Das Problem ist, dass die ganze Widerstandsunterschieds-Betrachtung des Telekom-Service Quatsch ist. Ja, tatsächlich sieht die offizielle Messanweisung eine Abweichung von maximal 1% vor.
Hier wurde anscheinend Deine Innenleitung mit einem Schleifenwiderstand (= Brücke am Ende) von 3,6 Ohm gemessen. a-Ader gegen Erde hat 1,7 Ohm und b-Ader gegen Erde 1,9 Ohm. Maximal dürftest Du aber nur 0,17 Ohm WU, also Unterschied von a-Ader zu b-Ader haben. Das Problem dabei ist nur, dass man bei so kurzen Kabellängen den WU gar nicht vernünftig in Relation zum Gesamtwiderstand des Kabels setzen kann. Jeder Messadapter und jeder nicht zu 1000% saubere Kontakt verursacht schon mehr als die 0,2 Ohm. Von daher ist es Blödsinn, bei einem so kurzen Kabel überhaupt den WU zu messen. Gerade in der Innenleitung muss man sich einfach die Mühe machen und alle Klemmstellen kontrollieren und ggf. neu machen. Alles andere ist Quatsch.
Dem gegenüber ein Beispiel an einem langen Kabel:
So ein Kabel mit, sagen wir mal, 5km Länge bei einem Aderndurchmesser von 0,5 hat einen Schleifenwiderstand von 342 Ohm. Damit dürftest Du einen Widerstand a-Ader gegen Erde von z. B. 173 Ohm und b-Ader gegen Erde von 171 Ohm haben. Das sind zwei Ohm Unterschied. Jede Verbindungsstelle erhöht den Widerstand leicht. Hast Du da jetzt 20 Muffen drin und in jeder hat die a-Ader einen Übergangswiderstand von 0,1 Ohm mehr als die b-Ader, dann summiert sich das. Aber es stellt kein Problem für den Anschluss dar. Hat die a-Ader den erhöhten Widerstand von zwei Ohm an exakt einer Stelle, so hat sie dort schlicht und ergreifend keinen Kontakt. Trotzdem wäre das laut dieser Messanweisung zulässig.
Also ja, man kann auf diese Art und Weise Kontaktfehler erkennen. Aber man muss die Ergebnisse schon noch in Relation setzen und sich selber Gedanken darüber machen, ob das vernünftig ist, was man gemessen hat. Ich mein, bei maximal 1% Abweichung müsste man sonst jeden Rangierdraht aus den Verteilern reißen, weil: "Ich gehe vorne und hinten mit dem Prüfadapter auf die zwei Meter Rangierdraht. Erlaubt sind nur 0,002 Ohm Abweichung. Ich messe mehr, also ist der Rangierdraht kaputt!!!!!!11!"
Außerdem sei noch dazu gesagt, dass ein WU-Fehler kein Fall für die BNetzA ist. WU-Fehler, falls er zutrifft, ist Kabel oder Kontakt defekt, aber kein EMV-Störer.