Amal Clooney hat Wikileaks verlassen


Wikileaks – keep us strong. Foto: , thx! (CC BY 2.0)

Die britisch-libanesische Juristin Amal Clooney hat das Team rund um Julian Assange verlassen, wie das Magazin Law.com . Offenbar ging ihr die Einmischung von Wikileaks in die US-Präsidentschaftswahl schlichtweg zu weit. Die Beraterin der Vereinten Nationen ist spezialisiert auf internationales Recht, Menschenrechte sowie Auslieferungs- und Strafrecht.

Rechtsanwältin Amal Clooney hat aus bislang unbekannten Gründen das Team von Wikileaks verlassen. Die Ehefrau des Schauspielers George Clooney taucht nicht mehr auf der offiziellen Verteidigerliste der Enthüllungsplattform .


George Clooney will Clinton als US-Präsidentin


Ihr Ehemann ist ein bekennender Fan von Hillary Clinton und hat sie in mehreren Interviews aktiv unterstützt. Die neuesten Leaks rund um Clintons Wahlkampfmanager haben das Ehepaar offenbar gegen die Organisation aufgebracht, weil dadurch die Präsidentschaftskandidatin Clinton mehrfach entblößt wurde. Wikileaks wird vorgeworfen, die publizierten E-Mails sollen aus illegalen Quellen stammen. Die Nachrichten wurden gehackt und sollen aus politischen Gründen an die Enthüllungsplattform weitergegeben worden sein. Wegen der Einmischung in die Angelegenheiten fremder Nationen

Mit Amal Clooney verliert der Chef von Wikileaks eine erfahrene als auch populäre Menschenrechtlerin. Im offiziellen Videokanal der Enthüllungsplattform bei YouTube werden mehrere Videos von ihr . Amal Clooney hat früher Julija Timoschenko juristisch vertreten und erfolgreich gerichtlich gegen Bahrain, Kambodscha und andere Staaten und Großkonzerne gekämpft. Über die Gründe ihrer Entscheidung kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Clooney hat sich dazu selbst noch nicht geäußert.




Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
doch während der Wahl einseitig gegen Clinton zu hetzen (auch wenn sie es verdient hat) hat ein wenig ekligen Beigeschmack.

meinst du die lügenpresse? :D
aber ernsthaft: siehst du das gleichgewicht der macht gestört? für mich hat es eher den anschein, dass trump deutlich mehr auf den deckel bekommt (er macht es einem aber auch nicht schwer), u.a. weil die massenmedien mehrheitlich clinton und das establishment unterstützen (und auch kein geheimnis draus machen).. was ist schon die kleine wikileaks-klitsche gegen CNN?
 
@Novgorod:
Es geht nicht um Lügenpresse, oder welche Kandidat wieviel Müll abbekommt.
Es geht darum was Wiki-Leaks tut.

Es geht darum das Wiki-Leaks wirkt, als würden sie eigene politische Ambitionen verfolgen - statt sich wie Früher nur einfach "aufdecken" und "leaken".

Damit hat man ein Machtinstrument, welches keiner Kontrolle durch Volk und Wahlen unterliegt.


Für mich verfehlt das den Sinn.
 
Jetzt auf einmal? Was machen sie denn anders als die letzten Jahre?
Ein Macht'instrument' wäre sie, wenn sie Informationen selektiv zurückhalten, nicht wenn sie weiterhin alles leaken. Aber offenbar macht man sich damit kaum irgendwo Freunde, sobald es mal 'den falschen' trifft. Mein Vorschlag wäre ja, Politiker ohne Dreck am Stecken aufzustellen... wenn es denn so einen gäbe, natürlich.
 
@BurnerR:
Ein Macht'instrument' wäre sie, wenn sie Informationen selektiv zurückhalten, nicht wenn sie weiterhin alles leaken.
Aber genau das tun sie doch.
Sie entscheiden Wann sie Was veröffentlichen.
Es findet doch eine Selektion satt. Genau das ist mein Problem.

Das es nun grade Clinton trifft ist mir relativ wumpe.
 
Das Problem ist ja,das WL selber höchst intransparent ist. Es kann ja keiner sagen, nach welchen Kriterien veröffentlicht wird und wer das entscheidet.
Es besteht ja nicht nur die Gefahr, daß Assange Wl für eigene Interessen mißbraucht, sondern man kann auch von außerhalb versuchen WL zu mißbrauchen, in dem man Informationen lanciert.

Die Intention bei WL war ja für mehr Transparenz bei Regierungen und Staaten zu sorgen, nicht sich zum Spielball von politischen Kräften,Regierungen oder Geheimdiensten zu machen.
 
