[Politik und Gesellschaft] Österreich: Einigung zu Teilzeitkrankenstand im ersten Halbjahr 2015 möglich

Nachdem das Thema bereits im Herbst 2014 diskutiert wurde, verhandeln Politik sowie Vertreter von Arbeitnehmern und Wirtschaftskammer wieder über die Einführung eines Teilzeitkrankenstands. Dieser soll es Personen mit chronischen oder psychischen Langzeiterkrankungen wie Burn-out erlauben, Krankheit und Berufsleben besser miteinander zu vereinbaren.

Vorallem die österreichische Krebshilfe verortet hohen Bedarf sowie einen therapeutischen Vorteil in dem neuen Modell, das es Erkrankten ermöglicht während einer Therapie zumindest stundenweise an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
Der Tiroler Arbeiterkammer-Präsident hingegen befürchtet, dass das Modell nicht ausgereift sei und dadurch zusätzlicher Druck auf erkrankte Arbeitnehmer ausgeübt werden könnte.

In anderen europäischen Ländern existieren bereits ähnliche Modelle. Thomas Leoni vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erklärte dazu im Ö1-Interview die schwedische Regelung:

"Da kann man zum Beispiel die Arbeitszeit auf 75, auf 50 oder 25 Prozent verringern. Das heißt, man geht Teilzeit arbeiten und bekommt einen Teil des Lohns vom Arbeitgeber bezahlt und den Rest über das Krankengeld vom Sozialversicherungssystem.

In Deutschland gibt es bereits seit 2004 eine Regelung, die Unternehmen dazu verpflichtet, Mitarbeiter nach sechs Wochen Krankenstand stufenweise wieder in den Betrieb einzugliedern. Leoni dazu auf Radio Ö1:

"Und hier kommt oft ein Modell zur stufenweise Wiedereingliederung zum Einsatz. Der Beschäftigte arbeitet auf Basis einen Stufenplans, von wenigen Stunden beginnend, immer mehr."

Diskutiert wird derzeit ab welcher Krankenstanddauer eine Teilerkrankung zur Anwendung kommen könnte und ob diese von einem Arzt oder einer Behörde festgestellt werden soll. Für die Arbeiterkammer ist nur eine freiwillige Teilnahme an diesem System denkbar.

Quellen:

 
Ich wette 10€ das es zwar am Papier "schön" klingt, was da fabriziert wird, aber im Endeffekt massiv missbraucht wird seitens Arbeitgeber. "Warum gehst du mit der Grippe in den vollen Krankenstand? Teilkrankenstand reicht doch, machst 2x10h und danach bist 5 Tage zuhause. Wie was du willst nicht? Wennst wieder ausn Krankenstand kommst kriegst ne Abmahnung und dann irgendwann ne Kündigung, wir sind mit deiner Arbeitsleistung nciht zufrieden!".
 
Das gibt es bei uns auch und nennt sich teilstationär. Dort nimmt man jeden Tag an ein paar Sitzungen teil, Essen und gemeinsame Unternehmungen und den Rest des Tages plant man sich gemeinsam ein. Da wird aber schon drauf geachtet das man die Zeit nicht verplempert und was sinnvolles macht. Möglichst eben zu arbeiten. Denn das hängt dann auch wieder mit Versicherungen usw. zusammen. War bei mir die einzige Therapieform der ich etwas abgewinnen konnte. Ist ne gute Mischung aus Tagesstruktur, Therapie und Alltag.

Der Ablauf wird, wenn die Klinik gut ist, möglichst an die gesundheitlichen Bedürfnisse des Patienten angepasst. Das heisst es kann sein das man für die Übernachtung auf eine Station kommt oder nach Hause darf.

Sicher gibt es zu dem Fall hier jetzt auch Unterschiede. Aber das Prinzip der täglichen Mischung ist genial und sollte gefördert werden. Denn vollstationär ist eigentlich nur für Menschen sinnvoll die mit sich oder anderen garnicht mehr klarkommen. Und Einzeltherapie ist für viele einfach viel zu wenig. Zumal es ewig dauert einen Platz zu bekommen.

--- [2015-02-10 13:06 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Der Arbeitgeber hat die Wahl. Entweder entlässt er einen guten Mitarbeiter der sich den Arsch aufgerissen hat oder er gönnt ihm eine Zeit lang seine Therapiezeiten damit er irgendwann wieder voll einsatzbereit ist.

Dein Vergleich mit der Grippe ist lächerlich. Hier gehts um chronische oder psychische Erkrankungen die oft mehrere Jahre Therapie benötigen. Da reicht eine Krankschreibung vom Hausarzt nich aus.

Zumal bei sowas auch oft Sozialarbeiter in die Presche steigen um zu vernitteln. Wenn der Arbeitgeber dafür kein Verständnis aufbringen will kann man froh sein entlassen zu werden.
 
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Von der Krankenkasse wohl kaum. Denn es sind ja Unkosten oder zumindest ein erhöhter bürokratischer Aufwand. Und die haben auch nichts zu melden sofern ein anerkannter Arzt etwas empfiehlt. So eine Entscheidung trifft immer der Arzt der einen im Vorfeld behandelt hat. In Absprache mit dem Patienten, welche Therapieform für einen geeignet ist und dann sucht der Arzt eine entsprechende Klinik heraus. Das muss auch kein Arzt von der Klinik sein. Es muss nur ein anerkannter Psychiater sein. Problem dabei is halt nur das nicht viele Kliniken teilstationäre Therapie anbieten und das meist erst angesprochen wird wenn man merkt das der Patient aus den anderen beiden Alternativen nicht wirklich was gewinnen kann bzw diese eher kontraproduktiv sind. Am besten spricht man es als Patient selbst an. Die deutsche Medizin ist in vielen Dingen sehr unbeholfen und automatisiert und daher sehr auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen. Andernfalls läuft man nur immer wieder dieselben Programme durch.


Ich erinnere mich noch daran das ich immer in die Klinik musste, es aber nicht lange aushielt weil dieses Isolationsgefühl und die strengen Regeln in mir Trigger auslösten. Erst meine Mutter kam mit der Idee weil sie selbst da drin war. Aber das ist auch schon 5 bis 6 Jahre her. Da wird sich in der Zwischenzeit sicher auch viel getan haben.
 
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