[Politik und Gesellschaft] Kükenschreddern bleibt vorerst erlaubt

Heute fiel das Urteil vom Bundesverwaltungsgericht: Das Schreddern von Küken bleibt vorerst erlaubt. Was momentan in der EU geduldet wird wurde nun auch bestätigt: Bis man alternative Möglichkeiten findet zur Geschlechterbestimmung vor der Geburt ist es zulässig Küken innerhalb der ersten 72 Stunden zu schreddern. Es wurde im deutlich im Urteil geschrieben, dass Wirtschaftliche Interessen kein vernünftiger Grund sei für das Töten, jedoch soll das Ziel sein schnellstmöglich Verfahren zur Geschlechterbestimmung zu finden um zeitnah ein Ende des Schreddern erzwingen zu können.

Quelle:
 
Das widert mich alles so sehr an. Wie tief können (menschliche) Gesellschaften sinken?
Fleisch für 2.99€ das Kilo, Supersparmega-Angebot bei Kentucky-da-schreit-das-Chicken, billig billig in den Schlund würgen, Rest wegwerfen.

Ich kaufe, seit es das gibt, nur noch Eier von Hühnern, deren Brüder auch mit aufgezogen werden. Bio und mit Freilauf. Kann man gucken fahren.
Die paar Cent, die das mehr kostet, habe ich locker über.

Ausreden, dass man ja unbedingt -weil wenig Geld- billig kaufen muss, lasse ich nicht gelten.
Dann nimmt man halt etwas weniger Fleisch auf den Teller, dafür mehr leckere Sättigungsbeilagen.

 
Direkt vorneweg: Ich bin Fleischesser und habe auch nicht vor, künftig Vegetarier/Veganer zu werden. Aber auf sowas kann ich gerne verzichten, da zahle ich lieber etwas mehr... Das Urteil ist einfach nur widerlich und die Begründung ein einziger Witz.
 
Das widert mich alles so sehr an. Wie tief können (menschliche) Gesellschaften sinken?
Fleisch für 2.99€ das Kilo, Supersparmega-Angebot bei Kentucky-da-schreit-das-Chicken, billig billig in den Schlund würgen, Rest wegwerfen.

Ich kaufe, seit es das gibt, nur noch Eier von Hühnern, deren Brüder auch mit aufgezogen werden. Bio und mit Freilauf. Kann man gucken fahren.
Die paar Cent, die das mehr kostet, habe ich locker über.

Ausreden, dass man ja unbedingt -weil wenig Geld- billig kaufen muss, lasse ich nicht gelten.
Dann nimmt man halt etwas weniger Fleisch auf den Teller, dafür mehr leckere Sättigungsbeilagen.


Ich auch. Aber Ei ist ja leider in sehr vielen Produkten drin, die meide ich jetzt allerdings nicht. Ich denke aber, dass am Stück gekaufte Eier gut 80-90% des Eikonsums ausmachen.
 
Ich werde den Tag feiern, an dem diese ganze beschissene "Zivilisation" endlich zusammenbricht. Anders haben wirs auch nicht verdient, so wie wir mit dem Leben auf der Erde und dem Planeten selbst umgehen.
 
Naja, ich stelle mir folgende Frage:

Was machen denn die Erzeuger mit den männlichen Küken, die sie nicht schreddern? Jemand der das von sich behauptet könnte auch ganz normal, wie die meisten anderen, seine Freilauf-Legehühner im Großhandel kaufen und der kauft dort sicher nicht 50% männlich ein. Irgendwo bleiben auch die männlichen Küken, auch wenn jemand vorgibt, mit der Sache nichts zu schaffen zu haben.

Klar ist die Sache vorn Arsch, aber ganz so einfach ist es sicher nicht zu sagen: ha, ich kauf ja eh nur so und so ein.

