Unbezahlt früher auf der Arbeit sein


Der Arschtritt war unangebracht sowas tut man nicht, aber scher deswegen nicht alle Arbeitgeber über einen Kamm. Verallgemeinerungen sind nirgends hilfreich noch gerecht.

Och ich hab das bei mehreren Arbeitgebern erlebt. Man soll früher da sein, man soll 1-2 Stunden jeden Tag länger machen, man soll das Wochenende durcharbeiten - natürlich alles ohne Bezahlung und ich blöde Kuh hab da auch noch mitgemacht und es hat mir meine Gesundheit gekostet.

Mehr als die Leute warnen und ihnen sagen, dass sie sich die Überstunden bezahlen lassen sollen und ggfl. einklagen sollen, geht aber IMO auch nicht, denn entweder sie wollen das Geld und machen das dann auch oder sie kriechen doch lieber weiter dem Chef in den Hintern und verzichten und meckern nur und regen sich privat auf und werden dann noch weiter ausgebeutet bzw. um ihr Geld beschissen.

Aber zu 100%. Denn Ladenöffnung != Arbeitsbeginn. Die ganzen Vorbereitungen (Auslage herrichten usw.) ist ja auch Arbeit und bedarf Zeit.

Und da das ganze ja auch gemacht werden muss, auch NACH Ladenschluss, sollen die Chefs gefälligst die anfallende Zeit bezahlen oder sie in die Arbeitszeit laut Vertrag hineinrechnen. Aber es einfach anordnen und dann kostenlos schrubbern lassen; wenn man jetzt fies wäre, könnte man das ganze auf Steuerhinterziehung und Sozialabgabenhinterziehung ausweiten, da ja nicht bezahlt wird und die Leute quasi schwarz arbeiten, allerdings kriegen echte Schwarzarbeiter noch bissl Geld in die Hand gedrückt. So aber verkommt die Mehrarbeit (ja auch eine halbe Stunde täglich läppert sich mit der Zeit zusammen) kostenlos für die Chefs.

Der Witz an der ganzen Sache ist aber

- bist du 10 oder 20 Minuten früher da - ist es ok, wird registriert
- geht man aber mal 5 Minuten früher kommt gleich der Chef angeschissen und fragt was das soll

Jap, muss man mal 5 min früher weg, wird gleich rumgekräht. Aber wenn man dann kostenlos 1-2 Stunden täglich mehr macht oder jeden Tag eine halbe Stunde kostenlos früher los legt, wird das mit Kusshand genommen. Und genau deshalb sollte NIEMAND diesen Mist mitmachen.

darum bin ich da auch konsequent und komme maximal 5 Minuten vorher (Rechner hochfahren usw.). Dankt einem doch eh keiner. Und wie Destiny weiter oben schon schrob ist es leider so das durch Übereifer teilweise sogar Stellen in Gefahr sein können und Ausbeutermethoden begünstigt werden.

Rechner hochfahren gehört auch zur Arbeit, weil du ja was für den Arbeitgeber machst. Theoretisch reichen auch 1-2 min, um sich auszuziehen und hinzusetzen und dann punkt Arbeitsbeginn wird der Rechner hochgefahren, die Telefonanlage angestellt, der AB abgehört etc.

Wäre die Welt eine Gerechte, gäbe es keine Gier, so würde das alles super fein klappen. In Zeiten wo AN aber als Humenkapital angesehen werden - nein danke - da will ich für meine Zeit auch Geld sehen.

DAS und vor allem ist es auch besser für die Gesundheit. 40 h Schrubbern in der Woche reicht völlig. Da muss man das nicht ausweiten auf 50, 60 Stunden und vor allem kostenlos. Wenn mehr Arbeit da ist, die liegenbleibt, sollen sie halt jemanden einstellen - dann wäre es ein Erwerbsloser weniger.

Das was die Cheffin da abzieht ist einfach nur Betrug. Sie bereichert sich durch kostenlose Arbeitskraft. Würde ich direkt angehen sowas.

Na du siehst ja, wie das auch noch verteidigt wird. Ich würde heutzutage sowas auch sofort angehen und jede Überstunde einklagen wenn nötig.
 
Sehr richtig ihr beiden.
Darum ist es meiner Ansicht nach auch wichtig, dass man die Leute aufklärt. Wie ihre Chancen aussehen bei Gericht mit so etwas Erfolg zu haben und wie die rechtliche Situation ist.
Und die, denen es gar nicht ums Geld geht, die das noch gerne machen erklärt, warum sie damit den anderen in den Rücken fallen.
 
Das Problem dürfte sein, wenn sie nichts schriftliches diesbezüglich hat, also z.B. eine Anweisung der Chefin oder wenn der Vertrag schwammig formuliert ist. Es wäre schön, wenn der TE den Arbeitsvertrag, der hoffentlich in schriftlicher Form vorliegt, mal anonym hochladen könnte. (Angaben zum Arbeitgeber, Arbeitnehmer schwärzen.)

