[Technik] Russland sieht in ReactOS fördernswürdige Windows-Alternative

Der russische Kommunikationsminister Nikolay Nikiforov hat im Frühjahr ein gemeinsames Vorgehen der BRICS-Staaten angeregt in dem es darum geht das Problem der Abhängigkeit von Importsoftware zu lösen ( ). Russland hat nun vor kurzem eine Liste mit möglichen Optionen veröffentlicht. Zur Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung sollen gezielt Open-Source-Projekte gefördert und genutzt werden. Neben zwei, von russischen Unternehmen entwickelten Linux-Distributionen wird nun auch als föderungswürdiges Projekt angesehen. Bei ReactOS handelt es sich um ein freies Open-Source-Betriebssystem dass das Ziel hat kompatibel mit der Microsoft Windows NT-Architektur zu sein. Was das nun genau für das Projekt ReactOS bedeutet ist noch nicht bekannt. Das russische Programm sieht aktuell lediglich eine Fertigstellung der geförderten Projekte innerhalb der nächsten 10 Jahre vor.

Quelle:
 
Erinnert mich ein wenig an das DR-DOS.
Wenn die jetzt mit dem ReactOS nicht einige Jahre zu spät aus dem Keller kommen:p
 
Halte das eher für eine Fehlfahrt. Wenn man nun schon die Gelegenheit für eine möglicherweise großflächige Umstrukturierung zu einem anderen Betriebssystem hat, dann sollte man lieber darauf verzichten, die vielen Designfehler und fragwürdigen Konzepte von Windows zu kopieren nur um kompatibel zu bleiben. Ein harter Schnitt würde der Softwarebranche nach all den Jahren Windows-Monokultur wirklich gut tun. Meine 2 Cent.
 
Wobei ReactOS und WINE unmittelbar . Wird also ReactOS gefördert, gilt das selbe (mehr oder weniger) auch für WINE. Noch besser wäre es allerdings, wenn es endlich jemand schaffen würde, das Henne-Ei-Problem mit Windows und Windows-Software zu durchbrechen. Dann bräuchte man gar kein WINE mehr, wenn die Softwareentwickler dazu angehalten sind, sämtliche Software möglichst für mehrere Plattformen zur Verfügung zu stellen.

Werde mir aber dennoch mal die aktuelle Version von ReactOS laden, einfach nur aus Interesse. Hatte das das letzte Mal vor ca. 5 Jahren in der Hand.
 
Ich würde mich über einen kleinen Erfahrungsbericht zum Thema ReactOS freuen, z.B was geht oder noch nicht geht.

Ich finde das Projekt auch sehr Interessant, aber leider geht es relativ langsam vorran.
 
Nunja, was erwartest Du von einer Software, die sich bereits zwölf Jahre im Alpha-Stadium befindet? :)

Ich habe mir gestern mal den aktuellen Entwicklungsstand angeschaut und finde es durchaus beachtlich, was die Entwickler hier an Arbeit geleistet haben. Auf den ersten Blick eine ziemlich gute Kopie von Windows XP. Aber nur auf den ersten Blick.

Die Installation erfolgt bisher auf eine FAT32-formatierte Festplatte. Heißt, Dateien >4GiB auf der C:\-Partition sind nicht möglich. In der heutigen Zeit ziemlich unpraktikabel. NTFS-Festplatten werden zwar mittlerweile erkannt (≠ gelesen), ReactOS hat mich beim Zugriff aber direkt mit einem BSOD vor vollendete Tatsachen gestellt. Dafür kann laut Wiki ext2 gelesen werden, was gegenüber Windows ein Vorteil ist aber das Kind leider nicht aus dem Brunnen holt. Generell traten bei allen möglichen Aktionen (z. B. Aufrufen der Netzwerkumgebung) BSODs auf, von stabil kann keine Rede sein.

ReactOS kommt ab Werk mit einer Paketverwaltung, allerdings erspart einem diese bisher nur das Herunterladen der Software. Die Installation erfolgt weiterhin über den Setup-Assistenten der entsprechenden Software. Ansatz gut aber so doch irgendwie obsolet. Surfen mit dem frisch installierten Firefox ging soweit problemlos. Allerdings gehört das zu den Dingen, die eigentlich jedes Betriebssystem gerade kann.

Ansätze einer Benutzerverwaltung und Rechtetrennung sind bei ReactOS zwar bereits vorhanden, allerdings noch nicht komplett umgesetzt. Ein eingeschränktes Benutzerkonto zum Arbeiten und Surfen konnte ich zwar anlegen, mich aber damit nirgends anmelden. Der Abmelde-Button hat bisher keine wirkliche Funktion. Heißt, wenn Surfen, dann mit Adminrechten und das ist erwiesenermaßen gefährlich und sollte nicht getan werden.

Einzig wirklich interessant ist eigentlich gerade die Live-CD von ReactOS. Sowas gibt es ja afaik von Microsoft bisher nicht in der Form wie es wünschenswert wäre und man muss mit BartPE und ähnlichem nachhelfen. Die könnte eigentlich ganz nützlich sein, wenn man mal wirklich eine bestimmte Windows-Software live auf einem PC starten muss (sofern sie denn bereits unterstützt wird). Das meiste andere kann man natürlich viel besser mit einer Linux-Live-CD machen.


tl;dr
Insgesamt sind ein paar interessante Ansätze vorhanden und es ist erstaunlich, wie weit man eine Software ohne Code-Einsicht nachprogrammieren kann. Zum produktiven Einsatz aber auf lange Zeit gesehen nicht brauchbar. Ich habe eher das Gefühl, dass die Entwicklung im Hard- und Softwarebereich schneller voranschreitet als es die Entwicklung von ReactOS tut. Selbst Microsoft kommt gerade deutlich schneller voran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na, ich weiß ja nicht. Zu Beginn war ReactOS noch interessant, aber wenn es denn fertig wird, wahrscheinlich zeitgleich mit Release von Half-Life³ (:D), was hat man dann? Ein "Windows-Klon" der auf....Server 2003? basiert, während sich die Software-Welt woanders schon 15 Jahre weitergedreht hat. Und das ist in der IT eben eine Menge....
 
