• Hallo liebe Userinnen und User,

    nach bereits längeren Planungen und Vorbereitungen sind wir nun von vBulletin auf Xenforo umgestiegen. Die Umstellung musste leider aufgrund der Serverprobleme der letzten Tage notgedrungen vorverlegt werden. Das neue Forum ist soweit voll funktionsfähig, allerdings sind noch nicht alle der gewohnten Funktionen vorhanden. Nach Möglichkeit werden wir sie in den nächsten Wochen nachrüsten. Dafür sollte es nun einige der Probleme lösen, die wir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten hatten. Auch der Server ist nun potenter als bei unserem alten Hoster, wodurch wir nun langfristig den Tank mit Bytes vollgetankt haben.

    Anfangs mag die neue Boardsoftware etwas ungewohnt sein, aber man findet sich recht schnell ein. Wir wissen, dass ihr alle Gewohnheitstiere seid, aber gebt dem neuen Board eine Chance.
    Sollte etwas der neuen oder auch gewohnten Funktionen unklar sein, könnt ihr den "Wo issn da der Button zu"-Thread im Feedback nutzen. Bugs meldet ihr bitte im Bugtracker, es wird sicher welche geben die uns noch nicht aufgefallen sind. Ich werde das dann versuchen, halbwegs im Startbeitrag übersichtlich zu halten, was an Arbeit noch aussteht.

    Neu ist, dass die Boardsoftware deutlich besser für Mobiltelefone und diverse Endgeräte geeignet ist und nun auch im mobilen Style alle Funktionen verfügbar sind. Am Desktop findet ihr oben rechts sowohl den Umschalter zwischen hellem und dunklem Style. Am Handy ist der Hell-/Dunkelschalter am Ende der Seite. Damit sollte zukünftig jeder sein Board so konfigurieren können, wie es ihm am liebsten ist.


    Die restlichen Funktionen sollten eigentlich soweit wie gewohnt funktionieren. Einfach mal ein wenig damit spielen oder bei Unklarheiten im Thread nachfragen. Viel Spaß im ngb 2.0.

Spritpreise - wohin werden sie sich bewegen?

musv

Bekannter NGBler

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Ich find den Artikel sogar ganz gut. Er spiegelt das wieder, was ich auch denke.

Und zu den Spritpreisen: Haut mich, aber ich finde:
Die sind noch viel zu niedrig!

Die Gründe dafür:
In unserem Ort (Speckgürtel Rhein-Main) sind die Straßen eng. Aber die Menge an Autos steigt immer weiter an. Und blöder noch, sind da auffallend viele Riesen-Suffs (BMW x6, Audi Q7, Volvo XC90, aber auch Skoda und Dacia) dabei. Anstatt die Ministraße zur Schule für Nichtanwohner zu sperren, wurde die in eine Einbahnstraße umgewandelt, da die lieben Mamas schon bei der Einfahrt in die Straße die Abbiegung mit ihrem Hausfrauenpanzer nur unter Nutzung des Fußwegs schaffen. Desletztens beim Eisessen wartete auch eine ältere Dame in ihrem Suff in einer Parklücke. Es war etwas kühler. Deswegen tuckerte der BMW x5 Diesel auch eine halbe Stunde vor sich hin.

Alle paar Monate fahren wir mal zu meinen Eltern. Das sind 400km größtenteils Autobahn. Die sind vollgestopft mit LKW-Kolonnen. Die Parkplätze sind voll. Und die meisten Behinderungen entstehen, weil am Berg ein Lkw einen anderen mit 2 km/h Geschwindigkeitsunterschied überholt. Mittlerweile wird die A3 immer mehr 4-spurig ausgebaut. Ohne die Lkw-Flotte wäre das gar nicht nötig. Hab mal in einem anderen Forum von einem Trucker gelesen, dass die meisten Fahrten wohl sogar sinnfrei wären, da die Autobahn als Just-In-Time-Lager genutzt wird, d.h. die Lkws nur sinnlos Lagerkapazität durch die Gegend kutschieren. Ohne die Lkw-Kolonnen könnten wir uns einen Großteil der Autobahnausbaustufen sparen. Das würde Milliarden an Steuergeldern sparen. Der ganze Gütertransport gehört auf die Schiene! Aber da war die Auto-Lobby zu erfolgreich seit den 90er Jahren.

