[Entertainment] Leistungsschutz für Verlage: Neuer Gesetzesentwurf Ende September erwartet

Der Streit zwischen Verlegern und Content Providern dauert seit Jahren an. Die Verlage fordern eine Vergütung für Artikel die auf Facebook geteilt werden, bzw. für Suchtreffer auf Google, da diese Plattformen Umsätze mit den fremden Inhalten produzieren. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll von EU-Kommissar Günther Oettinger am 21. September veröffentlicht werden.

Dem deutschen "Handelsblatt" liegt ein Arbeitsdokument der EU-Kommission vor, in dem der Leistungsschutz für Verlage auf 20 Jahre verlängert werden soll. Internetunternehmen, die von fremden Inhalten profitieren, sollen dazu verpflichtet werden, Verträge über die Nutzung dieser Inhalte mit den Contentprovidern abzuschließen.

Der Vorschlag der EU übertrifft damit bei weitem die Vorgaben in Deutschland, wo lediglich ein Leistungsschutz für ein Jahr vorgesehen ist.

Bereits 2013 wurde ein Gesetz von der schwarz-gelben Koalition erlassen, das Suchmaschinen-Anbieter dazu verpflichtet, für Snippets und Links auf die Inhalte der Verlage zu bezahlen. Ausschließlich "einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte" dürfen ohne Lizenzgebühren genutzt werden. Eine detaillierte Definition dafür blieb der Gesetzgeber jedoch schuldig.

Im Vorfeld lobbyierten mehrere Verlagshäuser unter Federführung des Axel Springer Verlags in Berlin um eine Entscheidung zu ihren Gunsten zu erwirken. Als Konsequenz daraus, entfernte Google Inhalte der betroffenen Verlage aus dem Such-Index und von Google News, woraufhin die Zugriffszahlen auf die Websites von Springer-Medien & Co. einbrachen, im vergangenen Jahr.

Die Verlage erkannten daraufhin, dass sie sich das Ausbleiben des Traffics von Google kaum leisten konnten und erteilten nach kurzer Zeit eine "widerruflichen Gratiseinwilligung" zur Nutzung ihrer Inhalte. Wenn der formale Sieg auch bei den Verlagen liegt, der eindeutige Gewinner ist Google, da das Unternehmen aufgrund seiner Marktmacht, gesetzliche Regelungen umgehen kann.

an Googles Eric Schmidt fordert der Springer-Chef das Unternehmen auf, die Verlage am Umsatz zu beteiligen und kritisiert Googles marktbeherrschende Stellung.

Quellen:

 
Vom deutschen Leistungsschutzrecht lernen, heißt siegen lernen: .

Endlich erhalten alle europäischen Verleger die Chance, sich zu blamieren.
 
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So ein Blödsinn, wieso soll denn Google oder Facebook für so etwas zahlen? Hier in Deutschland haben einige echt absurde Ansichten was das Internet angeht. Alles muss Geld kosten, jeder wird abgemahnt. Google sollte diese Kasper raus filtern.
 
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  • #4
@Bernd: Stell dir vor, du zeichnest gerne und stellst deine Bilder auf deine Website. Du bemerkst irgendwann, dass alle deine Bilder auf einer anderen Website angezeigt werden, die mit Werbebannern Geld verdient. Wirst du diese Website dann anschreiben und sagen: "Hey, das sind meine Bilder, wenn du die herzeigst, bezahl mich gefälligst!", oder wirst du sagen: "Okay, nehmt einfach meine Bilder und behaltet das Geld"?

Versteh mich nicht falsch, ich bin strikt dagegen, dass ich für Links, die ich auf meine Website stelle, Geld bezahlen muss. Wie wir wissen, lebt das Netz u. A. von Verlinkungen. Trotzdem kann ich verstehen, dass die Verlage sich darüber nicht freuen.
 
Nunja - Google bindet ja nicht den Content komplett ein und verdient dann daran.
Es werden eben Ausschnitte gezeigt und dann auf den original-Content verlinkt. Wie oben beschrieben sorgt das Anzeigen der Artikel auf Google für gehörigen Traffic auf den zugehörigen Newsseiten und damit für Einnahmen durch die eigene Werbung oder Abo-Verkäufe bei PayPerView etc.

