[Netzwelt] GMail: Automatischer Postfach-Scan überführt Kinderporno-Straftäter

Google scannt Postfächer seit einiger Zeit offiziell um Spam besser zu analysieren und die Werbung besser personalisieren zu können. Darauf wird in den Datenschutzbestimmungen seit April 2014 hingewiesen. Auch ist schon länger bekannt, dass Google -wie auch Facebook- hochgeladene Fotos auf Kinderpornographie-Inhalte prüft. Die Bilder werden dabei mit einer Datenbank bekannter Kinderporno-Bilder des "National Center for Missing & Exploited Children" abgeglichen.

Dies ist nun einem Google-Nutzer zum Verhängnis geworden. Der bereits polizeibekannte 41-jährige versendete E-Mails, die ein Foto eines missbrauchten Kindes enthielten. Nach einem Hinweis von Google an die Polizei wurde der Straftäter verhaftet - es fand sich auf seinem PC noch weiteres belastendes Material.

Laut US-Gesetz sind Unternehmen zwar nicht verpflichtet, aktiv nach Kinderpornographie zu suchen. Sollten sie aber suchen und fündig werden, so müssen sie entsprechende Hinweise weitergeben. Fraglich bleibt, welche Daten bei der Benutzung der Google-Dienste noch analysiert und für Hinweise an Behörden verwendet werden.


Quelle:
 
Natürlich sollte man so Datenspäherei nicht tolerieren und das ist aus gutem Grund so.

Bezweifel aber, ob ich das selbe sagen würde, wenn ich ein Opfer wäre.
 
Da wird einem ganz warm ums Herz. Danke an Google, dass ihre die Emails aller Kunden scannt. Soviel Fürsorge verdient einen feuchten Händedruck.
Naja, wieder eine Bestätigung, wieso ich die Datenkrake Google meide.
 
Gehört nicht ganz zum Thema, aber hat sich schon mal jemand gefragt was Virenscanner noch so auf einem Rechner tun ? :unknown:
Anscheinend macht Google so etwas ähnliches in seinen Postfächern, "Hashwerte" von Anhängen erstellen und sie automatisiert mit Datenbanken abgleichen
ob der Anhang illegal bzw. schadhaft ist, oder nicht!
Wundert mich jetzt nicht, man sollte sich nur mal Gedanken machen wo das aktuell noch so passiert und ab wann das Thema ausufert.
In diesem Fall, finde ich es konsequent !
Ich bekomme nur ein schlechtes Gefühl in der Magengegend, wenn ich mir da noch andere Datenbankabgleiche vorstelle und das nicht nur bei Google.
Gepaart mit Trusted Computer Technologien, kann man jede Instanz von "illegal" melden oder das ausführen im Vorfeld schon verhindern.
Ein gezogenes ebook einem Freund verschickt --> Meldung x hat warez verschickt!
Ein gezogenes mp3 einer Releasegroup an die Freundin gesendet --> Meldung x vertreibt illegal Musik
Download einer Software aus dubiosen Quellen, man möchte es auspacken --> Windows 8.1 sperrt den Zugriff auf die Datei!
Wie war das, ja ich bin paranoid :cool:, aber ich sehe keine Probleme, dass das Realität werden kann. :p
 
Möglich wäre das für Google bestimmt, aber ich denke (oder eher hoffe :D) dass sie soweit dann doch nicht gehen. Ich gehe davon aus, dass auch die Verfolgung von Kinderpornographie nur deswegen stattfindet, um ihr Image in der Öffentlichkeit zu verbessern. Wenn aber rauskommen sollte, dass Google die Mails nach Urheberrechtsverletzungen scannt, dann würde das den Nutzern natürlich überhaupt nicht gefallen.
 
Warum nur nach Kinderpornographie gescannt und das weitergegeben wird, aber nicht nach den restlichen zwelfzillionen möglichen Straftaten, erschließt sich mir nicht so ganz.
 
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  • #8
Technisch gesehen dürfte es noch zu den einfacheren Dingen gehören, Mails nach bestimmten Fotos und Videos zu durchsuchen. Eine Bombenbauanleitung, Terror-Abstprachen oder gar ganz andere Dinge kann man wohl eher schlechter automatisch verwerten, zumindest wenn es zu 100% wasserdicht sein soll. Würde ich sowas vorhaben, würde ich es aber dennoch nicht per GMail versenden.

