Grippeviren und Grippeimpfstoffe können im Körper offenbar eine gefährliche Immunreaktion auslösen, die zur Schlafkrankheit Narkolepsie führt. Diesen Effekt hat eine Forschergruppe um Emmanuel Mignot von der kalifornischen Stanford University entdeckt. Die Experten fanden einen molekularen Mechanismus, der unter anderem erklärt, wieso im Jahr 2009 vor allem in Skandinavien nach Reihenimpfungen gegen die
eine erhöhte Zahl von Menschen die unheilbare Narkolepsie entwickeln. Ein Leben lang leiden sie unter unkontrollierbaren Schlafattacken, hartnäckiger Müdigkeit und Muskelschwäche.
Den Stanford-Forschern zufolge ähneln Teile des Grippe-Erregers H1N1 einem Protein namens Orexin (auch Hypocretin genannt), das im menschlichen Gehirn für das Essverhalten und den Schlafrhythmus zuständig ist. Die Bestandteile des Virus stacheln bei manchen genetisch dafür besonders anfälligen Menschen das Immunsystem an. Es bekämpft nicht nur den Eindringling, sondern auch die Hirnzellen, die das Hormon Orexin produzieren, und löst so Narkolepsie aus (
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