[Netzwelt] SourceForge bietet GIMP für Windows mit Ad- bzw. Malware an

SourceForge bietet Entwicklern eine Plattform auf der quelloffene Softwareprojekte erstellt, verwaltet und zum Download angeboten werden können. Hier haben die Entwickler die Möglichkeit an dem teilzunehmen um damit Geld zu verdienen. Hierbei werden während des Installationsvorgangs (unter Windows) Sachen wie AskToolbar oder Hotspotshield installiert bzw. zur Installation angeboten. Kurz gesagt Ad- bzw. Malware. Dies erfolgt laut SourceForge nur in Absprache mit dem Entwicklern. Ein bekanntes Beispiel ist hier der FTP-Client FileZilla.

Nun ist SourceForge noch einen Schritt weiter gegangen. Vor einiger Zeit hat Jernej Simončič auf SourceForge die Windowsversion des Grafikprogramms GIMP erstellt und zum Download angeboten. Das Projekt ist seit geraumer Zeit verwaist. Nun hat SourceForge kurzer Hand das Projekt übernommen und hat das Installationsprogramm von GIMP gegen eines ausgetauscht, mit dem auch Ad- bzw. Malware installiert wird bzw. werden kann. Dies ist gestern den Entwicklern von GIMP . Zwischenzeitlich hat nun auch SourceForge reagiert und damit, dass Sie für diverse verwaiste Projekte, quasi als Service, den Download weiter anbieten und in einigen Fällen das Installationsprogramm mit "Angebote Dritter die man leicht abwählen kann" (AskToolbar und Co.) zu versehen.

Quelle:
 
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Für mich ist SourceForge hiermit gestorben. Sollte ich das Bedürfnis haben eine solche Plattform zu nutzen werde ich wohl zu Bitbucket oder Github gehen.

Wie gut dieses "leichte Abwählen" funktioniert, sehe ich seit Jahren bei den durchschnittlichen Nutzern deren Rechner ist betreue bzw. betreut habe. Da gehört die AskToolbar quasi zur Standardausstattung.
 
Hust :D,

das Thema ist doch schon mindestens seit 2013 bekannt!
Hatte beim lesen einen Flashback :p


Okay, ich sollte nicht soviel quer lesen ;), aber imgrunde muss man doch als Anwender seit 2013 mit allen rechnen!
Also wie auch immer begründet, ich bin seit der Golem-Nachricht eh dort raus.

tit4n
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber hier haben sie sich das verwaiste Projekt "gehijacked". Von Gimp selber hat keiner mehr zugriff auf das Projekt Gimp bei SF.

and we found that the maintainer of the GIMP for Windows installers is locked out of that SF project now.

Ist schon ein unterschied finde ich. Filezilla hat das aus freien Stücken gemacht.
 
Ich wollte letztes Jahr mal naiverweise bei Win8.1 die Kontextmenüs (Explorer) optimieren. Dazu hab ich auch diverse Tools gefunden. Kein Einziges konnte die Aufgabe lösen. Aber eine Toolbar und Malware wollten sie alle installieren. Weiß jetzt aber nicht, ob ich das von Sourceforge hatte.

Ich hab ja jetzt nicht so viel mit Windows-Tools zu tun. Aber mir fällt da grundsätzlich auf, dass man extrem vorsichtig sein muss, wenn man irgendwas installiert, was man mal so vermeintlich kostenlos im Netz findet.

Ansonsten ist das schon fies, was Sourceforge da macht. Aufgrund der GPL dürften sie vermutlich aber sogar das Recht dazu haben.
 
Gerade mein Vater zum Beispiel installiert gerne alles und klickt sich nur durch die Menus durch. Wenn ich dann mal an seinen Laptop sitze, sehe ich schon wieder drölfzig Desktopicons die da nichts zu suchen haben.
Er will aber unbedingt Adminrechte habe..
Wie sieht eure Lösung dazu aus?
 
