Drogenpolitik

@Kenobi van Gin: Meiner Meinung nach bewegt sich in dem Thema seit Jahren durchaus einiges. Das Thema wird ja immer präsenter und insbesondere immer kritischer diskutiert. Insofern sind wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg.

Die WHO stößt das Thema nun auch erneut an.



Wir sind nun seit zig Jahren unter der Führung der CDU. Da braucht es viele kleine Schritte zur Umgewöhnung.
 
Ich bin guter Hoffnung.
Grade die US-Bundesstaaten zeigen ja das die Welt nicht zusammen bricht.

Mit Cannabis als Medizin ist eh der erste Damm gebrochen und mit Linke und FDP und Grüne und teilen der SPD hat das ganze relativ gute Chancen.
Falls wir zur nächsten Wahl mal wieder was anderes als Schwarz und Schwarz in roter Verkleidung bekommen, z.B. Schwarz-Geld, könnte das zünden.
 
Junge Union in Berlin beschließt (zwar restriktive, aber immerhin) Liberalisierung.

Die sagen

Die organisierte Kriminalität verliert
den größten Teil ihres Marktes, da erwachsene Konsumenten lieber gesichert
und legal in denn Vertrieb in Apotheken nutzen werden, als unsicher und strafbar auf dem Schwarzmarkt.

Ich habe Zweifel daran, das das attraktiver ist, wenn man eine ärztliche Beratung nachweisen muß, die Käufe in einer bundesweiten Datenbank festgehalten werden und das Produkt mit einer hohen Steuer belegt werden soll. Das sagen die nämlich auch.

BTW: Man kann nicht oft genug wiederholen, daß beim portugiesischen Model die Kriminellen nicht zu Konsumenten, sondern zu Kranken wurden.
 
Zu potenziellen Kranken. Afaik prüft eine Kommision deren Konsumverhalten und je nach Einstufung gehts dann ab nach Hause oder zur weiteren Beratung.
Ob das in Deutschland so liberal gehandhabt würde oder jeder Konsum (va von "harten Drogen", wozu auch schon MDMA zählt. Oder Amphetamin, während Kinder mit demselbigen oder Methylphenidat vollgepumpt werden :unknown: Verhältnismäßigkeit?) problematisiert wird finde ich hier interessant.

Bei Gesetzesänderungen- oder Umsetzungen ist so viel variabel, das Cannabis als Medizin Gesetz kam ja auch nicht aus Nächstenliebe.
 
@KaPiTN:

Es ist die Union, was erwartest du?
Aber immerhin weicht selbst die Union langsam von "100% Verboten und jeder der nur auch danach riecht muss 1000 Jahre in den Knast ab".
Es ist ein kleiner, aber ein Fortschritt.

Und das portugiesische Modell macht die Konsumenten zu kranken.
In vielen Fällen ist das sogar richtig.

Viele Drogenkonsumenten sind krank, grade im Bereich der Opioide, die von Haus aus Suchterzeugend sind.
Zugegeben für Kiffer, oder jemanden der sich am Wochenende mal ne Line zieht oder auf XTC ist, ist das jetzt überzogen, dennoch:
Grade süchtige leiden am meisten unter den Prohibitionen, also ist das aufstufen zu Kranken für diese ein gewaltiger Fortschritt, oder nicht?
 
Ich erwarte nichts. Ich habe keine Vorurteile gegenüber der Union.
Allerdings bin ich mir der Ernsthaftigkeit dieses Vorschlages nicht sicher.
Wird das von den Verfassern als ernsthafter Vorschlag gesehen oder soll das konstruktiv wirken, ist es aber nicht, weil die Rahmenbedingungen unrealistisch und nicht annehmbar sind. Eine Blendgranate, mehr noch ein Ablenkungsmanöver.

(Ich klinge jetzt, als hätte ich doch Vorurteile gegen die JU. hm.gif )

Um ein mögliches Mißverständnis auszuräumen, ich halte das portugiesische Modell sogar für ausgesprochen progressiv. Ich störe mich nur immer daran, wenn es in Deutschland nicht verstanden wurde und als Beispiel einer angeblichen Legalisierung angeführt wird.

