An welche Organisationen spendet Ihr?

Dieser Student hätte wahrscheinlich durch sein erworbenes Wissen und seine Fähigkeiten seiner Dorfgemeinschaft oder
seinem Umfeld sehr langfristig viel mehr geben können als Spenden es je könnten :)

Das ist finde ich der Punkt. Kurzfristige Pflästerchen sind für die beteiligten "Helfer" ziemlich einfach verdientes Geld (paar Brote nach Afrika fliegen kann jeder), aber langfristig und nachhaltig zu helfen ist die Kunst.
Da ist es cleverer, Projekte mit alternativen Energiegewinnungsmethoden oder Bildung etc. zu fördern.
 
Diesen Thread finde ich nützlich. Dabei sollte man zuerst konkrete Spendenziele festlegen, bei mir sind das Spenden an Menschen
-die unverschuldet in Notlage geraten sind
-denen es eine wirkliche Hilfe ist oder ihr Dasein aufhellen kann
-solange es in Deutschland neben Wohlstand auch ziemliche Schattenseiten gibt, lieber im eigenen Land

Seit den letzten drei Jahren spende ich an eine Caritas-Einrichtung für Menschen mit unverschuldeter Behinderung, im konkreten Fall zum Beispiel überwiegend mit Trisomie *): Deren Ernährung und Unterkunft wird zwar durch staatliche Leistungen erbracht, aber wenn die mal einen Ausflug machen möchten oder ein kleines Sommerfest ausrichten können...

*) Zum Beispiel - eine böse Laune des Schicksals
 
dumme Frage: findest Du eine Geldspende an die Caritas, eine Organisation der kath. Kirche, die einen Haufen an Verwaltungsgeldern verschwendet und ansonsten auch ineffizient mit den Geldern umgeht, nachhaltig?

Da würde ich schon lieber direkt Sachspenden oder Grillwürstchen für die Leute kaufen als der Caritas das in den Rachen zu werfen. Oder habe ich das falsch verstanden?
 
Nachhaltig kann man doch als einziger mit Geld eh nichts machen, sowas sind politische und gesellschaftliche Probleme. Für mich ists da noch nachhaltiger jemandem der bedürftig ist eine kleine Freude zu machen. Wenn ich auch nur einer Person einmal eine Freude machen kann hab ich deren Leben schon mal ein klein wenig besser gemacht. Das muss noch nicht mal auf Spenden bezogen sein, das geht schon beim Vorlassen an der Kasse los und kann beliebig erweitert werden. Wenn man aber immer nur weg sieht hilfts letztlich niemandem. Einfach mal klein anfangen und weniger drüber philosophieren. :T
 
dumme Frage: findest Du eine Geldspende an die Caritas, eine Organisation der kath. Kirche, die einen Haufen an Verwaltungsgeldern verschwendet und ansonsten auch ineffizient mit den Geldern umgeht, nachhaltig?

Man sollte im Idealfall an diese Organisationen spenden, von deren Arbeit man selbst überzeugt ist und sich hat überzeugen lassen ;)
Keine Angst, im seltensten Fall kommt da irgendwas mit der Kirche bei raus. :D
 
... Einerseits unterstützen wir aktiv durch unser Konsumverhalten, dass Menschen ausgebeutet werden und andererseits spenden wir dann wiederum, weil es den Menschen dreckig geht....

richtig.
Aber jetzt denk mal kurz nach, was wird sich sicher von alleine nie ändern?
Richtig, das Konsumverhalten.
 
Es gibt bei mindestens einem Discounter am Pfandautomaten einen zusätzlichen Knopf, mit dem man sein Pfand an die Tafel spenden kann.

Ich habe gezwungener Maßen den Pfand für die Behälter hinterlegt (bedingt gezwungen, weil ich das Produkt nicht hätte kaufen müssen).
Wer drückt diesen Knopf?

Wahrscheinlich keiner, der in einer Filiale ist, wo er schon beim Einkaufswagenstand um eine Spende von einem 'Empfänger' angesprochen wurde.

Was denkt also jemand, der auf diesen Spendenknopf drückt?
Gar nichts?
Mir geht es so gut, laß mal was Gutes tun.?

Ist jemand, der diesen Knopf drückt, vielleicht gar kein 'Gutmensch'? Ist er nicht vielmehr jemand, der billigt, daß das deutsche, weltweit hochrangige, Sozialsystem nicht mehr ausreichend ist, und mit seiner Spende unterstützt?

Vielleicht kommen wir irgend wann zu dem Punkt, wo der Konsument diese Entscheidung getrennt von der Kaufentscheidung machen kann. Dann wäre auch der Anbieter moralisch außen vor.

Der Kunde kauft billig bei KIK, kann aber , wie bei der Frage nach einer Rabat-Karte, beim Zahlen angeben, daß er zusätzlich für Näherinnen in Bangladesch spenden möchte.
 
Das schlimmste was passieren kann, ist dass Menschen mit ihren Spenden angeben und dass noch mehr gespendet wird. :rolleyes:

Ich habe für die Wikipedia und die Electronik Frontier Foundation gespendet.
 
Wikipedia ist die einzige "organisation" der ich 2x pro Jahr etwas Spende,
ansonsten kaufe ich mehr oder weniger regelmäßig für den älteren Obdachlosen der bei mir vorm Rewe sitzt nen Kaffee und ein belegtes Brötchen.