Die Chefin könnte ja behaupten, dass die Frau nicht früher kommen müsste, sondern nur wenn was los ist und wenn dann kein Zeuge da ist, der ggf vor Gericht aussagt, dass es eine Anweisung ist und keiner das bezahlt bekommt, dann hat sie unter Umständen keinen Erfolg vor Gericht.

Aber ich bin kein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Sie müsste sich wirklich beraten lassen und auch sich schriftlich von der Chefin geben lassen, dass nur die Zeit, wo was los ist, bezahlt wird.

Mich wundert übrigens immer noch, wenn im Laden mal nichts los ist, kriegt die Frau dann auch kein Geld, obwohl sie ja anwesend ist? :unknown:
 
Schwammig formulierte Verträge sind kein Nachteil, die dürfen nämlich für den AN dann nicht nachteilig ausgelegt werden.

Die Erfassung der Überstunden ist wichtig, ja. Daher am besten den Stundenzettel vom Chef abzeichnen lassen. Dann gibt es keinen Zweifel mehr über die geleisteten Stunden.
 
Ich frage mich halt, was man tun kann, wenn die Chefs auf stur stellen. Bei mir heißt es immer: Firma hat kein Geld, bla bla... Überstunden sind in der Branche halt üblich...und das wäre ja normal das man die mal macht. Betonung auf mal. Als ich dann anmerkte, das "mal" ja nicht das Thema ist, sondern die 220Stunden in 4 Monaten, ging das Spiel von vorne los. Kein Geld, Überstunden sind üblich... Ich habe dann zig Analogien gebracht um mal das Missverhältnis aufzuzeigen - keine Chance. Außer Gebrülle und mauern kam da nichts von Seiten der Geschäftsführung.

Mein Job macht mir richtig Spaß und ich will da noch ewig weiterarbeiten, aber ich verschenke nicht mehr mein Leben. Ich hab daraus die Konsequenzen gezogen, und mache nun Dienst nach Vorschrift. Sämtliche Aufgaben die nicht in mein diffus formuliertes Aufgabenfeld fallen, blocke ich ab. Ich gehe nach Hause sobald die 8 Stunden voll sind. Wenn es dann zu Verzögerungen in anderen Abteilungen kommt, ist das Pech. Seit einem Jahr fordern wir ne weitere Stelle. Das Ergebnis von meinem "Egoismus" ist nun, dass meine Mitarbeiter Jammern, weil sie plötzlich mehr machen müssen. Vorher hab ich das immer gemacht, doof wie ich war. Ich war auch immer der, der angerufen wurde wenn was nicht geht - so Freitag 23 Uhr, oder Sonntags. Ich gehe einfach nicht mehr ans Telefon sobald ich Feierabend habe. Wenn Zusätzliche Projekte vorbereitet werden müssen, mache ich das auch nur noch während meiner Arbeitszeit, der Rest bleibt liegen. Ich habe vertraglich zugestimmt 8 Stunden pro Tag von Montag bis Freitag zu geben. Wer mehr will, muss sie mir vergüten. So einfach ist das - wenn mein Arbeitgeber sich nicht verpflichtet fühlt, sich um mein Wohlbefinden zu kümmern, dann bin ich auch nicht verpflichtet mich um seinen Geschäftserfolg zu kümmern.

Ich höre immer in Personalgesprächen - wenn du mehr Geld willst, such dir n anderen Job, du kriegst eh schon viel zu viel. Wir wollen hier Leute die für die Sache brennen... Tja - wenn man keinen Brennstoff nachfüllt, sind die Leute irgendwann ausgebrannt. Und da hab ich keinen Bock mehr drauf. Ich hab auch ne Selbstachtung und kenne den Wert meiner Arbeit. Wenn das der Geschäftsführung nichts bedeutet und sie mich stattdessen als Kostenfaktor sehen - Pech gehabt. So einfach ist das.
 
Rechner hochfahren gehört auch zur Arbeit, weil du ja was für den Arbeitgeber machst. Theoretisch reichen auch 1-2 min, um sich auszuziehen und hinzusetzen und dann punkt Arbeitsbeginn wird der Rechner hochgefahren, die Telefonanlage angestellt, der AB abgehört etc.

Nanana, ich arbeite doch nicht nackt :coffee:

Solange sich der TS hier nicht mal zu Wort meldet machen jegliche Vermutungen aber sowieso wenig Sinn.
 
Ob die Freundin dem TE Dampf gemacht hat? Erst rumheulen wegen der Kröten für die unbezahlten Überstunden und dann doch wieder Rückzieher, weil man ja den Vertrag verlängert haben will? :unknown:

Ich frage mich halt, was man tun kann, wenn die Chefs auf stur stellen. Bei mir heißt es immer: Firma hat kein Geld, bla bla... Überstunden sind in der Branche halt üblich...und das wäre ja normal das man die mal macht. Betonung auf mal. Als ich dann anmerkte, das "mal" ja nicht das Thema ist, sondern die 220Stunden in 4 Monaten, ging das Spiel von vorne los. Kein Geld, Überstunden sind üblich... Ich habe dann zig Analogien gebracht um mal das Missverhältnis aufzuzeigen - keine Chance. Außer Gebrülle und mauern kam da nichts von Seiten der Geschäftsführung.

