[Technik] Großes Interesse an Hyperloop nach erster Demonstration der Antriebstechnik

Bei Hyperloop handelt es sich um ein Konzept eines Hochgeschwindigkeitstransportsystem, dass Transportkapseln auf über 1000 km/h beschleunigen soll. Weiterhin soll es auf Strecken bis 1500 Kilometern deutlich schneller als ein Passagierflugzeug und billiger als eine Bahnreise sein.

Am 11.05.16 hat das Unternehmen Hyperloop One die Antriebstechnik öffentlich . Bei dieser Präsentation wurde ein Schlitten innerhalb einer Sekunde von 0 auf 160 km/h beschleunigt, um zu zeigen was mit der verwendeten Antriebstechnik möglich ist.

Seit der Präsentation haben sich einige Interessenten beim Standort-Wettbewerb beworben. Im Rahmen dieses Wettbewerbs sollen die Bewerber darlegen, warum ihr Land, Region oder ihre Stadt besonder gut für den Bau einer Hyperloop-Strecke geeignet ist. Laut Knut Sauer (Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung bei Hyperloop One) beziehen sich viele Bewerbungen z. B. auf die Anbindung von Flughäfen und der jeweiligen nächstgelegen Stadt.

Zu den Interessenten gehören auch diverse Bahngesellschaften. So ist die Deutsche Bahn beispielsweise Partner von Hyperloop One und unterstützt die Entwicklung. Die staatliche französische Eisenbahngesellschaft (SNCF) ist zudem an Hyperloop One beteiligt.

Quelle:
 
- Segmente der Strecke können per Schleuse abgeriegelt werden und das Fast-Vakuum kann in diesen entfernt werden. Innerhalb eines Segments gibt es X Ausstiegsmöglichkeiten.
- Die Röhre kann im worst case komplett "entvakuimiert" werden
- Atemgeräte sind für jeden Passagier vorhanden und neben der Strecke ist ein "Fußgängerweg" für Notfälle vorhanden. Wie in diversen Autotunnels.
- Man schneidet "einfach" in Loch in die Röhre und ersetzt danach das betreffende Segment.

notbelüftung und evakuierung der passagiere dürfte kein großes problem sein (wobei atemmasken wie im flugzeug gegen vakuum nicht helfen werden ;)).. viel problematischer ist es, wenn bei 1000km/h irgendwas passiert, und sei es nur ein leck in der röhre, wodurch sie schlagartig mit luft geflutet wird oder sogar implodiert.. das endet immer und garantiert mit einem totalverlust, weil das ding eben nicht kurz vor der schadstelle schnell anhalten kann..
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #22
Ja aber keinusername hat schon recht, das obige Video zeigt das ganze auf herkömmlichen Schienen. Das wäre im Grunde ein erweiterter ICE.

In dem Video wurde das erste mal der Antrieb auf einer Teststrecke öffentlich vorgestellt. Nicht mehr.

Aber ja 1000KM/H und dann ein Unfall, oho.

Dann ist man recht wahrscheinlich genauso tot wie wenn man mit einem Auto mit 190 Sachen z. B. in ein Stauende rast. Oder wenn man mit dem Flugzeug abstürzt. Oder wenn man über die Straße geht und man wird mit 100 km/h von einem anderen Verkehrsteilnehmer über den Haufen gefahren. Usw.
 
@braegler:

Aber was spricht z. B. gegen Milchpulver? Oder diverse Flüssigkeiten wie Wasser? Entsprechend widerstandsfähige Container vorausgesetzt.

Das Massenträgheitsmoment. Nimm mal eine Flasche Wasser, beschleunige sie ruckartig und bremse dann genau so und schau was passiert. Das wäre unglücklich für das Fahrverhalten.
 
"Ruck" bezieht sich allerdings auf den Anstieg der Beschleunigung. Eine konstant hohe Beschleunigung würde keinen Ruck verursachen :p
 
Ich sehe die Technologie eher unproblematisch. Fakt ist: Die Menschen brauchen günstige Transportmittel die auch weite Strecken möglichst schnell zu überwinden sein müssen. Sicherlich ist solch eine Loop Risikoreich aber imho immer noch sicherer als fliegen. Die Todesrate bei einem Flugzeugabsturz liegt wo? Bei 99%?

Natürlich müssen noch einige wichtige Aspekt geklärt werden aber die Grundidee ist einfach genial, wenn auch nicht neu. Und zum Thema Landschaft verunstalten......ich denke, dass eine Röhre welche oben auf Stelzen steht unproblematischer für die Natur sein dürfte als wenn man einen Tunnel bohren würde. Lärm dürfte es ja aufgrund fehlenden Medium zur Übertragung nicht geben.
 