Hingegen halte ich von einem generellen Tempolimit auf den Autobahnen gar nichts. Man sieht's in anderen Ländern, dass die Leute sich nicht dran halten. Die Erziehung schafft man nicht mit Verboten sondern über den Geldbeutel. Wird der Sprit so teuer, dass es weh tut, dann wird auch ein Teil der Leute nicht mehr einen 3t-Suff mit 180 über die Autobahn jagen.
 
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thom53281

SYS64738
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Das Problem dabei ist, dass teure Spritpreise diese genannten Probleme nicht lösen werden. Die Leute, die grad so riesige SUV kaufen, die haben das Geld. Denen ist es relativ Hupe, ob der Sprit jetzt doppelt so viel kostet oder nicht. Ein teurer Spritpreis tut vor allem den Leuten weh, die wenig bis kein Geld haben. Die, die mit einem abgerockten 15 Jahre alten Ford Fiesta ihre 30km täglich zur Arbeit fahren und hoffen, dass an der Mühle nichts kaputt geht, weil sie es sich nicht leisten können, in die Kiste was zu reparieren. Die, die keine brauchbare Bushaltestelle bzw. Bahnhof in ihrem Ort oder irgendwo in der Nähe haben.

Die Leute mit den riesigen SUV werden, wenn ihnen der Sprit doch zu teuer wird, sich einfach einen Elektro-SUV kaufen. Denn man muss ja einen SUV haben als Statussymbol. Am besten wird der alte SUV dann noch der Zweitwagen, denn der Trend geht ja zum Zweit- oder Drittauto und die Straßen sind noch mehr verstopft. Löst am Problem nichts.

Auch die LKW-Kolonnen sind derzeit alternativlos, durch unsere verschlafene Politik. Wie will man was auf die Schiene bringen, wenn keine da sind?

Just-in-Time funktioniert aber anders und ist nicht sinnlos. Der Zulieferbetrieb wird quasi informiert, dass zu Zeitpunkt X z. B. Fahrzeug X vom Band läuft und dieses oder jenes Zulieferteil gebraucht wird. Das wird dann einige Stunden zuvor produziert und in den LKW geladen und durch halb Deutschland gekarrt, da man die Zulieferbetriebe ja nicht direkt neben dem Automobilwerk bauen kann. Das geht ja nicht. Dieses System ist aber mit dem Zug nicht möglich. Erstens gibt das unser Schienennetz von der Kapazität aktuell gar nicht her (-> verschlafene Politik und die kack Privatisierung, die wir überall haben). Auch hat man beim Schienenverkehr nur bestimmte Zeitslots zur Verfügung und in der Nacht, wenn kein Personenverkehr ist, dürften vermutlich mehr Güterzüge fahren. Man muss also quasi einen ganzen Tag produzieren und auch lagern, wenn man es mit der Schiene verfrachten möchte, anstatt nur eine halbe Stunde oder Stunde im voraus. Dazu sind einige Millionen Euro teure zusätzliche Lagersysteme erforderlich.
-> Soll der Sprit dreimal so viel kosten. Ist immer noch billiger für die Industrie. Löst auch dieses Problem nicht.

Dieses Problem kann nur von unserer Politik gelöst werden und eine Erhöhung des Spritpreises kaschiert höchstens die Symptome etwas, löst aber nicht das Problem.


Edit: Ich vergaß. Auch noch ein ganz wichtiger Punkt, der oft vergessen wird. Wenn der Spritpreis steigt, steigt ja in der Regel auch der Preis z. B. für Heizöl. Gerade diese Tatsache zeigt aber recht eindrucksvoll, wie problematisch die Situation auch ist. Man würde meinen, dann wirft man einfach seine alte Ölheizung raus und kauft vielleicht eine Heizung mit Holzpellets. Nur verstärkt das eigentlich den Gegentrend. Denn unser Markt wird immer noch durch Angebot und Nachfrage geregelt. Würden nun 20% der Menschen von heute auf morgen ihre Ölheizung außer Betrieb nehmen und durch Pellets ersetzen, würde nur folgendes passieren: Der Heizölpreis sinkt, mangels Nachfrage. Der Preis für Holzpellets steigt aber extrem an, da diese nun nachgefragt werden. Die, die ihre alte Ölheizung einfach weiterlaufen lassen, profitieren davon, dass viele auf erneuerbare Energien umsteigen. Genauso wie auch der Strompreis immer weiter steigen wird, sollten mehr Leute auf Elektrofahrzeuge umsteigen.

