[Politik und Gesellschaft] GEZ: Studie des Finanzministeriums entzieht Existenzberechtigung

Seit 2013 ist jeder deutsche Haushalt dazu verpflichtet rund 17,98 Euro monatlich an die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) zu zahlen. Diese Gebühr muss unabhängig davon, ob und wie viele Geräte sich der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Haushalt bedienen, entrichtet werden.

Nun wurde vom Bundesministerium der Finanzen eine veröffentlicht, wodurch die zukünftige Zahlung der GEZ-Gebühren hinfällig werden könnte.

Rund 32 Professoren aus ganz Deutschland wurden hierbei beauftragt, ein Gutachten über die Zwangsabgabe zu erstellen. Das Ergebnis des Gutachtens dürfte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht vollends gefallen.

Bereits die Kurzfassung untermauert die andauernde Kritik an dem derzeitigen Zahlungsmodell:
"Die technischen Gründe, mit denen einst das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gerechtfertigt wurde, sind heutzutage weitgehend verblasst. [...] Angesichts der technischen Entwicklung gibt es kaum noch Gründe, warum der Rundfunkmarkt wesentlich anders organisiert sein sollte als der Zeitungsmarkt" [...] (Seite 6)

Des Weiteren werde eine größere Transparenz gefordert, sowie ein kompletter Verzicht auf Werbefinanzierung, wodurch die bisherigen Gebühren eigentlich aufkommen sollten. Es müsse eine klare Finanzierung aus dem allgemeinen Haushalt gefunden oder sich für eine moderne Nutzungsgebühr ausgesprochen werden. Es wird ein Vergleich zu Zeitungs-Abonnements gezogen. Gezahlt werden solle nur dann, wenn das Angebot tatsächlich genutzt werden würde.

Denn aus ökonomischer Sicht sind die jetzigen Pflichtbeiträge eine Steuer, die einer Zweckbindung unterliegt. Anstelle dieser Mischform sollte sich der Gesetzgeber entweder für eine klare Finanzierung aus dem allgemeinen Haushalt oder für eine moderne Nutzungsgebühr entscheiden. Entweder man betrachtet den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als ein Gut, das allen Bürgern gleichermaßen zur Verfügung gestellt werden soll. Dann ist eine Finanzierung über Steuern sachgerecht, da sich damit – im Gegensatz zu den jetzigen Pflichtbeiträgen – eine Belastung nach der Leistungsfähigkeit gewährleisten lässt. Oder man trägt den veränderten technologischen Rahmenbedingungen Rechnung, die die Bereitstellung einer breiten Palette von Programmen als Clubgüter ermöglichen, und finanziert diese Programme durch nutzungsabhängige Gebühren.(Seite 34)

Derzeit bringt die Rundfunkgebühr rund sieben Milliarden Euro pro Jahr, laut Gutachtern sei dieser Betrag alles andere als angemessen und weit überdurchschnittlich. Ferner seien die Kosten der meisten Produktionen praktisch unabhängig von den eingenommen Gebührengeldern. (Seite 20)

Das Ziel der Professoren sei es, sowohl ARD als auch ZDF zu komprimieren. Aufgrund der Tatsache, dass die privaten Anstalten bereits ein sehr breites Spektrum an Programmauswahl anbieten, sollten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäuser nur noch das anbieten, was die Privaten bisher noch nicht in ihrem Programm führen. Alle weiteren Produktionen und Sendungen könnten eingespart werden. Die ÖR sollten nur dort in Erscheinung treten, wo das privatwirtschaftliche Programm eindeutige Defizite aufweist oder aufgrund ihres Daseins als private Institution nicht im Stande ist oder sein möchte. Beispielsweise im bildungspolitischen Sektor.

Das Gutachten zu den ÖR und der GEZ wurde bereits im Oktober fertiggestellt, jedoch erst an den Weihnachtsfeiertagen publik gemacht.

Die aktuelle Studie scheint das zu belegen, was viele Kritiker bereits seit Jahren anprangern. Durch die Veröffentlichung des Berichts könne es Haushalten darüber hinaus vereinfacht werden, die Zahlung der GEZ begründend zu beklagen, mit direktem Verweis auf das Gutachten des Bundesministeriums der Finanzen.

