Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger +…


Laut einem will der US-Grenzschutz künftig von Einreisenden in die USA Social-Media-Daten im Einreiseverfahren abfragen. In dem Antrag ist zwar die Rede davon, dass die Informationen nicht verpflichtend seien, trotzdem wird man klar angewiesen, diese Daten bereitzustellen.


Eine unkomplizierte Einreise in die USA ermöglicht das Electronic System for Travel Authorization (zu Deutsch: elektronisches System zur Einreisegenehmigung), kurz ESTA, für Urlaubs- sowie Geschäftsreisende, bei einer maximalen Aufenthaltsdauer von 90 Tagen. Staatsbürgern aus 38 an das amerikanische ESTA-System angeschlossenen Ländern kommt dieses zugute – die mühsame Beantragung eines Visums auf klassischem Wege über die Botschaft entfällt durch den ESTA-Antrag.

Wahrscheinlich als Reaktion auf die Vorwürfe, die sich die US-amerikanischen Behörden nach dem Terroranschlag von San Bernardino im Dezember 2015 ausgesetzt sahen, bei dem 14 Menschen getötet und 21 weitere verletzt wurden, hat die United States Customs and Border Protection eine Erweiterung der zur Einreise nötigen Papiere . Der Terrorist hatte zuvor Privatnachrichten an Freunde verschickt, in denen er Gewalttaten diskutierte. Diese wurden allesamt versendet, bevor dem Mann das Visum ermöglicht wurde. Der US-Grenzschutz sah sich daraufhin größerer Kritik ausgesetzt. Allerdings hätte man wohl auch mit dem Screen-Namen des Terroristen das Attentat nicht verhindern können.

Gibt es in den nächsten 60 Tagen keinen Einspruch von der Öffentlichkeit, sollen Einreisende zukünftig sowohl im Ein- und Ausreiseformular I-94 und dem Formular für visumfreies Reisen für Nichtimmigranten als auch im elektronischen System zur Reisegenehmigung ESTA freiwillige Angaben zu ihrer Social-Media-Präsenz machen können. Geht es nach dem US-Grenzschutz, sind bei einer Einreise dann sämtliche Online-Präsenzen (Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter etc.) auch mit anzuführen. Dafür werden die entsprechenden Stellen um die Formulierung: „Please enter information associated with your online presence—Provider/Platform—Social media identifier.“ (zu Deutsch etwa „Bitte tragen Sie Informationen zu Ihrer Online-Präsenz ein – Provider/Plattform – Social-Media-Kennung„), ergänzt.

Keinerlei Informationen gibt es darüber, was danach konkret mit diesen Informationen geschieht, nur, dass sie für etwaige Recherchen verwendet werden sollen. Die Behörde verspricht sich von den zusätzlichen Daten, verdächtigen, terroristischen Aktivitäten oder fragwürdigen Verbindungen solcher Art schneller nachkommen zu können. Analysten und Ermittler sollen so in der Lage sein, die einzelnen Fälle damit gezielter zu untersuchen, wobei unklar ist, wie die entsprechenden Prozesse aussehen werden. Im vergangenen Jahr war Kritik laut geworden, als man erkannte, dass Details über eine Schießerei bereits im Vorfeld über Privatnachrichten per Facebook ausgetauscht wurden. Eine der Folgen sind Überlegungen dazu, inwiefern nun die Visaverfahren einer Verschärfung bedürfen.

Fazit

Im Internet kursieren schon jetzt folgende Reaktionen in Kommentaren auf diese Nachricht, die ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:

So schreibt ein User Heisasa:

Das Formular wird ergänzt um – mindestens! :


  • Please enter all your social media account names: ____
  • Please enter all your corresponding passwords in clear text: ____
  • I understand that any false pretence will lead to 250 years of solitary confinement in Guantanamo. yes / no
Und eine Userin Eva K:

Denkbar wären fortan solche Szenarien am Flughafen wie diese:

In Ihrem ESTA stehen keinerlei Angaben zu Social-Media-Aktivitäten. Gibt es dafür Gründe?“
„Das ist doch freiwillig, deshalb möchte ich keine Angaben machen.“
„Einreise verweigert. Wir möchten Sie auch nicht. Nehmen Sie den nächsten Flieger zurück nach Hause.
oder:

In Ihrem ESTA stehen keine Angaben zu Social-Media-Aktivitäten. Gibt es dafür Gründe?“
„Ich habe keine Social-Media-Aktivitäten, weil ich keine derartigen Accounts habe.“
„Einreise verweigert. Das ist verdächtig. Nehmen Sie den nächsten Flieger zurück nach Hause.
Hoffentlich wird nicht schon bald einigen Touristen, die einen Flug gebucht haben in die USA, auf diese Weise eine Absage erteilt. Aus der Traum von einer Reise in das Land „der grenzenlosen Freiheit“. Dies wäre dann vielmehr ein Alptraum gepaart mit einer Rückreise …nach Hause.



Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger



Ich hatte mir zuerst überlegt auf deine ganzen Argumente einzugehen, darauf habe ich aber wirklich keine Lust, vor allem weil es zu nichts führen wird. Stattdessen mache ich es ganz kurz und knapp für Dich. Kultur ist mehr als nur das von Dir Angesprochene in Deutschland zählt auch der Dosenpfand dazu ob es Dir gefällt oder eben nicht ist dabei irrelevant. Warum man Menschen auf ein Volksfest reduziert ist mir schleierhaft aber es ist amüsant dass Du den Menschen dort Oberflächlichkeit vorwirfst, denn ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung wie oberflächlich man sein muss um ein ganzes Land ja fast einen Kontinent, welcher soviel einzigartiges zu bieten hat als nicht bereisenswert zu empfinden oder um keinen vernünftigen Grund finden zu können dorthin zu reisen.

Die Schnitzerei war übrigens ein Geschenk und ich habe dafür nicht einen Dollar gezahlt.

Mal noch ne frage nebenbei, bist du der zweit Account von godlike?

Ob sich godlike jetzt beleidigt fühlt? :confused::D

Ich glaube unsere Ansichten könnten oft nicht unterschiedlicher sein, daher ist die Frage wahrscheinlich nur Trollerei. Die Mods kennen meinen ursprünglichen Account welchen ich damals habe löschen lassen. Wenn Du das alles (USA&CO) gerne näher erörtern möchtest dann würde ich vorschlagen Du machst einen eigenen Thread dazu auf.
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Ich muss ja eine ziemlich exotische Meinung haben wenn bei einer Übereinstimmung mit einem anderen User gleich von einem Zweitaccount ausgegangen wird :D Ich kann euch beruhigen, so was brauch ich nun wirklich nicht :D

sondern dass eine nicht-angabe obwohl man einen account hat als falschangabe gewertet wird (falls es rauskommt) und unter strafe gestellt wird..
Nun ja, das wäre dann schon penetranter. Daran glaube ich zwar nicht aber wenn dem so sein sollte erstellt man sich halt in ner Minute so nen drecks Account damit die zufrieden sind :D
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

das was godlike sagt...
und vor allem - die ESTA wird im Voraus gemacht nicht dort am Flughafen - die Kommentare von "usern" in der News oben stehend sind also Quatsch.
Das man nichts angibt und vor Ort abgewiesen wird (Online aber angenommen wurde) wird nicht passieren.

Mich würde es nicht mal wundern wenn solche Fragen in div. Einreiseformularen in anderen Ländern schon lange normal sind (optional) diese lustigen Flugzeug-Zettel die von Hand ausgefüllt zu 99% eh keiner lesen kann und normal bei Anreise in einen großen Topf geworfen werden - sind ja mit diversen netten Fragen gespickt.
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Dazu zitiere ich mal sinngemäß Etienne Garde:
"Den Amerikanern Oberflächlichkeit zu unterstellen ist so ein Standard-Vorwurf der Deutschen. Nur weil man da angelächelt wird und mit jedem unverbindlichen Smalltalk führen kann. Ich erkenne im Gegenzug nichts tiefgründiges daran in Deutschland nur auf unfreundliche Menschen zu treffen. Letztlich ist man als Person doch beiden scheißegal. In den USA wie in Deutschland. Aber dann werde ich doch lieber angelächelt und unterhalte mich nett. Der Fehler ist, dass wir Deutschen dann immer völlig entrüstet sind, dass der nette Zeitungshändler einfach nur höflich war und sich trotzdem nicht für einen interessiert in Wirklichkeit."

Dem schließe ich mich an.



