Risiko und Verantwortung im Leben

Munro

NGBler
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15 Juli 2013
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713
Moin,

ich denke, mich würde interessieren, wie ihr damit umgeht: mit dem Risiko, das man wohl ständig eingeht, wenn man sich selbst und andere gefährdet. Auch wenn man weiß, dass es in diesem Einzelfall äußerst unwahrscheinlich gewesen wäre, dass irgendetwas hätte passieren können. Mir fallen da sofort einige Situationen aus Kindheit und Jugend ein, die - gefühlt - 50/50 schlimm hätten enden können. Offensichtlich lebe ich ja noch, und genauso ist auch niemand sonst zu Schaden gekommen.

Aber dann folgender Gedanke: Es hätte anders kommen können. In wie vielen alternativen Welten wäre man schon längst tot? Oder hätte andere verletzt? Häufig fehlt ja nicht viel, oder? Also, entweder ich überschätze ständig, auch nachträglich, das Risiko, oder ich hatte verdammtes Glück bisher. Ein Blick auf die Statistiken zeigt ja, dass offenbar ganz viele andere auch ziemlich lang verdammtes Glück haben, sonst würden sie nicht so lange leben.

Die Frage stelle ich mir jedes mal, wenn ich sehe, wie jemand die schon lange rote Ampel überfährt, oder ich (wie die Tage) mal wieder ein ziemlich beklopptes Überholmanöver durchgeführt habe. (Im Gegensatz zu einem vor 7 oder 8 Jahren ohne faktische Gefährdung, aber die Stelle war eigentlich zu unübersichtlich.) Oder man hart bremsen muss, weil jemand einem plötzlich auf der eigenen Spur entgegen kommt. Straßenverkehr ist für mich immer ein großes Thema, was das anbelangt, vor allem weil da das Risiko so unmittelbar, alltäglich, unvorhersehbar und plötzlich ist. Ich meine, das ist nicht Rauchen oder Trinken... Gerade auch, weil andere durch Rauchen und Trinken nicht unbedingt zu Schaden kommen müssen. Beim Trinken ist natürlich die Gefahr für einen selbst unter Umständen krass. Hätte ich vor 10 Jahren im absoluten Vollrausch nicht noch die Entscheidung getroffen, in das Haus zu gehen, in dem gerade jemand anwesend ist, wäre ich damals recht sicher in meiner Kotze erstickt. Witzig ist, dass ich noch weiß, dass das überhaupt nicht der Grund war, weshalb ich dahin bin: Ich hatte einfach nur Zweifel daran, dass ich es schaffen würde, die Tür beim anderen Haus aufzusperren, so dass ich es gar nicht erst versucht habe...

Ich bin dann für einige Tage zu nicht allzu viel zu gebrauchen, und kann mich vermutlich noch für den Rest meines Leben an jede einzelne Situation erinnern.

Ist es nun so, dass einige Menschen sich einfach dafür entscheiden, möglichst gar kein Risiko einzugehen - und die überleben dann auch und schaden niemandem? Und wenn man (aus Erfahrung) offenbar zu den anderen, zwar nicht völlig draufgängerischen Leuten gehört: Was heißt das für einen?

Eigentlich frage ich mich das schon seit Jahren. Sonst niemand?

Alles Gute
Munro
 
Guten Morgen,

man sollte schon generell (etwas) achtsam sein, egal ob man PKW fährt, mit einer Kettensäge hantiert, nur mit dem Gedanken zu spielen bei Rot über die Kreuzung zu laufen oder mal ein falsches Wort zu jemanden zu sagen...
Aber ich glaube ich würde für mich daraus kein Problem machen, nen Grund gebe ich gleich.

Wenn man denken würde was wäre wenn..., fallen einem bestimmt immer die besten Horrorszenarien ein - aber dann dürfte man ja fast so gut wie gar nichts mehr tun oder sagen... könnte ja alles in einer Katastrophen enden.

Genauso wie achtsam man selbst ist, kann man auch eine gewisse Verantwortung auf die anderen abwälzen - aber eher im positiven Sinn. Schließlich haben andere auch eine gewisse Verantwortung und auch ein Hirn, zum Beispiel im Straßenverkehr, das heißt natürlich nicht das ich mich selbst wie die Axt im Wald verhalten können kann ohne Rücksicht bzw. etwas Mitzudenken, aber man muß anderen auch nicht das Denken abnehmen sinnvoll oder entsprechend einer Situation zu handeln. Wenn man das Gefühl hat jemand (Kettensäge + Holzstapeln/reichen) passt nicht auf, kann man es nur sagen und selbst etwas achtsamer sein, aber wie gesagt, ich kann doch nicht für den anderen Menschen denken, der muß schon selbst schnallen aufzupassen!

Außerdem hat die Gesellschaft ja, für die meisten, verständliche Regeln, um eben Unfälle oder Katastrophen zu vermeiden bzw. das Risiko zu minimieren. ;)
Wer meint er hält sich nicht daran, hat dann fast schon selbst Schuld...*

Meine 2 cent.

*Edit: Nur natürlich doof wenn dann unbeteiligte mit reingezogen werden, weil einer meint er muß volles Risiko gehen.... :m
 
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Nach meine Erfahrungen mit Lueten die eine Angststörung haben und sich desen volends bewusst sind bin ich zu dem Schluss gekommen das es keine Rationale Erklärung gibt weil Menschen zu Irrational sind.

