Re: 19 Jähriger ersticht 9 jährigen Nachbarsjungen - Täter auf der Flucht
Es gibt manche Gemeinschaften, die für ihre Mitglieder Familie sind. Rocker
, und auch auf einem Metalfestival solltest du keine Frau belästigen. Natürlich geht das keinen was an, deine kassierten Veilchen werden dir aber hinterher in Erinnerung rufen, dass andere Leute das irgendwie anders sahen. Und das ist auch gut so.
Auf eine Beleidigung hin direkt ein paar aufs Maul zu bekommen, das zeugt nun wirklich nicht von Charakter und sinnvollem Verhalten. Und das ist dann normal bei Metallern, weil die halt ein Rudel bilden und dann gleich im Fünferpack ankommen? Komm mir doch keiner mit diesem Familiendings an, mit Rache und mit Selbstjustiz. Dann kann man sich den Staat sparen und einfach jede Mafia machen lassen, oder sich selbst bewaffnen und es gibt ein nie endendes Gemetzel. Funktioniert ja auch genau so super bei den Rockern und eben solchem Volk.
Mal realistisch gesehen: Die Bandidos werden ihn wahrscheinlich nicht vor der Polizei finden. Und selbst wenn sie das tun, steht immer noch die Frage im Raum, wie sie dann mit ihm verfahren. Klar, völlig frei von Blessuren wird er nicht bleiben, aber die wissen auch, dass sie im Rampenlicht stehen, und da stellt sich jetzt die Frage, welches Image sie nach außen transportieren wollen. Nicht alle Bandidos sind automatisch Schwerverbrecher. Die Botschaft, die aber dennoch vermittelt werden soll, ist klar: "Man greift nie einen von uns an, sondern immer uns als Gruppe, und wir reagieren darauf als Gruppe." Und hier kommt dann auch die Sicht auf die Justiz zum Tragen: Wenn allgemein die Befürchtung besteht, dass die Justiz nicht gerecht urteilt, werden sich insbesondere solche Gruppierungen genötigt fühlen, selbst "Gerechtigkeit" walten zu lassen, um den Abschreckungsschutz aufrecht erhalten zu können. Urteilt die Justiz in den Augen der Mitglieder gerecht, werden sie auch kein Problem damit haben, ihn nahezu unbeschadet auszuliefern.
Dass Rocker sich zusammengehörig etc. fühlen, ist bekannt. Dennoch braucht es sie hier nicht und selbst wenn eine Fahndung ausgeschrieben ist, sollten sie sich zurückhalten und sich um ihresgleichen kümmern. Bestenfalls können sie bei der Suche mithelfen, aber einzig und allein das. Und selbst da braucht man sie wohl kaum. Das schafft die Polizei und sonstwer grad noch allein.
Was soll der Typ denn großartig machen? Der ist 19. Sollen sie doch eher froh sein, wenn er noch tagelang in der Gegend rumrennt. Dann leidet er mehr und das wollen sie doch. Ihm einfach so irgendwelche Blessuren zuzufügen, dazu haben sie absolut kein Recht und wenn sie noch so tolle Rocker, Metaller oder sonstwer sind.
Hier nun mit der "Befürchtung einer zu schwachen Strafe" zu argumentieren, halte ich für Unsinn. Ich befürchte irgendwas, also hau ich irgendwem einfach schonmal zur Sicherheit ein paar aufs Maul. Was ist denn das bitte für eine Logik? Wenn sie sich so sicher sind, dann brauchen sie ja nur gemütlich abwarten, bis er wieder draußen ist. "Abschreckungsschutz" vor bitte wem? Vor den anderen 19jährigen, die so rumlaufen und Kinder ermorden?
Wie sollen sie ihn denn gnädigerweise unbeschadet ausliefern, wenn noch gar kein Urteil gesprochen wurde?
Man darf eines nicht vergessen, auch wenn es gern anders dargestellt wird: Menschenrechte sind kein in Stein gemeißeltes Gesetz, sie sind ein zwischen allen Menschen geschlossener Nichtangriffspakt, dessen Aufrechterhaltung besonnenes zwischenmenschliches Verhalten auch in Verletzungsfällen erfordert.
Der Typ hat genauso Menschenrechte.
@Seedy: Nein. Es ist die Konsequenz aus dem Recht auf Selbstverteidigung.
Eine Selbstverteidigung seh ich hier nicht. Die Sache ist rum. Alles danach ist Hetzjagd und dann geplante Körperverletzung. Im Affekt, bei drohender Gefahr, wenns gerade passiert, dann ja, aber doch nicht mehr jetzt. Das hat mit Selbstverteidigung nichts mehr zu tun.