Asylbewerber: Software soll Dialekt untersuchen und Herkunft bestimmen



Oftmals ist die Herkunft von Asylsuchenden nicht leicht festzustellen, werden sie doch häufig ohne Papiere bei den Behörden vorstellig. Laut Informationen der hätten etwa 60 Prozent der seit 2015 angekommenen Asylbewerber keine gültigen Ausweispapiere vorgelegt. Nun setzt die Bundesregierung verstärkt auf Technik: Computer sollen die Sprechweise von Asylsuchenden analysieren und so ihre Herkunft bestimmen.



Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird bereits innerhalb der kommenden zwei Wochen mit den Tests einer Software zur Dialekterkennung beginnen. Das System soll auf Technik zur Sprecherauthentifizierung basieren und so speziell auf Dialekte zugeschnitten werden, was die Zuordnung der Flüchtlinge auf ihr Herkunftsgebiet erleichtern soll. Julian Detzel, BamF-Referent im Bereich Grundsatzstrategie Digitalisierung und IT-Programm-Management, sagte der „ “: „Die Idee ist, von Asylantragstellern eine separate Sprachprobe aufzunehmen und einer automatischen Dialektanalyse zu unterziehen“. Mit einem routinemäßigen Einsatz des Systems sei jedoch nicht vor 2018 zu rechnen.

Bei der Sprecherauthentifizierung lernt eine Software mithilfe von Trainingsdaten verschiedene Sprecher zu unterscheiden. So soll die Software dem BAMF als weiterer „Indikator“ für die Einschätzung der Asylanträge dienen. Dirk Hovy, deutscher Computerlinguist an der Universität von Kopenhagen, äußerte jedoch Bedenken. Er sagte der „ “: „Einen perfekten Datensatz zu erstellen, ist praktisch unmöglich“ – schon weil sich Sprache dauernd ändere. Wenn man aber über eine breite Datenbasis verfüge, könne man zumindest eine verwendbare Annäherung schaffen. Das sei jedoch sehr aufwändig. So müssten die Trainingsdaten, aus denen die Software die Dialekte lernt, möglichst repräsentativ die Gruppe der zu untersuchenden Asylbewerber abbilden, was etwa das Alter oder die echte Herkunft angeht.

Um die Identität von Asylbewerbern noch genauer festzustellen, führen weitere dazu, ob das Bamf die Handys der Flüchtlinge auslesen darf. Ein dafür entworfenes „ “ soll die rechtliche Grundlage dafür schaffen. Doch schon jetzt können die Ausländerbehörden der Bundesländer Personen dazu zwingen, ihnen Mobiltelefone, USB-Sticks, Tablets oder Laptops auszuhändigen, um diese für die Feststellung der Identität zu nutzen entsprechend der Regelung im , das die Mitwirkungspflichten bei der Beschaffung eines gültigen Identitätspapiers festlegt. Für Kritiker ist das unverhältnismäßig und es wäre zu bezweifeln, ob dass das Vorhaben mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Das funktioniert bestimmt, weil:
a. noch nie jemand gelernt hat dialektfrei bzw. mit passendem Dialekt eine fremde Sprache zu sprechen.
b. noch nie jemand mit einem Dialekt aufgewachsen ist, obwohl der Dialekt dort, wo er die Staatsbürgerschaft hat, nicht gesprochen wird.
c. Heuristiken nichts mit (Treffer-)Wahrscheinlichkeiten zu tun haben.


Mal ganz abgesehen von der Frage, ob das Verfahren überhaupt rechtlich zulässig ist.
Aber lasst ruhig erst mal ein paar Mio. investieren, ich glaube DigiTask kann für billig Geld eine passende Software erstellen, nach ihrem Erfolg beim Bundestrojaner.
 
Das fällt denen aber früh ein im Wahlkampfjahr. :D

Dass sich das ganze so nicht bewerkstelligen lässt, wissen die Politiker ganz genau. Wird trotzdem für den Wahlkampf genutzt und hinterher heißt es dann, dass es so nicht geht und das ganze wird unter den Teppich gekehrt.

Was aber gemacht werden könnte, wäre Fingerabdrücke zu nehmen (was ja seit 2016 anscheinend geschieht, aber ob auch die 2015 Fälle inzwischen in der Fingerandruckdatei sind, keine Ahnung), die Behörden miteinander zu vernetzen - sehr wichtig -, Dolmetscher einzusetzen, die Dialekte erkennen können und bei jedem Antrag und bei jeder Auszahlung die Fingerabdrücke abzugleichen.

Und vor allem auch Mitarbeiter fördern, denen solche Betrügereien wie Mehrfachanmeldungen auffallen:



 
Dass sich das ganze so nicht bewerkstelligen lässt, wissen die Politiker ganz genau. Wird trotzdem für den Wahlkampf genutzt.

Warum sollte die Software nicht zur Unterstützung taugen? Es gibt nun einmal zu wenig Personal.
Wahlkampf wäre es dann, wenn Kramp-Dingens sie im Saarland testen würde. :D
 
Ich vermute stark, dass die zu testenden 2-3 fixe Sätze auf arabisch vorgesetzt kriegen, die sie vorlesen müssen.
 
@NoName1954: Leute hätte es damals in München genug gegeben - ich kam mir leicht veräppelt vor, als der Dolmetscher an meiner Seite lässig am Gitter gelehnt hat und meinte: "Der kommt aus Tunesien, die Familie ist aus Ägypten, der ist auch kein Syrer... oh, ein Syrer, ganz was Neues!"
 
btw. unterscheidet sich das Arabisch z.T. ganz massiv, so wie sich hochdeutsch und bayrisch und Schweizerdeutsch voneinander unterscheiden.
 
Was natürlich nicht heißt, dass nicht auch der, der aus dem tiefsten Bayern stammt sauberes Hochdeutsch lernen und sprechen kann.
Umgekehrt heißt es genauso wenig, dass nicht auch ein Nordlicht bayrischen Akzept haben kann.
 
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