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tl;dr:

Endlich ist offiziell was schon immer jeder gesagt hat. Ändern wird sich aber nix weil Schland, außerdem ist die Traumschiff Reederei ja pleite und muss irgendwie bezahlt werden und die Fischer is ja auch nicht gratis, das waren Russenbräute noch nie....
 
tl;dr:

Endlich ist offiziell was schon immer jeder gesagt hat. Ändern wird sich aber nix weil Schland, außerdem ist die Traumschiff Reederei ja pleite und muss irgendwie bezahlt werden und die Fischer is ja auch nicht gratis, das waren Russenbräute noch nie....

Ja das ist oft das Dumme an solchen Studien. Sie sagen viel aber bewirken nichts.
 
Ist schon ein Witz. Ich schaue weder fern, noch höre ich Radio. OK, wäre gelogen zu behaupten, ich schaue oder höre nichts. An meinem AV-Receiver ist Rockantenne als einziger Sender programmiert und ab und zu schaue ich mir mal eine Reportage oder Dokumentation an. Aber das alles vielleicht maximal 10x im Monat. Wäre gern bereit, für jede Sendung einzeln zu bezahlen. Sollte ja heutzutage problemlos funktionieren. Wenn ich dann tatsächlich mal durchs Programm zappe, kommt mir das kalte Grausen. Und dafür 18,-€ im Monat.
 
Mein Standpunkt zur GEZ ist seit Jahren unverändert: Ich brauche den ÖRR nicht, aber ich verstehe ein Stück weit die Intention dahinter.
Bloß: 50 Fernseh- und Radiosender, große Samstagabendshows, teurer Sportübertragungen und schnulzige (und teure) Film- und Serien-Eigenproduktionen haben NICHTS mit einem unabhängigen Bildungs- und Informationsauftrag zu tun.
Dafür reicht ein Fernsehsender und ein Radiosender. Ende. Der kann von mir aus auch staatlich finanziert sein, dann aber bitte direkt und ohne den GEZ-Mafia-Apparat dahinter.
 
Hmm - also das Gutachten wird, wenn da neben den in den Auszügen genannten Argumente keine besseren enthalten sind, nicht viel wert sein.
Meiner Ansicht nach basiert es auf einer falschen Annahme.

Die Rundfunkgebühr ist keine Steuer, weil sie keine sein darf. Sie verhält sich wie eine Steuer, aber sie ist keine. Da hatten die Gerichte leider völlig recht.
Eine der Hauptaufgaben der Landesrundfunkanstalten ist unabhängig von der Regierung zu berichten - das wäre nicht mehr möglich, wenn sie sich durch Steuern finanzieren ließen.
Das gleiche bei Einnahmen durch Werbung, die deshalb sehr ungern gesehen ist und auch immer wieder Thema vor den Gerichten war.
Dass sie tatsächlich jedoch nicht unabhängig berichten ist wieder ein anderes Thema. Ebenso wie wie immer wieder festzustellendes Product placement.

Aus dem gleichen Grund würde auch eine Finanzierung nach Gebrauch (also wie PayTV praktisch) nicht funktionieren, da das Programm dann irgendwo quotenabhängig wäre und genau das sollte ja mit der Finanzierung durch alle im Land verhindert werden, weil sonst der Bildungsauftrag nicht mehr umfassend erfüllt werden könnte. Es sollte gesichert sein, dass wirklich jeder Bürger im Land Inhalte präsentiert bekommt, die ihm zusagen. Heißt - alle Meinungen, alle Geschmäcker, jeden Bildungsgrad berücksichtigend.
Das auch dies bei Weitem nicht so läuft aktuell, wissen wir ebenso. Die Landesrundfunkanstalten - besonders die Sender ARD und ZDF achten sogar sehr stark auf die Quote. Anders ist nicht zu erklären, dass Dokumentationen mit hohem Anspruch (wenn dann noch mal welche kommen) gerne mitten in die Nacht rein verschoben werden - gleiches Verhalten wie bei den Privatsendern. Leichte Kost in die Primetime, schwere zu unchristlicher Zeit.