Die Natur schmeißt in der Regel grob 50/50 raus. Was also machen wir nun mit den männlichen Küken? Aussetzen? Um der Sache Herr zu werden und nicht gentechnisch eingreifen zu müssen, wird es notwendig sein, schlicht und einfach keine Eier/Eiererzeugnisse mehr zu essen.

Oder eben mehr halbe Hähne auf den Grill schmeißen. :D
 
Ich wollt', ich wär kein Huhn...

Die Presse zeigt uns durch die Bank possierliche Küken. Warum macht man sich nicht ehrlich und zeigt geschredderte Kadaver?

Die Ermordung von Lebewesen bleibt erlaubt, das Containern einwandfreier Lebensmittel bleibt verboten.
Zwei kleine Beispiele dafür, dass der Turbokapitalismus an seine Grenzen stösst.
 
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Naja, ich stelle mir folgende Frage:

Was machen denn die Erzeuger mit den männlichen Küken, die sie nicht schreddern? Jemand der das von sich behauptet könnte auch ganz normal, wie die meisten anderen, seine Freilauf-Legehühner im Großhandel kaufen und der kauft dort sicher nicht 50% männlich ein. Irgendwo bleiben auch die männlichen Küken, auch wenn jemand vorgibt, mit der Sache nichts zu schaffen zu haben.

Klar ist die Sache vorn Arsch, aber ganz so einfach ist es sicher nicht zu sagen: ha, ich kauf ja eh nur so und so ein.

Die Natur schmeißt in der Regel grob 50/50 raus. Was also machen wir nun mit den männlichen Küken? Aussetzen? Um der Sache Herr zu werden und nicht gentechnisch eingreifen zu müssen, wird es notwendig sein, schlicht und einfach keine Eier/Eiererzeugnisse mehr zu essen.

Oder eben mehr halbe Hähne auf den Grill schmeißen. :D

Ob man nun das Essen von Tieren für vertretbar hält oder nicht ist die eine Sache. Eine andere Sache ist aber, wenn aus Effizienzgründen etliche Millionen Lebewesen vergast bzw. geschreddert werden. Die sollen sie zumindest aufziehen und dann töten und essen. Die aktuelle Praxis ist aber Wegwerfgesellschaft angewendet auf Tierleben und das ist ekelhaft.
 
Die zu essen macht kaum Sinn da da nichts dran ist. Die sind nunmal zum Eierlegen gezüchtet, nicht zum Fleisch haben.
 
Ganz genau. Deswegen gibt es bei den Bruder-Hahn Sachen eben die Doppelzüchtungen, wo die männlichen Hühner auch verzehrt werden können. Und genau das sollte auch vorgeschrieben und die Norm sein.
Oder alternativ Früherkennung des Geschlechtes bevor Leben entsteht.
Das sind alles lösbare Probleme und wenn man den Unternehmen eine z.B. drei Jahres Frist setzen würde dann würden die das auch auf einmal ganz flott hinkriegen. Aber stattdessen sind Massentötungen weiterhin die Norm.
 
Eine Erkennung vor dem Entstehen von Leben ist nicht möglich. Der Unterschied, ob man die jetzt aussortiert, bevor sie so süß sind, oder erst dann,macht wohl eher für den Menschen einen Unterschied, nicht wirklich für die Tiere.

Also müßten die optimieren Rassen weg, was nicht kommen wird, alles andere ist irgendwie heuchlerisch.

Sicher kann man jetzt die Eier von kaufen.

Andererseits ist es natürlich ökologisch nicht sinnvoll, statt Nutzung regionaler Produkte die Eier hunderte Kilometer durch die Gegend zu transportieren.

