Weihnachten kann einem ganz schön auf die Nerven gehen. Zum Beispiel, wenn schon im September die ersten Lebkuchen im Supermarkt auftauchen. Oder wenn bereits am 3. Dezember das erträgliche Maß an "Last Christmas"-Einspielungen im Radio deutlich überschritten ist. Wenn die Fußgängerzone ein einziges Schieben und Drängen ist. Wenn man im Parkhaus vergeblich durch die Stockwerke kurvt und doch keinen Parkplatz findet. Wenn man noch viel zu viel zu erledigen und keinen blassen Schimmer hat, wie man das alles hinkriegen soll.
Andererseits kann Weihnachten einem aber auch ganz schön ans Herz gehen. Wenn einem mitten im Einkaufsgetümmel jemand eine Tür aufhält. Wenn die ersten Weihnachtskarten in liebevoll verzierten Umschlägen eintrudeln. Wenn der Postbote an der Tür klingelt - nicht etwa, weil er sich ein Weihnachtstrinkgeld erhofft, sondern weil er ein geheimnisvolles Päckchen vor Schnee und Nässe bewahren will. Wenn im Fernsehen Sissi ihren Franz und das Aschenbrödel seinen Prinzen küsst. Wenn die Kerzen flackern, das Geschenkpapier raschelt und man all seine Lieben um sich weiß, dann... ja, dann ist schon was dran an der Sache mit dem "Fest der Liebe". Frohe Weihnachten allseits!