Und wer weiß, nach welchen Dingen die Mails noch durchsucht werden. Nicht immer werden die Fälle bekannt.


Grüße
Thomas
 
Warum nur nach Kinderpornographie gescannt und das weitergegeben wird, aber nicht nach den restlichen zwelfzillionen möglichen Straftaten, erschließt sich mir nicht so ganz.
Weil das das einzige ist was die Bevölkerung aktuell zu unterstützen bereit ist. Der Rest kommt erst wenn der politische und gesellschaftliche Nährboden geschaffen wurde z.B. indem die Funktionen positiv auffallen weil sie helfen Kinderschänder zu fassen.
 
Fiel mir auch ganz spontan als Kommentar ein.
Na da bin ich aber froh. Da kann doch jetzt wirklich niemand etwas dagegen haben, dass Google (und andere Dienstanbieter und Behörden) milliardenfach in persönlichen Daten herumschnüffeln.
(Eigentlich wollte ich millionenfach schreiben. Aber das wäre vermutlich zu wenig.)

Laut US-Gesetz sind Unternehmen zwar nicht verpflichtet, aktiv nach Kinderpornographie zu suchen. Sollten sie aber suchen und fündig werden, so müssen sie entsprechende Hinweise weitergeben. Fraglich bleibt, welche Daten bei der Benutzung der Google-Dienste noch analysiert und für Hinweise an Behörden verwendet werden.
Finde ich etwas scheinheilig. Google sucht zu 99,9999% nicht, um etwas gegen Kinderpornografie zu unternehmen, sondern schnüffelt in den Mails der Nutzer (ihrer und auch nicht ihrer eigenen Nutzer), um durch verbesserte Werbung mehr Kohle zu machen. Da ist so ein Zufallsfund nicht anderes als das was es ist. Ein Zufallsfund.
 
Ok, meine Frage war teils rhetorisch. ;-) Jo, dass es halt ein medienwirksameres Ding ist, wenn man sowas dann publik macht und der Widerstand dagegen eher gering sein dürfte oder sogar dem restlichen nicht-Widerstand zuspielt, sehe ich ebenso.

Der Punkt, dass es technisch einfacher realisierbar ist, um es absolut sicher zu haben, dürfte wohl stimmen. Wenn man nicht gar ganz verblödet ist zumindest. Wobei sich da recht viel recht sicher zusammenkonstruieren ließe, so zumindest würde ich sagen.

Würde ich sowas vorhaben, würde ich es aber dennoch nicht per GMail versenden.
Hatte nicht einer der enttarnten Spione (von denen man nun nichts mehr hört) einen Google-Mail-Account? :-D Ok, der hat ja für die anderen spioniert... ich vergaß.
 
Wie war das, ja ich bin paranoid :cool:, aber ich sehe keine Probleme, dass das Realität werden kann. :p
Da würde ich mir keine Sorgen mehr machen.

Die Befürchtungen derer, die früher als paranoid bezeichnet und als Aluhutträger verspottet wurden, wurden von Snowdens Berichten noch bei weitem übertroffen...
 
Find ich gut. Man kann ja viel dagegen sagen, dass Google Nutzerdaten analysiert, aber dass es KiPo erkennt und solche kranken Menschen meldet, finde ich gut.
 
Find ich gut. Man kann ja viel dagegen sagen, dass Google Nutzerdaten analysiert, aber dass es KiPo erkennt und solche kranken Menschen meldet, finde ich gut.
Obwohl das Bekämpfen des Kindesmissbrauchs sehr wichtig ist, muss man sich dennoch fragen was diese Algorithmen sonst noch so erkennen und ob der Zweck wirklich alle Mittel heiligt, sprich wir unsere Privatsphäre aufgeben sollen um Sicherheit zu gewinnen...
Wenn wirklich nur ein Hash der Dateien berechnet und abgeglichen wird ist das noch irgendwo im Rahmen, die Frage ist nur was daraus wird wenn es erstmal akzeptiert ist.

Gutes Bsp: Die VDS wurde bei den Ösis ausdrücklich mit Beschränkung auf mit mehrere Jahre Freiheitsstrafe bewährte Verbrechen eingeführt.
Vor etwa einem Jahr forderten dann plötzlich Lobbies und gewisse, bestimmt nicht geschmierte Politiker, diese Vorratsdaten zur Verfolgung von U(h)rheberrechtsverletzungen heranzuziehen...
 