Der Einwand von c1i ist natürlich auch richtig. Die Natur macht es vor. Gefühlsmäßig fragt man sich bei Filmen über schlüpfenden Meeresschildkröten auch, warum da keine die Möwen vertreibt, damit da nicht ein Großteil vor Erreichen des Wasser bereits gefressen wird.
 
jetzt haben sie eine ein-jahres-frist das problem zu lösen. ich denke das ist zeitnah und in ordnung, es muß ja irgendwie praktikabel sein. *
eine früherkennung ist übrigens sehr wohl möglich, auch heute schon. es geht um die hormone im ei, an denen man erkennen kann ob es hahn oder henne wird. wie genau es geht kann ich nicht sagen, hab nur mit einem ohr hingehört. jedoch hat die wirtschaft (noch) nicht die möglichkeit diesen test in der erforderlichen größenordnung durchzuführen.
andererseits könnte man die hähne auch ausbrüten und in den handel bringen, ist ja nichts schlechtes dran, nur wenig. das bedeutet dann weniger profit, und das ist der haken. aber wenn die abscheu im volke wirklich so groß ist gegen diese praxis, dann werden sich bestimmt genügend käufer finden.
vielleicht verhält es sich aber wie mit dem atom- oder kohlestrom: ~ 2/3 der bevölkerung lehnen ihn ab. ~ 2/3 der bevölkerung beziehen ihn trotzdem.


* ich muß mich korrigieren, das ist die forderung der nordrhein-westfälischen landwirtschaftsministerin. ich dachte, das steht so im urteil. pardon.
 
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Früherkennung bedeutet aber lediglich vor dem Schlüpfen. Die Entwicklung muß soweit fortgeschritten sein, daß das Geschlecht erkennbar ist. Die Männchen werden in jedem Fall entsorgt, süß oder halt vorher.
 

Das lange Transportieren innerhalb Deutschlands finde ich nicht so schlimm wie Böhnchen aus Kenia, Erdbeeren zu Weihnachten oder,
noch schlimmer, den Transport von Lebendvieh innerhalb Europas zum Schlachten/Verarbeiten/Einwecken/Etikettieren/verteilen.

Allerdings hat der von mir verlinkte Erzeugerverband so einen Umsatz, dass andere in anderen Bundesländern jetzt nach und nach nachziehen.
Das sehe ich als Erfolg an. Gerade bei den niedlichen Küken und den 3 Cent, die das pro Ei etwa ausmacht, sind die Verbraucher doch gewillt.

Bei mir ist das schon so, dass, wenn ich am Kassenband jemanden mit Käfigeiern sehe, den sofort in die Schublade: Arschloch! stecke :D
 

Das lange Transportieren innerhalb Deutschlands finde ich nicht so schlimm wie Böhnchen aus Kenia, Erdbeeren zu Weihnachten oder,
noch schlimmer, den Transport von Lebendvieh innerhalb Europas zum Schlachten/Verarbeiten/Einwecken/Etikettieren/verteilen.

Das Klima differenziert da allerdings nichts so. Es gibt keine guten oder schlechten LKW-Autobahnkilometer.
Ich will das auch gar nicht schlecht reden, halte das nur letztendlich nicht für eine Lösung.

Aber mit "niedlichen Küken" kann man mich triggern. Da schreit die ganze Welt auf.
Wäre die Nachricht jetzt gewesen, die süßen Dinger werden nicht mehr (sofort) getötet, wären alle glücklich und zufrieden.

Wie die dann aufwachsen, wäre dann den meisten schon wieder egal.

Bzw ein paar Wochen warten, würde es auch tun. Das Thema popt ja immer wieder auf und jedesmal alle ganz erstaunt, "wie,wo was, Hähnchen werden geschreddert?"
Bestimmt vor 3 Jahren nach dem Urteil des Oberverwaltungsgericht Münster.
Und ich weiß nicht mehr wann, aber haben die nicht mal bei Stern-TV die Küken live im Fernsehen vergast oder wollten es?
 
du hast recht, leben ist dann schon entstanden. allerdings denke ich, daß es für das tier einen unterschied macht, zu welchem zeitpunkt und auf welche weise die vernichtung geschieht.
 
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