[Politik und Gesellschaft] Bundesrat bringt Strafen für Gaffer auf den Weg

Der Bundesrat beschloss eine Gesetzesinitiative, wonach diejenigen, die die Arbeit von Rettungskräften behindern, künftig mit bis zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe verurteilt werden können.

Da Bild- und Videoaufnahmen von Schaulustigen häufig über soziale Netzwerke geteilt oder auch an die Presse verkauft werden, sollen auch hier die Gesetze verschärft werden. Bislang sind nur lebende Personen strafrechtlich geschützt, künftig sollen auch Bilder Verstorbener geschützt sein. Vergehen könnten dann mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden.



Bild: Schaulustige beobachten das Niederbrennen der alten Raiffeisen-Halle an der Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen in Osthofen, via
Quelle:
 
Der größte Unterschied ist schon mal, dass die Ösis kein å kennen sondern statt dessen ein normalen o sagen, zB statt "Wåsser" sagen die "Wossa"


bayern.jpg

Edit: Fålsches Buidl dawischt, zefix
 
davon abgesehen ist eine unfallstelle keine öffentliche veranstaltung, zu der irgendwie gäste ein- und ausgeladen werden können, daher ist auch diese diskussion überflüssig.. wenn die polizei einen normalen bürger von der unfallstelle werfen kann wenn er "stört", dann natürlich auch jeden "journalisten"...
Natürlich kann sie Leute entfernen, die die Arbeit behindern. Professionelle Journalisten tun das in der Regel nicht. Wenn doch, dann macht er seinen Job nicht richtig.

Es gab mal eine schöne kleine Reportage über einen professionellen Unfalljournalisten. Leider finde ich die nicht mehr, nur diesen Schweizer hier:
 
Nicht mit seiner Qualifikation, sondern mit seiner Aufgabe.

dann sind wir aber wieder bei der doppelmoral, falls du damit andeuten willst, dass ein angestellter eines großen medienkonzerns eher privilegien zugestanden bekommt als ein mitarbeiter eines youtube-channels oder eine beliebige privatperson.. das hat dann auch nichts mit irgendeiner rechtslage zu tun, sondern damit, wem der zuständige machthaber die gafferei eher gönnen will..

Natürlich kann sie Leute entfernen, die die Arbeit behindern. Professionelle Journalisten tun das in der Regel nicht. Wenn doch, dann macht er seinen Job nicht richtig.

na dann sind wir uns doch einig :unknown:.. wer sich an die gesetze hält (behindern ist nämlich verboten, falls das jemandem nicht klar war), hat das recht, im öffentlichen raum alles zu dokumentieren was er will, egal welche berufsbezeichnung derjenige für sich wählt..
 


Nein. Die Presse übernimmt mit der Berichterstattung eine öffentliche Aufgabe. Und das hat etwas mit der Rechtslage zu tun, weil dies so in den Landespressegesetzen drin steht. Durch einen Ausweis kann der Beamte vor Ort davon ausgehen, daß die Person mit ihrem Handeln dieser Aufgabe nachkommt und es sich nicht um einen Gaffer handelt, der für seine private Sammlung filmt.
 
und da wir ja zu dem schluss gekommen sind, dass grundsätzlich jeder ohne besondere qualifikation dieser aufgabe nachgehen kann, ist es also doch wieder die doppelmoral - millionen gaffer am fernseher geht klar, privatsammlung nicht :T.. aber darüber müssen wir auch garnicht diskutieren - mir ging es lediglich um das grundsätzliche recht, nicht um eine spezielle einladung vom polizeichef, um seine hart arbeitenden jungs (nebst leichen) in der bildzeitung von der besten seite zu zeigen..
 
na dann sind wir uns doch einig :unknown:.. wer sich an die gesetze hält (behindern ist nämlich verboten, falls das jemandem nicht klar war), hat das recht, im öffentlichen raum alles zu dokumentieren was er will, egal welche berufsbezeichnung derjenige für sich wählt..
Dokumentieren (für seine Private Foto-/Video-Sammlung zu Hause) ja - aber nicht zwangsläufig veröffentlichen. Dann nämlich greift unter Umständen das Recht am eigenen Bild.
 


Keine Doppelmoral und keine Gaffer am Fernsehen. Kein staatliches Diplom bedeutet nicht unqualifiziert. Wer als Bildreporter keine saubere Arbeit abliefert, wird nicht in dem Job bestehen können.
Der Gaffer möchte bestmöglichst Blut oder sogar Tote sehen (und neuerdings auch filmen).
Aufnahmen eines leeren Wracks und vielleicht ein Interview bekommt der Zuschauer Zuhause.
 
Kaptain hat grundsätzlich recht.
Das einzige Problem ist halt der Presseausweis selber.