Würde man die Manpower hinter dem Projekt durch Subventionen (z. B. bezahlte Entwickler) vervielfachen, könnte das Projekt durchaus aufholen. Immerhin basieren selbst Windows 7, 8 und 10 auch immer noch auf dem alten Windows XP und gute Ansätze beim "Nachprogrammieren" sind bei ReactOS ja durchaus vorhanden. Daher sollte es eigentlich auch kein Problem sein, die Verbesserungen zwischen den Versionssprüngen auf 7, 8 und 10 "nachzuprogrammieren".

Viel eher stellt sich aber die Frage, ob das denn nun der richtige Weg ist. Aber dazu hab ich ja weiter oben schon was geschrieben.
 
Immerhin basieren selbst Windows 7, 8 und 10 auch immer noch auf dem alten Windows XP
wohl etwas Zeit verschlafen?
Win7 ist eher ein Vista-Klon mit anderer Speicherverwaltung (ich spreche jetzt erst mal nur von der 32bit Version) ........ und deutlich anders als XP. W2k und XP sind da schon eher verwandt.

Um noch was zum Thema zu sagen ........... die Hardwareunterstützung von ReactOS bei der Installation ist grottenschlecht ........ ich konnte es nicht mal vor 2Jahren auf einem P35 Intelraid installieren.
 
Win7 ist eher ein Vista-Klon mit anderer Speicherverwaltung (ich spreche jetzt erst mal nur von der 32bit Version) ........ und deutlich anders als XP. W2k und XP sind da schon eher verwandt.
Und Windows Vista ist die Weiterentwicklung von Windows XP. Klar, in den 14 Jahren zwischen dem Release von XP z. B. und Windows 10 hat sich sehr viel getan, keine Frage (schon alleine x64). Aber dennoch handelt es sich hier immer noch um eine Weiterentwicklung, basierend auf dem alten Code (oder zumindest dessen Logik wenn Teile getauscht wurden) um möglichst kompatibel zu bleiben. So wie Microsoft Windows XP zu Windows 10 (und allen Versionen dazwischen) weiterentwickelt hat, müsste man ReactOS eben auch weiterentwickeln. Vermutlich nicht gerade wenig Arbeit aber durchaus möglich.
 
wohl etwas Zeit verschlafen?
Win7 ist eher ein Vista-Klon mit anderer Speicherverwaltung (ich spreche jetzt erst mal nur von der 32bit Version) ........ und deutlich anders als XP. W2k und XP sind da schon eher verwandt.
Ja und zu jeder einigermaßen abgeänderten Windows Version erzählt uns Microsoft, dass alles von Grund auf neu programmiert wurde und trotzdem ziehen sich altbekannte Fehler und Lücken von Windows 95 bis in (zumindest) 7 rein. Seltsam, wenn alles neu programmiert wurde, dürfte das doch gar nicht sein, oder?


Wieso will man unbedingt auf ein dreibeiniges Pferd - Windows hat einige Konzepte, die broken-by-design sind und jede Kompatibilität - setzen? Jedes andere Betriebssystem, welches kompatibel zu Windows sein will, muss diese kaputten Konzepte übernehmen. Es ist, als wollte man eine Tür nachbauen, die das "Feature" ausweist, sich eintreten zu lassen, sich aber gleichzeitig auf den Namen zu schreiben, dass die eigene Tür viel sicherer und besser ist, als die originale. Das geht einfach nicht.
Wollte man wirklich Windows als Betriebssystem ablösen, dann wäre es angemessen Softwareentwickler unter Druck zu setzen, auf bspw. Software für Linux Distributionen umzusteigen. Mit einem Fakewindows, das sich exakt wie Windows verhält, wird das nicht möglich sein. Die Entwickler entwickeln weiterhin für Windows und Microsoft gibt weiterhin vor in welche Richtung es geht. Jedes Fakewindows muss dann hinterher reiten.
Sobald große Softwareentwickler keinen Markt mehr in der Windows-Welt sehen, sind die schneller auf die Entwicklung von Linux-kompatibler Software umgestiegen, als man "Linux" sagen kann. Wer seine täglichen Brötchen mit den Kunden verdient, der wird auch den Kunden nachlaufen, wenn der Kunde ihm den Rücken dreht. Als Kunde eber auf den Verkäufer zuzugehen und dann zu erwarten, dass dieser etwas an seiner Strategie ändert, so wie man es mit ReactOS versucht, wird nicht zielführend sein. :unknown:
 
Ja und zu jeder einigermaßen abgeänderten Windows Version erzählt uns Microsoft, dass alles von Grund auf neu programmiert wurde und trotzdem ziehen sich altbekannte Fehler und Lücken von Windows 95 bis in (zumindest) 7 rein. Seltsam, wenn alles neu programmiert wurde, dürfte das doch gar nicht sein, oder?
Bei dem Umfang von Programmierung nimmt man Baugruppen und fügt sie zusammen. Dumm nur, wenn Baugruppen Fehler enthalten.
 
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