Internetbetrug - was tun?

Nero

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16 Juli 2013
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Heute bekam ich folgende Mail:

Sehr geehrter Vertragsnehmer xxxxx,

wir bedanken uns herzlich, dass Sie sich für uns entschieden haben.

Die monatliche Abo Gebühr beträgt 49,90 €. Die Laufzeit Ihres Vertrags beträgt 12 Monate und kann jeweils zum Monatsende gekündigt werden. Wir weisen Sie freundlich darauf hin, dass durch die Annahme der AGBs von Video Plattform AG ein rechtskräftiger Vertrag abgeschlossen wurde.

In der beigefügten Datei finden Sie nochmal die Rechnung mit unseren Impressum. Wir bitten um Überweisung des Rechnungsbetrages innerhalb von 7 Tagen an die im Vertrag genannte Bankverbindung. Sollten Sie unser Angebot nicht annehmen, können Sie ohne Probleme innerhalb von 2 Wochen mit Hilfe des im Anhang erhaltenem Schreiben den Vertrag kündigen. Sollten wir weder eine Zahlung, noch eine Kündigung innerhalb von 7 Tagen erhalten, werden wir die Kosten des Mahnverfahrens und Verzugszinsen Ihnen in Rechnung stellen müssen.

Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Unterhaltung auf unserer Plattform.

Mit freundlichen Grüßen.

PayOnline Office AG Benjamin Sprenger
Video Plattform AG

Ich kenne diese Firma überhaupt nicht, interessiere mich für Videoplattformen nicht, war also nicht mal per Netz auch nur in dieser Gegend.

Was mir nachträglich auffällt:

Beim Start des Rechners wurde ich zu einem Java-Update aufgefordert, massiv, der Bildschirm blieb abgedunkelt. Ich habe das mehrmals weggeklickt, heute habe ich das Update erlaubt.
 
Haben die irgendwelche Realdaten von Dir? Vom Namen mal abgesehen, bei armin.brotzeit@web.de könnte man ja noch vermuten, dass der Besitzer der Mail Armin Brotzeit heißt.

Wenn sie da nicht mehr bieten können, in die Tonne mit der Mail.

Edit: Bitte vorsichtig mit dem Anhang umgehen! :)


Grüße
Thomas
 
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  • #3
Den Namen haben sie, mehr sehe ich nicht und können sie nicht haben. Über den Namen kommen sie natürlich auch an die Adresse.

Der Anhang ist gepackt, habe ihn nicht ausgepackt, aus Vorsicht.

Ich habe eine Antwort geschickt: Habe nie einen Vertrag geschlossen, kenne die Firma überhaupt nicht.
 
Auf eine solche Spammail zu antworten, ist nicht unbedingt immer eine gute Idee. Spätestens jetzt weiß nämlich derjenige von dem die Mail kommt, dass es Deine Adresse wirklich gibt und könnte Dir so noch mehr Spam zuschicken. Gleiches passiert auch mit dem Abbestellen-Link in manchen Newslettern.

Wenn Du also die Firma nicht kennst, noch nie auf deren Seite warst und sie erst recht keine brauchbaren Realdaten von Dir liefern können: Direkt in die Tonne mit der Mail und ignorieren.


Grüße
Thomas
 
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  • #6
Danke Euch beiden, Ihr habt mir sehr geholfen.

Leider hatte ich die Antwortmail schon abgeschickt. Man will halt was tun. Sollte man aber nicht. Mist.

Trotzdem bin ich jetzt beruhigt.

Merci!
 
Da die E-Mail keine Kontoverbindung enthält, dient sie mutmasslich nur dazu, dich dazu zu bewegen, den Anhang zu öffnen, der wohl Malware enthält - entweder direkt in Form eines Binaries (ggf. mit einer eher ungewöhnlichen Dateierweiterung wie `com` oder `scr` statt `exe`) oder in Form eines Exploits für eine bekannte Schwachstelle z.B. in Adobe Reader oder Microsoft Office.
 
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  • #8
Das ist logisch.

Aber die könnten es ja auch so machen, dass sie später eine Rechnung schicken.

Dann brauchen sie meine Bankverbindung nicht.
 
Ich habe eine Antwort geschickt: Habe nie einen Vertrag geschlossen, kenne die Firma überhaupt nicht.

