[Netzwelt] Muslime gegen den Islamismus

Zu Beginn des Ramadans veröffentlichte ein Mobilfunkbetreiber aus Kuwait ein von dem in den Emiraten bekannten Popstar Hussein al-Jasmi gesungenes Anti-Terror-/ Anti-Krieg-Video.
Auch wenn es sich hierbei mutmaßlich im eine Marketingkampagne handelt, so ist die Botschaft doch eindeutig und wird von der muslimischen Gemeinde zur Zeit stark gefeiert.

Unangetastet dessen, ob und welcher Form man gläubig ist, kann dieses Video durchaus als Appell an den Frieden interpretiert werden.


 
Als der fundamentalistische Islam begann, sich auszubreiten, war es in der Welt eher ruhig - global gesehen.

Das ist der entscheidende Punkt. Wie lange pfuscht der Westen schon im Nahen Osten rum?
Dass es auf dem Rest der Welt relativ ruhig ist, dürfte dich auch relativ wenig interessieren, wenn du selbst in nem Kriegsgebiet hockst.

Da die Unsicherheit auch in der westlichen Welt steigt, neigen die Menschen auch mehr zu extremen Verhalten, als das davor der Fall war.
 
@Doc Lion: Statistisch sicher nicht wertvoll, aber dennoch möchte ich zu Deinem letzten Satz anmerken, dass ich mit rund 30 Muslimen zusammenarbeite, die alle ganz "normal" sind. Die sehen terroristische Anschläge im Namen des Islam als inakzeptabel, leben recht "westlich", gehen trotzdem mehr oder weniger oft in die Moschee zum Beten, machen bei so Sach wie Ramadan mit, haben kein gestörtes Frauenbild (ein paar davon sind da bestenfalls genauso affig wie manch Deutscher/"Christ"), etc. Deren Eltern ließen ihren Kindern teils die Wahl, wie sie leben wollen, teils sind sie schon eher streng und konservativ.
 
Gerade zum Ende des Ostblocks gabs im Nahen Osten ein Machtvakuum.

Wenn die USA sich nicht überall einmischen würde, gäbs weniger extreme Gruppierungen mit solcher Macht.

Ferner bezweifel ich, dass liberale Züge nicht gerne gesehen werden, weder mit den Muslimen, mit denen ich zusammen arbeite oder gearbeitet habe, noch die Menschen, die ich auf meinen Reisen kennengelernt habe. Dämliche gibt es überall, aber das ist hierzulande ned besser.
 
@Doc Lion: Statistisch sicher nicht wertvoll, aber dennoch möchte ich zu Deinem letzten Satz anmerken, dass ich mit rund 30 Muslimen zusammenarbeite, die alle ganz "normal" sind.

Wäre ja auch schlimm, wenn es nur fundamentalistische Muslime geben würde.

Ich hatte auch im Verein mit einem (fanatischen) Gülen-Anhänger zu tun, der mir gegenüber immer höflich und freundlich war. Stets eifrig und bemüht. Doch hinter den Kulissen war er ein wahrhaft fundamentalistischer Missionar in Sachen Islam (und Gülen). Ist es immer noch. bis heute. Trotz Erdowahn.

Aber du hast recht, rein statistisch gesehen, ist das nicht relevant, was du schreibst.
Wer die Augen öffnet, wird erkennen, dass immer mehr Muslimas eine Kopfverhüllung tragen und die Abgrenzung zur westlichen Gesellschaft, gerade auch in gemischt religiösen Ländern, immer mehr zunimmt.

Da kann man relativieren, was man möchte. Es sind einfach Fakten.

Ich kenne auch eine kosovarische, 22-jährige Muslima näher, der ich in Sachen Mathe behilflich war, ihre Hochschulreife zu bestehen und die jetzt, als Erste in der Familie, wegziehen wird, um zu studieren. Dank einigermaßen liberalen Eltern. Find ich klasse und hab sie in ihrer Entscheidung stets bestärkt. Doch dem Großteil der Muslimas bleibt das eigenständige, selbst bestimmte Leben einfach massiv verwehrt. Für mich ist und bleibt das so wenig akzeptabel, wie die Scharia ihre Gläubigen, vor allem die Weiblichen, gängelt und einschränkt.

Im Übrigen war m.E. einer der wesentlichen Auslöser die iranische 'Revolution' durch Ayatollah Chomeini im schiitischen Iran. Ohne Krieg durch den Westen. So zu tun, als wäre der Westen alleine für die Hinwendung zum fundamentalistischen Islam verantwortlich, ist einfach nur naiv und typisch für die West-Hasser.

Saudi-Arabien mit seinem überaus fundamentalistischen Wahabismus ist ein weiteres Beispiel.