Ja wenn das der „Eddy“ von Game One sagt...wer Freundlichkeit und Oberflächlichkeit in eine Topf wirft dem ist aber auch nicht mehr zu helfen.

Von einen freundlichen Menschen erst recht im Service Bereich erwarte ich doch kein Interesse an meiner Person selbst.

Die Oberflächlichkeit die den US-Bürgern vorgeworfen wird beruht sich doch auf die fehlende Notwendigkeit beziehungsweise das fehlende Bedürfnis, sich mit dem Gegenüber wirklich und tiefer auf ein Gespräch oder eine Beziehung einzulassen.
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Die Oberflächlichkeit die den US-Bürgern vorgeworfen wird beruht sich doch auf die fehlende Notwendigkeit beziehungsweise das fehlende Bedürfnis, sich mit dem Gegenüber wirklich und tiefer auf ein Gespräch oder eine Beziehung einzulassen.
Das sagst du. Ich kann das für mich nicht bestätigen.
Der Prozentsatz an Leuten, der für tiefgründige Gespräche oder Beziehungen übrig bleibt, ist letztlich nicht anders als in Deutschland.
Von 100 sind das vielleicht 2.
Der einzige Unterschied ist, dass die restlichen 98 in den USA mitunter trotztem so tun, als ob das anders wäre.
Nur was daran jetzt so schlimm sein soll, das verstehe ich eben nicht. Im Gegenteil.
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Die Oberflächlichkeit die den US-Bürgern vorgeworfen wird beruht sich doch auf die fehlende Notwendigkeit beziehungsweise das fehlende Bedürfnis, sich mit dem Gegenüber wirklich und tiefer auf ein Gespräch oder eine Beziehung einzulassen.
Kann ich so auch nicht bestätigen. Der Kassierer im Supermarkt, der kurze Schwatz beim Rauchen, Ok mag sein. Hier wird man dafür im Supermarkt angeschnauzt und führt einen Smalltalk beim Rauchen. Die Leute die ich aber so kennen gelernt habe, also mehrmals gesehen, waren definitiv nicht so drauf. Einer davon war jetzt sicher schon 5 mal in Deutschland, davon zwei mal an Weihnachten! Das sind eben genau die Vorurteile. Die denken genau so kritisch über Trump oder die jetzige Regierung. Finden das Waffengesetz scheiße. Sind weder fett noch dumm. Essen nicht nur Burger und Pommes. Es sind halt normale Menschen. So wie es sie überall gibt.

Denen soll ich jetzt keine Chance geben sie zu besuchen bzw. das Land zu bereisen weil irgendwelche Sesselfurzer diese grenzdebile Idee mit den Accounts von sozialen Medien hatten? Ne, mit mir nicht! Jetzt erst recht :D
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Mich würde es nicht mal wundern wenn solche Fragen in div. Einreiseformularen in anderen Ländern schon lange normal sind (optional) diese lustigen Flugzeug-Zettel die von Hand ausgefüllt zu 99% eh keiner lesen kann und normal bei Anreise in einen großen Topf geworfen werden - sind ja mit diversen netten Fragen gespickt.

ich bin einigermaßen rumgekommen und musste myriaden solcher zettel ausfüllen - in keinem einzigen land wurde irgendwas gefragt, was nicht mit der reise zu tun hat (reisedaten, zweck, aufenthaltsort) oder nicht im pass und/oder visum vermerkt ist, allenfalls der beruf.. selbst in china interessiert es die nicht, was du im internet machst (die chinesen kriegen davon ja nichts mit :D)..
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Ja - aber dafür "Bringen sie waffen mit" "Geschäftlich / Urlaub" ... das ist "eigentlich" für den Aufenthalt auch nicht relevant. Wenn du Geschäftlich ankreuzt musst ja auch keine Abgaben zahlen weil du mit jemand Kaffee-Trinken warst etc.

