[Netzwelt] Österreich: Sperrung von Kinox.to und Movie4k.to

Vier große österreichische Internetprovider wurden vom Handelsgericht Wien dazu verpflichtet, die Streaming-Portale Kinox.to und Movie4k.to zukünftig zu sperren. Bereits einige Monate zuvor wurden Netzsperren von diversen Film-Produzenten gefordert, nun aber mittels einer Sammelklage durch den Verein für Antipiraterie (VAP) gerichtlich durchgesetzt. Die betroffenen Provider prüfen derzeit, ob sie die einstweilige Verfügung anfechten möchten. Vertreter der Musikindustrie fordern bereits weitere Sperren wichtiger Tauschbörsen.

Derzeit umfasst die einstweilige Verfügung eine DNS-Sperre der Domains "Kinox.to" und "Movie4k.to". Eine Sperre auf IP-Ebene wird noch geprüft, würde aber auch unweigerlich andere Seiten auf dem selben Hoster in Mitleidenschaft ziehen. Die Websites sind bereits unter alternativen Domains wie "Kinox.tv" und "Movie4k.me" wieder für alle in Österreich erreichbar, mit einem alternativen DNS-Server auch unter den originalen Domains.

Den Weg für die Netz-Sperren ebnete ein Verfahren vor dem obersten Gerichtshof Österreichs, welcher zusammen mit dem europäischen Gerichtshof zu dem Entschluss kam, dass Sperren zur Filesharing-Bekämpfung mit EU-Recht vereinbar sind. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass die Balance zu anderen wichtigen Rechtsgütern gewahrt bleibt.


Quelle:
 
Das mit den Millionen war vielleicht etwas übertrieben, trotzdem wurde doch einiges an Geld und Energie dafür aufgewendet, oder? :)

Aufwand >>>>> Nutzen
Klar, würds den Medienvertretern am Ar... vorbei gehen, dann hätten sie ihre Rechte nicht eingeklagt und damit ein Zeichen gesetzt. Die Sperre ist zwar wirkungslos, aber auf dem Papier haben sie schon mal Recht erhalten.
 
Null Millionen. Was wär denn daran teuer? Ist ja nicht aufwändiger, als ein 0815 Rechtsstreit.
War sicherlich nicht kostenlos. Richter, Anwälte der Parteien usw. wollen schließlich auch bezahlt werden. Für lau bekommst du nicht mal den Tod.
 
War sicherlich nicht kostenlos. Richter, Anwälte der Parteien usw. wollen schließlich auch bezahlt werden. Für lau bekommst du nicht mal den Tod.
Klar, aber keine Millionen.
Ausserdem hat die unterlegene Partei die Kosten zu übernehmen, welche in dem Fall die ISPs waren. Die Kosten für die Rechteinhaber dürften sich demnach in Grenzen halten.
Der "symbolische" Sieg dürfte es ihnen eben Wert gewesen sein.
 
Der Fall wurde vom Höchstgericht nun wie folgt entschieden...

Sieg für Antipiraterie-Verein: Netzsperren in Österreich rechtens

Erfolg für den Verein für Antipiraterie (VAP) und die heimische Filmwirtschaft. Der Oberste Gerichtshof hat nun in einem Urteil klargestellt, dass heimische Internetservice-Provider den Zugriff auf die Piratenseiten movie4k und kinox.to blockieren müssen. Damit sind Netzsperren in Österreich rechtens.

Wie sie das machen müssen, beschäftigt allerdings weiter die Gerichte, da für den VAP die Sperren nicht reichen. Die Anbieter setzen auf DNS-Sperren, die verhindern, dass bestimmte Internet-Adressen – wie eben kinox.to – angesurft werden können. Allerdings sind die Angebote unter anderen Adressen weiterhin erreichbar. Dies will der VAP unterbinden und fordert daher die Sperren von IP-Adressen. Damit wären Rechner, welche die Seiten beherbergen, nicht mehr erreichbar.

 
Je geldiger die Lobby desto mehr kann sie die Gerichte für sich gewinnen.
 
Gibt's bei euch auch einen CCC?
Könnte der vll alle Seiten eines freien DNS ab und an mal anpingen?

Nicht dass da zufällig politische Oppositionsseiten auf die IP-Blacklist kommen, dass soll schon öfter mal vorgekommen sein...
 
@Pleitgengeier
Wird, wie es aussieht nicht nötig sein, da IP Sperren, wenn sie denn kommen sollten, von einem Gericht angeordnet werden müssen.
Die angedachte Urheberrechtsnovelle sieht keine "geheimen" Sperrungen vor. Müsste also alles ziemlich transparent sein.
 
