Die Scheinheiligkeit von Weltverbesserern – Klicktivismus

sia

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Hi, nicht nur bei Veganern und Tierschützern ist mir das aufgefallen:

Anstatt wirklich die Welt zu bewegen, wird lieber auf change.org, thepetitionsite.com oder wie diese Petitions-Plattformen alle heißen ein kleiner Klick getätigt.
Schwupps, reines Gewissen.

Merken die Idioten nicht, dass sie damit nichts ändern?

Gab auf Gulli mal nen Artikel darüber:
Auch die englische Wikipedia hat ein paar nette Quellen dazu:
Die ebenfalls scheinheilige HuffPo hat darüber auch schon "berichtet":
 
Anstatt wirklich die Welt zu bewegen, wird lieber auf change.org, thepetitionsite.com oder wie diese Petitions-Plattformen alle heißen ein kleiner Klick getätigt.

Das finde ich besser als die Schneballsysteme die Tierschützer aufziehen die einerseits mit ihren nervigen "Promotern" Leuten auf der Straße auflauern und um Spenden für die armen armen Tierchen bitten aber andererseits in den lokalen Zeitungen nach Promotern suchen und mit dicken Provisionen werben. Lieber beim kleinen Betrug mit Klickjacking bleiben als beim großen Betrug mit Spendengeldveruntreuung mitmachen.
 
Merken die Idioten nicht, dass sie damit nichts ändern?
Sind echte Präsenzdemos wirklich so viel effektiver, um die Welt zu verändern? Zehntausende sind z.B. gegen TTIP auf die Straße gegangen, einen direkten Einfluss hatte der Protest nicht.
 
Das ist die moderne Demokratielüge. Wehe man geht nicht wählen, dann ist man kein demokratischer Bürger. Aber im wählen alle paar Jahre erschöpft sich dann auch schon das Pflichtgefühl gegenüber der Demokratie des modernen Bürgers - das erklärt auch warum der Gang zur Urne so hochstilisiert wird. Da ist es nur naheliegend, dass die 'besonders guten' Menschen zeitgemäß gemütlich noch per Klick partizipieren.
Da ist es nur noch reine Ironie, wie NGOs von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Sonderlinge, die eh nichts bewegen, die im Zweifelsfall eh nur Probleme verursachen, Beschäftigungstherapie oder Geldeinsaugmaschinen.

Sind echte Präsenzdemos wirklich so viel effektiver, um die Welt zu verändern? Zehntausende sind z.B. gegen TTIP auf die Straße gegangen, einen direkten Einfluss hatte der Protest nicht.
Nur Demos an sich sicherlich nicht. Eher schon als Teil einer Gesamtstrategie eingebettet in Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Realpolitik geschieht ja weitgehend außerhalb des Sichtfeldes des Bürgers und dementsprechend ist auch die Arbeit von NGOs weitgehend außerhalb des Sichtfeldes des Bürgers, da diese insbesondere in Form von Lobbyismus an der Realpolitik partizipieren, aber weitgehend nicht an der Showpolitik im Fernsehen. Mag sicherlich ein Strategisches Defizit sein.
 
Ich verstehe weder den Zusammenhang zum Threadtitel, noch was du eigentlich willst.
Bist du angepisst, weil du mal wieder Spam im Briefkasten hattest?

Die Dinger sind genau so viel Wert, wie eine normale Petition auf der Straße.
 
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  • #9
Sind echte Präsenzdemos wirklich so viel effektiver, um die Welt zu verändern? Zehntausende sind z.B. gegen TTIP auf die Straße gegangen, einen direkten Einfluss hatte der Protest nicht.

Guter Einwand. Ich finde, was viel mehr "gegen" TTIP bewegt hat, waren die Veröffentlichung der geheimen Dokumente, die eine Diskussion erst ermöglichten:


Ich finde, Whistleblowing, Lobbyismus und ähnliche Praktiken sind weitaus effektiver als Klicktivismus.


Die Dinger sind genau so viel Wert, wie eine normale Petition auf der Straße.

Darum geht es hier ja auch nicht, sondern um die Kampagnenportale, die außer einer "Unterschriftensammelaktion" keine weiteren Schritte unternehmen. Hättest du die Links im ersten Beitrag verfolgt, wäre dir der Zusammenhang und die Kritik an den Portalen und Nutzern unter Umständen klar geworden.
 
