Vielleicht wird man ja diese 1-L Autos bauen, wenn das Öl tatsächlich extrem knapp wird?
Dass dafür schon irgendwo ein Plan in der Schublade liegt - so wie gerne von den Verschwörungstheoretikern vermutet - glaube ich nicht. Ich hab's jetzt nicht durchgerechnet, aber "Das 1l-Auto" müsste schon sehr nah am physikalischen Optimum liegen, wenn nicht sogar darüber hinaus. Die Energiemenge in einem Liter Diesel/Benzin ist schließlich konstant, und die benötigte Leistung zur Überwindung der Reibungskräfte kann man sich ebenfalls ausrechnen. Ich würde mal behaupten, dass mit einem praktischen Auto üblicher Größe (also kein tropfenförmiger 1-Sitzer Prototyp) selbst mit illusorischen 100% Wirkungsgrad des Antriebs ein Verbrauch von 1l/100km kaum unterboten werden kann. So katastrophal schlecht sind die aktuellen Motoren ja nun auch wieder nicht, ein aktueller Diesel schafft ja durchaus >40% im besten Arbeitspunkt.
Davon abgesehen hätte ein Hersteller keinen Nachteil davon, ein solches Auto tatsächlich auf den Markt zu bringen, ganz im Gegenteil: Neue Modelle können auch ohne wahnsinnige technische Innovationen an den Mann gebracht werden, das sieht man aktuell ja. Unsere Gesellschaft hat es einfach tief im Kopf verankert, dass man immer was neues braucht, egal ob es tatsächlich messbare Vorteile bringt oder nicht.
Ich habe mal von dem Öl oder Ölfilter gehört, durch den man nie wieder Öl wechseln muss. Das ist vielleicht ein kleines Beispiel dafür, dass das obige nicht funktioniert:
Denn die Technik gibt es und es soll auch tatsächlich funktionieren, wenn ich mich recht erinnere.
Aber wegen zwei Punkten scheitert das ganze:
1. Die Industrie möchte das anscheinend nicht und unterstützt das alles nicht o.ä. wieso sollte sie auch, ist ja verständlich.
2. Der Kunde vertraut dem ganzen nicht. Ich denke das liegt daran, dass wir einfach aus reiner Gewohnheit schon wissen, dass nichts ewig hält.
Daran hätte die Industrie überhaupt kein Interesse, das stimmt. Die Serviceeinnahmen sind schließlich sehr wichtig.
Allerdings ist das immer wieder zitierte "Lifetime Öl" aus mehreren Gründen Blödsinn:
- Jeder Motor hat einen (mehr oder weniger großen) Ölverbrauch, sodass man früher oder später Öl nachkippen muss, egal ob es noch gut ist oder nicht.
- Die Referenzbeispiele für die Funktion sind durchweg Langstreckenfahrzeuge: Dass man auf Langstrecke (und somit optimalen Bedingungen) die Ölwechselintervalle deutlich strecken kann ist kein Geheimnis; bei LKWs wird beispielsweise erst nach 150.000km gewechselt, ganz ohne "Wunderöl". Mit einem PKW unter vergleichbaren Bedingungen ist das sicherlich auch möglich.
- Im Kurzstreckenbetrieb kann das Wasser und Benzin, was ganz natürlich in kleinen Mengen ins Öl kommt, aufgrund der geringen Öltemperatur nicht ausdampfen, wodurch das Öl verdünnt wird. Das Öl kann somit noch so gut sein, ab einer bestimmten Verdünnung verliert es seine Funktion.
Im Übrigen vergessen viele Verschwörungstheoretiker immer mal gerne, dass ein Teil der Forschung völlig losgelöst in den Universitäten dieser Welt oder unabhängigen Instituten läuft. Ich denke, dass denen auch schon die eine oder andere unterdrückte "Wunderentwicklung" aufgefallen wäre.