[Politik und Gesellschaft] Anonymous Ukraine meldet sich im aktuellen Konflikt zu Wort

Im aktuellen Konflikt in der Ukraine meldete sich am vergangenen Montag auch Anonymous zu Wort. In einer vierminütigen Videobotschaft wandten sich ukrainische Aktivisten des Internet-Kollektivs an die Staatengemeinschaft.

In der erklären die Hacktivisten allen Staaten den Cyberwar, die "sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einmischen". Insbesondere betrifft dies die USA, die EU und das Staatenbündnis NATO.

In der Videobotschaft erklärt "Anonymous Ukraine", dass sie "den Frieden und das Recht der Völker auf Selbstbestimmung unterstützen". Sie distanzieren sich außerdem von gewalttätigen rechtsextremen Demonstranten und betonen, dass diese nicht den Willen der ukrainischen Bevölkerung vertreten. Anonymous spricht sich dafür aus, dass die ukrainische Bevölkerung ihr Schicksal selbst und ohne internationalen Druck bestimmen kann.

Die Hacktivisten veröffentlichten außerdem E-Mails der ukrainischen Opposition. Unter anderem umfasst dies Korrespondenz des Oppositionsführers Vitali Klitschko. Die E-Mails, so Anonymous, sollen belegen, dass Klitschko "eine Marionette des Westens ist und über Zwischenhändler in Litauen finanziert wird". Der Politiker habe "über seine deutschen Bankkonten in Deutschland den Staatsstreich mit gefördert", was durch die E-Mails bewiesen werde, schreiben die Hacktivisten. Diese Art westlicher Einmischung werde "die Ukraine ins Chaos stürzen". Die Echtheit der veröffentlichten Informationen ist bislang nicht verifizierbar.

Ferner appelliert "Anonymous Ukraine" in der Botschaft an den Präsidenten. Die Menschen in der Ukraine fordern Präsident Janukowitsch auf, "die Ordnung wiederherzustellen". Die Hacktivisten versprechen, "auf alle Web-Ressourcen der westlichen Söldner und Faschisten einzuschlagen". Die Ukraine solle kein "Diener der NATO" sein, betonen die Anons.

Zu berücksichtigen ist, dass das Label "Anonymous" und die zugehörige Symbolik von jedem Internet-Nutzer für ihre politische Meinungsäußerung und auch für hacktivistische Aktionen genutzt werden können. Dies liegt in der Natur des losen Kollektivs. Dementsprechend ist es durchaus denkbar, dass hier pro-russische Hacktivisten - oder gar von der russischen Regierung geförderte "Staats-Hacker - sich das Anonymous-Label für ihre Propaganda zu nutze machen, ohne dass dies der Mehrheit der Bevölkerung, der Internet-Nutzer oder der sich als Anonymous-Aktivisten verstehenden Ukrainer wiederspiegelt.

Interessant ist zweifellos die wieder einmal deutliche Beteiligung von Internet-Aktivismus, -Propaganda und -Hacking in einem politischen Konflikt.

 
die Ukraine ist wirtschaftlich ungleich interessanter als Kuba.
Ich denke eher darum geht es.

(...)
Die USA wollen einfach ihren Machtbereich ausdehnen und Russland weiter einkreisen, siehe auch EU-Osterweiterung, Europa darf dann bezahlen.

Ein Konflikt zwischen Russland und Europa ist aus US-amerikanischer ("Five Eyes") Sicht begrüßenswert, Deutschland, Europa und Russland, die intensive Wirtschaftbeziehungen unterhalten, werden geschwächt.
Deswegen auch der Ruf nach Sanktionen durch die USA und deren Marionetten (oder Erpresste, siehe NSA) in Europa, der dadurch entstehende Schaden würde in erster Linie nicht die USA, sondern Russland und Kontinentaleuropa (besonders Deutschland) treffen, England hat schon Ausnahmen für die "City of London" (lol) gefordert.

Angesichts ca. 6000 deutscher Unternehmen in Russland könnte die deutsche Regierung auch keinen Sanktionen zustimmen, ohne damit gleichzeitig die Interessen deutscher Bürger zu verraten.
Wird sich sicher bald herausstellen, ob die Wirtschaftlobbyisten in Deutschland noch genügend Einfluss auf die US-Marionette im Kanzleramt haben, um weiteren Schaden abzuwenden.
 
interessant wie schnell das geht.
Die Türkei wartet sicher schon seit Jahren auf so ne Geldspritze.
Bei der Ukraine ist man schnell dabei.
Warum?
Im Ernst, es kann doch nicht sein, dass man derart viel Kohle in einen regierungslosen Staat der dem Bürgerkrieg nahe ist steckt, oder?
 

Man muss die Wähler irgendwie bis zur anstehenden Wahl kaufen. Im Moment sieht es noch zu Russland-freundlich aus.
Die EU will sich eben für 11 Mrd. einen Einflussbereich kaufen. Die Russen wollten 15 Mrd. ausgeben.
 
interessant wie schnell das geht.
Die Türkei wartet sicher schon seit Jahren auf so ne Geldspritze.
Bei der Ukraine ist man schnell dabei.
Warum?
Im Ernst, es kann doch nicht sein, dass man derart viel Kohle in einen regierungslosen Staat der dem Bürgerkrieg nahe ist steckt, oder?

Tja, siehste ja. Das Geld werden wir auch nie wieder sehen. Egal wie es auf die EU (die genug eigene finanzielle Probleme hat) verteilt ist. :dozey:
 
übrigens, was für ein herrliches Geschehen für die NSA.
Keiner spricht mehr über Snowden oder die NSA.
 
Da braucht auch keiner mehr drüber sprechen, sondern es müssen jetzt Taten sprechen. Und zwar Taten die unsere Bürgerrechte stärken und schützen.
Diejenigen die das Mandat dazu haben, bringen es aber nicht.

Zum Thema:

Nach all den ganzen Interviews, Berichten, Propaganda usw. fand ich irgendwie sachlicher und vor allem einer Lösung im Interesse aller zur jetzigen Situation am zuträglichsten.
 
finde ich auch.
Nur haben leider die wenigsten diese Konferenz gesehen und in den westlichen Medien wird sie im Nachhinein auch nur sehr zerpflückt und fehlerhaft wiedergegeben.
 
Zurück
Oben