Sind echte Präsenzdemos wirklich so viel effektiver, um die Welt zu verändern? Zehntausende sind z.B. gegen TTIP auf die Straße gegangen, einen direkten Einfluss hatte der Protest nicht.

Nach meinen Erfahrungen unbedingt.

Die riesigen Demos gegen den Vietnamkrieg, gerade in den USA selbst, führten mit dazu, dass Nixon mit Hanoi Frieden schloss.

Nebenbei brachten sie in der BRD die SPD an die Macht, nach ununterbrochener CDU-Regierung seit 1949.
 
Darum geht es hier ja auch nicht, sondern um die Kampagnenportale, die außer einer "Unterschriftensammelaktion" keine weiteren Schritte unternehmen. Hättest du die Links im ersten Beitrag verfolgt, wäre dir der Zusammenhang und die Kritik an den Portalen und Nutzern unter Umständen klar geworden.

Welche weiteren Schritte?
Blau anmalen und die Engländer mit Gewalt vertreiben? :unknown:
 
Internetpetitionen sind das Richtige für alte Leute wie mich. Also für gehbehinderte Personen und solche, die im Falle eines Falles nicht weglaufen können.

Für alle anderen gilt: Es gibt nichts, was sie mit der Präsenz auf einer großen und militanten Demo vergleichen ließe. Solche Demos geben Kraft, und die braucht man, um ein Ziel zu erreichen.

Allerdings würde ich wegen Tierschutz auch nicht auf die Straße gehen. Der Anlass muss ein ernster sein, keine Spielchen. Eine Demo für bessere Behandlung der Flüchtlinge zum Beispiel und vor allem dafür, dass sie alle einreisen dürfen und aus Griechenland evakuiert werden.
 
Allerdings würde ich wegen Tierschutz auch nicht auf die Straße gehen. Der Anlass muss ein ernster sein, keine Spielchen.

Wildtiere im Zirkus, oder völlig verhaltensgestörte durch nicht artgerechte Haltung Tiere sind also Spielchen?
Du würdest dich wundern, wenn du wüsstest, wie viel sowas bisher gebracht hat. Recherchieren darfst du selber, zwecks Aha-Effekt.
 


Und weil die Amis nicht gewinnen konnten gegen den "rückständigen" Vietkong. Es gab mega hohe Verluste.
 
Wildtiere im Zirkus, oder völlig verhaltensgestörte durch nicht artgerechte Haltung Tiere sind also Spielchen?

Ja.

Solange, wie keiner nach der "artgerechen" Haltung von Menschen in den Textilfabriken der Dritten fragt oder auf den dortigen Schrottplätzen. Solange das Problem der menschenwürdigen Haltung unserer Artgenossen nicht gelöst ist.

Gern soll es Menschen und Tieren so gut wie möglich gehen.

Aber bitte in dieser Reihenfolge. Menschen zuerst. Das Weitere wird man sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der hat die Politik aber sowas von nicht gekuemmert.



Inzwischen sank die Moral der Truppe in Vietnam auf den niedrigsten Stand in der Geschichte der USA. 1971 nahmen 44% der Truppe Heroin, 20% waren drogenabhängig, es gab Befehlsverweigerung, Offiziere wurden von den eigenen Leuten im Einsatz unabsichtlich getötet. Das Ende des Krieges wurde zur absoluten Notwendigkeit für Washington.





Und weil die Amis nicht gewinnen konnten gegen den "rückständigen" Vietkong. Es gab mega hohe Verluste.

Das auch. Irgendwann funktionierte auch die beste Propaganda nicht mehr und die Bevölkerung hatte die Schnauze voll. DAs wiederum führte dann zu den erwähnten Demos.
 
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  • #20
Wenn ich mich zwischen der Rettung von Nero und einem x-beliebigen Tier (ja, auch Blobs und Tiefseemonster!) entscheiden müsste… keine Ahnung, wie ich mich da entscheiden würde. Tiefseemonster nerven weniger mit ihrer "Meinung", das haben sie schon mal als Pluspunkt.

Aber darum geht's hier im Thread auch nur peripher – viel eher frage ich mich immer noch, welche Pluspunkte die Klicktivismus-Seiten aufweisen, abgesehen davon, die Aufmerksamkeit zu einem Thema zu erhöhen. Allerdings ist selbst dann die Recherchebereitschaft von Unterzeichnenden für weitere Schritte (Spenden an Hilfsorganisationen; Demos; richtiger Aktivismus) wohl eher gering.
 
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