Zu der Flaschenpfand Sache,
bei uns gibt es Flaschensammler die auf Wunsch bei einem zuhause vorbei kommen und von der Caritas oder so vermittelt werden, ich kenne ein paar WGs die so ihre Pfandflaschenn entsorgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich helfe derzeit primär mit meiner Arbeitskraft beim örtlichen Sportverein (Schwimmabteilung). Mein finanzieller Beitrag ist eher gering, bin ja noch Student. Und wie das Klischee so ist, viel Zeit, kein Geld, also bring ich lieber Zeit ein:)

Vorteil: Kinder machen Sport, werden fit statt fett, sind sozial integriert unabhängig vom Geldbeutel der Eltern (Jahresbeitrag ist günstiger als zu Hause Duschen), haben Spaß, haben wenig Zeit Mist zu bauen, messen sich sportlich und sind ausdauernde Schwimmer (Schwimmen können ist wichtig, da Ertrinken immer noch eine oft unterschätzte Gefahr). Und ich gebe an der Stelle was zurück, wo ich früher selbst viel profitiert habe.
 
Sicher, aber die Probleme, die es nachhaltig zu lösen gillt sind weniger vom geld abhängig als von gesellschaftlichen Strukturen. Ich sag ja, helfen ja, aber sich nicht einbilden, dass das nachhaltig was am Gesammtsystem ändert.
 
Geld allein wird die Probleme auch nicht lösen. Da muss von Grund auf ein massives Umdenken stattfinden. Und dafür, meine ich, fehlen einfach die Vorbilder/Vorreiter/Vordenker.
 
Und dafür, meine ich, fehlen einfach die Vorbilder/Vorreiter/Vordenker.
Die gäbe es meiner Ansicht nach schon, aber das allein reicht irgendwie nicht.

Als thematisch passendstes Beispiel würde ich nun Jesus nennen, dessen Geburtstag die Leute seit langer Zeit feiern, sich sogar offiziell seiner soweit schlauen Lehre angehörig fühlen und das Ganze ein Riesen Brimborium über die Jahrhunderte erzeugt hat. Aber effektiv umgesetzt und dabei rausgekommen, ist auch verdammt viel ungutes Zeug, direkt oder indirekt.

Auch ansonsten würde ich sagen, gibt es immer wieder kleine und große Helden, Vorreiter und Vorbilder im Leben. Oder auch was ist mit den Musikern, die von Liebe und Weltfrieden, Nachdenken und Miteinander singen und tausende Fans haben, die mitsingen? Ansich gäbe es die auch und sie bewegen Massen. Ideale, Woodstock und die Hippies gabs auch. Und doch sind die Hippies von gestern die Banker von heute geworden. Usw. etc. pp....

Also, so einfach ists glaub nicht. <- Das mein ich ein wenig schmunzelnd und melancholisch zugleich. ;-)
 
Von humanitären Spenden habe ich bisher abgesehen. Bisher habe ich nur für zwei Organisationen gespendet und tue das unregelmäßig auch öfter, deren Dienstleistungen ich regelmäßig in Anspruch nehme ohne dass dafür Geld von mir verlangt wird. Namentlich: Tasso Deutschland und Wikipedia.

Mein Problem mit humanitären Spenden ist die fehlende Transparenz und der Fakt, dass bei vielen Organisationen ein Großteil der eingehenden Spenden direkt wieder für "Bearbeitungskosten" draufgeht.
 
Jesus als Vorbild? Einer der Grunde, aus dem die dritte Welt nur langsam aus ihrer Armut erwächst, ist das die Leute, die Jeus als Vorbild propagieren, gleichzeitig Verhütung verteufeln. Die Menschen brauchen keinen Jesus und erst recht keine Mutter Theresa, die Kapital aus ihrer Armut schlagen und sie dort festsetzen.

Mit Geld hingegen kann man Produktionsmittel kaufen, Brunnen bohren, Kondome verteilen und Menschen ausbilden. Geld ist nicht die Lösung, aber etwas dass es ermöglicht Lösungen anzubieten.

Mein Problem mit humanitären Spenden ist die fehlende Transparenz und der Fakt, dass bei vielen Organisationen ein Großteil der eingehenden Spenden direkt wieder für "Bearbeitungskosten" draufgeht.

Hast du ein Beispiel? Eine Frage dazu wäre auch, wie soll eine Organisation gleichzeitig transparent und Effektiv sein, wenn sie keine Verwaltung hat? Transparenz an sich, ist schon ein Verwaltungsakt, für den es nötig ist relativ viel Arbeit auf zu wenden.
 
@LemonDrops: Ich hab mich vorm Posten an einen Artikel erinnert, den ich irgendwann mal gelesen hab. Flux auch wiedergefunden:

Focus nennt hier leider keine Beispiele.
 
Wer mal ein wenig an seinem guten Spender-Gewissen kratzen möchte, dem sei diese Arte-Doku ans Herz gelegt:

Ich selbst spende für Wikipedia. Die ganzen Weihnachts-CDs und Geburts-Armbändchen die mir die frohe Kunde von neuen, armen, halb toten Kindern bringen, die nur ich mit der Kraft meines Herzens und meiner Brieftasche vor dem sicheren Tod retten kann, wandern direkt in dem Müll.
 
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