Außerhalb von Angstörungen wird nach wahrgenommenr Gefahr gehandelt, was genauso irrational ist. Man hat realisitisch betrachtet nur keine bessere Option. Man ist nunmal durch den eigenen Verstand und Zustand limitiert. Deswegen bin ich auch strikt dafür das Menschen nur dann Dinge wie schwer Maschinen in der Öffentlichkeit bedienen sollten wenn es zwingend erforderlich ist aka der Sinn akzeptiert ist aber es keine automatisierte Option gibt. Was Leute privat und in abgesperrten Gebieten machen ist deren Sache Stock Car Rennen und Formel 1 bleiben also weiterhin völlig legal. Ich will in dem Aspekt also nur eine logische Weiterführung der Straßenverkehrsordnung. Da ich den Gedanken das mein Leben täglich von der Tagesform anderer abhängig ist wo es absolut vermeidbar wäre garnicht mal so toll finde.

Die Verksehrstoten Statistiken sprechen da eine sehr eindeutige Sprache. Und die Irrationalität die Deutschland autonomem Fahren entgegensetzt zusätzlich.

Die Fakten sagen ganz klar:
Maschinen würden jetzt schon weniger Menschen töten als Menschen. (Und tun diesen Job auch schon in akzeptierten teilbereichen sehr gut. Allerdings redet man sich nach bester Dunning Krueger Manier ein das sei dem eigenen Talent verschuldet.)

Die Gegenargumente sind üblicherweise super uninformiert. Die msieten kann ich auf die schnelle ohne groß was neu recherchieren zu müssen widerlegen.
Beispiel: ABS, es entscheidet bereits jetzt ein Computer wie du bremst. Die Aufgabe von ABS ist elektronisch deine Bremse zu lösen.

Interssanter Ansatz für die Recherche:

 
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Das Problem war ja deutlich bei diesem Tesla-Unfall zu sehen - mit einem System, das noch als Experimentell (!) gilt

Zehntausende Tote im Jahr, verschuldet durch Menschliche Fahrer -> Wayne
Ein einziger durch ein autonomes Fahrzeug -> Globale Berichterstattung in allen Medien
 
Ich meine, das ist nicht Rauchen oder Trinken... Gerade auch, weil andere durch Rauchen und Trinken nicht unbedingt zu Schaden kommen müssen. Beim Trinken ist natürlich die Gefahr für einen selbst unter Umständen krass.

Zum Passivrauchen sage ich jetzt besser nichts und ziehe genüsslich an der Benson-Kippe. Doch gerüchteweise sollen schon andere als der Suffkopp selbst im Verkehr zu Schaden gekommen sein.
 
In wie vielen alternativen Universen ich mich schon schwer verletzt hätte bzw. gestorben wäre?
Das möchte ich gar nicht zählen:
Ich wäre erstochen, erschlagen, erstickt, verbrannt, ertrunken, in die Tiefe gestürzt, überfahren, elektroschockt und vergiftet worden.
Einiges davon sogar mehrfach.

Am besten nicht drüber nachdenken und in Zukunft achtsamer sein.
Das gleiche gilt für Dinge die ich aus Fahrlässigkeit beinah anderen angetan hätte.

Beinah zu sterben ist wie beinah zuspät kommen, am ende war man doch noch pünktlich.


Bei Risiko selber spielen noch mehr Dinge hinein:

1. Man sieht die tatsächliche Gefahr nicht -> Die meisten Unfälle passieren im Haushalt.
2. Man hält sich für erfahren genug und wird nachlässig -> Selbstüberschätzung.
2.1 Man denkt man kann etwas, obwohl man es nicht kann -> Selbstüberschätzung.
3. Man ist nicht erfahren genug -> Man weiß nicht worauf man achten muss.
4. Man verkennt die Situation -> Man hält alltägliche Dinge für ungefähr, aber besondere Dinge für Gefährlich, obwohl es eigentlich umgekehrt ist.
5. Stolz -> Man ist zu eitel zuzugeben das man etwas nicht so sicher beherrscht und will sich keine Blöße geben.

Es gibt viele Beispiele dafür:
Viele Leute haben Flugangst, dabei ist der Weg zum Flughafen gefährlicher als der Flug selber.
Bauarbeiter die ohne PSA arbeiten.
Pferdemädchen die sonst angst vor allem haben.
 
Nicht nur das es experimentell war, der Fahrer hat auch noch gegen die Auflagen verstoßen unter denen es getestet werden sollte.;)

Den gesamten Bericht zu lesen lohnt sich in dem Fall mal wieder. Es war nach meinem Verständnis explizit eine Testfahrt und der Fahrer hat typisch menschlich gegen besseres Wissen gehandelt. Wenn überhaupt zeigt der Fall technisch eigentlich nur: AUtonomes fahren funktioniert slebst in den Tests so gut das die Tester anfangen Harry Potter zu gucken. => die Fahrt(en) wurden ziemlich langweilig oder der Fahrer wollte sich umbringen

Mitleid habe ich in dem Fall primär mit dem LKW Fahrer. Das ist wie mit den Idioten die vor Züge springen.
 
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