Ich habe bislang ninite.com empfohlen, das deckte schon ganz gut was ab und man spart sich den Weg zu sourceforge. Seit gestern weiss ich von chocolatey.org und bin von dem Ansatz sehr angetan, allerdings ist es natürlich vielen Windows Usern nicht zumutbar mal eben zwei Kommandos in ein Terminal zu schreiben. Aber wenn jemand schon Admin Rechte will, sollte man sowas vielleicht zur Bedingung machen. ;)
 
Wie sieht eure Lösung dazu aus?
Gaaaaanz einfach:

Schwägerin:
Bei jedem Besuch bei meiner Schwägerin (wohnt in Südamerika) war der Rechner mit Viren vollgestopft. Updateversuch des Windows schlug fehl, da Raubkopie (vorinstalliert beim Rechnerkauf im offiziellen Laden). D.h. die Updates installierten, schlugen nach mehreren Stunden Installationszeit fehl, machten ein Rollback. Der Rechner probierte diese Prozedur dann bei jedem Neustart. 2x hab ich's versucht zu reparieren. Beide Male ging's schief. Sie kaufte sich dann vor 2 Jahren einen neuen Rechner (Atom mit 2GB Ram und raubkopierten Win7 Ultimate). Das Ding brauchte für die ganzen Viren ca. 10 Minuten zum Hochfahren. Updateprozedur war dieselbe inklusive Rollback.

Da wir zu diesem Zeitpunkt den Rechner dort brauchten, um einiges auszudrucken, hab ich die Reißleine gezogen und ein OpenSuse installiert. War (und ist) für mich wartungsfrei, läuft dort in vertretbarer Geschwindigkeit und macht, was es soll. In den vergangenen anderthalb Jahren gab es weder Beschwerden noch irgendwelche Problemmeldungen. Einzig Skype ist im Suse-Packagemanager nicht enthalten. Das musste ich manuell (lokales Repository) nachinstallieren. Problem: Durch den Updatezwang kann man sich auf der alten Version nicht mehr einloggen. D.h. M$ macht auch unter Linux Probleme. Ansonsten funktioniert alles: Drucker, Scanner, Kamera, Mikrofon, Office. Skype werd ich bei der nächsten Gelegenheit durch Google Hangouts ersetzen, dann ist auch das Problem (=Microsoft) endgültig erledigt.

Schwester:
Bei meiner Schwester war's so ähnlich. Sie hat sich ein billiges Notebook mit Win8.1 im Blödmarkt andrehen lassen und kaufte gleich noch M$-Office für 100€ dazu. Ihr Ex installierte gleich diverse Optimierungstools. Danach ging gar nichts mehr. Sie hasste Win8.1, sie hasste die Ribbons im Office. Nach einem halben Jahr Leidenszeit kam sie angerannt. Jetzt läuft auf dem Rechner ein OpenSuse Tumbleweed. Sie ist begeistert davon. Gab noch ein paar kleinere Probleme (KMail), die ich über SSH lösen konnte.

Vater:
Renter, Ende 70. Hatte als absoluter Anfänger erst mal einen Computerkurs gemacht. Ihm hab ich ein Notebook mit Arch Linux (und KDE) vorgesetzt. War für ihn leichter zu bedienen als die XP-Rechner im Computerkurs. Probleme bestehen darin, dass er bei diversen Webportalen (vermietet 'ne Ferienwohnung) das Passwort falsch eingibt oder bei Ebay die Zahlungsinformationen nicht findet.

Fazit:
  1. Windows runter
  2. Linux mit KDE drauf (Arch, wenn man alle halbe Jahre mal Zeit für ein Update hat. OpenSuse, wenn man selbst keine Adminzeit hat)
  3. mit den wichtigsten Programmen als penetrante Schnellstartleiste installieren.
Und die Sorgen (Viren + Microsoft) sind weg. Adminrechte gibt's nicht.

Mit Windows schlag ich mich nicht mehr rum.
 
