Notarzt rufen?

dexter

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Hab 'ne Weile überlegt, ob ich das ins Fun packe, aber ich finds eher idiotisch als zynisch:

Aus meiner Post bzw. Rechnungen:
Am X.X. war für X. der Rettungsdienst der Stadt X im Einsatz. [...]
Bei Eintreffen des Rettungsdienstpersonals konnten diese jedoch nur noch den Tod des Patienten feststellen [...]
Soweit so alltäglich.

Eine Kostenübernahme des Einsatzes durch die gesetzliche Krankenversicherung kann nicht erfolgen, da der Versicherte bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes verstorben ist.
[...]
Hiermit stellen wir Ihnen den Einsatz [...] privat in Rechnung.
(Auslassungen sind generell Geschwurbel, der zum Sachverhalt nichts sachdienliches beiträgt)

Soweit so scheisse und makaber, was ich mich jetzt aber trotzdem zusätzlich zu meiner Verwunderung über so eine bodenlose Frechheit frage: wenn der Patient/Angehörige erst im Sani-wagen stirbt, zahlt man dann nur die Hälfte des Einsatzes?

Kann garnich so viel fressen, wie ich Kotzen möchte.

tl:dr: es kostet 200 Tacken, wenn man einen Notarzt ruft, der Patient bis zum Eintreffen desselben aber verstirbt.
 
Das verwundert mich sehr. Man ruft ja einen Notarzt, damit man eben beispielsweise den Tod verhindert. Von allem an moralisch Richtigen abgesehen: Damit hat er also noch gelebt, als der Einsatz begonnen hat und damit seh ich da auch (sowieso) keinen Grund, dass man das dann selbst zahlen müsste, weil er danach dann tot war. - Ist denk ich zudem recht häufig der Fall, dass sowas dann passiert. Noch nie hab ich davon gehört, dass das dann so gehandhabt wird. Wäre bestimmt schonmal in den Nachrichten gekommen, weils so absurd ist.

Ist das eine Spam-Mail mit einer neuen Masche, oder meinst Du das jetzt ernst? Also, die Frage mein *ich* wiederum ernst. So ganz werd ich nicht schlau draus.
 
wohl nicht überall so:



wenn du weiter googelst wirst du vielleicht sogar rausfinden ob es eine allgemein gültige Regelung gibt.

Meines Wissens nach ist das von Kommune zu Kommune anders.


Auch wenn es unschön und makaber ist, aber warum sollte der Tote seine Schulden bei dem Rettungsdienst nicht an die Angehörigen vererben so wie er es mit seinen anderen Schulden ja auch macht?
 
Ok, er meint es wohl doch ernst. Sehr faszinierend, muss ich schon sagen. Auch die Texte im Link eins über mir. War mir nicht bekannt und ich halte es wie gesagt für unlogisch bis dorthinaus.
 
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  • #5
Ist das eine Spam-Mail mit einer neuen Masche, oder meinst Du das jetzt ernst? Also, die Frage mein *ich* wiederum ernst. So ganz werd ich nicht schlau draus.
Das ist hochoffizielle Papier-Post von der Stadtverwaltung. Daten stimmen auch alle.

@keinbenutzername: thx für den Link, wird mir nur nich sehr viel helfen.

Edit: mir ist noch nicht ganz klar, ob "der Patient" beim Rufen des Notarztes noch gelebt hat, macht aber ethisch keinen allzugrossen Unterschied.
 
Jo, sorry, beim nochmaligen Lesen dachte ich mir dann auch, es ist wohl wirklich ernstgemeint. Starker Tobak.
Ich würde da ausnahmsweise einen Anwalt konsultieren. Und wenns nur rein aus Prinzip ist und es einen dann sogar noch mehr kostet, aber das ist schon so daneben, wie ich finde, dass ich da wirklich rumstreiten müsste.
 
könnt ihr mir mal genau erklären wo das ethische Problem ist?
Ich stehe da wohl auf dem Schlauch.

Das Hinterbliebene Schulden erben ist doch normal, oder?
 
