[Politik und Gesellschaft] Ausweitung der Hilfe für Stalkingopfer gefordert

Nachdem am Montag bei einem Geiseldrama in Ingolstadt ein Mann eine Rathausmitarbeiterin, der er schon seit längerer Zeit nachgestellt haben soll, sowie zwei weitere Personen als Geiseln genommen hatte, wurden nun von der Deutschen Stalking-Opferhilfe schärfere Gesetze gefordert.

Erika Schindecker, die Vorsitzende des Vereins, erklärte dazu gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Bisher haben wir das Problem, dass der Stalking-Paragraf nicht richtig greift. Erst muss etwas ganz Schlimmes passieren, bis ermittelt wird."


Quelle:
 
Und erst muss etwas richtig schlimmes passieren, bis gehandelt wird. Irgendwie ein bisschen typisch.

Hoffen wir mal, dass jetzt wirklich was passiert. Bei Stalkern bekommt man bei der Polizei oft nur zu hören, dass sie ohne Beweise machtlos ist und sonst nicht helfen kann.
Dann passiert letztendlich sowas. :buh:
 
Wenn die Polizei schon nicht kommen will, wenn man von jemanden beleidigt, bedroht und mit Steinen beworfen wird, was soll man da machen? Und wenn es doch vor Gericht geht, gibts läppische Strafen.
 
Und wenn man so einem gestörten Typen aus Notwehr weil er mit einem Messer vor der Eingangtüre wartet eine Kugel in's Knie ballert geht man selbst hinter Gittern.
 
Ich sehe das etwas lockerer. Habe zwar keine Zahlen, denke aber das in DE sicherlich mehrere hundert bis tausend Stalker pro Jahr polizeilich erfasst werden. Da ist die Zahl der Taten, die mit der am Montag vergleichbar sind, doch eher verschwindend gering. Meint ihr nicht auch?

Um solche Vergehen kategorisch auszuschließen müsste man ja jeden, der ein mal wegen irgendwas auffällig geworden ist, auch sofort inhaftieren. Immerhin kann man nie zu 100% ausschließen das einer austickt.
 
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  • #6
Laut Schindecker soll es in Deutschland jährlich 600.000 und 800.000 Fälle von Nachstellungen geben. Wenn die Zahlen stimmen (was ich zwar nicht weiß, mir aber durchaus vorstellen kann), glaube ich kaum, dass der größte Teil erfasst wird.
 
Was die Quote derer, die wirklich mal so richtig ausrasten, aber weiter schrumpfen lässt. Über den Zebrastreifen gehen ist gefährlicher ;) Trotzdem eine erschreckend große Zahl :confused:
 
Die, die den Schritt machen und zur Polizei gehen weil sie Angst haben dann wieder wegschicken weil ja noch nichts passiert ist, kann's aber auch nicht sein; für ein Annäherungsverbot von Amts wegen sollte das dann genügen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei Täter, die einem solchen Annäherungsverbot unterliegen, sich wohl kaum daran halten, wenn sie ihrem Opfer tatsächlich was antun wollen.
 
es erleichtert dann aber die nächsten Schritte, bevor ein Messer im Rücken steckt
 
Die, die den Schritt machen und zur Polizei gehen weil sie Angst haben dann wieder wegschicken weil ja noch nichts passiert ist, kann's aber auch nicht sein; für ein Annäherungsverbot von Amts wegen sollte das dann genügen.

So ein Annäherungsverbot durchzukriegen, ist verdammt schwer. Wir haben es wegen einer Straftat versucht und hatten mit 20 Meter Abstand nur Glück, weil ein rechtskräftiges Urteil des Strafgerichts vorlag.

20 Meter: Für Bedrohung, Beleidigung, Auflauern, mit Steinen bewerfen.

Wenn die betroffene Person jetzt irgendein Promi oder Politiker oder Fussballer wäre, da würden sie schnell handeln, aber bei einem Normalen Bürger - da passiert gar nix.

"Oh, der Mann ist ihnen auf der Straße begegnet? Die Straße war öffentlich?"

etc
 
.. Bei Stalkern bekommt man bei der Polizei oft nur zu hören, dass sie ohne Beweise machtlos ist und sonst nicht helfen kann.
..:

komisch, in anderen Bereichen lese ich immer dass man ohne Beweise nichts machen darf. Hier wäre es aber ok?
Sprich, wenn ich jemandem eins reinwürgen will, zeige ich ihn anonym wegen Stalkings an und er wird erstmal weggesperrt?
Oder die enttäuschte Ex-Ehefrau oder Ex-Freundin zeigt dich an weil sie dich hasst? Ohne Beweise kommst du dann erstmal in den Knast?

Leider ist nicht immer alles nur schwarz oder weiß und längst nicht so einfach wie manche oft glauben...

Ansonsten wie godlike sagt, viel Rauch um (fast) nichts.
 
genau das ist ja mein Punkt, als Signal an Stalker irgendwas in der Art früher und einfacher ermöglichen; warum das nicht gehen soll, ist manchmal schwer nachzuvollziehen, das sind doch keine Streiche.
 
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