Der Fall wurde vom Höchstgericht nun wie folgt entschieden...
Da würde ich mir als Ösi ja ziemlich diskriminiert vorkommen. Kann ja nicht sein, dass die Maut... Huch - ging ja um die Netzsperren durch den ISP.
Aber auch die gibt es in Deutschland nicht - noch nicht zumindest. ;)

Generell ist hier halt die Frage, ob und wie man Rechteinhaber schützen kann und muss. Natürlich geht jetzt wieder das seitenlange Gelaber los, "kopieren", "kein Schaden", Netzneutralität usw.
Fakt ist, einige (vllt. gar nicht mal so) Wenige nehmen sich einfach ein Recht heraus, das ihnen nicht zusteht. Ob Streaming legal ist oder nicht oder nach wie vor eine Grauzone - drauf geschissen. Auch beim Streaming wird ein Film oder Musik konsumiert. Und das eben, ohne dem Rechteinhaber zu seinem Recht zu verhelfen, konkret in dem Fall die geforderte Bezahlung.

Dagegen steht tatsächlich die Netzneutralität und die Frage, ob ein Dienstanbieter zum Erfüllungsgehilfen gemacht werden darf. Darüber könnte man sich streiten, allerdings dürften Sperren mittlerweile gar nicht so selten sein. Vielleicht nicht (oder doch unbemerkt) per ISP, allerdings findet man ja z.B. auch bei Google hin und wieder den Hinweis, dass Suchergebnisse aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden. "Zensur" gibt es also längst.

Zur Diskussion kann ich ja mal ein Totschlagargument in die Runde werfen. kinox.to und ähnliche Sites dürfen nicht gesperrt werden. Aber was ist mit Kinderpornografie?
 
Da würde ich mir als Ösi ja ziemlich diskriminiert vorkommen. Kann ja nicht sein, dass die Maut... Huch - ging ja um die Netzsperren durch den ISP.
Ach, wenn Netzsperren in Deutschland kommen, dann sicher als "Ausländersperre", damits der Deutsche Michl schluckt. :D

Ob Streaming legal ist oder nicht oder nach wie vor eine Grauzone - drauf geschissen. Auch beim Streaming wird ein Film oder Musik konsumiert. Und das eben, ohne dem Rechteinhaber zu seinem Recht zu verhelfen, konkret in dem Fall die geforderte Bezahlung.
Das ist eben die Gesetzeslücke, die ausgenutzt wird und vom Gesetzgeber bewusst nicht geschlossen werden will. Piss dem Wähler ans Bein und du bekommst die Rechnung am Wahltag präsentiert.
 
DNS Sperren sind nun in Österreich erstmalig angewandt worden.

Netzsperren: T-Mobile und Kabelplus blockieren "Pirate Bay"

T-Mobile und Kabelplus-Kunden können (ohne Umwege) nicht mehr auf die beliebteste Torrent-Seite weltweit gelangen: Nach einer einstweiligen Verfügung blockieren die Provider seit wenigen Tagen mehrere Torrent- und Piraterie-Webseiten. T-Mobile-Jurist Markus Wolfger bestätigt die Blockade im Firmenblog, er spricht von einer "für unsere Kunden und auch für uns weiterhin sehr unbefriedigenden Situation".
Kabelplus bestätigte die Sperre gegenüber der Futurezone. Wer die Adresse einer gesperrten Webseite eingibt, gelangt auf eine Infoseite des Providers.

Netzsperren sind in Österreich seit über sechs Monaten in Betrieb. Ausgelöst wurden die Webseiten-Blockaden durch Klagen mehrere Filmproduzenten. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte daraufhin entschieden, dass "Zugangsvermittler", also Provider, in Ausnahmefällen Netzsperren einrichten müssen. Als eine der ersten Websites traf es "kinox.to", das Nutzern das Streaming von Piraterie-Inhalten erlaubt hatte. Netzsperren gelten politisch als heikel, da durch sie ein Zensurmechanismus installiert wird.


Derzeit sind davon folgende Seiten betroffen:



,










– movie4k.to
– kinox.to


Ach ja, für jene, die auf diesen Beitrag hier stossen und nicht wissen, wie man DNS sperren umgehen kann, denen sage ich...
 
Zuletzt bearbeitet:
google_announcement.png

'nuff said!
 
Wird, wie es aussieht nicht nötig sein, da IP Sperren, wenn sie denn kommen sollten, von einem Gericht angeordnet werden müssen.