Wenn ich das richtig sehe, gibt es neben der portugiesischen Methode und der Prohibition bislang nur eine Freigabe als Alternativen.
Gibt es eigentlich kein ernstzunehmenden Überlegungen/Modelle, wo es selbstbestimmten Konsum, aber auch Fürsorge für Kranke und Aktivitäten gegen Mißbrauch gibt?
 
@KaPiTN:
Das hat nix mit VORurteilen zu tun.
Die CDU ist eher für eine restriktive Haltung bekannt, wenn auch nicht ganz so streng wie die CSU.
Daher ist eine Änderung in der JU schon bemerkenswert.
Wobei die Berliner ja generell liberaler sind als z.B. die Bayern, daher ist ein solcher Vorschlag aus der JU-Berlin auch nicht so abwegig.

Das sind keine Vorurteile sondern Erfahrungswerte :unknown:
Natürlich können das Rauchbomben sein, aber eben auch die ersten Risse in der bisherigen Politik - werden wir in ein paar Jahren ja sehen.


Gibt es eigentlich kein ernstzunehmenden Überlegungen/Modelle, wo es selbstbestimmten Konsum, aber auch Fürsorge für Kranke und Aktivitäten gegen Mißbrauch gibt?
Hmm. so wirklich gibt es das nicht, aber dem Thema kann man sich ja eventuell nähern, Ideen wie man damit anfängt?

Am Ende muss ja irgend ein Konzept stehen, welches sich in einen Rechtstext verpacken lässt.
 
und mit Linke und FDP und Grüne und teilen der SPD hat das ganze relativ gute Chancen

Richtig! Hatte schon wieder ganz vergessen, dass ja sogar die FDP für eine Entkriminalisierung ist. Da hatte ich auch nicht mit gerechnet, weil die für mich immer eher so die kleine gelbe CDU waren. Aber vielleicht dachte sich der Lindner, dass Cannabis-Legalisierung und Breitbandausbau die Themen sind, für die er von ganz ganz vielen "Jungen und Junggebliebenen" gewählt wird.
 
@Kenobi van Gin:
Die FDP ist liberal, ihr Wirtschaftsliberalismus rückt sie zwar stark in die Nähe der CDU aber ihre gesellschaftliche Liberalität ist viel näher an Links/Grün als an der CDU
Der FDP sind häufig die wirtschaftlichen Themen wichtiger, wessen man diese Seite häufig vergisst, wenn man jedoch auf den Vor-Vorgänger von Lindner, Westerwelle, denkt:
Ein offen homosexueller Parteivorsitzender und Außenminister unter einer konservativen Regierung an der auch die CSU beteiligt war?

Was persönliche Freiheit angeht sind sie ganz stark dabei, wenn sie wirtschaftlich nicht so daneben wären könnte man sie fast gut finden. :beer:
 
Ach, Papier ist geduldig.
Da beschließt die JU etwas, in der Gewissheit, dass die so eben angelobte Regierung nichts in der Hinsicht geplant hat, also der Drops schon lange gelutscht ist.
In 4 Jahren kräht kein Hahn mehr danach, wenn die Betonköpfe noch am Ruder sind. Selbst die Grünen haben gaanz schnell die Drogenliberalisierung vergessen, als sie in die Regierung kamen.
Bevor da etwas substantielles passieren wird, werden noch zig tausend Leute eingeknastet werden, berufliche Karrieren werden beendet werden und die OK wird noch Milliarden in Deutschland an Gewinn machen.
 
Oh nein, das zweitgrößte Land der Erde versinkt nun auch bald im Chaos.