Aus diesem Grund zieht auch der Vorschlag nicht, dass die ÖR nur Inhalte anbieten sollten, die die Inhalte der Privaten ergänzen. Auch das würde den Punkt der Unabhängigkeit stark eingrenzen, da sie ggfs. in den Bereichen, die bereits durch die Privaten abgedeckt werden nicht gesichert werden kann.

Der imho (rein basierend auf den Auszügen oben, werd die Studie gleich noch lesen) einzige Punkt, an dem die Landesrundfunkanstalten zu packen wären, wäre der Punkt der eindeutig überzogenen Gebühren. Diese sind in keiner Form gerechtfertigt - vor allem, wenn man bedenkt, dass die Landesrundfunkanstalten sich ja auch noch durch Werbung finanzieren.

Hier sehe ich also aktuell genau zwei Optionen: a) die ÖR mit ihren gesetzlichen Vorgaben komplett abschaffen - dann ist jeder gezwungen sich selbst um unabhängige Berichterstattung zu bemühen und zu recherchieren, welchen Berichten vertraut werden kann und welchen nicht (was im Grunde also genau der Zustand wäre, den wir aktuell seit Jahren haben - trotz der ÖR).

Oder b) Kosten müssen auf den Cent offengelegt werden und es muss auch jeder Cent, der investiert wird begründet werden. Beispiel: Wenn ein Moderator 4000 Euro die Stunde kostet, dann ist das nicht gerechtfertigt - egal wie bekannt und beliebt sein Gesicht ist. Denn unter dem Gesichtspunkt der Quotenunabhängigkeit tut es auch ein Moderator für den Standardstundensatz, den kein Schwein kennt. Denn es darf keine Rolle spielen, wie viele Menschen einschalten - entscheidend ist der Inhalt.

Die Sender könnten sortiert werden - so dass jeder Sender einen Bereich abdeckt, plus ein Regionalsender. Somit könnten die 100 Sender locker auf die Hälfte gesetzt werden und es müsste nicht mehr mit Gleichschaltung gearbeitet werden, so dass zwei oder drei Sender gleichzeitig identische Inhalte senden.

Kurz: Eine komplette Umstrukturierung hinsichtlich einer Kosteneinsparung. Ab dem Moment, wo eine Rundfunkgebühr so viel kostete wie eine Internet-Flat, sind die Kosten einfach zu hoch.

Ich würde max 5 Euro festlegen oder eine prozentuale, ans Einkommen angepasste Gebühr mit einem Max-Wert festlegen.
 
Rund 32 Professoren, überbezahlt, überbewertet, weltfremd. Nur von PremiumBILD Plus abrufbar. :D
 
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Seite 40 Anhang
Verzeichnis der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats
beim Bundesministerium der Finanzen
Prof. Dr. Kai A. Konrad (Vorsitzender)
München
Prof. Dr. Thiess Büttner (Stellv. Vorsitzender)
Nürnberg-Erlangen
Prof. Dr. Dieter Brümmerhoff
Rostock
Prof. Dr. Lars P. Feld
Freiburg/Br.
Prof. Dr. Lutz Fischer
Hamburg
Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, PhD
Frankfurt/M.
Prof. Dr. Clemens Fuest
Mannheim
Prof. Dr. Heinz Grossekettler
Münster/W.
Prof. Dr. Günter Hedtkamp
München
Prof. Dr. Klaus Dirk Henke
Berlin
Prof. Dr. Johanna Hey
Köln
Prof. Dr. Bernd Friedrich Huber
München
Prof. Dr. Wolfgang Kitterer
Köln
Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen
Frankfurt/M.
Prof. Dr. Gerold Krause Junk
Hamburg
Prof. Dr. Alois Oberhauser
Freiburg/Br.
Prof. Dr. Rolf Peffekoven
Mainz
Prof. Dr. Helga Pollak
Göttingen
Prof. Dr. Wolfram F. Richter
Dortmund
Prof. Jörg Rocholl, PhD
Berlin
Prof. Dr. Ulrich Schreiber
Mannheim
Prof. Dr. Hartmut Söhn
Passau
Prof. Dr. Christoph Spengel
Mannheim
Prof. Dr. Klaus Stern
Köln
Prof. Dr. Marcel Thum
Dresden
Prof. Dr. Christian Waldhoff
Berlin
Prof. Dr. Alfons Weichenrieder
Frankfurt/M
Prof. Dr. Dietmar Wellisch
Hamburg
Prof. Dr. Wolfgang Wiegard
Regensburg
Prof. Volker Wieland, PhD
Frankfurt/M.
Prof. Dr. Berthold Wigger
Karlsruhe
Prof. Dr. Horst Zimmermann
Marburg/Lahn
Stand: Februar 2014
 
