[Politik und Gesellschaft] Schweiz: Bevölkerung lehnt bedingungsloses Grundeinkommen ab

Bei der Volksabstimmung in der Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 2500 Franken (etwa 2260 Euro) für jeden erwachsenen Bürger, stimmte die Mehrheit dagegen. Laut Hochrechnung sind demnach 78 Prozent dagegen, lediglich 22 Prozent stimmten mit "Ja".

Die Regierung warnte im Vorfeld vor Kosten in Höhe von 208 Milliarden Franken pro Jahr. Die großen Parteien lehnten den Vorstoß ab; lediglich die Grünen sprachen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus.



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Hinsichtlich der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten, wäre das bedingungslose Grundeinkommen ein Segen für unsere "Kapitalismus-Gesellschaft". Was die Bezahlbarkeit angeht, bin ich jedoch nicht überzeugt. Hier sehe ich ganz einfach die Gefahr, dass sich zu viele Leute auf die faule Haut legen und der Gesellschaft nichts zurückgeben würden.
 
Das Problem ist: Gibst du den Leute zuviel Geld dann werden sie echt überlegen ob sie weiter arbeiten gehen oder nicht. Gibst du ihnen zu wenig Geld hast du sie rumraunzen wofür sie dann ja das BGE überhaupt brauchen.

Vor allem ist dann die Frage ob es nicht zu einer massiven Verteuerung kommt. Die Leute haben dann mehr in der Tasche, da kann man ihnen dann auch mehr abknöpfen.
 
Systematische Belohnung für das Nichtstun. Wer bei so einem System noch arbeitet ist selbst schuld, wer so ein System auch noch gut findet sollte an seiner Intelligenz arbeiten.
 
Ich finde ein BGE gut, aber dann sollte es nichts sein, was einen super angenehm leben lässt. In Deutschland wären vielleicht 450€ angemessen (angelehnt an die 450€-Jobs; der genaue Betrag müsste dann natürlich noch gefunden werden).

Dass die aktuelle ALG2-Geschichte scheiße läuft, braucht man ja niemandem zu erklären. Schlechte Jobangebote, schlechte "Weiterbildung", unnötige "Maßnahmen", Niedriglohnsektor und Schwarzarbeit boomt wie nie zuvor. Entweder gibt's die ehrlichen Loser oder Zecken, die das System ausnutzen – in jedem Fall haben ehrliche Menschen in Deutschland einfach das Nachsehen.
 
Systematische Belohnung für das Nichtstun. Wer bei so einem System noch arbeitet ist selbst schuld, wer so ein System auch noch gut findet sollte an seiner Intelligenz arbeiten.
Auch in Deutschland gibt es eine "Mindestunterstützung", die mit sehr hohem administrativen Aufwand verwaltet wird. Steht die Person dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, dann kommt sie in eine Gruppe, wenn nicht, dann ist wieder eine andere Behörde zuständig, was natürlich auch noch alles kontrolliert werden muss. Hartz 4 ist ein Moloch, dass zigtausende Gerichtsverfahren hinter sich herschleift, weil die Ausnahmeregelung von der Ausnahme, der Ausnahmeregelung nun doch zum tragen kommt, oder etwa doch nicht.
Viel bürokratiaschen Anhang kann man bei einem bedingungslosen Grundeinkommen weg fallen lassen. "Da haste die Kohle und fertig". Kein Wohngeldblabla, keine Streiterei wegen irgendwelchen Anschaffungen, Sanktionen usw.
 
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Hier sehe ich ganz einfach die Gefahr, dass sich zu viele Leute auf die faule Haut legen und der Gesellschaft nichts zurückgeben würden.
Glaube ich nicht. Der Mensch will einfach ein besseres Auto fahren als der Nachbar oder einen besseren Abschluss vorweisen können. Außerdem definieren sich viele Menschen durch ihre Arbeit, es gibt ihrem Leben einen Sinn.
Nun muss nicht gleich ein ganzes Land das BGE einführen, aber warum nicht das Konzept lokal begrenzt ausprobieren und daraus lernen?
 
Also ich halte das Bedingungslose Grundeinkommen für eine gute Idee!
Das Einkommen sollte Variabel sein und knapp über der Armutsgrenze liegen. Das Grundeinkommen sollte an die deutsche Nationalität und Wohnhaft in Deutschland geknüpft sein, vielleicht noch eine Mindestaufenthaltsdauer, vielleicht so 6 Jahre. Entlastet wären die Gerichte und die Verwaltung, wie schon gesagt.
Das Kindergeld sollte allerdings abgeschafft werden, damit hirnloses Kinderkriegen unterbunden wird. Für Kinder sollte es Zweckgebundene Gutscheine geben, die ihnen eine gute Bildung und Zukunft (Alltagsgestaltung) ermöglichen und keinen monetären Vorteil für Eltern, welche das Geld vielleicht sogar für sinnloses ausgeben, anstatt das Kind zu fördern.
 