Brisantes Material zurück halten bzw unliebsame Informationen aussortieren?
Das hat zB auch schon die alterwürdige New York Times getan, als sie 2004 einen Skandal zur Massenüberwachung der eigenen Bürger, nicht ins Tageslicht gebracht haben.
Erst der Journalist James Risen, der gegen die massiven Widerstände der New York Times ein Buch darüber verfassen und auch die Zeitung der Zensur beschuldigen wollte, hat dazu geführt, dass sie mehr als 1 Jahr später die Story doch brachten. Ohne diese Ankündigung, hätte die New York Times das US Volk wohl weit länger als 1 Jahr im Dunkeln tappen lassen.
Da wäre Wikileaks in guter Gesellschaft, wenn sie die eine oder andere Partei schützen und andere dafür in die Pfanne hauen würden.
 
@TBow:
Es geht immer noch nicht darum, was die Presse tut - sondern darum was Wiki-Leaks tut.
 
Es geht darum das Wiki-Leaks wirkt, als würden sie eigene politische Ambitionen verfolgen - statt sich wie Früher nur einfach "aufdecken" und "leaken".

verstehe ich nicht.. was sind politische interessen und wann war irgendeine medienplattform "unpolitisch"? du willst mir doch nicht erzählen, dass z.b. die von brad manning geleakten journalistenmorde im irak oder die "cables" ohne politische ambitionen veröffentlicht wurden? :confused: es geht natürlich darum was die presse tut, denn wikileasks ist teil der presse! warum sollten für sie andere regeln gelten?

und zum anderen machen die doch genau das was du sagst: "einfach nur" aufdecken und leaken! dass die quelle, die clintons illegalen email-server "gehackt" hat, ein eindeutiges ziel verfolgt, steht außer frage, ist aber nicht sache von wikileaks - die sollen, wie du gesagt hast, einfach nur veröffentlichen und das haben sie getan, ungeachtet der politischen agenda ihrer informanten, eben wie alle anderen medien auch.. wenn du irgendeinen missbrauch seitens wikileaks suggerieren willst, müsstest du schon beweisen, dass sie gezielt information zurückhalten, die ihnen zugespielt wurden, nur um jemanden zu schützen, den assange ausnahmsweise mag (falls es so jemanden überhaupt gibt)..
 
@Novgorod:
Eben nicht, dass ist ja das Problem.
Sie decken nicht mehr einfach nur auf.
Sie Timen, halten zurück, etc. sie BENUTZEN die Informationen, damit sind sie nicht mehr besser als die Presse - sie sind schlimmer.
 
Mir fällt in diesem Kontext nur Assanges Totmannknopf ein. Da kursiert doch dieses enorm große verschlüsselte Datenarchiv durch die Torrents, dessen Key veröffentlicht wird Assange für die Zeit X nicht selbiges aktiv verhindern kann.

Die entsprechenden verschlüsselten Daten müssen ja explizit selektiert worden sein (solange das ganze nicht einfach nur ein Bluff ist). Heißt: WL sitzt auf Informationen, die ihren Prinzipien entsprechen (Veröffentlichung im Interesse der Öffentlichkeit), aber sie behalten sie als Drohung und Absicherung für sich.

Auch wenn ich die Motivation dahinter durchaus verstehe, finde ich es doch sehr Paradox gegenüber den eigenen Idealen.
 
Sie Timen, halten zurück, etc. sie BENUTZEN die Informationen, damit sind sie nicht mehr besser als die Presse - sie sind schlimmer.

dass sie schlimmer als die presse sind, müsstest du mir mal erläutern :confused:.. das timen allerdings übernehmen die informanten selbst - hillarys illegalen server kurz vor der wahl zu hacken, war wohl kaum eine idee von assange, oder? er nimmt das sicherlich dankend an, aber er steckt nicht dahinter.. und was das zurückhalten angeht, trifft das bestenfalls auf die stückweise veröffentlichung zu, was wikileaks aber aus diversen gründen schon immer so gemacht hat und nicht nur selektiv bei personen, die assange besonders hasst..

zum einen kann man nur darüber spekulieren was drin ist, das trägt also wenig zur diskussion bei.. zum anderen filtert natürlich auch wikileaks die informationen und versucht z.b. undbeteiligte oder privatpersonen zu schützen, wenn deren namen nicht von öffentlichem interesse sind.. ich könnte mir vorstellen, dass das "druckmittel"-archiv (falls es kein bluff ist) für die öffentlichkeit eher uninteressant ist, sondern informationen über völlig unbekannte personen enthält (agenten, geldgeber, militärstrukturen o.ä.), die diese in lebensgefahr bringen können.. ebenso sind z.b. irgendwelche militärischen logistikpläne nur für das feindliche militär interessant und nicht für die öffentlichkeit - das ist nicht die art von transparenz, die durch leaks bzw. "nachrichten" im allgemeinen erreicht werden soll.. ich finde es völlig in ordnung, wenn solche dinge weggelassen werden, wenn es in dem leak beispielsweise lediglich um hillarys verachtung für recht und gesetz geht - und diese informationen sind ein angemessenes druckmittel, um eine kriegshandlung gegen wikileaks zu verhindern.. die CIA wird es sich zweimal überlegen, assange aus dem weg zu räumen, wenn er ihre agenten enttarnen (und damit zum abschuss freigeben) könnte.. aber wie gesagt, mehr als spekulieren kann man hier nicht..
 
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