Das klingt wie: die Kutsche wurde von "rund" zwei Pferden gezogen. Außerdem können Gerichte und Abgeordnete Gutachten ignorieren, ganz zu schweigen von Regierungen der Länder, die eifersüchtig über ihre wenigen Pfründen wachen und sich vom Schäuble gar nix sagen lassen.
 
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  • #11


Dann denk dir das "rund" einfach weg. Sinn und Inhalt werden dadurch schließlich nicht wirklich verfälscht. ;)
 
Nette Studie, die vorerst jedoch keinerlei Auswirkung haben wird. Die Politik wird sich hüten, das heisse Eisen freiwillig anzugreifen.
Vor deutschen Höchstgerichten hatte die GEZ bis jetz bestand. Was bleibt? Erneute Klage mit ungewissem Ausgang.
Gehts gut für die ÖR aus, dann bleibt alles beim Alten, gehts schlecht für sie aus, was bedueten würde, dass sich die deutschen Gerichte von ihren vorigen Entscheidungen distanzieren müssten, dann wird der Gesetzgeber gezwungen sich dem heissen Eisen doch zu widmen. Und was wird dann passieren? Wegfall der GEZ? Klar, träum weiter.
Der Abgabe verpasst man einen neuen Namen wie zB "Informationsinfrastrukturabgabe" und beauftagt Dobrindt gleich mit ein Gesetz mit allerlei abstrusen Hilfskonstruktionen zu basteln, damit auch schön jeder löhnen muss. Wer nicht zahlen will, der hat eben nachzuweisen, dass er in der Informationssteinzeit lebt. Die "Ausländermaut" machts ja vor wies geht. Oder vielleicht führt man den automatischen Informationsaustausch in Deutschland ein, der sich dort großer Beliebtheit erfreut. Die Händler, Internetprovider usw melden einfach jeden Kunden an die "GEZneu". Was gegen Steuerhinterzieher hilft, dass klappt bei GEZ Betrügern auch. Eventuell kauft der deutsche Staat ja mal die eine oder andere DatenCD aus dem Ausland, wo deutsche Kunden zu finden sind. Die Bevölkerung wird nichts dagegen haben. Heuchelei liegt ihr fern. :D
Wer glaubt, er könnte sich damit auch nur einen einzigen Cent ersparen, der hat wohl die letzten Jahrzehnte Abgabenpolitik verpennt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die neue GEZ wird bald die Daten beim Vermieter abfragen und erstellt dann ein riesiges Register, das keinerlei demokratisch legitimierter Kontrolle unterliegt und es keine Regelung zur Datenlöschung gibt. Der "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice" wird einer der größten Datenkraken im Lande sein.
 
@Endor: Das ist sie bereits. Sie weiß schließlich nicht nur wo du wohnst, wie lange du dort schon wohnst und deine Personalien - sie weiß auch auch mit wem du zusammenwohnst und sie kennt bei einem sehr großen Teil der Bevölkerung auch die Einkommensverhältnisse, sie weiß wer mit stark einschränkender Behinderung lebt, usw usf.

Die jetzige AZD hat ja auch sämtliche Datenbestände der ehemaligen GEZ übernommen zusätzlich zu den Datenbeständen der Einwohnermeldeämter.
 
Die Abfragen beim Vermieter sind aber überflüssig und sinnlos, da sich jeder mittlerweile an jeder beliebigen Adresse anmelden kann.
Selbst der Vermieter muss für Abfragen beim Einwohnermeldeamt zahlen. Manche Wohnungsinhaber wissen nicht mal, wer sich unter
seiner Adresse noch so angemeldet hat. Deshalb ist ja die Haushaltsabgabe (also pro Haushalt, nicht mehr pro Person) so pfiffig gelöst :cool:

Die ÖR nehmen nur noch mit ihren Spartensendern so ein klein wenig des verpflichtenden Bildungsauftrag wahr, allerdings wird sich wohl
kaum was an dem derzeitigen Zustand, trotz des Gutachtens, ändern, da einfach viel zu viele Politiker und sonstige Würdenträger in
den Rundfunk- und Fernsehräten sitzen.
 
Trau keiner Statistik Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. ;)

Bloß: 50 Fernseh- und Radiosender, große Samstagabendshows, teurer Sportübertragungen und schnulzige (und teure) Film- und Serien-Eigenproduktionen haben NICHTS mit einem unabhängigen Bildungs- und Informationsauftrag zu tun.
Wer - außer den GEZ-Gegnern - hat eigentlich jemals behauptet, die ÖR-Sender hätten einzig und allein einen Bildungs- und Informationsauftrag?
Auch die ÖR dürfen tatsächlich Unterhaltung senden. Der Rundfunkbeitrag soll allerdings tatsächlich sicherstellen, dass Bildungs- und insbesondere Informationsbeiträge möglichst neutral und unabhängig sind. Das schließt aber z.B. nicht aus, dass abends auch mal Mutantenstadl oder Tatort gesendet wird.

Dann ist eine Finanzierung über Steuern sachgerecht, da sich damit – im Gegensatz zu den jetzigen Pflichtbeiträgen – eine Belastung nach der Leistungsfähigkeit gewährleisten lässt. Oder man trägt den veränderten technologischen Rahmenbedingungen Rechnung, die die Bereitstellung einer breiten Palette von Programmen als Clubgüter ermöglichen, und finanziert diese Programme durch nutzungsabhängige Gebühren.“ (Seite 34)
Die Leistungsfähigkeit der Zahler ist das einzige Argument, dass ich unterstützen kann und will. Denn hier ist, wie bei den meisten Gebühren (oder bspw Geldbußen im Straßenverkehr) eine Ungerechtigkeit gegeben. 20,-€ zahlt der Millionär noch nicht mal mehr aus der Portokasse, sondern klaubt diese aus der Sofa-Ritze, während der Niedriglohn-Sklave sich die Kohle vom Mund absparen muss. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Bei einem "Clubgut" besteht wieder die Gefahr, dass jegliche Unabhängigkeit flöten geht. Wer die Musik bezahlt, bestimmt schließlich auch, was gespielt wird.

Aufgrund der Tatsache, dass die privaten Anstalten bereits ein sehr breites Spektrum an Programmauswahl anbieten, sollten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäuser nur noch das anbieten, was die Privaten bisher noch nicht in ihrem Programm führen. Alle weiteren Produktionen und Sendungen könnten eingespart werden. Die ÖR sollten nur dort in Erscheinung treten, wo das privatwirtschaftliche Programm eindeutige Defizite aufweist oder aufgrund ihres Daseins als private Institution nicht im Stande ist oder sein möchte. Beispielsweise im bildungspolitischen Sektor.
Klingt für mich nach großartiger Lobby-Arbeit. Den Privatsendern soll "Kundschaft" für ihren Schund (und manchmal sogar gute Sendungen) zugeschanzt werden. Die ÖR als Konkurrenz fallen weg und gleichzeitig kann man die Preise für die Werbeminute kräftig in die Höhe schrauben. Dass der Verbraucher die Privatsender ebenfalls bezahlt, kapieren die meisten ja nicht. ;)
Und wenn man dann doch noch nicht genug Geld scheffelt, kann man die Privatsender ja zukünftig auch noch grundverschlüsselt anbieten. Die Konkurrenz (die ÖR) wurden ja glücklicherweise schachmatt gesetzt.

Die ÖR nehmen nur noch mit ihren Spartensendern so ein klein wenig des verpflichtenden Bildungsauftrag wahr...
Das ist so nicht richtig. Gutgemachtes Infotainment und Dokus gehören schließlich auch in die Sparte Bildung. Und die laufen nicht ausschließlich auf den Spartensendern. Letztendlich dürften die Spartensender an sich auch nicht den großen darstellen. Ob ich eine Doku produziere und dann im ZDF oder ZDF info ausstrahle, ist wohl Jacke wie Hose. Die Produktion kostet in beiden Fällen das Selbe.
Natürlich erhöhen sich durch Sendelizenzen, Verwaltungsaufwand etc. die Kosten insgesamt etwas. Dafür gibt es aber auch ein größeres Angebot. Denn statt der Doku auf ZDF info (Bildung) kannst du dir die Blindenstraße (Unterhaltung) reinziehen.
 
Werden von der GEZ wenigstens auch Schauspielhäuser und Schauspielschulen gefördert oder versumpft die Kohle wirklich komplett bei der öffentlich rechtlichen Volksmusikmafia wie man es immer befürchtet?
 
Die ÖR sind weder unabhängig noch werbefrei oder gar neutral. Besonders letzteres steigert meinen Blutdruck unermesslich. Die berichten derart einseitig (zB bei GdL, Pegida), dass es mir lieber wäre, die.würden rund um die Uhr nur noch Werbung senden, wären Frau Merkel direkt unterstellt und würden dafür nur 5 € kosten. Die demokratische Kontrolle, die von den Landesfürsten angeblich ausgeübt wird ist derart intransparent, dass davon keine Rede mehr sein kann. In so einem Milieu gedeihen Lobbyismus, Vetternwirtschaft und Korruption.
 
Wer - außer den GEZ-Gegnern - hat eigentlich jemals behauptet, die ÖR-Sender hätten einzig und allein einen Bildungs- und Informationsauftrag?
Auch die ÖR dürfen tatsächlich Unterhaltung senden..
Dürfen von mir aus, aber wo liegt da irgendein Nutzen drin begründet? Das einzige, was ich hier erkennen kann, ist eine staatlich gestützte Institution, die in Konkurrenz zur Privatwirtschaft tritt, ohne sich aber einem normalen Wettbewerb stellen zu müssen.
 
das sage ich doch alles schon seit vielen jahren - aber wer sollte denn auf die 32 professoren hören, wenn schon niemand auf mich hört!? :D
alles ganz nett aber völlig unverbindlich..

Eine der Hauptaufgaben der Landesrundfunkanstalten ist unabhängig von der Regierung zu berichten - das wäre nicht mehr möglich, wenn sie sich durch Steuern finanzieren ließen.

jo, das ist das ewige argument der GEZ-mafia (will ja niemand den gürtel enger schnallen müssen, das sollen mal schön alle anderen machen) - und natürlich völliger quatasch.. wir lernen ja schon in der schule: nur wer gut bezahlt wird, spricht auch die wahrheit und wenn man dem teleprompterableser sein gehalt kürzt, fängt er an zu lügen, ist doch klar :rolleyes:... aber hey, die ÖR haben ja einen sonderauftrag an "unabhängigkeit", d.h. staatlich finanzierte schulen, unis, opern und theater dürfen und können die regierung nicht kritisieren, denn dafür fehlt ihnen logischerweise die unabhängige finanzierung durch landesgesetze und ministerpräsidenten (-> KEF).. naja, aber wenn die kids merkelisiert aus der schule kommen, werden sie wenigstens die unabhängigen tagesthemen schon auf den rechten pfad zurückbringen..

achja, und es ist ja nicht so, dass sich eine mindestfinanzierung (x% der haushaltseinnahmen) nicht problemlos gesetzlich regeln ließe - das wäre nicht mehr oder weniger von der regierung beeinflussbar als ein saatsvertrag (den hat ja nicht kurt beck ganz alleine zusammen mit dem BVerfG geschlossen :rolleyes:)..
 
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