Demokratie - Nur ein Konzept?

TheHSA

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Ich habe mich gefragt, ob Demokratie bei einer auf Staaten basierten Gesellschaft überhaupt mehr ist, als ein Konzept.

Die Demokratie würde bedeuten, dass eine Gemeinschaft von eben jener Gemeinschaft direkt verwaltet wird. Doch das passiert nicht bei einer repräsentativen Demokratie a la Deutschland - die deutsche Demokratie ist nichts anderes als Parteien-Diktatur auf Zeit. Für 4 Jahre liefern wir uns dem Willen der regierenden Parteien aus und haben keinerlei Einfluss. Selbst wenn wir Einfluss haben, kann eine Partei einen Weg finden an der Macht zu bleiben, indem man eine entsprechende Koalition bildet. Und auf das Kabinett und den von der Partei gestellten Kanzler haben wir eh null Einfluss.
Auch in anderen Staaten ist das nicht viel besser. Ich darf daran erinnern, wie Bush die USA regiert hat und sogar gegen den Willen des Kongresses handelte - ist das noch Demokratie?
Daher frage ich mich, ob Demokratie nicht einfach ein Konzept ist, eine idealistische Vorstellung, die nie erreicht werden kann. Ein wenig wie idealer Kommunismus - dieser wäre im Idealfall ein Utopia, wurde aber nie erreicht. Und so sehe ich das auch bei der Demokratie - sie wurde nie erreicht, es gibt nur Demokratie-ähnliche und -artige Staatssysteme.
Was meint ihr dazu?
 
Ich verstehe deine frage nicht....eine repräsentativ-parlamentarische Demokratie ist nun mal keine direkte Demokratie und soll ja auch gar keine sein.
 
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  • #3
Ist es denn noch eine Demokratie, dem Begriff nach?
Demokratie heisst Macht des Volkes. Hat das Volk noch Macht in so einem System? Oder hat es einen Bruchteil von Macht, was das Konzept einer Demokratie verfälscht?
 
Die Frage ist halt wie weit du den Begriff Demokratie auslegst. Ideale Demokratie wie auch den idealen Kommunismus wird man nie erreichen. Letztlich gibts ja auch unterschiedliche Formen der Demokratie, mit mehr oder weniger direktm Einfluss der Bürger.

Grundkonzept ist: Macht vom Volk ausgehend. Praktische Umsetzung: Macht wird abgegeben, da sonst nicht umsetzbar. Was wilslt du da jetzt hören? Ich denke das geht mehr ins philosophische über als dass es eine tatsächlich handfeste Frage ist.

Rauslaufen wirds immer auf ein ideales Konzept was auf verschiedene Weisen umgesetzt wird, je nach Ansprüchen. Da gibts dann denke ich auch kaum Maße mit denen man bestimmen kann wie gut ein System ist.
 
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  • #5
Dann mal eine direktere Frage:
Welches Konzept käme für euch der idealen Demokratie am nächsten?
Ich dachte lange Zeit, dass es das Schweizer Konzept wäre, aber dieses Konzept hat keine Garantiesäulen, die ein Tabu darstellen müssten. zB Religionsfreiheit - die dürfte nicht zur Wahl stehen (Stichwort Minarette).
 
unser system ist doch die perfekte kombi. demokratische wahlen aber auf der verwaltungs adminisstrationsebene parlamentarische demokratie.
bei lokalen themen kann jederzeit eine volksabstimmung angesetzt werden.
alles andere hat sich im wirklichen leben nicht bewährt oder hat gravierende nachteile.
 
Demokratie kann man kaufen. Jegliche Art von politischen Ideologien brechen durch die Gier des Menschen. Ideale sind auch nur Wunschgedanken eines Individuums. Ich befürworte eine Diktatur mit abgesicherten und garantierten Grundbedürfnissen. Funktioniert nur wenn die Nation erfolgreich ist. Andernfalls wird die Unterschicht "unfreiwillig" zum Wohle des Diktators leiden oder nicht?
 
