[Politik und Gesellschaft] GCHQ plante angeblich Rufmord-Kampagnen im Internet

Der britische Geheimdienst GCHQ verfügte über detaillierte Pläne, missliebige und unbequeme Personen oder auch ganze Unternehmen im Internet zu verleumden und zu diskreditieren. . Unklar ist bislang, ob und - wenn ja - in welchem Umfang diese Pläne tatsächlich bereits angewendet wurden.

Verantwortlich für entsprechende Pläne ist demnach die "Joint Threat Research and Intelligence Group" (JTRIG), eine Untereinheit des GCHQ, die bei den Snowden-Enthüllungen schon mehrfach im Fokus stand.

Die Pläne des JTRIG umfassen die gezielte Manipulation von Blogs und Sozialen Medien, aber auch den Versand von E-Mails und SMS an Freunde, Familie und Kollegen der Zielperson.

Der Journalist Glenn Greenwald, Gründer der investigativen News-Seite "The Intercept", hält die Pläne für äußerst besorgniserregend. "Die Geheimdienste haben sich mit der Macht ausgestattet, vorsätzlich den Ruf von Leuten zu ruinieren und deren politische Aktivität im Netz zu stören", so Greenwald. Dies sei selbst dann der Fall, wenn es keine erkennbare Verbindung zu Terrorismus oder einer Bedrohung der nationalen Sicherheit gebe.

Der GCHQ verweigerte einen konkreten Kommentar zu den Berichten. Er teilte mit, zu konkreten Operationsmethoden gebe man grundsätzlich keine Auskunft. Man bewege sich aber bei seinen Aktionen im Rahmen des Gesetzes.
 
Das haben sie sich schön von der Stasi angeguckt. Erst überwachen und dann zersetzen. Exakt so ist es doch in der DDR gewesen.
 
So etwas gab es doch schon lange vor der Stasi. Okay, nicht via Internet, aber (dumme) Menschen waren schon immer leicht manipulierbar.

Und jetzt sollte bitte keiner so tun, als wenn es solche Kampagnen in Deutschland nicht geben würde. Zwar nicht gezielt gegen einzelne Menschen, aber gegen ganze Gruppen, wie z.B. Türken, Jugendliche aus Problembezirken, Erwerbslose...

Dafür werden dann echte Probleme heruntergespielt, etwa kriminelle Banden, ansteigende Kriminalität allgemein, was gewisse Politiker so treiben...
 
Es ist aber etwas grundlegendes anderes, wenn eine staatliche Behörde systematisch einen unliebsamen Kritiker o.ä. diskreditiert.
Und zu Zeiten des Internets ist es auch etwas anderes, denn es gibt in diesem Kontext keine räumlichen oder zeitlichen relevanten Beschränkungen wenn es einmal getan wurde.
 
Das haben sie sich schön von der Stasi angeguckt. Erst überwachen und dann zersetzen. Exakt so ist es doch in der DDR gewesen.
Tja, die DDR war ein Unrechtsregime und die Briten/USA sind, ähm, naja...
Was sind sie denn nun? Digitale Schurkenstaaten, denk ich mal. Aber digitale Achse des Bösen klingt ja auch nicht schlecht.
 
Tja, hat irgendwie was von Guerilla-/Terroristentaktiken. Da gabs wohl eine Anpassung der Geheimdienste an deren Taktiken. Oder sie machen es seit jeher so und wurden jetzt einfach dabei erwischt. Grundsätzlich halte ich Geheimdienste eigentlich mit Demokratie für unvereinbar, da sie demokratischen Prinzipien einfach mal zuwiderlaufen.

MfG
Mr. J
 
Für die hartnäckige Fraktion der "Wer-nichts-zu-verbergen-hat", ist selbstverständlich auch "Wer-einfach-nichts-nichts-kritisches-zu-sagen-hat" völlig normal. Wer immer schön artig ist bekommt ein Premium-Quizduell von Facebook.:T
 
Es ist und bleibt einfach immer noch ein schönes Gefühl, wenn man mit seiner Einstellung, dem Staat kritisch gegenüberzustehen doch recht behalten hat.
F.Y. denen, die immer "Ihr Paranoiker" geschriehen haben :T
 
Total nackt

Millionenfach hat der britische Geheimdienst ohne jeden Verdacht Videochats überwacht. Intimstes wurde aufgezeichnet

Wie aus Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden hervorgeht, hat der britische Geheimdienst über Jahre hinweg Millionen von Standbildern aus Videochats mitgeschnitten und gespeichert, die Nutzer über den Online-Dienst von Yahoo geführt haben. Gestartet wurde die Operation Optic Nerve (Sehnerv) irgendwann vor dem Jahr 2008. Im Jahr 2012 war sie auf jeden Fall noch aktiv, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Und federführend waren in diesem Fall nicht etwa die transatlantischen Freunde von der NSA, sondern die Briten, wie selbst der US-Geheimdienst betont.

Dieser millionenfache Einbruch in die Intimsphäre völlig unverdächtiger Menschen aus aller Welt ist derart monströs, dass der Gedanke an den Überwachungsapparat namens Teleschirm in George Orwells Dystopie 1984 offensichtlich ist: Gegen die Betroffenen lag keinerlei Verdacht vor, ihre Aufnahmen wurden rein präventiv und willkürlich-zufällig gesammelt. Sie wurden in der Hoffnung gespeichert, durch Gesichtserkennungssoftware und die Analyse von Querverweisen zwischen den Metadaten der Kommunikation – wer chattete wann unter welchem Nutzernamen mit wem? – verdächtige Muster und Aktivitäten zu entdecken.

GB, das Land aus dem 1984 kam...
 
Weils so schön passt :)
DerKojote schrieb:
Der britische Geheimdienst GCHQ hat Berichte dementiert, wonach er das Internet in noch viel größerem Ausmaße kontrolliere als das amerikanische Prism-Programm: . “Alle Medien, die so etwas verbreiten, sind natürlich zur Veröffentlichung einer Gegendarstellung verpflichtet”, erklärte GCHQ-Chef Iain Lobban in London. Dabei wolle man den Redaktionen entgegenkommen: “Zur Arbeitserleichterung werden wir die Gegendarstellung selbst in die entsprechenden Artikel von 12350 Online-Zeitungen und Blogs einfügen”, so der Geheimdienstchef.
 
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Ich schätze mal, GB ist nicht das einzige Land, was so etwas macht. Also bitte auf alle solche Geheimdienste eindreschen und das ganze Vorgehen kritisieren. NSA ist da ja auch nicht besser und wer weiß, was der BND alles so treibt.
 
Ich schätze mal, GB ist nicht das einzige Land, was so etwas macht. Also bitte auf alle solche Geheimdienste eindreschen und das ganze Vorgehen kritisieren. NSA ist da ja auch nicht besser und wer weiß, was der BND alles so treibt.
Das ist vermutlich richtig. Der BND wird ja typischerweise ein wenig verniedlicht dargestellt im Vergleich zur NSA, wenn er überhaupt Beachtung findet. Und damit ist der BND gewiss sehr zufrieden. Daraus kann man womöglich auch schließen, dass er seine Arbeit gut macht, wenn er nach außen hin kaum wahrgenommen wird.
 
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