Das ist dann wiederrum kein bedingungsloses Grundeinkommen sondern eine Umverteilung der Reichtümer.
 
Du weist, was ein Kind bis zum erreichen des 18. Lebensjahres kostet? Mit deinem Vorschlag wird es für die Rente noch düsterer aussehen...

--- [2016-06-05 17:11 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Glaube ich nicht. Der Mensch will einfach ein besseres Auto fahren als der Nachbar oder einen besseren Abschluss vorweisen können. Außerdem definieren sich viele Menschen durch ihre Arbeit, es gibt ihrem Leben einen Sinn.
Nun muss nicht gleich ein ganzes Land das BGE einführen, aber warum nicht das Konzept lokal begrenzt ausprobieren und daraus lernen?

Das sehe ich täglich an den Jogginghosenträgern in Parks und an Trinkhallen. Von morgens bis abends...
 
Das Rentensystem ist jetzt noch eine andere Baustelle, ich mag dazu nur sagen, das es die Rente, wie wir sie heute kennen, nicht geben sollte!
Sinkende Bevölkerungszahlen sind zu präferieren. Mit unseren Rentensystem jedoch geht das nicht einher. Unsere Wirtschaftskraft ist mehr als ausreichend, um noch viele Weitere Rentner zu versorgen. Und irgendwann nimmt die Zahl der Rentner ja auch wieder ab, bei einer schwachen Bevölkerungsabnahme. Und fehlende Menschen werden um ein vielfaches durch Effektivität ersetzt.(schon heute) Was wieder positiv für ein Bedingungsloses Grundeinkommen wäre und ist.
 
Dass die aktuelle ALG2-Geschichte scheiße läuft, braucht man ja niemandem zu erklären. Schlechte Jobangebote, schlechte "Weiterbildung", unnötige "Maßnahmen", Niedriglohnsektor und Schwarzarbeit boomt wie nie zuvor.

Dachte ich mir auch gerade.
Würde man denen echte Weiterbildung ermöglichen (je nach Fähgikeit/Interessen) Lehre, Schule, Studium in gesuchten Bereichen, würde man wirklich was ändern.
 
Bin froh über das Resultat und habe das depperte und unbezahlbare BGE abgelehnt.
Zahle genügend Steuern und mag nicht noch mehr Social Schmarotzer damit finanzieren.
 
Hmm...
Ich frag mich, wie die auf diese Summe gekommen sind :unknown:
 
Das sehe ich täglich an den Jogginghosenträgern in Parks und an Trinkhallen. Von morgens bis abends...
Interessant, dass du von morgens bis Abends in Parks und Trinkhallen herum lungerst.

Vielleicht würdest du das weniger tun, wie auch die von dir angesprochenen Personen, wenn du durch das aktuelle System nicht durchrutschen würdest und mit einem BGE dann halt zum Beispiel auch nen einfachen Job annehmen würdest, um dir dann zum Beispiel neben der Jogginghose noch ein Auto leisten zu können.

Toller Jobanreiz, meinst du nicht?

Und klar, es wird Leute geben, die wie jetzt auch einfach keinen Bock auf Arbeit haben. Aber ich persönlich will die eigentlich auch nicht irgendwo arbeiten lassen, keine Ahnung, was die da für Scheiße anstellen.
Die paar Leutchen füttern wir jetzt schon durch und können wir auch künftig durchfüttern, mit der Chance, dass sie doch noch mit BGE Perspektiven sehen und doch die Lust am Arbeiten entwickeln.
 
Ich frage mich gerade, wo die ganzen Arbeitsplätze herkommen sollen. Es werden doch in vielen Firmen Stellen abgebaut bzw. nur mit Minijobbern besetzt. Hire and Fire ist fast Realität in Deutschland und wenn man den Boom von Zeitarbeitsfirmen seit der Einführung von Hartz 4 beobachtet hat, sogar noch mehr. Daher ist es doch völlig wurscht, ob ein paar Leute keinen Bock haben. Es gibt eh nicht genug freie Arbeitsplätze für alle, die momentan ohne sind.
 
Ich muss dazu noch sagen, dass die Schweizer Variante, über die Abgestimmt wurde, wohl beinhaltet hat, dass Einkommen bis zur Höhe des BGE vom BGE abgezogen werden sollte.

Das ist für mich eigentlich kein echtes BGE mehr und macht die Idee dahinter mehr kaputt. In der Form hätte ich es wahrscheinlich auch abgelehnt.
Ergänzend: habe das nur am Rande verfolgt, welche Modalitäten da genau zur Abstimmung standen, genaue Quellen habe ich noch nicht gesucht.
 
So ist es jeder hätte CHF 2'500.- bekommen und das wäre vom Lohn abgezogen worden. Also hätte der Arbeitgeber Lohn - CHF 2'500.- bezahlen müssen.

Aber auch so wäre das BGE nie finanzierbar gewesen.
 
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