Der Markt regelt dieses Problem einfach nicht. Hier muss aktiv in den Markt eingegriffen werden.
 
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Chegwidden

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Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Habeck hat bereits das Bundeskartellamt angewiesen, die Mineralölfirmen in Deutschland
schärfer und genauer zu beobachten.
Denn der Rohölpreis sinkt ständig und nicht zu knapp in den letzten Tagen, aber die Firmen geben es nicht an die Kunden weiter.

Allerdings ist der Anteil der Steuern hier in Deutschland pro Liter auch ziemlich hoch.

Dennoch kann es nicht sein, dass die FDP einen Zuschuss pro Liter zahlen will.
Denn wer umweltfreundlich oder notgedrungen mit dem Fahrrad oder ÖPNV zur Arbeit fährt, würde mit seinen/ihren Steuerabgaben
die Leute noch finanzieren, die sich den Tank vollhauen.
 

୨indeed⪑

terror creepin'

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Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Habeck hat bereits das Bundeskartellamt angewiesen, die Mineralölfirmen in Deutschland
schärfer und genauer zu beobachten.
Denn der Rohölpreis sinkt ständig und nicht zu knapp in den letzten Tagen, aber die Firmen geben es nicht an die Kunden weiter.

Allerdings ist der Anteil der Steuern hier in Deutschland pro Liter auch ziemlich hoch.

Dennoch kann es nicht sein, dass die FDP einen Zuschuss pro Liter zahlen will.
Denn wer umweltfreundlich oder notgedrungen mit dem Fahrrad oder ÖPNV zur Arbeit fährt, würde mit seinen/ihren Steuerabgaben
die Leute noch finanzieren, die sich den Tank vollhauen.
 

Chegwidden

Hat sich hochgeschlafen-
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Das ist Dum²fug.

Die 16 Jahre Lobbyismus davor sind vorbei und vergessen?
 

୨indeed⪑

terror creepin'

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Das war echt dumm von denen sowas zu fordern, eigentlich ist alles was die fordern Dumfug bzw realitätsfremd, pervers etc pp
 

musv

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Auch die LKW-Kolonnen sind derzeit alternativlos, durch unsere verschlafene Politik. Wie will man was auf die Schiene bringen, wenn keine da sind?
Korrekt ausgedrückt würde es lauten: "Wie will man was auf die Schiene bringen, wenn keine mehr da sind?". Die Bahn wurde seit den 90er Jahren massiv zurückgebaut. Die Gründe dafür liegen in den Privatisierungsbestrebungen der FDP und dem Einknicken vor der Autolobby. In der Zeit wurden viele Bahngrundstücke verscherbelt.

Just-in-Time funktioniert aber anders und ist nicht sinnlos.
Ich sprach auch nicht von Just in Time.

Viele Speditionen nutzen die Autobahn als Lagerfläche, deren Anmietung sie dadurch sparen.
 

Buschfunk

Bekannter NGBler

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mal hier mal da
Viele Speditionen nutzen die Autobahn als Lagerfläche, deren Anmietung sie dadurch sparen.


Hierzu gab es im September 2021 einen Leserbrief, der in Fefes Blog veröffentlicht wurde:

ich arbeite bei einem internationalen Logistikkonzern mit mehreren tausend LKWs und kann hier vielleicht einen Bogen zu den Einwürfen spannen, dass manche hier Probleme haben überhaupt Speditionsdienstleistungen (LKWs) beanspruchen zu können.
Mein Arbeitgeber ist ziemlich tief in der Kontraktlogistik, wir machen für Firmen z.b. die komplette Lagerhaltung, Versandabwicklung usw. also einen recht großen Teil des Supply-Chain-Management. Z.b. hängen wir da bei unseren Kunden direkt in der Auftragsverwaltung mit unserer IT drinnen und beliefern die Just-In-Time mit den nötigen Teilen für deren Produktion, viele Kunden haben die komplette Lagerfläche zu uns Ausgelagert und wir halten je nach Kundenwunsch X Stück pro Artikel in unseren Lagern vor welche schon seit Monaten aus allen Nähten platzen.

Nun zu der eigentlichen Perversion und etwas "insight" zu solchen Geschäften.

