben.
 
Die Bildung der USA möchte ich auch nicht haben....:D
Vor zwei Jahren war ich mal wieder bei Bekannten in den USA (Alabama) und beim Barbecue fragte mich doch eine ca. 55 jährige Frau ob das nicht schrecklich wäre in der BRD mit der Mauer in Berlin.....:rolleyes:
Es war noch früh am Abend, so besoffen konnte die noch gar nicht sein aber was will man von einem Land verlangen das selbst seine eigene kurze Geschichte nicht auf dem Schirm hat.

Wenn das durchkommt werden wir es noch ein wenig schwieriger im Netz haben. Ich vermisse die Zeit von 1997-2003, dort war das Netz noch ein wenig freier......
 
In einer Reportage irgendwann letztes Jahr wurde mal in China getestet was die über Deutschland wissen.
Auf die Frage wer in Deutschland Bundeskanzler ist, wurde tatsächlich mit "Adolf Hitler" geantwortet. Was soll da einem noch wundern...



Danach erst recht nichts mehr.
 
Na ja Bildungslücken laufen auch in Deutschland rum. Da führt die Frage nach Bundeskanzlern schon zu Nahtodserfahrungen.
 
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