Wie sieht eure Lösung dazu aus?
Drüber reden. Immer mal wieder erwähnen, dass "alles einen Haken hat". Bleibt irgendwann hängen und die Verwandtschaft fängt an diese Haken bei den Installationen abzuwählen. Bringt man ihnen noch bei wie man Programme wieder deinstalliert, findet man nur noch selten Adware auf den Rechnern. Aufräum-Tools gleich mitliefern mit dem Auftrag das gelegentlich auszuführen (Achtung: keine Registry-Cleaner! Führt nur zu "Ich benutze immer XY, aber das startet nicht mehr)

Master: Oma bootet immer Samstags selber vom Stick und lässt Antivirus-Software laufen. Mit dem richtigen Set-Up: "Stick einstecken, einschalten, Log bekommt man per E-Mail" ;-)

Grandmaster:
Oma Samstags besuchen, Stick einstecken, starten, Kaffee trinken

Ultimate: Siehe musv Beitrag über diesem. Gratulation zur erfolgreichen Konvertierung der Verwandtschaft!
 
Gerade mein Vater zum Beispiel installiert gerne alles und klickt sich nur durch die Menus durch. Wenn ich dann mal an seinen Laptop sitze, sehe ich schon wieder drölfzig Desktopicons die da nichts zu suchen haben.
Er will aber unbedingt Adminrechte habe..
Wie sieht eure Lösung dazu aus?
Linux installieren - ich nehme immer Kubuntu.

Probleme gibt's nur, wenn die halbe Welt unbeingt M$-Dateiformate verschicken muss :mad:
 
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  • #12
Jerome Leclanche (Entwickler bei LXDE/LXQt) Hat aufgrund des GIMP-Vorfalls nun auch angeregt dass LXDE/LXQt Sourceforge den Rücken kehrt.



Er will aber unbedingt Adminrechte habe..
Wie sieht eure Lösung dazu aus?

Meine Lösung? My way or the highway. Leuten die meinen es besser zu wissen (obwohl es nicht der Fall ist) teile ich inzwischen gerne mit, dass ich nicht für jeden den Admin spielen muss und sie sich gerne jemand anderen suchen können.
 
schreib halt ne Batchdatei die chocolatey startet. Könnt ich eigentlich auch machen, hab bis jetzt ninite im Autostart als service.
 
Ich benutz das ja nicht. Es ist nur das, was ich den Windows Nutzern in meinem Umfeld wohl von nun an empfehlen werde.
 
Ich meinte ja für die. Ob sie jetzt auf ne Exe oder ne Batchdatei klicken ist ja egal.
 
Probleme gibt's nur, wenn die halbe Welt unbeingt M$-Dateiformate verschicken muss :mad:
Probleme womit?

Master: Oma bootet immer Samstags selber vom Stick und lässt Antivirus-Software laufen. Mit dem richtigen Set-Up: "Stick einstecken, einschalten, Log bekommt man per E-Mail" ;-)
Willst du das der Oma wirklich antun? Warum?

Gratulation zur erfolgreichen Konvertierung der Verwandtschaft!
Ich musste niemanden konvertieren. Mein Vater kannte weder Windows noch Linux vorher. Meine Schwester kam von selbst. Meine Schwägerin hatte vorher nie einen Rechner, der nicht permanent zugemüllt kurz vorm Abnippeln war.
 
Ich sehs mal egoistisch und sage:
Mir egal - ich weiß, wie man die Adware abwählt und so blöd es klingt, aber wenn sich User über sourceforge keine Adware holen, dann eben über Chip oder andere Softwareanbieter.
Es ist zwar schade, dass die den Schritt gehen, aber wie im Artikel beschrieben konnten das davor auch einzelne Anbieter selbst wählen und am Ende ist es dem User egal wer die Adware angeboten hat: Er hat sie auf dem Rechner und wird sie oft selbst nicht mehr los oder bemerkt sie erst gar nicht (z.B. die ASK Toolbar).

Grüße, psp
 
Dazu kann ich nur eins sagen: Github master race

Nutze ich schon seit längeren und habe keine Probleme. Das sourceforge ihre Seite mit Werbung zumüllt nervt auch. Besonders wenn man keinen vernünftigen Internetanschluss hat. Leider ein Fall für den Adblocker.
 
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