Kein einziger unserer LKWs fährt irgendwo leer hin um etwas aufzuladen um dann halbgefüllt irgendwo wieder abzuladen. Wir sehen LKWs als rollende Lagerfläche und haben ziemlich ausgeklügelte Systeme damit ein LKW immer voll ist. Bevor ein LKW also halb gefüllt irgendwo hinfährt, befüllen wir die andere hälfte des LKWs mit Lagerbestand und kutschieren den "sinnlos" in der Weltgeschichte herum. Warum tun wir das? Bis zu einem gewissen Füllstand eines LKW mit Lagergut (variiert je nach Strecke/Dauer) ist der m²-Preis im "rollenden Lager" günstiger, als neue Lagerflächen zu kaufen. Ein Großteil unserer LKW-Flotte fährt bereits mit über 70 % Lagergut, heißt im Umkehrschluss, dass wir nur noch 30 % der Fläche pro LKW mit eigentlichen Speditionsaufgaben beschicken können, im Normalfall ist das Verhältnis eigentlich genau umgedreht und wir haben nach oben wohl immer noch Luft um noch mehr Lagergut profitabel in die LKWs "auszulagern", einer der Haupttreiber ist der immer weiter steigende m²-Preis für Boden in Mitteleuropa, daher verlegen wir immer mehr Lagerfläche in Billigländer der EU und zirkulieren dann mit den LKWs den Lagerbestand zu den Lagern nahe am Kunden in Mitteleuropa.

In Anbetracht der Klimakatastrophe ist das natürlich furchtbar. Verkürzt gesagt kann man behaupten, dass wir 70 % unseres hauseigenen LKW-Verkehrs und dessen Abgase der Allgemeinheit aufbürden, weil uns die Rollenden Lager trotz der Verschmutzung billiger kommen als neue Lagerflächen zu kaufen. Das ist Peak Kapitalismus und erklärt auch warum es zur zeit schwer ist einen LKW aufzutreiben, denn wir sind bei weitem nicht die einzigen Logistiker die das machen. Wenn du also das nächste mal einen LKW auf der Autobahn siehst kannst du davon ausgehen, dass der Großteil der Fracht überhaupt nicht dort hin muss, wo der LKW gerade hinfährt.


Das es so ist, ist sicherlich nicht sehr verwunderlich, aber der genannte Anteil von 70% ist schon eine Hausnummer.
 

thom53281

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Ich sprach auch nicht von Just in Time.
Aber den Begriff hast Du trotzdem benutzt, was dieses Missverständnis ausgelöst hat. ;)

Korrekt ausgedrückt würde es lauten: "Wie will man was auf die Schiene bringen, wenn keine mehr da sind?". Die Bahn wurde seit den 90er Jahren massiv zurückgebaut. Die Gründe dafür liegen in den Privatisierungsbestrebungen der FDP und dem Einknicken vor der Autolobby. In der Zeit wurden viele Bahngrundstücke verscherbelt.
Richtig, auch das ist ein Problem. Viele Firmen hatten aber auch von vorneherein keine Bahnanbindung und bräuchten aber eigentlich eine. Je höher der Aufwand ist, etwas erst auf die Schienen zu bekommen, desto eher wird einfach weiterhin der LKW direkt fahren gelassen. Wenn das Ziel 200km weg ist und man muss zum Gleis 20km und vom Gleis weg auch wieder 20km mit dem LKW fahren, dann kann man sich den deutlich erhöhten logistischen Aufwand gleich sparen.
 

MasterOfTheUnicorn

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Das traurige ist, dass die Politik hier ganz sauber mit hilft. :rolleyes:
"Make-or-Buy" war mal ein ganz großer Punkt bei uns. Man hat festgestellt, dass wir vieles günstiger "maken" können statt "buyen". Leider waren und sind unsere Lagerflächen begrenzt. Ein Bauantrag auf Erweiterung wurde abgelehnt. Würde nicht ins Gesamtbild passen ... als wenn man im Industriegelände noch was am bild versauen könnte ^^...
Man kam auf die Idee eine "Mobile Überdachung" (aka Festzelt) auf dem Firmengelände zu errichten und als Lagerfläche zu verwenden. Das Ding stand keine zwei Tage als der erste Brief der Stadtverwaltung ins Haus flatterte ... :rolleyes:
Letztendlich ist es aktuell tatsächlich immer noch billiger ein paar LKWs samt Anhänger und Wechselbrücken auf einen Nahegelegenen öffentlichen Parkplatz abzustellen.
Aber gut, das geht nun doch zu sehr OT. Sry.
 

musv

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Seit heute geistert mal wieder die Forderung nach einem Tempolimit durch sämtliche Nachrichtenseiten. Als Quelle wird Yougov genannt, ohne allerdings einen Link auf die Umfrage selbst zu liefern. Auch hab ich keine Angabe zur Anzahl der Befragten gefunden. Der Artikel liest sich übrigens in sämtlichen Nachrichtenportalen identisch.