Wenn ich Bilder über meine Website verkaufen würde und Google indiziert diese und zeigt die auf ihrer Seite an - können die für diesen "Dienst" auch gerne selber etwas mitverdienen.
 
Stell dir vor, du zeichnest gerne und stellst deine Bilder auf deiner Website aus, auf der du mit Werbebannern Geld verdienst. Du bemerkst irgendwann, dass kleine Ausschnitte aller deiner Bilder auf einer anderen Website angezeigt werden aber auf deine Seite verlinkt sind. Wirst du diese Website dann anschreiben und sagen: "Hey, das sind kleine Ausschnitte meiner Bilder, wenn du die herzeigst, bezahl mich gefälligst!", oder wirst du sagen: "Okay, nehmt einfach kleine Ausschnitte meiner Bilder und generiert Traffic für meine Seite damit ich mehr Werbeanzeigen vermarkte."?
 
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  • #8
Das ist ja genau die "Lösung", auf die es Ende 2013 hinausgelaufen ist.
 
Bloß dass Google auf die angebotene Leistung der Verlage lieber verzichtet, wenn sie Geld kostet. Und da keine Leistung in Anspruch genommen wird, fließt auch kein Geld. Es ist alles wie vorher. Außer, dass die Verlage Geld verbrannt haben.
 
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  • #10
Wenn ich mich recht erinnere, hat Google auch behauptet, dass mit Google News keine Umsätze generiert würden und man den Dienst notfalls in gewissen Ländern einstellen würde. Bei Googles riesigem Angebot an vernetzten Services ist es aber schwer, Umsätze direkt einer der vielen Leistungen zuzuordnen.
 
Auf Google News gibt es keine Werbung. Das ist also korrekt.

Indirekt verdient Google über Google News natürlich dann, wenn eine Seite verlinkt wird, die z.B. Adwords nutzt. Und noch indirekter, wenn die verlinkte Seite z.B. ein Youtube-Video mit Werbung einblendet. Aber das aufzuschlüsseln wäre sinnlos, sonst verdient jeder mit jedem Geld :D
 
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  • #12
Indirekt verdient Google natürlich auch mit den generierten User-Daten. Welcher Benutzer interessiert sich für welche News/Themen usw. und kommt für welche Werbung (auf anderen Seiten) infrage.
 
Dein Vergleich hinkt.
Wenn Google deine Bilder indiziert und somit deine Zugriffszahlen um ganze Zehnerpotenzen steigen, wirst du dafür nicht auch noch von Google Geld verlangen, oder?
 
google hat ne gratislizenz? ich hätte auch gern ne gratislizenz... oh, hab ich ja *puh, nochmal gutgegangen*..
 
Die Verlage erkannten daraufhin, dass sie sich das Ausbleiben des Traffics von Google kaum leisten konnten und erteilten nach kurzer Zeit eine "widerruflichen Gratiseinwilligung" zur Nutzung ihrer Inhalte. Wenn der formale Sieg auch bei den Verlagen liegt, der eindeutige Gewinner ist Google, da das Unternehmen aufgrund seiner Marktmacht, gesetzliche Regelungen umgehen kann.

Sorry, aber die Aussage ist doch bullshit.
Google ist eine Suchmaschine, Google hat exakt 2 Optionen:
  1. es listet die Verlage in ihrem Index
  2. es listet die Verlage nicht in ihrem Index

Mit Option 1 sind die Verlage nicht einverstanden, weil Google ihre Inhalte "klaut", mit Option 2 sind die Verlage nicht einverstanden, weil Google sie benachteiligt. Google hat beide Optionen angeboten, die Verlage haben beides abgelehnt und wollen gegen beides rechtlich vorgehen. Aus Mangel an Alternativen bleibt Google, sollten die Verlage sich durchsetzen, nur noch den Geschäftsbetrieb gänzlich einzustellen, was wohl kaum im Interesse aller Beteiligten sein kann.
Das Leben ist kein Wunschkonzert und auch nicht für Steinzeitbetriebe, die mit einer Steinzeitregierung gerade das #Neuland besetzen wollen. Man kann sich nicht nur die Rosinen heraus picken, also entweder lernen sie mit einer der beiden Optionen zu leben oder sie akzeptieren, dass ihre Firmenpolitik nicht marktfähig ist.