Klar haben westliche Staaten, allen voran USA und GB, viele Fehler in Nahost gemacht. Darauf reduzieren kann und darf man die Entwicklung des Islam aber nicht.
 


Die Schariah und die Schariahpolizei wurden 2003 eingeführt. Allerdings nicht in ganz Indonesien, mit 255 Millionen Einwohnern, sondern lediglich in de Provinz Aceh (5 Millionen Einwohnern). Hier gibt es den Islam vermutlich seit dem 8. Jahrhundert und das in einer orthodoxen Form. Eine Modernistische Strömung gibt es ab etwas dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Kein gutes Beispiel, um eine Entwicklung des Islam belegen zu wollen, die dazu führt, daß immer mehr Muslime, prozentual und absolut gesehen, sich einem strikten Islam hinwenden.

Die Ausbreitung fundamentalistischen Islams ist momentan lediglich eine Deiner Behauptungen.
Wie wäre es mal mit ein paar Fakten und Zahlen, die das vielleicht stützen könnte?
 


Auch in Ländern wie Ägypten, Iran, Türkei usw?

Ehrlich, man kann nicht immer nur dem Westen die Schuld geben, wenn sich irgendwelche Scheiße in Asien anbahnt.
 
Immer nur? Das war einfach nur ein Beispiel/ mögliche Erklärung für die Ausführungen von Doc Lion.

Aber davon ab:
Wenn das Chaos nur vor der eigenen Tür toben dürfte, damit Menschen Angst bekommen, gäbe es kaum Afd-Wähler.
Mal so als Gedankenexperiment: Falls ein muslimisches Land in Polen, Frankreich und Italien mitmischen würde, hättest du ja sicher auch Angst, dass das auch auf Deutschland ausgeweitet werden könnte und du in Zukunft nur noch mit Kopftuch vor die Tür dürftest, richtig?

Angst vor Entfremdung haben die Deutschen nicht für sich gepachtet.
 
Im Übrigen war m.E. einer der wesentlichen Auslöser die iranische 'Revolution' durch Ayatollah Chomeini im schiitischen Iran. Ohne Krieg durch den Westen. So zu tun, als wäre der Westen alleine für die Hinwendung zum fundamentalistischen Islam verantwortlich, ist einfach nur naiv und typisch für die West-Hasser.

Auch das eher ein Beispiel für das Gegenteil von dem, was Du belegen möchtest. Die USA und die Briten haben dort 1953 durch ihre Auslandsgeheimdienste und einen Putsch den Schah als Machthaber installiert. Die Unterdrückung der Opposition führte dann Ende der 70er zur Revolution, wobei die Geistlichen nur einen Teil ausmachten, aber letztendlich die Führung erlangten.
 


Da bin ich jetzt wirklich die Falsche, der du das erzählst.

AfD dürfte so gut wie weg vom Fenster sein, nur mal so btw.

Und wenn es nur EIN Beispiel war, okay.
 


Die Schariah und die Schariahpolizei wurden 2003 eingeführt. Allerdings nicht in ganz Indonesien, mit 255 Millionen Einwohnern, sondern lediglich in de Provinz Aceh (5 Millionen Einwohnern).

Du vergisst dabei, dass die Muslime in Indonesien sich immer mehr dem fundamenatlistischen Islam zuwenden, nicht mehr nur in Aceh. Solltest mal dein vermeintliches Wissen bisschen aktualisieren.



Die Ausbreitung fundamentalistischen Islams ist momentan lediglich eine Deiner Behauptungen.
Wie wäre es mal mit ein paar Fakten und Zahlen, die das vielleicht stützen könnte?


Auf so einen Dummschwatz braucht man nicht eingehen. Aber das ist ja nur dein übliches Geschwafel. :m
 


Wie kommst Du darauf, daß sich in Indonesien immer mehr dem fundamentalistischen Islam zuwenden würden?

Du verbreitest hier Dinge, die Du Dir ausgedacht hast, jedenfalls konntest Du sie nicht belegen, und bezeichnest dann den Hinweis auf Deinen Dumschwatz und die Frage nach Belegen als Selbiges?

Mir sind hier ja schon so einige Typen in den letzten Jahren untergekommen, wo der Gedanke nahe lag,was für ein dummes kleines faschistisches Arschloch. Aber in diese Gruppe paßt Du nicht rein. Denn keiner war dreist oder beschränkt genug, als daß er nicht versucht hätte, wenigstens etwas vorzubringen, was wenigstens dem Anschein eines Argumentes oder einer Quelle genügen würde.
 