Also hab ich dann mal auf Yougov selbst gesucht. Und siehe da: Klick. Es gibt eine Umfrage aus 2015, eine aus 2019 und eine vom Juli 2021. Bei letzterer haben ganze 1179 Personen geantwortet.

Die Forderungen nach dem Tempolimit tauchen ja in den Medien schon seit einiger Zeit auf. Der Eindruck im persönlichen Umkreis ist da ein vollkommen anderer. Irgendwie hab ich da das Gefühl, die Bevölkerung wird da auf was vorbereitet, was dann ganz plötzlich (im Sommerloch und im Schatten des Ukraine-Kriegs) mal eingeführt wird. Und auf die mit Sicherheit folgenden Beschwerden kommt dann die Antwort: "Es gab Umfragen. Die Bevölkerung war ja mehrheitlich dafür."

Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
 

Fetzi

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Was wäre am Tempolimit so schlimm? Andere Länder scheinen das ganz gut zu überleben.
 

thom53281

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Es kommt halt auch etwas darauf an, wie genau das Tempolimit umgesetzt werden würde. Ich meine, gegen 140km/h auf der Autobahn würde vermutlich in meinem Bekanntenkreis kaum jemand was dagegen sagen. Mit 200km/h auf der Autobahn zu brettern, am besten noch auf einer zweispurigen Version, verbrät imho deutlich mehr Sprit als es an Zeitgewinn annähernd bringt.

Was ich persönlich aber schrecklich fänd, das wäre z. B. die Idee, Innerorts allgemein 30km/h einzuführen. Gerade wenn man manche Bundesstraßen fährt, die noch durch viele Ortschaften laufen, dann meint man bereits jetzt, nicht vorwärts zu kommen.
 

Sibi

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Wieviele Leute fahren denn tatsächlich noch im Berufsverkehr über 200?

In der Stuttgarter Gegend wäre ich froh, wenn ich einen Schnitt von 120kmh hätte.
 

thom53281

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In der Stuttgarter Gegend ist doch eh fast alles irgendwo begrenzt. Am besten noch mit Begrenzungen, die gefühlt alle drei Meter wechseln, damit man besser blitzen kann.

Bei uns seh ich sowas eigentlich immer noch täglich, also Leute die mit 180-200km/h an mir vorbeibrettern. Meistens sind das Leute mit Münchener Kennzeichen.
 

musv

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Was wäre am Tempolimit so schlimm? Andere Länder scheinen das ganz gut zu überleben.
Es wird wieder eine Grauzone geschaffen, um die Leute bei Bedarf bestrafen und abzocken zu können - genauso wie in anderen Ländern auch. In Frankreich und Italien hab ich die Leute auch schon mit 200 über die Autobahn brettern sehen. Ein generelles Tempolimit wird an vielen ungefährlichen Stellen die Autofahrer dazu animieren wesentlich schneller zu fahren und im mindestens gleichen Maße die Behörden dazu motivieren, Radarfallen aufzustellen. Genug Bespiele gibt es jetzt schon auf diversen Landstraßen oder auch innerorts, wo 30-km/h-Schilder nur aus dem einen Zwecke aufgestellt wurden, die Stadtkassen zu befüllen.

Weiterhin muss ein Geschwindigkeitslimit noch nicht mal zwangsweise zur Spriteinsparung führen (in den meisten Fällen tut es das aber). Ich hatte mal in Brasilien einen Mietwagen. Auf der Autobahn waren dort 110 km/h erlaubt. Die Autobahnen gingen zig Kilometer nur geradeaus. Es ging immer den Hügel hinunter, dann wieder hinauf. Ich hab das Auto dann bergrunter rollen lassen und den Schwung mitgenommen für den nächsten Berg.In der Talsenke hatte ich dann 150 km/h drauf, auf der Bergspitze 90 km/h. "Korrekt" wäre gewesen, wenn ich runter zu fleißig gebremst hätte und dann auf dem Weg nach oben dafür umso mehr Gas gegeben hätte. Umweltschonend? Nein. Ich hab damals auf 2000 km 3 Blitzer-Tickets bekommen. Mit der Quote konnte ich leben.