...weite Strecken möglichst schnell zu überwinden sein müssen...

Warum muss das so sein? Immer schneller und immer weiter weshalb? Viele Menschen kommen jetzt schon mit der Geschwindigkeit nicht klar. Ist das dann die natürliche Auslese wenn viele menschen damit nicht mehr klar kommen?
 
Bitte....der Bruchteil dieser Menschen kann auch nicht fliegen, mit dem Schnellzug fahren usw....das Argument ist müssig.

Aber um auf deine Frage zu Antworten. WEIL DER MENSCH SICH BEWEGEN WILL. Er fliegt stundenlang in die Karibik oder nach Australien um von zuhause weg zu kommen.
Gibt tausende von Euro aus für den Flug wogegen das Hotel nur wenige hundert kostet für 2 Wochen. Was wenn die selbe Strecke auf Festland zum Teil schneller zurückgelegt werden kann für einen Bruchteil der Kosten? Das stressigste an einer Reise? Die lange Reisezeit (es sei den man fliegt Business oder 1st Class). Wir verplempern aktuell einfach zu viel Zeit beim Reisen.
 
Zumal es eben nicht nur die digitale Vernetzung gibt, sondern auch eine materielle und die wird ebenso ausgebaut und beschleunigt wie eben das Internet. Es kann sich auch nie jemand vorstellen, warum die breite Masse Mbit/s Verbindungen braucht.
 
Vor allem könnte man dann auch die Röhre, je nachdem ob es sich rendiert, mit Solarzellen bestücken.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #30
Jetzt wurde eine erste Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Und zwar bezüglich einer Strecke zwischen Helsinki und Stockholm. Inkl. Unterseeverbindung würden 19 Milliarden Euro zusammenkommen. Die Reisezeit würde 28 Minuten dauern.

 
Also bei einer Einwohnerzahl von Schweden ~10 Mio und Finnland von ~5,5 Mio finde ich die Annahme doch sehr hoch gegriffen.

Die Vorhersage basiert auf 42,7 Millionen erwarteten Reisen pro Jahr
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #32
Ich gehe mal davon aus, dass eine Fahrt als eine Reise gewertet wird. Die meisten dieser Reisen sollen ja auf dem Festland stattfinden und unter 20 Euro kosten. Da sowohl Finnland als auch Schweden touristisch beliebt sind, werden hier vermutlich einige "Reisen" zusammen kommen. Alleine vom Flughafen Helsinik (16,4 Millionen Passagiere 2015) nach Helsinik Stadt (15 Kilometer entfernt) dürfte das einiges ausmachen. Ich war vor einigen Jahren mal in Finnland. Autofahren macht da wegen den Distanzen nicht wirklich viel Spaß. Von Elchen usw. auf der Straße mal gar nicht zu reden. Da bleibt im Grunde genommen nur das Flugzeug. Hier dürfte ein Flug von Helsinki nach Turku vermutlich mehr als 20 Euro kosten. Pendler könnten hier auch ins Gewicht fallen. Bei 25 Euro könnte ich mir auch vorstellen, dass einige Finnen in Schweden (und umgekehrt) Urlaub machen. Bzw. dass Touristen in Finnland auch mal einen Abstecher nach Schweden (und umgekehrt) machen. Dann kommen noch einige dazu, die nur wegen Hyperloop anreisen (ähnlich wie bei den Achterbahnen).

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass man so schon auf die 42,7 Millionen Reisen kommen könnte.
 
Update:



Eine futuristische Idee, deren Verwirklichung nicht durch physikalische oder ökonomische Gesetze gebremst oder beendet wird, sondern alleine durch Gier.
Schlecht für alle Projekte die ähnlich innovativ sind und auf Investoren hoffen.
 
Hochgeschwindigkeitszug?
Vakuumröhre?

Erinnert mich an einer Folge aus der Serie Seaquest DSV.
Da gab es auch einen Solchen Zug. Nur gab es gleich auf der Jungfernfahrt einen schweren Unfall. Da sah jemand vom Luftfahrtkonsortium seine Felle wegschwimmen:cool:
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #35
@Cybercat:

Na wie gut, dass die Serie Seaquest nicht auf Tatsachen beruht. ;)

---

Ein ehemaliger Mitbegründer verklagt übrigens Hyperloop One.

 
yeah, Vakuum-röhren... schön retro-scifi.