Was nun "nötig" ist oder nicht ist eine sehr persönliche Ansicht des Reisenden ^^

---- also nicht das die Frage nach Waffen an sich nicht Interessant ist - nur wer macht da die Angabe *Ja*?
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

in singapur weisen sie dich zumindest freundlich darauf hin, dass man für drogenbesitz gehängt wird, aber ankreuzen muss man da nix :D.. es stimmt auch, dass es mancherorts zusatzkärtchen mit einer "kompakten" zoll- und gesundheitserklärung gibt ("waren Sie in den letzten 6 wochen in afrika?") und man einfach überall "nein" ankreuzen muss.. wahrscheinlich ist das eine juristische auflage, um vorsatz nachzuweisen, wenn es bei einer kontrolle rauskommt.. ob urlaub oder geschäftlich fragt glaube ich jedes land, das einreiseformulare hat - das ist wohl eher reines interesse für die statistik..
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Ja aber da sind wir ja schon beim Thema - das könnte die Frage nach einem Profil auch sein ...
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

ich sehe da schon einen signifikanten qulitativen unterschied.. vielleicht als analogie: dem einen reicht es, deine diplomurkunde/abschlusszeugnis zu sehen, der andere will aber unbedingt zugriff auf alle deine arbeiten und hausaufgaben haben.. allein für statistische zwecke oder irgendeine legitimierung braucht man letzteres eben nicht, sondern nur für den ganz bestimmten zweck, leichter in die privatsphäre eingreifen zu können, falls es mal "nötig" wird..
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

Nun ja... Wer in seinem fb Profil für *anonym* private Infos frei gibt, gibt sie eh der Öffentlichkeit Soso auch den usa...

Mit meiner Profil id gibt es genau eines, ein Photo von der Seite sonst nichts....

Und fb wehrt sich zumeist auch Infos weiter zu geben vor allem ohne richterliche Anordnung, sprich ich bezweifele das die Behörden dann mit dem Namen inoffiziell an Infos kommen die Freunden vorbehalten sind...
Somit ist das Gleichnis eher unpassend, ein Bild bekommen sie eh....
 
Re: Künftige Gleichung für Einreisewillige in die USA: kein Facebook + kein Messenger

jede analogie hat ihre grenzen - dann ist es meinetwegen im vorigen beispiel irgendeine bildungseinrichtung, die entweder nur dein zeugnis oder alle deine arbeiten sehen will; notfalls könnte sie das auch selbst rausfinden, zwingt dich aber, dies offenzulegen, um es ihr leichter zu machen.. klar, das farcebuch ist sowieso öffentlich und ich habe nichts zu befürchten, weil ich solche sachen nicht nutze, aber allein ein solcher vorstoß impliziert einen paradigmenwechsel in der unschuldsvermutung: man soll gezwungen werden, bei einer anlasslosen überprüfung nicht reiserelevanter persönlicher daten mitzuhelfen - ja, diese daten sind zwar öffentlich, aber sie haben ohne anlass keine behörden zu interessieren, genausowenig wie mein (öffentlich einsehbarer) bildungsabschluss, eventuelle eintragungen in irgendwelche register (handelsregister, ärzteverzeichnis, steuernummern usw.) oder auch meine amazon-rezensionen.. wenn ich davon ausgehen muss, dass all diese öffentlich zugänglichen dinge ohne anlass von irgendwelchen einreisebehörden überprüft werden, muss ich mich bei öffentlichen äußerungen oder gar bei meiner berufswahl selbst zensieren/einschränken, um jenem staat nicht möglicherweise auf die füße zu treten, oder mit einer sonderbehandlung rechnen..

zumindest bin ich der meinung, dass man den behörden nicht sein komplettes leben offenlegen muss, auch wenn es für die behörde ohnehin öffentlich zugänglich ist, weil es für ihre aufgabenerfüllung einfach nicht notwendig ist.. in einer geschäftsbeziehung zu einer fremden person lege ich ja auch nicht alles direkt offen, was man über mich herausfinden kann.. wenn derjenige mich stalken will, kann er das gerne tun und ebenso kann die behörde das tun, wenn anlass dazu besteht - und im fall der behörde ist dies eben sanktioniert, d.h. muss einen guten grund haben, allein schon weil es ressourcen bindet..

in diesem konkreten fall geht es wahrscheinlich nur um die kosten - das amiland ist ja im klassischen sinne kein rechtsstaat (unschuldsvermutung existiert nicht), daher ist es ihnen egal ob "anlasslos" oder nicht, aber eine umfassende suche nach allen online-präsenzen bindet manpower und kostet richtig geld, besonders als massenüberwachung.. wenn man diese dinge aber offenlegen muss, spart das enorm viel arbeit und die überprüfung der "gesinnung" kann in viel größerem stil und/oder gar automatisiert geschehen..
 
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