Kanada setzte letzte Schritte zur Marihuana-Freigabe

Während Händler noch überlegen, wie sie das strenge Werbeverbot umgehen, denkt das Kabinett darüber nach, weitere Drogen zu erlauben

Schon seit Monaten hängen sie in vielen kanadischen Städten: Plakate, auf denen Händler und Lieferdienste ihre Services feilbieten, geschmückt mit Cannabisblättern und psychedelischer Symbolik. Eigentlich ist die Reklame für Cannabisprodukte illegal, und sie wird auch weiter ungesetzlich bleiben, selbst dann, wenn der kanadische Senat am Donnerstag tatsächlich das Legalisierungsvorhaben der Regierung absegnet. Doch die Händler wollen sich schon für die Zeit rüsten, wenn sie mit legalen Angeboten von Apotheken und lizenzierten Händlern in Konkurrenz treten. Die Polizei interessiert sich für ihr Business schon bisher nur wenig, sie konzentriert sich auf andere Delikte. - derstandard.at/2000081097580/Kanada-setzte-letzte-Schritte-zur-Marihuana-Freigabge


Meine Gedanken und Gebete sind bei Kanada. :D
 
@TBow:
Ich hatte auf Reddit die Tage gelesen, dass in einigen bereichen von Kanada schon jetzt ne Art pseudolegalität herrscht.
Es also schon längst Coffeeshops gibt, die illegal operieren aber von der Polizei ignoriert werden, bzw. da sehr viel über Mail Order läuft.
Es gibt sogar ein Subreddit CanadianMOM (MailOrderMarihuana) oder so heißt das, wo die Leute Shops und Erfahrungen austauschen.

Naja,
eventuell
 
Während Bundesweit die geringe Menge auf 6g runter soll.. Obwohl sogar Mortler die Entkriminalisierung gefordert hatte.
Ich glaub wir sind auf der Zielgeraden, ganz am Ziel angekommen sind wir aber noch nicht.
 
Kommt drauf an, wie man es betrachtet. Für die Gegner sind wir bereits am Ziel. Wenn es die Mehrheit weiterhin so will, soll es wohl so sein.
 
Hier ist etwas aus der Rubrik, "Och, Kinder und Jugendliche sind mündig genug, sich Koffeinbomben ohne jegliche Einschränkung reinzupfeiffen, aber Dope für Erwachsene - No way!"

Die Union hat sich dagegen ausgesprochen, den Verkauf stark koffeinhaltiger Energy Drinks an Jugendliche zu verbieten. "Verbote sind keine Antwort. Im Gegenteil: Diese erhöhen den Reiz", sagte Unionsfraktionsvize Gitta Connemann (CDU).

Gut, dass das nur für Energydrinks gilt und nicht für Dope.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub wir sind auf der Zielgeraden, ganz am Ziel angekommen sind wir aber noch nicht.

Was ist denn das Ziel?

""Verbote sind keine Antwort. Im Gegenteil: Diese erhöhen den Reiz", sagte Unionsfraktionsvize Gitta Connemann (CDU)."

Der Stoff macht sicher einen Unterschied. Wenn die Aussage von einem Ernährungsberater käme, würde man von dem sicher nicht verlangen, ein Legalsierungbefürworter für Drogen zu sein. Schon gar nicht für alle.
 
Inwiefern siehst du da einen Unterschied? Energy Drinks sind gerade für junge Organismen je nach Veranlagung eine große Belastung.
Gab doch immer mal wieder Berichte vom umgekippten oder Toten Konsumenten.

Mein endgültiges Ziel in Bezug auf Cannabis wäre ein legaler Markt und legal erlaubter Anbau in Vereinen oder für Privatpersonen die das tun wollen.
So wie das auch auf den GMMs gefordert wurde.
Und ein faires Führerscheinrecht was bspw. nur THC Grenzwerte misst und niemanden wegen inaktiver Abbauprodukte den Lappen abgeben lässt.
 
Ich sehe den Unterschied darin, daß es in dem einen Fall um einen Abusus geht, während es in anderen Fällen um grundsätzlich abgelehnte Substanzen handelt.

Ich war etwas verwundert über Zielgerade im Zusammenhang mit Mortler, die sich doch noch dieses Jahr mehrfach gegen eine Legalisierung ausgesprochen hat.
 
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