[Politik und Gesellschaft] Snowden-Leaks: Britische Regierung drohte mit Guardian-Schließung

Die Aufbereitung der vom NSA-Whistleblower Edward Snowden geleakten Dokumente brachte die britische Zeitung "The Guardian" zeitweise unter erheblichen Druck von Regierung und Geheimdiensten. Wie sehr, das berichtete nun der stellvertretende Chefredakteur des Blattes, Paul Johnson, auf der Konferenz "Radiodays Europe". Zeitweise soll dem Guardian wegen der Enthüllungen sogar die Schließung gedroht haben.

Johnson zufolge besuchten Geheimagenten die Guardian-Redaktion und teilten den Journalisten mit, dass ihnen die Schließung drohe, wenn sie weiterhin investigative Artikel über die Spionage der US-amerikanischen NSA und des britischen GCHQ, basierend auf den Snowden-Dokumenten, drucken würden. Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger wurde von einem Regierungsbeamten angeblich gesagt: "der Premierminister, der stellvertretende Premierminister, der Außenminister, der Innenminister und der Justizminister haben ein Problem mit Ihnen".

Basierend auf diesen Erfahrungen beklagte Johnson, dass in Großbritannien die nationale Sicherheit Priorität über die Pressefreiheit erhalte. "Uns wurde gedroht, uns zu schließen. Uns wurde vorgeworfen, die nationale Sicherheit und Menschenleben zu gefährden. Das brachte uns in eine sehr schwierige Situation," sagte der Journalist.

Unklar ist, in wie weit die britische Regierung tatsächlich in der Lage gewesen wäre, ihren Drohungen Taten folgen zu lassen, und in wie weit es sich um einen reinen Einschüchterungsversuch handelte.

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Bitte nicht schon wieder eine Diskussion mit Russland/Ukraine ins Off Topic ziehen, das hatten wir in letzter Zeit schon häufiger und es ermüdet auf Dauer. Danke. :)
 
Unklar ist, in wie weit die britische Regierung tatsächlich in der Lage gewesen wäre, ihren Drohungen Taten folgen zu lassen, und in wie weit es sich um einen reinen Einschüchterungsversuch handelte.

Das ist finde ich die wichtigste Frage: kann die Regierung den Guardian einfach so schließen? Nein, sie müssen schon irgendwelche Gründe dafür anführen, egal ob komplett erfunden oder zumindest ein bisschen haltbar und die müssen sie dann einem Teil ihrer Bevölkerung auch noch möglichst glaubhaft machen. Halte ich für schwierig. Der Guardian ist, unabhängig von der Berichterstattung zu Snowden, vielleicht nicht mal das beliebteste Blatt Großbritanniens, aber die Briten würden sich gegen diese Form der Zensur hoffentlich zur Wehr setzen. Ich denke das war eher ein etwas unglücklicher Einschüchterungsversuch, der der Regierung jetzt vorgehalten wird.
 
Bitte nicht schon wieder eine Diskussion mit Russland/Ukraine ins Off Topic ziehen, das hatten wir in letzter Zeit schon häufiger und es ermüdet auf Dauer. Danke. :)
Na was heißt hier OT? Man kann dem Westen durchaus vorwerfen, mit zweierlei Maß zu messen - auch mit Blick gen Osten.
Aber natürlich ist das sowieso nichts Neues mehr. Die Frage, die man sich als Deutscher stellen sollte ist die, wer wirklich Freund oder Feind ist.
Ich halte weder die USA, noch GB für einen Freund und kann auf deren Demokratieverständnis genau so gut verzichten, wie auf das der Russen.
Denn wenn es um den eigenen Machterhalt geht, gehen alle über Leichen.
 
Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie es Snowden geschafft hat, den Regierungen ihre Maske herunterzureißen.

Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger wurde von einem Regierungsbeamten angeblich gesagt: "der Premierminister, der stellvertretende Premierminister, der Außenminister, der Innenminister und der Justizminister haben ein Problem mit Ihnen".
Das ist für den Guardian die größte Auszeichnung, die sie bekommen konnten. Sie sind ein Teil der wahren 4ten Gewalt und kein Schoßhündchen der Regierung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist viel mehr ob man sich gegen sowas überhaupt effektiv zur Wehr setzen kann? Was hat das Volk in GB schon für Möglichkeiten solchen Entscheidungen wirklich effektiv entgegen zu wirken? Mit dem Entzug der Freiheiten sind die dort eh schon vertraut dazu braucht man sich nur die exsessive Überwachung und das Waffengesetz ansehen.
 


Mit der Überwachung/Waffengesetze hast du natürlich Recht, aber dass konnte man einem Großteil der Leute dort mit Verweis auf das Anschlagsrisiko (gibt's ja nicht erst seit Al-Qaida) und Jugendkriminalität besser verkaufen. Natürlich hat man sie damit weichgekocht und die erteilte Befugnisse dann Schritt für Schritt erweitert, aber eine Zeitung kann man ja nicht bzw. nur mit sehr viel Gehirngymnastik für solche Dinge verantwortlich machen. Das einzige was der Regierung bliebe wäre der Verweis auf die unantastbare und heilige "nationale Sicherheit", die der Guardian mit seinen Berichten gefärde, aber ich glaube bzw. hoffe eigentlich mehr, dass die Briten so was nicht einfach so durchgehen lassen würden und natürlich dass die Regierung dort nicht ernsthaft auf solche Gedanken kommt. Sie können, so realistisch bin ich auch, im Grunde genommen machen was sie wollen und es würde sie wahrscheinlich nicht mehr kosten als ein paar Nächte mit brennenden Auto und kaputten Fensterscheiben. In dem Fall würde sich aber mMn nicht mal das lohnen, weil das eigentliche Problem der Regierung, Snowdens leaks, ja nicht mit dem Guardian aus der öffentlichen Diskussion verschwinden würden.
 
Es gibt doch dort bestimmt auch so etwas wie garantierte Meinungs- und Informationsfreiheit. Ein deartige Verhalten der Behörden ist nicht vertretbar.:o
 
Warum sollte es das nicht sein? Oder wolltest du einfach mal was schreiben wobei du selber weißt, dass es absolut nichts zum Thema beiträgt?
 
Warum sollte es das nicht sein? Oder wolltest du einfach mal was schreiben wobei du selber weißt, dass es absolut nichts zum Thema beiträgt?

Ich wollte damit zum ausdruck bringen das es eben keine garantierte Meinungsfreiheit hier gibt ... Wer sich nur auf die LeitMedien verlässt ;)
 
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Schränkt das meine Meinungsfreiheit ein wenn in den Nachrichen Unsinn gezeigt wird?
 
Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass du das Recht garantiert bekommst alles zu wissen. Du darfst sagen was du denkst mehr nicht.
 
Hätte sollte würde.. mekrst du was? Wenn mir schon das Recht auf ein Bankkonto eingeräumt wird hat das auch gefälligst gefüllt zu sein!
 
Nö, find ich nicht. Würde man den Nachrichtenportalen und Medien vorschreiben was sie zu senden haben, sprich für die "Wahrheit" sorgen, stünde das im krassen Gegensatz zur Meinungsfreiheit.
 
Die Begründung für die GEZ ist aber dass der ÖR zu einer neutralen, umfassenden Berichterstattung beauftragt ist.
 
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