Der amtliche wurde abgeschafft, weil der Staat damit bestimmt wer Journalist ist - das darf er aufgrund der Pressefreiheit so nicht.
Der 0815 ist nichts wert, da ihn jeder ausstellen darf.
 
Ich verstehe diese Sensationsgeilheit nicht, ehrlich nicht. Wenn ich hinterher lesen kann es sind 2 Menschen gestorben, 2 weitere verletzt aber sie sind außer Lebensgefahr - dann reicht mir das in der Regel. Ich brauche kein Youtube Video vom Unfallort bei denen irgendwo ein Arm liegt....

Und für das beste Bild über Leichen zu gehen und wohl möglich jemanden auch noch zu behindern, nur damit man ein tolles Foto präsentieren kann, irgendwo hört es auch auf.... wie bescheuert muß bzw. kann man sein?

Außerdem, ich kann mir auch selbst in Photoshop nen "Ausweis" zusammenbauen und drucken und "Hans Wurst von Clausewitz (Reporter)" draufschreibern, das laminieren, mit nem Locher ein Loch machen und dann nen Halsband mit Ring oder "Klipphagen" da durch ziehen/anheften..... und schon sehe ich "wichtig" aus wenn ich was um den Hals trage....

Ich finde aber Strafen dafür sinnvoll: Für Leute die mit Handys oder Smartphone alles aufzeichnen müssen und dabei wirklich in Kauf nehmen das jemand stirbt - nicht nur als Behinderung, sondern auch als unterlassene Hilfeleistung. In der Zeit könnte man ne Herzmassage machen oder ne Blutung stoppen oder nen Krankenwagen rufen.... sonst etwas und hält nicht drauf wie jemand da liegt. Würde ich ganz dreist sagen. Von daher sind Strafen dafür gut.... wenn es die Leute davon abhält intuitiv als erstes nach dem Handy zu greifen um die Situation ihren Enkeln zu zeigen, anstatt zu helfen (so fern sie können).

Erinnert mich daran, ich sollte auch mal wieder nen erste Hilfe Kursus mitmachen :o
 
Ich finde aber Strafen dafür sinnvoll: Für Leute die mit Handys oder Smartphone alles aufzeichnen müssen und dabei wirklich in Kauf nehmen das jemand stirbt - nicht nur als Behinderung, sondern auch als unterlassene Hilfeleistung.

Ich erinnere mich an die Aufnahmen aus dem Zug vom Zugunglück in Bayern.
Der hatte auch nix bessere zu tun als erstmal Kamera an, statt zu helfen.

 
Das mit dem "Bild" (zu tweeten anstatt das Gebäude zu verlassen bei Feuer) ist natürlich noch der Gipfel - dafür müssen ein oder zwei Feuerwehrleute ins Haus/Komplex whatever und ihr Leben riskieren, weil derjenige Depp im Haus liegt und sich nicht selbst gerettet hat... prost Mahlzeit. :T

Auf der anderen Seite, wenn die ganze Firma so nen Tweet mitbekommt, warum auch immer, wäre das vielleicht auch noch irgendwo sinnvoll, aber nicht um zu sagen "Geil, bei uns brennt es! Bei euch auch schon?" ;)

Im übrigen sind Feuer- bzw. Brandübungen gar nicht so verkehrt... darf nur nicht zu alltäglich sein....
 
Zuletzt bearbeitet:
Keine Doppelmoral und keine Gaffer am Fernsehen.

nein? über derartige unfälle wird in den "qualitätsmedien" grundsätzlich unproportional und selektiv berichtet.. ginge es wirklich um information, würde es auch reichen, jeden tag die polizeistatistik vorzulesen - und nicht bloß von spektakulären verkehrsunfällen, sondern auch z.b. wieviele menschen an diesem tag durch ärztepfusch und haushaltsunfälle gestorben sind.. es ist doch so simpel: wer was zum gaffen braucht, ist gaffer :).. da müssen auch nicht zwingend leichenteile rumliegen, das ist subjektive geschmackssache und schließlich gibts ja liveleak dafür.. fürs familienfreundliche gaffen reichen autowracks und airbag-fetzen, vielleicht noch garniert mit ein paar blutflecken auf dem asphalt - und das gilt dann als "saubere arbeit" für einen bild-"journalisten", während ein ungeschnittenes wackeliges handy-video (natürlich hochkant :m) ein verbrechen gegen die menschlichkeit ist.. das ist es höchstens ästhetisch, aber keinesfalls moralisch :rolleyes: (jedenfalls nicht mehr als von dem heini mit qualitätssiegel)..

es ist natürlich einfacher, die eigene sensationsgeilheit zu verdrängen, wenn man die gafferei "journalistische arbeit" nennt und auf die berichterstatter eine pseudo-qualifikation draufklatscht, damit es zumindest den anschein eines "offiziellen" charakters hat.. aber wenn auf einmal jeder dahergelaufene mit einer kamera die gleiche "journalistische arbeit" machen kann, wird es schwieriger, den "offiziellen" charakter aufrechtzuerhalten (weil es nie einen gab!) und sich weiterhin vorzumachen, die gafferei vor dem fernseher sei garkeine gafferei sondern hochwertige nachrichten mit wichtigen informationen zwischen den werbeblöcken...

