Bier (allgemein)

Natürlich hat das was mit Nationalismus zu tun. Du faselst doch ständig von "Nation". Wie ist denn ein "deutsches Bier"? Welche (geschmacklichen) Eigenschaften hat denn ein "deutsches Bier"? Und wann ist ein Bier wirklich durch und durch deutsch? Muss das Rezept von einem Deutschen stammen? Wie viel Prozent der Zutaten müssen aus Deutschland kommen? Muss die Hefe deutschstämmig sein? Oder muss es nur in Deutschland vergoren werden? Reicht vielleicht auch nur eine Abfüllung in Deutschland?
 
Reinheitsgebot? Das von 1516?

Nur Hopfen, Gerste und Wasser?

Ich dachte, es gilt das vorläufige Biergesetz von 1993. Da komme zu den 3 genanten Zutaten noch z.B. Hefe,Zucker, Zuckerkulör und Süßstoff, sowie Kieselgur, Kieselsol und das Kunststoffpulver Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP). Letzteres bindet Eiweiße und Gerbstoffe und wird wieder ausgefiltert.

Und Hopfen? Da sind wir auf weit weg von einem Naturprodukt. Industrieller Hopfenextrakt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Um mal wieder etwas btt zu kommen: Gerade da es in den USA keine so dermaßen strenge Regelungen gibt was die Herstellung von Bier betrifft (es gibt trotzdem genug Brauereien die sich danach richten) ist die Vielfalt ja so groß. Da hatte es wirklich Sorten die ich mir geschmacklich so nie träumen hätte lassen (teilweise nach Homegrown usw :D). Das fand ich wirklich eine große Bereicherung.

Klar gibt es hier auch verdammt viele Brauereien. Was bringt mir das aber wenn ich dann extra zu jeder hin fahren müsste? Im Supermarkt gibt es sowieso immer nur die Selben. Becks (Pfui), Dinkelacker, Clausthaler, Krombacher usw. Dazu dann noch drölfzig ekelhafte Fruchtbiere. Will ich mehr muss ich in den Getränkemarkt. Mache ich auch oft. Da gibt es zwar mehr (Tegernseer Cluss, Zäpfle usw.) aber ja wohl immer noch lächerlich.

Witzigerweise kaufe ich hier dann immer noch sehr oft undeutsches Bier wie Tyskie oder Pilsner Urquell.

@PaRaDoX
Warst du denn schon mal in den USA und hast was anderes als Miller Lite oder so getrunken? Wie gesagt, ich war anfangs auch skeptisch, habe mich aber dann doch sehr schnell gewundert ;)
 
Um weitere Substanz zum Thema zu bringen: Ich mag sehr gerne Bier von den Widmer Brothers. Gut sind auch Rogue Ales. Von dem, was ich bis jetzt probiert habe, sind auch die Biere von Sierra Nevada und Flying Dog sehr gut zu trinken.

Es gibt übrigens einige Brauereien in Deutschland, die ihre interessantesten Biere hauptsächlich für den Export (überwiegend) in die USA herstellen und es auf dem deutschen Markt gar nicht in den Verkehr bringen, weil viele Konsumenten in Deutschland damit nichts anfangen können, weil sie eh nur "sowieso immer nur die Selben" aus dem Supermarkt trinken.
 
Es gibt übrigens einige Brauereien in Deutschland, die ihre interessantesten Biere hauptsächlich für den Export (überwiegend) in die USA herstellen und es auf dem deutschen Markt gar nicht in den Verkehr bringen, weil viele Konsumenten in Deutschland damit nichts anfangen können, weil sie eh nur "sowieso immer nur die Selben" aus dem Supermarkt trinken.

Hast du hier mal ein paar Beispiele? Gegen neue Biere habe ich nämlich nichts, solange es nicht in Richtung Bier-Mixgetränke oder diese Edelbiere geht.
 
Uerige Doppel-Sticke wäre ein Beispiel, Schneider Weiße TAP 5 auch, obwohl man das mittlerweile auch in Promo-Packs bei einigen Supermärkten bekommt.
 
Um meinen Standpunkt nochmal etwas detaillierter zu formulieren:

Ich habe nichts gegen ausländische Biere und bin kein Bier-Nationalist, ganz und gar nicht. Daher hatte ich auch auf nicht-deutsche, gute Biere verwiesen! Bier aus Tschechien oder den Niederlanden z.B. find ich größtenteils ziemlich lecker.

Mir ging es eher darum, dass das deutsche Bier einfach einen guten Ruf genießt und das irgendwo zu Recht. Ich habe zumindest noch nie gehört, dass ausländische Besucher vom deutschen Bier enttäuscht waren. Ich habe da wahrschinlich etwas zu radikal formuliert.

Bzgl. Ami-Bier habe ich wirklich bisher nur Plörre kennengelernt, aber wie ich auch dazu schon erwähnte, gibt es sicherlich die ein oder andere Perle. Klar, wieso auch nicht! Leider kann ich nicht mehr genau sagen welche Sorten ich probiert habe (auf Festivals), das ist einige Zeit her.

Letztlich ist es doch alles eine Frage des Geschmacks! Ich schwöre halt primär auf deutsche Biersorten, andere bevorzugen ausländische Marken! Kein Problem, ist doch auch gut so!

Ich wollte damit keine Grundsatzdiskussion anstoßen. Ich lasse mich gern von guten exotischen Bieren überzeugen, keine Frage! Wahrscheinlich habe ich bisher wirklich nur die falschen Sorten ausprobiert! Jeder soll trinken was ihm schmeckt!

