Zum eigentlichen Thema, mal weg von der ganzen Spinnerei - diesen Denkansatz gibt es iirc seit Descartes (?). Das Hauptproblem ist, dass eine angedachte Simulation theoretisch alle Maßnahmen der simulierten Entität aushebeln kann, die Simulation zu erkennen. Es ist also nicht möglich, auf diese Weise festzustellen, dass wir nicht in einer Simulation existieren. Bzw. nur ich, Ihr seid eh auch alle nur simuliert ^^
Der afaik einzig halbwegs ernsthafte Ansatz, die vermeintliche Simulation zu widerlegen wäre wohl die Tatsache, dass kein komplexes künstliches System völlig fehlerfrei funktionieren kann, je komplexer, desto nein. Heißt: unsere Wissenschaftler würden bei all dem Gemesse irgendwann auf eine Inkonsistenz stoßen. Soweit ich weiß, ist das noch nicht geschehen.
Mist, dann muss ich doch freundlicher zu Euch sein : /
Descartes ist jdfs der berühmteste frühe Mensch dazu. Er wollte (vergleichbar zum Hilbert Programm in der Mathematik Anfang des letzten Jahrhunderts) die Philosophie auf ein logisch solides Fundament stellen. Nichts als gegeben annehmen, sondern alles logisch aus dem Nichts aufbauen. Und das erste Ergebnis war für ihn: Ok, ich kann alles anzweifeln, jeden Sinneseindruck, alles was ich zu wissen glaube, nur eines nicht: Nämlich das ich gerade zweifel. Man kann rein logisch nicht erfolgreich seinen Zweifel anzweifeln, d.h. eine irgendwie geartete Entität, das "Ich" muss definitiv existieren -> Ich denke, also bin ich.
Etwas woran ich mich aus der theoretischen Informatik zu erinnern glaube: Man kann die Gesamtheit des Universums nicht mit etwas simulieren, das kleiner oder simpler ist als das Universum. Von daher würde es stimmen, dass ein simuliertes Universum 'Ungenauigkeiten' enthalten muss. Ich denke aber das wäre kein Problem, weil jegliche Messinstrumente ja auch nur simuliert wären in diesem Fall und die Vereinfachungen für diese keine Vereinfachungen wären, sondern das korrekte Ergebnis.
Zu Seltsamkeiten wie Quantenphysik ist festzustellen, dass wir falls alles simuliert ist ja gar keine Referenz darüber hätten, wie das Universum überhaupt sein könnte, weil alles was wir zu wissen glauben simuliert ist. Vielleicht funktioniert das gesamte Universum diskret und binär und wir sind eine Versuchsreihe dazu wie das Universum wäre, wenn es kontinuierlich und nicht binär wäre.Von daher können wir überhaupt nicht unterscheiden, was jetzt ein Fehler sein könnte und was nicht.
Spielchen mit Wahrscheinlichkeiten fußen halten immer auf sehr wackeligen Annahmen. Ich kann mir natürlich ausdenken, dass es eine Wahrscheinlichkeit größer Eins dafür gibt, dass irgendwann zehn Milliarden perfekte Simulationen der Vergangenheit Computergeneriert werden. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, gerade derjenige zu sein, der keine dieser Milliarden Simulationen ist sondern das Original sehr gering. Aber das sind mMn eher philosophische/mathematische Taschenspielertricks.
Am Ende kann man sich mit Ockhams Rasiermesser überlegen, was für abgefahrene Annahmen man hernehmen muss, damit irgendeine solcher Theorien funktioniert. Dazu kommt, dass solche Theorien weder beweisbar noch widerlegbar sind und damit außerhalb der (Natur-)wissenschaftlich behandelbaren Sphäre liegen.
Ein Psychologe würde halt einfach feststellen, dass das ernsthafte verfolgen solcher Überlegungen ganz typischer Wahn ist wie ihn psychotische Menschen oft haben, deren Krankheit man ja auch biologisch belegen kann... aber gut, wenn alles nur simuliert ist natürlich nicht...