Ich finde aber Strafen dafür sinnvoll: Für Leute die mit Handys oder Smartphone alles aufzeichnen müssen und dabei wirklich in Kauf nehmen das jemand stirbt - nicht nur als Behinderung, sondern auch als unterlassene Hilfeleistung.

ist das eine feststellung oder eine forderung? den straftatbestand gibt es nämlich schon, er heißt "unterlassene hilfeleistung" ;).. dabei ist es egal, ob jemand filmt statt zu helfen (gilt übrigens auch für hochqualifizierte "journalisten" mit presseausweis) oder einfach nur in den himmel starrt.. pro-tipp: mit einem gopro-helm kann man das notwendige mit dem angenehmen kombinieren :T..
 
aber wenn auf einmal jeder dahergelaufene mit einer kamera die gleiche "journalistische arbeit" machen kann, wird es schwieriger, den "offiziellen" charakter aufrechtzuerhalten (weil es nie einen gab!)
Unsinn. Bloß weil jeder den Abfluss nach ein paar Youtube-Videos reparieren könnte, wird nicht jeder zum Klempner. Genauso macht eine Smartphone-Kamer nicht jeden automatisch zu einem guten Journalisten.
Schau dir das Video von dem Schweizer Journalisten an. Das ist professionelle journalistische Arbeit.
 
es geht mir weder um geschmack noch um handwerkliche fähigkeiten und auch nicht, ob ein gelernter journalist "bessere" berichterstattung machen kann als ein metzger mit einer kamera.. mir ging es in erster linie darum, dass ein IS-köpfungsvideo auch mit noch so professionellem set, storyboard, schnitt und regie letztendlich immernoch ein IS-köpfungsvideo ist.. "professionalität" ist hier keine voraussetzung für irgendeine legitimation..
 
Die Legitimation ist das Ereignis an sich. Dafür kannst du keine Nachrichtensperre durchsetzen.
 

Bei einem IS-Köpfungsvideo liegt die Professionalität in dem Nichtsenden.
 
vielleicht läge sie ja im nichtgucken? aber soviel souveränität traut man dem publikum nicht zu, hm? also doch nur ein weiterer beleg für die doppelmoral.. gäbe es keinen markt für unfallstellenaufnahmen (egal ob auf PG13 geschnitten oder nicht), würde sie auch niemand zeigen.. der punkt ist: die "gaffer" sind nicht einige wenige "freaks", wie sich manche einzureden versuchen, sondern die große mehrheit der medienkonsumenten, in der regel auch sie selber..

darauf wollte ich doch hinaus - berichterstattung darf niemandem aufgrund von qualifikation (nach welchen kriterien auch immer) verwehrt werden, sie ist ein grundrecht..
 
die "gaffer" sind nicht einige wenige "freaks", wie sich manche einzureden versuchen, sondern die große mehrheit der medienkonsumenten, in der regel auch sie selber..

Daß die Art der Aufnahmen sich bei YT und z.B. der Tagesschau unterscheidet, wurde bereits erwähnt.
Hinzu kommt, daß man bei YT gezielt suchen kann, bei der Tagesschau habe ich keine Möglichkeit Beiträge zu filtern.
Es gibt nichts zu gaffen und es gibt keine Möglichkeit zu versuchen mehr zu sehen.
 
rede es dir schön soviel du willst - unterschiede im stil oder in der darreichungsform ändern nichts daran, dass es im kern das gleiche ist, nämlich filme bzw. fotos von unfällen.. auch bei der tagesschau hat man die wahl abzuschalten - und millionen tun dies nicht, weil sie es geil, unterhaltend oder informativ finden.. das ist nicht mehr oder weniger legitim als liveleak-videos, solange dabei keine rechte verletzt werden :unknown:..
 
auch bei der tagesschau hat man die wahl abzuschalten -

rede es dir schön soviel du willst. Der Beitrag ist zu Ende, bevor man die Fernbedienung gefunden hat. Und was danach kommt, will man ja auch noch sehen. Und wenn es das Wetter ist. Die Schau hat einen festen Ablauf. ich muß Dir doch nicht erklären, wie Fernsehen funktioniert. Das wirst Du doch noch kennen. Wir reden ja hier nicht von Schallplatten oder Wählscheibentelephonen.
 
Zurück
Oben