IP Sperren haben signifikante Nachteile:
IPv4 ist jetzt schon out of limit. Wenn du in einem bereits zu kleinen Pool noch IPs sperrst, dann müssen wir ganz schnell das Internet verkleinern. Besonders, wenn es in dem Umfang passiert, in dem die Contentindustrie Urheberrechtsverletzungen meldet.
Bei IPv6 dürfte das Problem, trotz des signifikant erhöhten Adressraumes nicht behoben werden. Denn hier musst du gleich ganze Prefixe mit mehreren duzenden darunter liegenden IP-Adressen sperren, sonst wechselt Seitenbetreiber schlicht innerhalb seines Subnetzes die IP und die Sperre ist umgangen.
In beiden Fällen kannst du nicht verhindern, dass der Sitebetreiber eine neue IP Adresse ordert und das ist bei Preisen um 1 Euro pro Monat pro IP nun wirklich zu verschmerzen. Bei IPv6 bekommst du sogar mehrere tausend IP Adressen pro Prefix.
Ein weiterer und meiner Meinung nach noch sehr viel problematischerer Punkt ist, dass IP Adressen nicht nur recycelt, sondern auch geteilt werden. Bei Sperre einer einzigen IP Adresse kannst du mehrere hunderte Websites blockieren.
Last but not least: IP Sperren sind mindestens so wirkungslos, wie DNS Sperren. Wenn gleich der Aufwand auch ein aktives Eingreifen der Administratoren erfordert, kannst du auch einen Server innerhalb eines VPN zur Verfügung stellen, auf den die VPN Nutzer dann problemlos zugreifen können und da helfen providerseitige IP Sperren exakt 0,0. Im Gegenteil, damit wird es für Vertreter der Contentindustrie noch schwerer Rechte durchzusetzen, weil man nicht mehr nur nicht an die Kunden und/ oder Betreiber heran treten kann, sondern weil man sich zunächst mal Zugang zu den Bereichen verschaffen muss und sich dann noch in einem Bereich befindet, in dem es u.U. überhaupt keine Logs gibt.


Ach, wenn Netzsperren in Deutschland kommen, dann sicher als "Ausländersperre", damits der Deutsche Michl schluckt.
In Deutschland heißt politische Argumentation: "Wir müssen [in dieser Sache] Geschlossenheit zeigen.", "Wir dürfen uns [durch diese Sache] nicht auseinander dividieren lassen.", Terrorabwehr oder blindes Vertrauen in eine CDU Regierung. (Damit will ich keinesfalls suggerieren, gewisse andere Parteien seien viel besser. In Deutschland hat man zur Zeit die Wahl zwischen Pest und Cholera.)

Das ist eben die Gesetzeslücke, die ausgenutzt wird und vom Gesetzgeber bewusst nicht geschlossen werden will. Piss dem Wähler ans Bein und du bekommst die Rechnung am Wahltag präsentiert.
Du meinst also, auf den Frühstückstisch scheißen mag der deutsche Michel, aber für ans Bein pissen gibts auf dem Wahlzettel eine Retourkutsche? Das glaubst du doch selbst nicht. Das Vertrauen der braven, unbescholtenen nichts-zu-verbergen-Bürger in die CDU Regierung würde nicht mal erschüttert, wenn Frau Merkel höchst persönlich und offiziell das GG restlos abschaffen und die Tötung sämtlicher Erstgeborenen veranlassen würde.
 
Jetzt ist es in Österreich "offiziell", dass das Ansehen von Streams keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Der Justizminister verkündet öffentlich....
Für Justizminister Wolfgang Brandstetter ist der Fall klar. In der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Neos-Abgeordneten hält er fest, dass "das bloße Ansehen von Urheberrechte verletzenden Inhalten im Internet (ohne Download) stellt keine urheberrechtlich relevante Handlung" dar. Nutzer von Piratenportalen wie Kinox.to müssen also nicht mit Strafverfolgung rechnen.

 
Und was bedeutet das für die Betreiber, die ja nur verlinken und keinen Einfluß darauf haben, ob gestreamt oder geladen wird?
 
@KaPiTN
Für die Betreiber ändert sich überhaupt nichts.
 
Der Kampf geht weiter...
Ende Juli 2015 konnte die IFPI, Österreichs Interessenverband der Musikindustrie, vor dem Handelsgericht Wien per einstweiliger Verfügung die Sperre mehrerer Seiten durchsetzen.

Nun hat das Oberlandesgericht Wien die damalige Verfügung allerdings aufgehoben. Die Portale können über österreichische Provider damit wieder angesurft werden. Die Auseinandersetzung zwischen den Anbietern und den Rechteinhabern geht weiter.

 
8.8.8.8 als DNS Server eintragen und die DNS Sperren sind eh für die Fische.
 
Zurück
Oben