So, wie ich schrieb: Der Mensch lebte da noch. Damit ist aus meiner Sicht seine Krankenkasse dafür zuständig, weil der Einsatz schon da begann. Und da man als Dritter meines Wissens verpflichtet ist, einem Menschen in Not (und dabei evtl. in einer Ohnmachts- oder ähnlichen Situation) zu helfen, kann das nicht das Problem des Hilferufenden oder Angehörigen sein, weil der zu Rettende da eben noch gelebt hat.
 
@dexter
naja, wer sich hier gerade wie ein Kind aufgeführt hat war ja nicht ich, oder?
Wenn man eine normale Frage stellt sollte man auch eine normale Antwort bekommen, oder?

Ist das hier eine Diskussion, oder dein persönlicher Entrüstungsthread?

@MSX
mag sein.
Und wenn einer ein Abo abschließt und dann stirbt?
Dann müssen auch die Angehörigen zahlen...
Es geht einfach um die Kosten.
D.H. der Tote hat halt Schulden beim Rettungsdienst.
Das da dann die Angehörigen aufkommen müssen ist ja klar.

Warum sollte man bei diesen Schulden anders verfahren als bei anderen?

Prinzipiell muss natürlich überdacht werden ob sowas nicht einheitlich immer die Kasse zahlen sollte.
Leider hat unsere Regierung aber für sowas gerade keine Zeit und Lust.
 
Hab grad nen Kollegen gefragt per Whats App der beim Rettungsdienst arbeitet. Einen kurzen Moment, dann dürfte ich normal gleich die Antwort bekommen.
 
gut, dann wissen wir immerhin wie das bei einem Rettungsdienst läuft.
Wie gesagt, scheinbar von Dienst zu Dienst anders.
 
Zitat Kollege:

Wenn ne Versicherung dumm tut kann das durchaus passieren. Aber in der Regel stellt der Arzt den Tod fest und somit muss die Versicherung die Kosten übernehmen.
 
Sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen und den Notarzt auf den Friedhof bestellen.
 
Nein die Angehörigen müssen nicht für ein Abo zahlen was der Verstorbene hinterlassen hat. Zb wennst du bei Sky ein Jahresabo hast, abgeschlossen mit 1. Januar und am 1. Februar überraschend verstirbst wird dir Sky bestimmt nicht den Zeitraum 1.2 - 31.12 in Rechnung stellen wennst du denen eine Kopie der Sterbeurkunde schickst. Und selbst wenn es der 15te des Monats wäre würde man wohl eher aus Kulanz das Ganze wegfallen lassen.
 
Was für ein Abo?

mal angenommen du abonnierst ne Zeitung, stirbst aber bevor die liefern.
Je nach dem hast du dann halt Schulden bei der Zeitung die dann halt (wenn das Erbe nicht ausgeschlagen wird) auf die Angehörigen übergehen.


Klar, das mit dem Abo war nicht zu Ende gedacht.
Aber wenn der Verstorbene halt kurz vor seinem Tod was gekauft hat auf Pump, oder irgendwo Schulden gemacht hat muss da halt auch wer dafür aufkommen.

Es geht einfach nur um die Frage, warum Schulden aus einem solchen Einsatz anders zu behandeln sind wie andere Schulden.

Dass die Regelung unglücklich ist finde ich auch, aber es gibt sie halt scheinbar.
 
Das ist wiederrum etwas total anderes. Wenn du dir ein neues Macbook kaufst auf Kredit und morgen stirbst geht das Macbook ja auch in den Besitz der Erben weiter. Bei Schulden wird man wohl um Stundung ersuchen können damit sich keine immensen Zinsen aufbauen bis das Erbe geklärt wurde.
 
Und wenn sich jemand neue Titten verpassen lässt und bei der OP stirbt?
Und wenn sich jemand ein Tattoo für 1000€ auf Pump stechen lässt und dann am Tag darauf stirbt?
Fälle gibt es genug.
Leider ist sowohl Medizin als auch Rettungsdienst im speziellen einfach nur ein Industriezweig.

Wie gesagt, ich bin absolut dafür diese unsinnige Regelung zu ändern.
Wie es aussieht handhaben das viele Kassen ja auch so, dass die dafür aufkommen.
 
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