Falsches Vorgehen, solche Emails solltest du nie beantworten.
Damit sagst du nur, dass du die Email erhalten hast und ihr Beachtung schenkst. Herzlichen Glückwunsch, du wirst mehr davon bekommen.


Nur mit Name bekommen die nicht deine Anschrift raus, außer dein Name wäre zufällig einzigartig in Deutschland. Das ist eher zu bezweifeln.
Zumal ich mal davon ausgehe, dass du nicht - insbesondere nicht bewusst - einen Vertrag mit denen abgeschlossen hast. Wenn dich ein Unternehmen nicht deutlich darauf hinweist, dass du ein kostenpflichtiges Abo abgeschließt, dann gilt der Vertrag, den du sogar über deine Emailadresse abgeschlossen haben könntest, als nichtig. [Anm: Damit ein rechtsgültiger Vertrag zustande kommt müssen dir eben das Ausmaß und die Folgen des Vertrags deutlich mitgeteilt werden, ein grau-auf-grau-Hinweis versteckt in einem Spoiler oder ähnliches ist nicht gültig! Wenn du also nicht tatsächlich bewusst einen kostenpflichtigen Abo-Vertrag geschlossen hast, kannst du davon ausgehen, dass dieser auch nicht gültig ist.]
Selbst wenn sie dir per Post - das werden sie allerdings nicht! - eine Rechnung schicken, kannst du diese in den Papierkorb werfen oder noch besser gleich Anzeige erstatten.

Wie schon gesagt wurde, das ist ein derzeit kursierender Betrugsversuch, nicht mehr.
 
"Wir bitten um Überweisung des Rechnungsbetrages innerhalb von 7 Tagen an die im Vertrag genannte Bankverbindung. Sollten Sie unser Angebot nicht annehmen, können Sie ohne Probleme innerhalb von 2 Wochen mit Hilfe des im Anhang erhaltenem Schreiben den Vertrag kündigen. Sollten wir weder eine Zahlung, noch eine Kündigung innerhalb von 7 Tagen erhalten, werden wir die Kosten des Mahnverfahrens und Verzugszinsen Ihnen in Rechnung stellen müssen. "

Wenn ich mich nicht irre ist da doch ein Widerspruch ansich in dem Text. 7 Tage dann 14 Tage dann wieder 7 Tage.
Also wenn ich das in einer E-Mail lese dann reagiere ich nur so das die Mail in den Papierkorp kommt.
 
Ich hab vor kurzem ebenfalls mal eine E-Mail bekommen, die eine "Rechnung.exe" im Anhang hatte. Hab schon überlegt, ob ich mal mit Wine drauf loslass, um zu sehen, was da drinsteckt. Aber aufgrund eines Multilib-Problems funktioniert wine zur Zeit grad nicht. Also kann ich leider nichts mit exe-Dateien anfangen.

Ich hatte aber mal einen anderen Fall. Ist ca. 10 Jahre her. Damals hab ich als arme Studentensau jedes dämliche Gewinnspiel mitgemacht, was dann dazu geführt hat, dass ich mich vor Spam kaum noch retten konnte. Irgendwie hatte ich damals wohl auch ein Testangebot für irgendwas angenommen, wo dann in den AGB drinstand, das automatisch ein kostenpflichtiger Vertrag entsteht, sofern man nicht innerhalb von 2 Wochen widerspricht.

Das Ganze ist natürlich mittlerweile sittenwidrig. Geht man auf Konfrontation, bekommt man zwar erst mal böse Briefe von irgendwelchen Inkassounternehmen, hat aber nichts zu befürchten, wenn man hartnäckig bleibt.

Ich hab's damals anders gelöst. Ich hatte damals den HTML-Code meines Webmailanbieters mit der Gesendete-Nachrichten-Ansicht gespeichert. Dann hab ich einen Editor genommen und hab eine versendete Nachricht etwas "angepasst". D.h. ich hab den Widerspruch geschrieben und dazu das Absendedatum in den entsprechenden Zeitraum gelegt. Das Ding hab ich dann in den Browser geladen (URL anpassen!), einen Screenshot gemacht und den in einer bösen Mail, dass die Deppen mal gefälligst ihre E-Mails besser kontrollieren sollen, an die Firma zurückgeschickt. Nach ein paar Tagen kam dann die Antwort, in der sie sich entschuldigt und die Sache als erledigt erklärt haben.

