Re: Norwegen führt Open-Source-Frühwarn- und Krisenmanagementsystem an zwei Schulen
Das Alarmsystem soll Schüler, Lehrer und Personal vor Krisensituationen und Bedrohungen der Sicherheit warnen. Das System schließt Zwei-Wege-Kommunikation sowie Videoüberwachung mit ein. Krisenhelfer und Polizei können durch das System auf Gebäudepläne zugreifen, wobei an das System angeschlossene Smartphones den Standort der Geräte einblenden.
So wie ich diese Aussage verstehe, geht es um alles, was die Sicherheit der beschriebenen Gruppe
👎 betreffen kann. Das kann vermutlich von Gebäudebränden und -einstürzen, Einbrüchen über Amokläufen bis zu terroristischen Akten alles sein.
@mathmos: Ich bin mir nicht sicher, das System klingt durchaus komplex genug, dass die Chance zu Missbrauch besteht. Ein System dieses Ausmaßes widerspricht per Definition schon dem KISS-Prinzip. Falls dir das nichts sagt, kannst du auch ein Statistiken über die Zunahme der Fehlerwahrscheinlichkeit mit wachsendem Programmcode heran ziehen. Kurz um: Je größer und komplexer das Programm, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler enthalten sind, insbesondere nicht syntaktische Fehler, die beim Kompilieren entdeckt werden können, sondern logisch-konzeptionelle Fehler, die letztlich einen Missbrauch des Systems ermöglichen.
- Es muss nicht unbedingt der 1337 h4x0r sein, der sich in das System hackt und plötzlich die totale Kontrolle über das gesamte Schulgebäude hat. Ich könnte mir auch durchaus Gründe vorstellen, wo bzw. warum so ein System versagen kann, die nicht wirklich mit einem "Hack" des Systems zu tun haben:
- Stell dir vor es ist ein Amoklauf und du willst darüber informieren, wo sich der oder die Amokläufer gerade aufhalten. Das ermittelst du natürlich über den Aufenthaltsort des/ der Smartphones. Die Amokläufer deponieren ihre Mobiltelefone geschickt in bestimmten Bereichen eines Gebäudes, so dass der Fluchtplan, der durch die vermeintlichen Aufenthaltsorte der Amokläufer bedingt wird, nur eine bestimmte Route vorsieht. Auf dieser können die Amokläufer einfach warten, dass man ihnen in die Arme läuft.
- SchülerInnen könnten Krisensituationen/ Bedrohungen bewusst vortäuschen, sodass das System eine Räumung des Gebäudes vorsieht. Beliebte Zeiten sind zum Beispiel Klassenarbeiten, Abschlussprüfungen, Tag der Offenen Tür und andere unnötige Veranstaltungen.
- Auch könnte ich mir vorstellen, dass so ein Sicherheitssystem bei einigen gerade dazu aufruft, sich dieser Herausforderung zu stellen.
- Videoüberwachung an der Schule halte ich nie für angemessen. Da kommt mir immer der Gedanke der Kameras in Sport-, Dusch- und Umkleideräumen oder Bädern und lüsternen Aufsichtspersonen. Auch wenn man in solchen Räumen bewusst keine Kameras installiert könnte auch bei ganz normalen Klassensälen Videoüberwachung zum Spannern ausgenutzt werden. Ein System kann nicht erkennen, ob der Lehrer das Video betrachtet, um festzustellen, ob ein Schüler oder eine Schülerin gerade einen Spickzettel nutzt oder ob er das Video betrachtet und sich dabei aufgeilt.
Besonders die letzten drei Punkte kann kein Computersystem, egal wie gut, egal wie sicher, egal wie durchdacht abfangen. Da hilft auch kein CentOS, welches sich berechtigt für seine (technische) Sicherheit rühmen kann.