Gymnasium Auerbach: Erpresser fordert 10.0000 Euro in Bitcoin von Polizei

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Im vogtländischen Auerbach stellte ein Unbekannter, der unter dem Namen „FCKGGA“ agiert, am Wochenende in einem Erpresserschreiben, das im Internet auftauchte, . Darin verkündete er: „Ich fordere bis zum Sonntag eine Zahlung in Höhe von 10.000 Euro per Bitcoin.“ Ansonsten würden die „Bestellungen weitergehen und evtl. noch mehr passieren“. Die Drohungen sind gegen das Goethe-Gymnasium Auerbach gerichtet. An der Schule herrscht seither , .



Konkret heißt es in dem Schreiben: Zahlt die Behörde, „werde ich und mein Team“ die Bestellungen [an die Lehrer vom Goethe Gymnasium] stoppen. Niemand werde zu Schaden kommen. Zahle die Polizei nicht, werde noch mehr passieren: „Eventuell lasse ich mir auch noch etwas schickes bzgl. eines Amoklaufes einfallen.“ Am Mittwoch : „Ein anonymer Erpresser hat am Dienstagnachmittag seine Forderungen vom Sonntag gegenüber der Polizei konkretisiert.“ Der Erpresser habe angekündigt, die Serie von Warenbestellungen im Namen der Schule oder einzelner Lehrer zu beschleunigen, wenn seine Geldforderungen nicht erfüllt werden. Ferner schreibt er: „10.000 Euro oder es gibt Tote.“ Der Kriminelle verlängerte nun den Zahlungstermin bis Freitag, 18 Uhr.



Schon seit Monaten ist die Situation am Goethe-Gymnasium Auerbach angespannt. Dem Erpresserbrief vorausgegangen sind bereits fingierte Warenbestellungen über das Internet, die seit ca. einem Jahr andauern und hauptsächlich für Lehrer bestimmt waren. Diese erhielten so in Folge Haushaltsgeräte, PC-Technik, Reisen und wiederholte Pizzabestellungen. Die Anzahl der Lieferungen bezifferte die Polizei bis Ende Mai 2018 auf über 90. Über die Schadenshöhe ist aktuell nichts bekannt. Die Vorfälle an der Schule fanden im Frühjahr 2018, in einem im Netz angekündigten Amoklauf am Pfingstwochenende, ihren Höhepunkt. Daraufhin fiel für mehrere Tage der Unterricht für ca. 600 Schüler aus, Abi- Prüfungen wurden verschoben.

Im Fokus der damaligen Ermittlungen stand ein 14-jähriger Schüler des Gymnasiums zusammen mit seinem Vater. Die beiden sollen die Bestellungen seinerzeit getätigt und zudem den Amoklauf im Internet angekündigt haben. Beide wurden zunächst verhaftet, allerdings schon nach kurzer Zeit danach wieder freigelassen, weil der Tatverdacht auch nach Wohnungsdurchsuchungen nicht erhärtet werden konnte. Der Achtklässler wäre jedoch in der Vergangenheit bereits durch Gewalttätigkeit aufgefallen. Im Januar 2018 bedrohte er einen Mitschüler mit einem Taschenmesser, Auch bei drei weiteren Jugendlichen fanden Hausdurchsuchungen statt. Inzwischen hat sich der Kreis um einen weiteren Verdächtigen erweitert. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es in diesem Zusammenhang sechs Beschuldigte, gegen die ermittelt wird. Hans-Christian Fink, Sprecher der Staatsanwaltschaft Plauen, sagte, in keinem Fall reicht es bisher zu einer Anklage. Mit dem Ferienbeginn hofften alle Betroffenen, dass die Normalität zurückkehren würde, allerdings sahen sie sich darin getäuscht. In der vorigen Woche sei es laut Polizeisprecher Oliver Wurdak zu weiteren Warenbestellungen, einer Essensbestellung, für einen Lehrer gekommen. Einen Zusammenhang der Taten im Mai mit der jetzigen Erpressung bestätigte die Polizei nicht.

Im Ergebnis der Ermittlungen und der vorliegenden Erkenntnisse gebe es keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer konkreten Gefährdungslage. Die Ermittler haben einen Kreis von Tatverdächtigen identifiziert, den oder die Erpresser allerdings noch nicht aufgespürt. , dass für Schüler und Lehrer keine Gefahr bestehe, denn ab Montag werde die Polizei vor dem Gymnasium wieder präsent sein: „Wir sind als Polizei zum Anfassen vor Ort“. Der Polizei gehe es darum, alles zu unternehmen, um der „gefühlten Unsicherheit im betroffenen Personenkreis rund um das Gymnasium entgegen zu wirken.“ Wurdak gibt weiter bekannt: „Die Beamten der extra eingerichteten Ermittlungsgruppe der Zwickauer Polizei werden unterstützt von Spezialisten des Landeskriminalamts Sachsen und arbeiten im engen Schulterschluss zur Staatsanwaltschaft Zwickau mit Hochdruck an einer Bewältigung der Lage und der Verhinderung einer weiteren Eskalation der Situation.“