Nur noch ein, zwei unbedeutende fragen:

wir (Menschheit) haben große Probleme damit Dinge wie Wasser und Rohöl verlustfrei durch Pipelines zu schicken, im ICE ist jeden SOmmer die Klimaanlage kaputt, ab und zu entgleist einer, und Dinge wie ein Berliner Flughafen oder ein Stuttgarter Bahnhof kosten ein Vielfaches von dem was veranschlagt war, und sind bis heute noch nciht ansatzweise fertig...

Wie kommt man da darauf dass es bald möglich sein wir Menschen (!) mit 1000km/h durch Unterdruck-Röhren zu schicken? Woher kommt dieser ungebremste Zukunftsglaube?

Die Überlegungen zu evtl. Unfällen sind ja auch recht putzig. Würde so eine auf 1000 km/h beschleunigte kapsel durch Materialermüdung an der Röhre oder sich selbst verunglücken, wären da halt mal schnell ein paar km Wegstrecke implodiert, nachkommende "Geschosse" verunglücken dann noch innerhalb der Röhre, durch die plötzliche Druckveränderung und vom Passagier dürfte bei dem Momentum dann auch nicht viel mehr als organische Paste übrig bleiben...
Rohrpost an sich war zwar immer ne schöne Idee, aber ich kenne kaum noch jemanden der die heute einsetzt.
Meines Wissens nach ist die ständige Wartung eines der Hauptprobleme, bei kleinen Rohrpostsystemen, oft innerhalb eines Gebäudes, und außerhalb des Einflusses der Außenwelt.

Und nun will man das ganze auf die Stufe "GIGANTISCH" aufpusten, draußen aufstellen, wo es ständiger Sonnenbestrahlung und Wetterverhältnissen ausgesetzt ist, und denkt man kann trotzdem die Widrigkeiten überwinden...

Halte ich für Kolossalen Unsinn. Bei Dingen wie SpaceX war mir recht früh klar dass sich die Ziele im Bereich des möglichen befinden. Die Hyperloop Idee allerdings klingt wie eine weitere "Solar Roadways" Idee. Eine Idee von leuten die physikalische Gesetzmäßigkeiten als Nebensächlich erachten, wenn die Idee doch nur gut genug ist.
 
@Ungesund:

Wie kommt man da darauf dass es bald möglich sein wir Menschen (!) mit 1000km/h durch Unterdruck-Röhren zu schicken? Woher kommt dieser ungebremste Zukunftsglaube?

Es kommt ja auch nicht darauf an, was wir glauben. Hauptsache die Investoren sind überzeugt. An eine Realisierung glaube ich auch nicht. Da gibt es (für mich) einfach zu viele Hürden und Fragezeichen. Andere sehen das wohl positiver, gibt es ja eine Gesellschaft die von Investoren mit Geld versorgt wird. Bleibt abzuwarten wie sich das ganze in den nächsten Jahren entwickelt. Ich persönlich bin da sehr skeptisch.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #39
Wie kommt man da darauf dass es bald möglich sein wir Menschen (!) mit 1000km/h durch Unterdruck-Röhren zu schicken? Woher kommt dieser ungebremste Zukunftsglaube?

Wie kommst du darauf, dass es nicht funktioniert? Und nur weil die bei Hyperloop verbaute Technik diese Geschwindigkeit schafft, muss man sie ja nicht bis ans Limit nutzen. Der Shinkansen hat meines Wissens ca. 300 km/h drauf. Wenn Hyperloop "nur" 500 fahren würde, wäre das schon eine deutliche Verbesserung.

Die Überlegungen zu evtl. Unfällen sind ja auch recht putzig. Würde so eine auf 1000 km/h beschleunigte kapsel durch Materialermüdung an der Röhre oder sich selbst verunglücken, wären da halt mal schnell ein paar km Wegstrecke implodiert,

Kann eine nur teilweise evakuierte Röhre bei einem Crash überhaupt implodieren?

nachkommende "Geschosse" verunglücken dann noch innerhalb der Röhre,

Dann sollte der zeitlich Abstand zwischen den Zügen entsprechend angepasst werden. Zudem soll ein Zu wohl auch über 2 Bremssysteme verfügen. Einmal über asynchrone Langstator-Linearmotoren, welche auch für die Beschleunigung sorgen und dann noch über eine mechanische Lösung.

durch die plötzliche Druckveränderung und vom Passagier dürfte bei dem Momentum dann auch nicht viel mehr als organische Paste übrig bleiben...

Wenn ich mit einem Passagierflugzeug abstürze oder auf der Autobahn in das Ende eines Staus knalle, bleibt in de Regel auch nicht viel übrig. Trotzdem werden beide Verkehrsmittel täglich benutzt.