Als Google würde ich den operativen Geschäftsbetrieb in Deutschland/ EU einstellen und den dicken Mittelfinger ausstrecken. Nicht weil es die feine Art ist, sondern um zu zeigen, dass man sich nicht verarschen lässt.

--- [2016-08-29 23:04 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Google sollte diese Kasper raus filtern.
Das haben sie. Dann haben die Verlage geklagt, weil sie nicht mehr gelistet wurden und Google angeblich seine Marktmacht missbraucht hatte. Also musste Google sie wieder listen.

@Bernd: Stell dir vor, du zeichnest gerne und stellst deine Bilder auf deine Website. Du bemerkst irgendwann, dass alle deine Bilder auf einer anderen Website angezeigt werden, die mit Werbebannern Geld verdient. Wirst du diese Website dann anschreiben und sagen: "Hey, das sind meine Bilder, wenn du die herzeigst, bezahl mich gefälligst!", oder wirst du sagen: "Okay, nehmt einfach meine Bilder und behaltet das Geld"?
Das ist allerdings ein falscher Vergleich.
Google kann die Verlage listen => Die Verlage verzeichnen viele Seitenzugriffe und können Geld an den Nutzern verdienen. Dafür ist es jedoch notwendig Google kleine Text-Ausschnitte zur Verfügung zu stellen.
Google kann die Verlage nicht listen => Google erhält keine Textausschnitte und kann folglich keine Nutzer zu den Verlagen weiterleiten. Die Zugriffszahlen bei den Verlagen sinken rapide und es können weniger Umsätze erwirtschaftet werden.

Wenn ich mich recht erinnere, hat Google auch behauptet, dass mit Google News keine Umsätze generiert würden und man den Dienst notfalls in gewissen Ländern einstellen würde. Bei Googles riesigem Angebot an vernetzten Services ist es aber schwer, Umsätze direkt einer der vielen Leistungen zuzuordnen.
Das ist sehr wohl möglich. Google führt verschiedene Geschäftsbereiche, die eigene Bilanzen ausweisen können. Keine Umsätze ist nur schwer möglich, das würde ja bedeuten, dass weder Einnahmen noch Ausgaben stattfinden, zumindest sind aber "keine Einnahmen" (bzw. "keine Gewinne") möglich, nämlich wenn man keine Einnahmen (bzw. weniger Einnahmen als Ausgaben) erzielt.

Indirekt verdient Google natürlich auch mit den generierten User-Daten. Welcher Benutzer interessiert sich für welche News/Themen usw. und kommt für welche Werbung (auf anderen Seiten) infrage.
Das wäre prinzipiell möglich, allerdings ist die Frage, ob eine solche Analyse stattfindet und ob die gewonnene Information wirtschaftlich genutzt wird.

google hat ne gratislizenz? ich hätte auch gern ne gratislizenz... oh, hab ich ja *puh, nochmal gutgegangen*..
Es geht ja nicht um's Lesen, sondern um's Nutzen im Sinne von Verbreiten.
 
Dann haben die Verlage geklagt, weil sie nicht mehr gelistet wurden und Google angeblich seine Marktmacht missbraucht hatte. Also musste Google sie wieder listen.
Quatsch. Google hat nach einer Zweiwöchigen Blockade 2014 die Gratislizenz erhalten. Also hat Google netterweise die Verlage wieder gelistet. Ganz ohne Zwang. Erst dann haben die verlage geklagt.

Die Verlage haben den Streit vor dem Landgericht Berlin im Februar verloren. Die Klage wurde zurückgewiesen, es war keine dominante Marktstellung vorhanden. Das Urteil fechten sie natürlich an.
 
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