Obwohl das Bekämpfen des Kindesmissbrauchs sehr wichtig ist, muss man sich dennoch fragen was diese Algorithmen sonst noch so erkennen und ob der Zweck wirklich alle Mittel heiligt, sprich wir unsere Privatsphäre aufgeben sollen um Sicherheit zu gewinnen...

Wie gesagt, allgemein gibt es viele Nachteile, die die Datenanalyse von Google mit sich bringt und enorme, inakzeptable Eingriffe in die Privatsphäre, aber in diesem konkreten Einzelfall war es doch nur gut, dass Google einen KiPo-Straftäter aus dem Verkehr gezogen hat! Ich habe nicht gesagt, dass ich mehr Überwachung möchte oder Überwachung im Allgemeinen gut heiße, aber in diesem Fall war sie eben gut.
 
Fraglich bleibt, welche Daten bei der Benutzung der Google-Dienste noch analysiert und für Hinweise an Behörden verwendet werden.
Das ist das nämlich immer.
KiPo ist immer ein Argument, das ich für gaaanz gefährlich halte, weil es selbst die größten Kritiker solcher Aktionen zumindest kleinlauter werden lässt.

Fakt ist: Google durchsucht die Emails, wertet deren Inhalt aus und inforimiert die Behörden über ggf. gefundene Dinge.
Der KiPo-Fall ist nun öffentlich geworden. Es wird andere Fälle geben, wo weder Google, noch Behörden wollen, dass sie öffentlich werden...
 
Das ist das nämlich immer.
KiPo ist immer ein Argument, das ich für gaaanz gefährlich halte, weil es selbst die größten Kritiker solcher Aktionen zumindest kleinlauter werden lässt.

Fakt ist: Google durchsucht die Emails, wertet deren Inhalt aus und inforimiert die Behörden über ggf. gefundene Dinge.
Der KiPo-Fall ist nun öffentlich geworden. Es wird andere Fälle geben, wo weder Google, noch Behörden wollen, dass sie öffentlich werden...

Und genau das ist das Problem. Auf der einen Seite sind wir denke ich alle froh, dass dieser Mensch gestoppt/festgenommen wurde. Auf der anderen Seite ist es eben sehr bedenklich, was noch so alles durchsucht wird beziehungsweise mit welchen Datenbanken unsere tagtäglichen Mails so alles abgeglichen werden. Man ist einfach der gläserne Mensch geworden. Das nicht erst seit gestern, nur merken es viele erst jetzt.
 
Ist das nicht so ähnlich als wenn man radikal alle Menschen auf einer Straße (wie im Frühjahr z.B. in Hamburg) einfach kontrollieren würde? Dachte man darf keine Menschen unter Generalverdacht stellen :unknown:
 
Wie gesagt, allgemein gibt es viele Nachteile, die die Datenanalyse von Google mit sich bringt und enorme, inakzeptable Eingriffe in die Privatsphäre, aber in diesem konkreten Einzelfall war es doch nur gut, dass Google einen KiPo-Straftäter aus dem Verkehr gezogen hat! Ich habe nicht gesagt, dass ich mehr Überwachung möchte oder Überwachung im Allgemeinen gut heiße, aber in diesem Fall war sie eben gut.
Genau das sagte ich doch: Wenn man diese Kinderschänder erwischt, ist das eine gute Sache.

Allerdings bezweifle ich, dass man diese wirklich erwischt.
Da erwischt es ein paar Dumme, die ihre Schweinereien per Mail versenden.
Die Leute die sowas produzieren und wirklich die Kinder misshandeln, die sind bestimmt nicht so blöd.
Auf Gulli gab es ja irgendwo mal den Link zu einem Insider-Bericht auf Wikileaks, wo beschrieben wurde mit welchem technischen Aufwand (Darknet, Whitelists,...) diese Leute arbeiten...
Aber da bräuchte das BKA vermutlich richtige Expertenteams - diverse white- und grayhats wären sicher bereit gegen solche Schweine zu kämpfen, aber deren Vertrauen hat man sich schon lange durch dummes wie die Hackerparagraphen in ihrer jetzigen Form und brandgefährliches wie den Bundestrojaner verspielt.

Das Problem ist eben immer, dass man mit dem KiPo-Argument eine Überwachungsmaßnahme einführt und dann sukzessive erweitert...
Morgen sind es dann die Raubmordkopierer weil eine bestimmte Lobby wie die GVU den Politikern ein paar schwarze Koffer überreicht gute Argumente vorbringt.
 
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