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  • #8
Oder zum Wohle der Wirtschaft.
 
Globalisierung hin oder her. Man sollte einen wichtigen Punkt nicht vergessen. Es geht immer um das Überleben, des eigenen Staates. Ich kann die Amis verstehen. Für U.S.A ist es ein Wettlauf gegen die Zeit.
 
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  • #10
Ist eine Staatenstruktur überhaupt noch sinnvoll in einer globalen Gesellschaft? Ich finde sie mittlerweile überflüssig. Wir sind weltweit verbunden und die Grenzen, die wir mal gezeichnet haben, verschwimmen immer mehr. Sei es durch Kulturvermischung, wirtschaftliche Abhängigkeiten oder weltweite Kommunikation.
Staaten als Konzept werden mit der Zeit aussterben.
 
Ulkig :D. Du hast soeben die wichtigsten Schlüsselwörter für Populisten gennant. Arabisch als zweite Amtssprache in Deutschland? Bist du dafür? Merkel mit Sicherheit nicht. Es sei denn sie könnte dadurch mehr Stammwähler ergattern.
 
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  • #12
Kommt darauf an, wieviele Araber hier leben. Wenn es hier genug Araber gäbe - ja, wieso nicht.
 
Nun heißt es abwarten und Tee drinken. Bin auf die Posts der anderen gespannt. Einzelne ohne Einfluss machen nicht viel aus in einer Demokratie. :D
 
@TheHSA:

Ich glaube daß Du den Begriff "Demokratie" zu idealistisch interpretierst. Das findet man übrigens bei sehr vielen Worten mit wertender Bedeutung.

Was ist "schönes Wetter"? :D

Die Herrschaft des Volkes kann nicht absolut sein sondern sie ist auf die Feststellung einer Mehrheit im Volk angewiesen.

Man könnte höchstens darüber klagen, daß sich das Volk zu viel gefallen läßt; aber das ist ein anderes Thema. :p
 

Auf die Vereinheitlichung wird schon seit fast 300 Jahren hingewirkt.
-Die deutschen Fürstentümer schließen sich zu einem Reich zusammen.
-Zusammenschließung der 13. Staaten zu den USA
-Kolonisation und versuchte Einführung der Kultur/Sprache der Kolonisationsmacht.
-Gründung der militärischen Bündnisse(Nato/Warschauer Pakt)
-Gründung der EU
-Freihandelsabkommen etc.
 
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  • #16

Nein, eigentlich ist das genau DAS Thema. Lassen wir uns nicht zuviel von "der Regierung" gefallen, um unsere Demokratie noch als Demokratie zu betiteln?
 
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  • #18
Na, wenn das Volk herrscht, muss es quasi am längeren Hebel sitzen. Es muss die Möglichkeit haben die Regierung jederzeit abzusetzen. Haben wir diese Möglichkeit, ohne eine bewaffnete Revolution? Nein, die haben wir nicht. Wir haben nicht mal Macht über die Abgeordneten, die wir wählen.
 
Na, wenn das Volk herrscht, muss es quasi am längeren Hebel sitzen. Es muss die Möglichkeit haben die Regierung jederzeit abzusetzen.

Eine sehr deutsche, völkische Illusion.

Ohne Staat gäbe es kein einig Volk von Brüdern, sondern Bürgerkrieg aller gegen alle.

"Das Volk" ist eine Erfindung der Romantik, real existiert es allenfalls als Lynchmob.

Real besteht eine Bevölkerung aus vielen Individuen mit Partikularinteressen und aus Interessengruppen, die gegebenenfalls von Polizei und Armee daran gehindert werden müssen, einander den Schädel einzuschlagen.
 
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  • #20
Es gab Menschengemeinschaften schon bevor es Staaten gab. Und das Vorhandensein eines Staates bedingt keinen Frieden - da werden eben Kriege zwischen Staaten geführt.
 
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