Rohrpost an sich war zwar immer ne schöne Idee, aber ich kenne kaum noch jemanden der die heute einsetzt.
Meines Wissens nach ist die ständige Wartung eines der Hauptprobleme, bei kleinen Rohrpostsystemen, oft innerhalb eines Gebäudes, und außerhalb des Einflusses der Außenwelt.

Ein Rohrpostsystem in einem Gebäude funktioniert dann doch etwas anders als die Technik von Hyperloop. Kann man also nicht wirklich vergleichen, nur weil beides in einer Röhre stattfindet.
 

meh, soweit ich weiß fliegen Flugzeuge immer noch von selbst, und benötigen dafür kein eigenes Wegstreckensystem. Und Vögel wurden auch nicht erst in den letzten 100 Jahren erfunden, inspiration und Machbarkeit waren also durchaus vorhanden, bevor es Flugzeuge gab. Im Übrigen haben die Wright Brüder und Ihre Vorgänger auch nicht die lamen parts des Fliegens übersprungen und direkt die Idee verfolgt Turbinen-Strahltriebwerke zu bauen um damit die Schallmauer zu durchbrechen. Just Sayin'

Mir fehlt bei diesem Vorhaben das evolutionäre Fundament auf dem alle technische Entwicklung fußt. Ist mir alles zu Show-offy, zu amerikanische 50s Denke.

Mathmos.
1. Der Shikansen ist vor allem auch ein Prestigeprojekt, ob 200 km/h mehr da irgendwem so große Vorteile bringen dass er Milliarden in die Hand nimmt bezweifle ich.

2. Jeder Behälter mit Unterdruck kann in einer Atmosphäre implodieren. Liegt eben gänzlich am Material des Containers. Und natürlich daran wie groß die Abschnitte sind die unter starkem Unterdruck gehalten werden.

3.ich weiß nicht so ganz ob dir da die Größenverhältnisse bewusst sind. Sind wir großzügig und sagen dass so eine Kapsel inkl. Passagier eine halbe Tonne wiegt, sind wir bei 1200 Km/H schon bei 27722250 Joule Kinetischer Energie. Jetzt stell dir vor der Druck verändert sich implusionsartig und du hast auf einmal Strömungswiderstand (d.r. Turbulenzen) auf den dein Vehikel in der Röhre nie ausgelegt war. Ich bin da weiterhin äußerst skeptisch. Bremsen sind schön und gut, aber brems mal runter von 1200 km/h, selbst wenn wir die Energie mal außer acht lassen die da umgewandelt wird und wo die hin geht, eine Vollbremsung, die keine 8 km Bremsweg voraussetzt tötet dich dann halt einfach.

4. Ja, aber Wenn ein Flugzeug abstürzt ist dann nicht der Ganze Himmel blockiert bis dieser wieder repariert ist, wenn ein Auto verunglückt ist danach nicht jeglicher Weg zum Ziel versperrt. Flugzeuge & Autos sind (semi)autarke Fortbewegungsmittel. Ein Hyperloop braucht immer das Wegsystem selbst um zu funktionieren. Da hat selbst die Bahn noch vorteile dem gegenüber, da gibt es genügend (billig zu produzierende) Ausweichstrecken, und die Triebkraft wird vom Triebwagen selbst produziert. Das ist bei einem Hyperloop nicht möglich, nur mit mehreren, voneinander getrennten Loops wäre ähniche ausfallsicherheit gegeben, was das Konzept selbst allerdings irrsinnig machen würde.

5. Doch das geht schon. Die Probleme auf die man trifft sind genau die selben: Wie halte ich ein aus verschiedensten Materialien gefertigtes System konstant unter unterdruck? Wie reagiert das System auf Druckabfall? Wie häufig und wie teuer sind Reparaturen? Und letztendlich: Stehen diese Kosten in Relation mit den Vorteilen die das System bringt?

Nur weil etwas in seiner erbrachten Leistung besser oder schneller ist bedeutet das noch lange keinen Erfolg, das braucht man ja nicht zu betonen. Für mich sieht das ganze, wie schon erwähnt, nach "zu schön um realistisch zu sein" aus. Mir fehlt die evolutionäre Entwicklung die Dinge wie das Flugzeug, die Bahn oder das Auto hinter sich haben, und in dem ganzen Marketing-Blabla, dass ich zur genüge kenne, wird mir zu wenig auf die Verlässlichkeit und die Sicherheit Eingegangen. Ich sehe für das Ding als einzig positiven Faktor das Elon Musk dahinter steht, der hat es auch geschafft eine verfestigte Industrie wie die Autoindustrie aufzumischen und zu beleben. Evtl. inspiriert er ja wieder irgendwen damit, der uns dann in 20 Jahren eine brauchbare Lösung liefert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben