Geplante Obsoleszenz - eure Meinungen und Erfahrungen

Hier war es lange Zeit zimlich still.
Habe heute vormittag mit dem HD-Reiniger die Terrasse sauber gemacht. Plötzlich Schaltete die Pumpe nicht mehr ab wenn ich den Pistolengriff loslasse. Also schnell ausgeschaltet und die Pumpe lief immer noch.
Dann Stecker raus und ende.
Schnell einen Steckdosenzwischenschalter ausgegraben und erst mal weiter sauber gemacht.
Also Pistole drücken und Schalter an.
So konnte ich erst mal meine Arbeit zu ende machen.

Dann hab ich das Teil vorhin im Keller auseinander gebaut. Zumindest ist das reibungslos von Statten gegangen.
Die elektrische Baugruppe mit Netzschalter und Druckschalter ausgebaut und in meiner Werkstatt zerlegt und mich gewundert wie primitiv das Teil aufgebaut ist. Das bei einem Kärcher für ~500€.

Dann hab ich mal 2 Fotos gemacht:


So sah das von innen aus als ich den Deckel mit den drölftausend Schnappverschlüssen ab hatte.

Der Knebel steckt in dem Schalter am Gehäuse. Die andere Seite von dem schwarzen Plastikhebel drückt unter die Lasche an dem Gussteil.
Hinten die kleine Fläche wird von dem eigentlichen Druckschalter in der Pumpe betätigt. (Plastikpin mit Feder davor)
Wie zu sehen ist das Gussteil an einer Seite aus den Haltelaschen gerutscht. Da drückte der Zapfen in der Pumpe ins leere und der Knebel ebenfalls. Kein Wunder das das Teil im Dauerlauf war.

So hätte das aussehen sollen:


Deckel drauf und ein Trockentest mit Durchgangsprüfer gemacht. Paar mal geschaltet den Überdruck mit einem Schraubendreher simuliert und nach ein paar mal das selbe. Schaltete nicht mehr ab.

Die Nasen an dem Gussteil hätten auch ein wenig länger sein können und hinter den Laschen mit Sprengringen gesichert sein können.
Aber dann geht das Teil ja nicht nach 3 Jahren kaputt. den "E-Kasten" gibt es nur komplett mit Netzleitung und kostet etwa 60€ + Versand. Verkauf nur an Gewerbetreibende. Also würde die Reparatur mal locker flockig 150-200€ kosten.
Um den E-Kasten ausbauen zu können musste ich die Pumpe zerlegen. War dann erst mal überrascht wie simpel die Pumpe funktioniert.

Entweder mache ich jetzt stabilen Zwirn um die Laschen und knote das fest oder nehme etwas Tüddeldraht dafür. So ist das Gussteil wieder fest und die Laschen können sich nicht mehr aufbiegen.
Aber nicht mehr heute.

Ist das jetzt schon "geplante Obsoleszenz" oder einfach nur schlampige Entwicklung oder wollten die 2ct für die Sprengringe sparen?
 
Das ist eindeutig Sparwahn. Da hätten ja nur die Stabilisierungsstege an den Laschen etwas breiter sein müssen. Davon ab, finde ich die gesamte Konstruktion fragwürdig. Da wird über eine komplizierte Konstruktion ein Standardschalter per Druck betätigt. Man hätte auch direkt hinter die per Feder gespannte Stange einen Taster setzen können.
 
Ich dachte das da eigentlich ein "normaler" Netzschalter und ein separater Druckschalter verbaut ist. Als der Defekt auftrat und die Pumpe in "OFF" Position des Drehschalters am Gehäuse immer noch weiter lief, war ich ein wenig verdutzt.
 
Endergebnis:

Es lag nicht an der merkwürdigen Schaltmechanik.
Der Halter für das Gussteil wird vom Gehäusedeckel zusammen gehalten. Das ist beim ersten auseinander pfriemeln aus der Halterung gerutscht.
Der Fehler trat beim nächsten ausprobieren schon nach dem dritten Einschaltvorgang erneut auf.
Hab den gestern wider zerlegt. Dieses mal ganz vorsichtig. Da konnte ich sehen, dass der Wipptaster auf halben Weg stecken geblieben ist.
Nach einer manuellen Betätigung schaltete er wieder. Da kein solcher Taster mit genau den Abmessungen und der benötigten Schaltleistung aufzutreiben war, hab ich den Taster heute morgen auseinander genommen.
Die Kontakte waren fest gebrannt.
Die Kontaktflächen dann mit einer Minibohrmaschine und ganz kleiner Messingdrahtbürste gereinigt. Die Schaltzungen ebenfalls gereinigt. Dann verzinnt und noch mal nach gebürstet.
Alles wieder zusammengebaut und einen zweistündigen Intensivtest gemacht. (Terrasse, Mülltonnen und Auto sauber gemacht)
Jetzt klappt alles wieder.
 
Keine Angst, daß der Lötzinn sich wieder verklebt? Welchen Temperaturbereich hat denn dein verwendetes Lötzinn?
 
Ganz normales Lötzinn halt. (Altes Sickerlot mit Kolophoniumkern) Hab das noch Kiloweise mit Stärken von 0,5 bis 3mm

Hab es halt nur gemacht weil der Taster nicht einzeln aufzutreiben war und die ganze Baugruppe als Ersatzteil ~70€ kostet. (Kein Verkauf an Privatpersonen) Reparatur beim Kundendienst: 150€+
Wenn ich irgendwann raus bekomme wer der Hersteller von dem Taster ist und wo ich den bekommen kann, hole ich mir eh zur Vorsicht mal 2-3 Stück davon.
 
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