Das Gesabbel kenn ich auch. Zur Genüge. Und trotzdem hatten sie alle Wohnungen und Häuser in den teuersten Wohngegenden, schicke fette Autos und 2 x im Jahr Urlaub. Aber sie sind ja alle arm wie die Kirchenmäuse. :m

Mein Job macht mir richtig Spaß und ich will da noch ewig weiterarbeiten, aber ich verschenke nicht mehr mein Leben. Ich hab daraus die Konsequenzen gezogen, und mache nun Dienst nach Vorschrift. Sämtliche Aufgaben die nicht in mein diffus formuliertes Aufgabenfeld fallen, blocke ich ab. Ich gehe nach Hause sobald die 8 Stunden voll sind. Wenn es dann zu Verzögerungen in anderen Abteilungen kommt, ist das Pech. Seit einem Jahr fordern wir ne weitere Stelle. Das Ergebnis von meinem "Egoismus" ist nun, dass meine Mitarbeiter Jammern, weil sie plötzlich mehr machen müssen. Vorher hab ich das immer gemacht, doof wie ich war. Ich war auch immer der, der angerufen wurde wenn was nicht geht - so Freitag 23 Uhr, oder Sonntags. Ich gehe einfach nicht mehr ans Telefon sobald ich Feierabend habe. Wenn Zusätzliche Projekte vorbereitet werden müssen, mache ich das auch nur noch während meiner Arbeitszeit, der Rest bleibt liegen. Ich habe vertraglich zugestimmt 8 Stunden pro Tag von Montag bis Freitag zu geben. Wer mehr will, muss sie mir vergüten. So einfach ist das - wenn mein Arbeitgeber sich nicht verpflichtet fühlt, sich um mein Wohlbefinden zu kümmern, dann bin ich auch nicht verpflichtet mich um seinen Geschäftserfolg zu kümmern.

Und würden deine Kollegen mitziehen, müsste dein Arbeitgeber noch jemanden einstellen. Aber lieber rumjaulen. Aber gut dass du gelernt hast aus dem Überstunden Fiasko. Zu Hause anrufen lassen würde ich mich übrigens nicht. Ich geb meine Telefonnummer nicht raus. Freitag 23 Uhr, die spinnen wohl. :buh:

Ich höre immer in Personalgesprächen - wenn du mehr Geld willst, such dir n anderen Job, du kriegst eh schon viel zu viel. Wir wollen hier Leute die für die Sache brennen... Tja - wenn man keinen Brennstoff nachfüllt, sind die Leute irgendwann ausgebrannt. Und da hab ich keinen Bock mehr drauf. Ich hab auch ne Selbstachtung und kenne den Wert meiner Arbeit. Wenn das der Geschäftsführung nichts bedeutet und sie mich stattdessen als Kostenfaktor sehen - Pech gehabt. So einfach ist das.

Geeier bedeutet: Wir wollen hier Leute, die für möglichst wenig Geld möglichst viel Arbeiten, ihr Privatleben aufgeben und Tag und Nacht erreichbar sind - 24/7 und am besten auch noch auf ihren Urlaub verzichten zum Wohle der ach so schlecht gehenden Firma. :m

Nanana, ich arbeite doch nicht nackt :coffee:

Im Winter arbeitest du in Winterjacke? :eek:
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #68
Ich danke euch allen für diese rege Diskussion. Warum nicht schon eher gekümmert, ja warum?? Das frage ich meine Freundin auch schon ewig. Sie war halt froh hier Arbeit zu haben.
Wir haben nun einen Brief an den Chef der Chefin aufgesetzt. Wir haben uns in anderen Filialen mal informiert und nirgendwo findet das so statt.

Mal gucken was es bringt.
 
Viel Glück. Wenn das ein Einzelfall ist, wird der Bereichsleiter hoffentlich reagieren.
 
Ich danke euch allen für diese rege Diskussion. Warum nicht schon eher gekümmert, ja warum?? Das frage ich meine Freundin auch schon ewig. Sie war halt froh hier Arbeit zu haben.
Wir haben nun einen Brief an den Chef der Chefin aufgesetzt. Wir haben uns in anderen Filialen mal informiert und nirgendwo findet das so statt.

Mal gucken was es bringt.

Was für einen Vertrag hat sie denn nun? Leider hast du nicht die Fragen beantwortet, damit man dir und der Freundin effektiv helfen kann.

Mit Briefchen werdet ihr nicht weiterkommen. Der wird sich eines lachen und freuen, dass die Filialleiterin ihm einen Haufen Geld gespart hat.

Bitte beachtet die Fristen zum Einklagen des Überstundengeldes.
 
Zurück
Oben