Im Normalfall wäre das natürlich Betrug, wenn es rauskommt. Aber in dem Fall hab ich die Ganoven nur mit ihren eigenen Waffen geschlagen und mir dadurch weiteren Ärger erspart.
 
Auf eine solche Spammail zu antworten, ist nicht unbedingt immer eine gute Idee.

Auf solche eMails zu antworten ist grundsätzlich immer eine schlechte Idee. Erstens gibt man damit Preis dass das Empfängerkonto aktiv genutzt wird und zweitens landet man damit in der Regel sofort auf Spam-Listen.
 
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  • #13
Wenn ich mich nicht irre ist da doch ein Widerspruch ansich in dem Text. 7 Tage dann 14 Tage dann wieder 7 Tage.
Also wenn ich das in einer E-Mail lese dann reagiere ich nur so das die Mail in den Papierkorp kommt.

Du hast ja so Recht, und ich muss mich wirklich schämen, wegen dieser Mail kopflos wie ein aufgescheuchtes Huhn herumgeflattert zu sein.

Nächstes mal passiert mir das nicht wieder, aber diesmal war es das erste Mal.

Und zum Glück gab es Euch, Ihr habt meinen Seelenfrieden repariert.

Es ist nämlich saublöde, so eine Mail zu bekommen, und nicht zu wissen, was man machen soll. Das hätte mich glat um den Schlaf bringen können, weil es wie ein Wurm im Hirn sitzt.
 
Einfach nach "Video Plattform AG " auf Google suchen: Man liest entweder "Achtung Betrug" oder "vorsicht Trojaner".
 
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  • #15
Mensch, genau das hätte ich machen sollen.

Die Betrüger sind sogar schon amtlich erfasst, im Präventionsportal der Polizei Niedersachsen.



Möge der Mist, den ich angestellt habe, anderen eine Lehre sein:

Erst googeln, dann ngb kontaktieren wegen Hilfe, erst danach handeln.
 
Mach dir nichts draus, es hätte wesentlich schlimmer kommen können. Zum Beispiel, wenn du tatsächlich bezahlt hättest.
Aber wunder dich nicht, wenn in nächster Zeit noch mehr kommt, schließlich hast du deine Email-Adresse bestätigt.

Auch wenn jetzt angebliche Mahnungen kommen, kannst du diese Ignorieren. Erst wenn etwas von einem Inkassounternehmen kommen sollte, was stark anzuzweifeln ist, solltest du reagieren. Da kannst du dich informieren, ob es das Inkassounternehmen wirklich gibt und dann einfach Widerspruch einlegen. Dann liegt die Beweislast nämlich beim Inkassounternehmen bzw. dieser "Video Plattform AG".

Du kannst dich aber auch noch mal hier melden, wenn du Zweifel hast.
 
Nun bist du um eine wichtige Erfahrung reicher, Nero. :)

Habe vor Jahren den Fehler gemacht und einen nicht bestellten Newsletter "abbestellt".
Danach habe ich an einem einzigen Tag über 100 Spammails erhalten und mich vom Postfach getrennt.
 
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  • #18
Nun bist du um eine wichtige Erfahrung reicher, Nero. :)

Aber gottseidank nicht um 600 Euro ärmer. Es hätte schlimmer kommen können.

Wann ging denn bei Dir die Spam-Lawine los?

Bei mir ist es bislang noch still.

Hoffentlich deshalb, wei die Provider ihre Spamfilter verbessert haben.
 
Ja, sei froh. :)

Schätze, die Flut fing nach ein paar Tagen an. Ist schon 2-3 Jährchen her.
Im Newsletter ging es um irgendwelche Kosmetikprodukte. Der Spam kam dann hauptsächlich auch aus dieser Ecke.
Dabei verwende ich schon ewig nur Nivea, für oben, unten, vorne und hinten. :D

"Gefühlt" lässt GMX bei mir mehr Spam durch als früher.
 
Sollte was von Inkassos kommen, würde ich ebenfalls nicht reagieren. Erst wenn was vom Gericht kommt (Mahnbescheid z.B.).

Und ansonsten wirklich in Papierkorb, falls sowas nochmals kommt von irgendwelchen unbekannten Absendern. Lass dich durch das Rechtsanwalt Dingens nicht irritieren.
 
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