Arndt Schubert, Sprecher der Landesschulbehörde in Zwickau bekundet, am Goethe-Gymnasium Auerbach laufe der Schulbetrieb dennoch normal weiter. Auch Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert vertraut auf die Arbeit der Ermittler: „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Ermittlungsbehörden, der Schulleitung und der Schulbehörde, um notwendige Maßnahmen abzustimmen“, so Deckert. Knut Kirsten, Schulamtsleiter der Stadt Auerbach, ist der Mittelsmann zwischen Eltern, Schule und Polizei: „Die Texte, die im Internet stehen, werden durch Spezialisten des LKA untersucht. Nach dem Vergleich mit ähnlichen Gemengelagen geht die Polizei nicht davon aus, dass mit der Umsetzung der Tat in irgendeiner Weise zu rechnen wäre.“ Natürlich wäre das subjektive Empfinden der Eltern und Schüler darüber anders. So wäre seit Dienstag an der Schule auch Schulpsychologen im Einsatz: „Es ist auch geplant, dass am Donnerstagabend in der Schule eine Zusammenkunft mit den Elternsprechern stattfinden soll, bei der die Polizei noch einmal eine Einschätzung der Lage geben wird.“

Alle Beteiligten, wie Polizei, Staatsanwaltschaft, Landesschulamt, stimmen darin überein, dass der Fall des Gymnasiums Auerbach sowohl von der Dimension, als auch von der Dauer her bisher einzigartig ist. So gehe es, gemäß einer Stellungnahme des Sprechers der Staatsanwaltschaft Plauen, Hans-Christian Fink, um Nachstellung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, beides Straftatbestände, die laut Fink mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden können. Darüber hinaus stehen Beleidigungen und Bedrohungen an – und seit jetzt auch eine Erpressung. Laut dem Landtagsabgeordneten Sören Voigt (CDU) soll der Fall nun auf Schulebene zur Chefsache werden. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) habe auf seine Initiative hin seinen baldigen Besuch in Auerbach angekündigt, gab Voigt an.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Diese erhielten so in Folge Haushaltsgeräte, PC-Technik, Reisen und wiederholte Pizzabestellungen.
DER Klassiker. ;)

Ansonsten 2 Leute kurzzeitig eingenastet, mehr als eine handvoll Hausdurchsuchungen und sie stehen mit leeren Händen da.
Da sieht man mal, wie schnell man ne Verhaftung und ne Hausdurchsuchung an der Backe hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ist den 10.0000 für ein Betrag? Soll das jetzt 10.000€ bedeuten oder ist der Punkt verrutscht und es sind 100.000€ gemeint? Irgendwie irritiert mich die Schreibweise. Oder ist das bei Bitcoin anders in der Schreibweise? Bitte klärt einen alten Mann auf :D
 
Leider käme eine kriminelle Karriere für mich nicht in Frage, aber wenn, dann würde ich auch 10.0000 Euro verlangen, just for teh lulz.
 
Dem Erpresserbrief vorausgegangen sind bereits fingierte Warenbestellungen über das Internet, die seit ca. einem Jahr andauern und hauptsächlich für Lehrer bestimmt waren. Diese erhielten so in Folge Haushaltsgeräte, PC-Technik, Reisen und wiederholte Pizzabestellungen. Die Anzahl der Lieferungen bezifferte die Polizei bis Ende Mai 2018 auf über 90.


Oliver Wurdak versichert, dass für Schüler und Lehrer keine Gefahr bestehe, denn ab Montag werde die Polizei vor dem Gymnasium wieder präsent sein: „Wir sind als Polizei zum Anfassen vor Ort“. Der Polizei gehe es darum, alles zu unternehmen, um der „gefühlten Unsicherheit im betroffenen Personenkreis rund um das Gymnasium entgegen zu wirken.“ Wurdak gibt weiter bekannt: „Die Beamten der extra eingerichteten Ermittlungsgruppe der Zwickauer Polizei werden unterstützt von Spezialisten des Landeskriminalamts Sachsen und arbeiten im engen Schulterschluss zur Staatsanwaltschaft Zwickau mit Hochdruck an einer Bewältigung der Lage und der Verhinderung einer weiteren Eskalation der Situation.“

Ich stelle mir gerade die Lehrer vor, die da normalerweise vor Angst wegen der Bestellungen zitternd in der Schule hocken würden, aber jetzt beruhigt darauf vertrauen dürfen, dass die Polizei den DHL-Mann, Pizzaboten oder einen anderen Lieferanten rechtzeitig vor der Schule abfängt. :D
 
OT: Ist das Zufall, dass in Auerbach das Gymnasium nach Goethe benannt ist, oder liegt es doch an dem Leibziger Gasthaus, welches bei dem Dichter Erwähnung fand?
 
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