Aber selbst da, auch wenn falsche Schlüsse gezogen werden, bemüht man dann und wann Fakten und Quellen. ;)

DL hat damit ja gar nichts am Hut. Der verläßt sich rein auf seinen Bauch.
 
Wenn das hier so weiter geht habe ich gleich den nächsten Feedback-Faden anne Backe.

Also reißt Euch mal am Riemchen. Danke.
 
Um hier mal eine Quelle zu benennen, poste ich den link zu einer . Der Tenor der Sendung ist ganz klar: Indonesien ändert sich. Der Islam wird radikaler, der saudische Islam gewinnt an Einfluss.

Der Journalist Andreas Harsono (Human Rights Watch) beobachtet seit Jahren das Erstarken der Islamisten: "Wir sehen einen langen Prozess zunehmender Intoleranz und eine Radikalisierung der Muslime in Indonesien. In den letzten 15 Jahren sind die Attacken gegen religiöse Minderheiten gestiegen. Wir hatten früher vielleicht 15 Angriffe pro Jahr, dann 30, dann 40, dann 60. Jetzt haben wir mehr als 200 Übergriffe pro Jahr.
Die Anklage (gegen Jakartas christlichen Gouverneur 'Ahok') lautet auf Gotteslästerung. Ein ernstes Vergehen in Indonesien. Ahok drohen bis zu 5 Jahre Haft. Der staatliche Blasphemiegerichtshof wurde über Jahrzehnte kaum eingesetzt. Nun nutzen ihn die Islamisten zur Stimmungsmache. Sollte Ahok nicht bestraft werden, drohen sie mit Unruhen. Jeden Tag des Prozesses nutzen die Islamisten für ihre Hetze. Rund ein Dutzend Organisationen halten den Druck vor dem Gerichtshof aufrecht. Radikale Milzen, konservative Isamisten und Hassprediger: "Ahok ist ein Schwein. Wisst ihr was ein Schwein ist? Ein Schwein ist unrein, widerlich. Schau dir mal seinen Mund an. Sieht der nicht aus wie das Maul von einem Schwein? Allahu Akbar"
Der Student Amar würde sie (Freundin von Ahok) wohl als Ungläubige brandmarken. An der staatlichen Universität von Jakarta studiert er Literaturwissenschaften, später will er einmal Lehrer werden. Die Unversität ist eigentlich säkular ausgerichtet. Doch inzwischen verschleiern sich immer mehr Frauen. Amar spricht oft mit seinen Freunden darüber, dass er an der Universität noch weit strengere islamische Regeln will. Dafür kämpft er mit seiner Organisation. Einige seiner Kommilitonen haben Stipendien aus Saudi Arabien und studieren an der Saudischen Universität von Jakarta. Seit Jahrzehnten fließt das Geld in Strömen aus dem arabischen Raum nach Indonesien. Der strenge wahabitische Islam ist hier auf dem Vormarsch. Die moderate indonesische Tradition gerät unter Druck.

Um die Geschichte von Ahok zuende zu bringen. Er wurde wegen Gotteslästerung
 


Ich würde da noch Veganer und Apple Fanboys dazu zählen und Fußballfans und Soap Fans und 10. Doctor Fangörls und Fans von Schlagermusik (Loki ausgenommen)...
 
Um hier mal eine Quelle zu benennen, poste ich den link zu einer . Der Tenor der Sendung ist ganz klar: Indonesien ändert sich. Der Islam wird radikaler, der saudische Islam gewinnt an Einfluss.

Was man dem Filmbeitrag entnehmen kann,ist, daß durch Einfluß aus Saudi-Arabien radikale Muslime vermehrt versuchen auf die Einfluß auf Politik und die Gesellschaft auszuüben. Wie schon öfter führen die Spuren nach Saudi-Arabien, aber das nimmt man im Westen scheinbar erstaunlich gelassen.

Was sagt der Beitrag noch?

Der Christ Ahok hat bei den Wahlen in Jarkata, wo 86 % der Einwohner Muslime sind, die meisten Stimmen bekommen. Die Stichwahl, gegen Anies, der die Stellung des Islams in der Gesellschaft stärken möchte, hat er gewonnen.

Wir sind Muslime. Aber ich finde, wir müsen nicht unbedingt muslimische Kandidaten wählen. Das ist doch Unsinn. Wenn es Kandidaten gibt, die keine Muslime sind, aber die bessere Arbeit machen, dann sind sie die besseren Kandidaten.

Der indonesische Islam ist der Verteidiger der Vielfalt und der Einheit von Indonesien.Radikale Ansichten wie der Saudische Wahabismus, sind eine Bedrohung der Einheit

Die Muslime in Indonesien sind durchaus gläubige Muslime. Aber der Islam in Indonesien ist traditionell eine tolerante Religion.
 
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