Und als nächstes definieren wir, was ein Mensch ist, und lassen alles andere verhungern - ganz ohne Gewissensbisse. Ob jemand "Flüchtling im Sinne des Asylgesetzes" oder einfach nur "Flüchtling aufgrund unerträglicher Bedingungen im Ursprungsland" ist, ist bezüglich der Frage, ob Flüchtlingsunterkünfte brennen sollen oder ob Menschen, die wie Flüchtlinge aussehen, zusammengeschlagen werden sollen, ganz unerheblich.
Ansonsten frage ich mich, woher denn der plötzliche Ruf nach Therapie stammt. Eigentlich wäre ich dabei, aber aus Erfahrung wissen wir ja jetzt, dass der Lerneffekt keine paar Jahrzehnte anhält. Die Menschen sind eben daran gehindert, ob jetzt innerlich oder äußerlich, ihr Leben für sie gut zu gestalten. Diese Unfähigkeit oder Behinderung wird nicht verschwinden, indem sie einige Zeit in einem für sich spürbarem Ausmaß leiden. Das lenkt die Aufmerksamkeit nur vorübergehend auf lebensnotwendige Dinge. Spätestens die Kinder werden wieder nach unten treten und nach oben allenfalls rebellisch sein, ohne es zu vermögen, an ihrer erbärmlichen Situation etwas zu ändern.
Das betrifft auch den Einwand, manche könnten heute schon die Miete kaum bezahlen. Wir leben schon länger in Verhältnissen (mindestens seit 25 Jahren), in denen nur noch wir die letzte Verantwortung tragen für unser Tun und Lassen.