Prost! :beer:
 
In meinen Augen macht es allerdings keinen Sinn, Bier nach Ländern einzuteilen, weil das Land keinen Einfluss auf den Geschmack des Bieres hat. Sinnvoll wäre es z.B. Bier nach Stammwürzegehalt, Braustil oder Vergärungsart einzuteilen. Das sagt dann was über die Eigenschaften des Bieres aus. Aber das Land, in dem es produziert wurde, sagt herzlich wenig über die (insbesondere geschmacklichen) Eigenschaften eines Bieres aus.

@godlike: Hast du noch ein anderes oder höher auflösendes Bild von dem Liquor Store von Seite 2? Vielleicht fallen mir dann noch andere Biere auf, die in die USA exportiert werden und hier eher schwer zu bekommen sind. Pinkus Müller aus Münster z.B. wird auch gerne exportiert, bekommt man aber zumindest zum Teil in Biomärkten in Deutschland ganz gut.
 
Ist so ähnlich wie Autos nach Ländern einzuteilen, im Prinzip gibt es keine schlechten Deutschen Autos, genauso ist es mit dem Bier.
 
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Dankeschön.

Habe mir mal die Freiheit genommen, ein paar Biere, die ich kenne und schätze oder sonst wie interessant finde, zu markieren und zu beschreiben. Allgemein scheint sich das Sortiment zumindest teilweise an den Prämierten des zu orientieren. Auch keine schlechte Möglichkeit, sich über gute Biere zu informieren.

Jetzt zu den Bieren:

Oberste Reihe

Rot - Uerige Alt: Altbier in seiner besten Form.

Gelb - Aecht Schlenkerla: Besonders das Rauchbier von denen ist interessant. Bier das nach Salami schmeckt.

Blau - Leipziger Gose: Welche Sorte genau das ist, erkenne ich nicht, es ist aber die klassische Flaschenform für Gose. Sauer vergorenes Bier. Nicht für jeden Tag, aber sicher eine Erfahrung wert.

Grün - Pinkus Müller: Sehr leckere Biere klassisch bekannter und verbreiteter Braustile (Alt, Pils, Weizen) in Bioqualität, hat in den USA ein anderes Label als in Deutschland.

Zweite Reihe von Oben

Pink - Weltenburger Klosterbrauerei: World-Beer-Cup-Gewinner Barock Dunkel, untergäriges dunkles Bier. Die anderen Biere von denen, die ich bis jetzt probiert habe, waren auch lecker.

Braun - Der Hirschbräu: Auch ein World-Beer-Cup-Gewinner. Hier ist es das Hirsch-Gold, ein Dortmunder/Export. Habe ich noch nicht getrunken, aber das Hüttenbier und der helle Doppelhirsch sind ziemlich gut.
 
Danke dafür :T

Im Nachhinein regt es mich auf das ich gerade das Regal fotografiert habe. Sonst könnte ich hier auch noch paar gute Ami-Biere aufzählen...

Das Problem ist jetzt halt "WO bekomme ich diese Biere"? Super- und Getränkemärkte haben ja fast immer die Selbe doofe Auswahl. Gibts vielleicht einen Shop wo man mischen kann? Gab es in dem Getränkemarkt auf dem Bild oben. 6-Pack zum selber mischen, fand ich eine ziemlich geniale Idee :)
 
Naja, gibt ja so einige Shops, z.B. oder auch diese beliebten Biere der Welt / Geschenkpakete, da ist aber dann eher nur 0815 Kram der jeweiligen Länder drin.

lg
 
Also bis auf die Gose gehören die Biere zum Standardsortiment des trinkgut bei mir um die Ecke. ;)

hat eine ziemlich große Auswahl und auch ein interessantes Bier-Abo. Beim aus Hamburg habe ich auch schon mal bestellt, hauptsächlich wegen Rogue Ales und Camba Bavaria. Dem Ratsherren, von den Shopbetreibern produziert, kann ich nicht so viel abgewinnen.

Einige der hippen Biere aus Deutschland werden auch direkt ab Brauerei versendet, z.B. und . hat auch einen deutschen Mailordervertrieb.
 
Ok, dann muss ich wohl etwas Geld in die Hand nehmen und mir was zusammen stellen :T Günstig wird der Rausch aber wohl weniger :D

PS: Weil es gerade passt. Falls wer mal in den USA unterwegs sein sollte:

 
Du darfst die Preise halt nicht mit dem langweiligen Industriepils vergleichen, wo du bei Kistenabnahme im Angebot für Prämiummarken eventuell auf ca. 1 €/l kommst.

Aber viele sehr gute Bier kriegst du für 5 - 10 €/l. Und wenn du das mit Wein vergleichst, ist das eher das Einsteigerpreissegment für trinkbare Weine. Und deinen Rausch kriegst du auch, denn viele dieser Craftbiere haben unglaublich viel Umdrehungen. Da muss man aufpassen, dass man nicht zuviel trinkt, wenn man es nicht unbedingt auf einen Vollrausch anlegt, sondern in erster Linie der Geschmack im Vordergrund steht.
 
Wenn man nur ein bißchen probieren möchte, empfiehlt sich auch immer "die" Bierbörse. Ist bei sommerlichem Wetter immer spaßig.
 
Spaßfakt: In Namibia brauen sie nach dem Reinheitsgebot. Und es gibt dort eine Edelvariante von Hansa Pils

Danke für den Tipp mit dem Craftbeerstore! Wohne in HH und werd mich wohl mal demnächst da hinbegeben. :D
 
Die heißt aber nur auch "Hansa", das war es dann schon mit den Gemeinsamkeiten, oder? Die haben weder was mit den Dortmundern (D), noch den Bergenern (N) zu tun, oder?
 
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