Und fahre ich gern gemütlich. D.h. achte nicht auf den Tacho sondern fahre so schnell, wie ich es für angenehm erachte. Das ist meist zwischen 110 und 130, kann aber auch mal 160 sein. Das bekomme ich aber oft nicht aktiv mit, da ich nicht die ganze Zeit auf den Tacho starre. Am fürchterlichsten fand ich das Fahren in der Schweiz. Da muss man ständig darauf achten, dass man nicht über die 120 km/h kommt. Das hat mir schon einige Beinahe-Unfälle eingebracht, u.a. beim Überholen.

Ein Tempolimit hat eine Rechtfertigung, wenn uralte Kisten ohne TüV auf der Straße unterwegs sind, bei denen schon 50 km/h gefährlich sein können. In den meisten europäischen Ländern halte ich ein generelles Tempolimit aus diesen technischen Gründen für ungerechtfertigt.

Die Umwelt- und Verkehrserziehung sollte über den Geldbeutel, d.h. über den Spritpreis erfolgen. Das kriminalisiert die Bevölkerung nicht und würde vermutlich wesentlich konsequenter wirken. Profitieren würden hier auch wieder Autos mit niedrigen Verbrauchskosten, z.B. E-Autos. Das hätte auch die Erziehungswirkung, dass der Trend zu ineffizienten Autos, z.B. SUVs wieder etwas korrigiert werden würde.

Aus staatlicher Seite ist das natürlich schlecht, da das Potential für die Sondereinnahmen geringer ist.
 
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Fetzi

Bekannter NGBler

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Wieviele Leute fahren denn tatsächlich noch im Berufsverkehr über 200?

In der Stuttgarter Gegend wäre ich froh, wenn ich einen Schnitt von 120kmh hätte.
Na dann würde das Tempolimit ja nicht mal weh tun. Ein Argument dafür, danke.
Post automatically merged:

Ein generelles Tempolimit wird an vielen ungefährlichen Stellen die Autofahrer dazu animieren wesentlich schneller zu fahren
Wer sich nicht unter Kontrolle hat und wem es nicht möglich ist sich an Regeln zu halten hat womöglich in einem Auto, das per se ein sehr großes Betriebsrisiko hat, gar nichts verloren.
 

musv

Bekannter NGBler

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Wer sich nicht unter Kontrolle hat und wem es nicht möglich ist sich an Regeln zu halten hat womöglich in einem Auto, das per se ein sehr großes Betriebsrisiko hat, gar nichts verloren.
Sehr schönes Argument. Dann schlage ich ein generelles Tempolimit von 60 km/h außerorts inkl. auf Autobahnen vor. Unstrittig wird das die Anzahl der Verkehrstoten noch weiter senken. Außerdem ist auch davon auszugehen, dass der Kraftstoffverbrauch noch weiter sinkt. Vor allem wir auch die Staugefahr weiter gesenkt, da die Pkw dann mit derselben Geschwindigkeit wie die Lkw unterwegs sind und es demzufolge nicht mehr zu "Blasenbildungen" auf deutschen Straßen kommen kann.

Und wer sich halt nicht kontrollieren kann, der hat mit großer Sicherheit auch ein Auto, was ein großes Betriebsrisiko darstellt. Und damit hat auch niemand mehr eine Rechtfertigung zur Kritik.
 

Fetzi

Bekannter NGBler

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Das ist also dein Argument gegen ein 130km/h Tempolimit?
Nicht sehr überzeugend.
Nochmal, wem tun 130km/h Tempolimit weh?
 

musv

Bekannter NGBler

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Deine Argumentation ist typisch für eine Verbotskultur. Wir sollten Argumente für ein Tempolimit von 130 km/h finden, wenn wir das tatsächlich wollen. Argumente dafür, die nicht auch noch stärker für jede niedrigere Geschwindigkeit gelten würden, habe ich bisher nicht gehört.

Also anstatt zu argumentieren, was ich gegen 130 km/h hab, was sind Deine Argumente für ein Tempolimit von 130 km/h?

Meine Argumente gegen das Tempolimit hab ich vorgebracht:
  • Rechtfertigung für Radarfallen.
  • Unentspannteres Fahren.
  • Vernachlässigbare positive Effekte.
  • Verbotskultur.
 
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